Die neue Brücke von Taman nach Kertsch auf der Krim © cm

Die neue Brücke von Taman nach Kertsch auf der Krim

Baut Brücken! Build your bridges!

Christian Müller / 01. Jan 2020 - Der grosse Wunsch zum Jahreswechsel, verfasst im Jahr 2001, heute, fast 20 Jahre später, aktueller denn je! – Deutsch und Englisch.

.

Baut Brücken!

Ja, das neue Jahrtausend hat begonnen. Mit Angst und Aggression, mit Krieg und Katastrophen, mit Terror und Tyrannei. Die Welt ist voller Grenzen, Gräben und Abgründe.
Und nur Wenige versuchen, Brücken zu bauen.

Immer mehr Menschen gehen auf Distanz: Auf Distanz zu Menschen, die eine andere Sprache sprechen. Auf Distanz zu Menschen, die einer anderen Glaubensgemeinschaft angehören. Auf Distanz zu Menschen, die eine andere Hautfarbe haben.
Und nur Wenige versuchen, Brücken zu bauen.

Immer mehr Menschen werden einsam. Einsam in einer Gesellschaft, die sich zunehmend polarisiert. Zwischen Jung und Alt, zwischen Arm und Reich, zwischen Weissen und Nicht-Weissen.
Und nur Wenige versuchen, Brücken zu bauen.

Die Welt ist eine Welt voller Inseln.
Es ist Zeit, Brücken zu bauen.

Christian Müller

Build your bridges!

Yes, the new millennium has begun. With fear and fighting, conflict and catastrophe, tyranny and terror. The world has never been fuller of borders, barriers and broken links.
And there are so few bridge-builders around.

More and more people are keeping their distance: from others who hold different beliefs; from others who speak another language; from others whose skin is a different colour.
And there are so few bridge-builders around.

More and more of us are finding ourselves alone. Alone in a society that is becoming increasingly one of extremes. The young and the old; the rich and the poor; the white and the non-white.
And there are so few bridge-builders around.

Our world is a world full of islands.
It’s time to build bridges between them.

Christian Müller

.

Kurzanleitung zum Bau einer Brücke

1. Räume – am besten gleich mit dem Bulldozer – alle Ressentiments, Vorurteile und Klischee-Vorstellungen sauber weg.

2. Lege ein massives Fundament aus Grossmut und Toleranz, armiert mit einem ehrlichen Ja zu einer pluralistischen Gesellschaft.

3. Berechne die Spannweite der Brücke nach Massgabe deines eigenen Interesses, andere Kulturen und dir fremde Denkweisen und Mentalitäten zu verstehen.

4. Baue die Brückenpfeiler aus dem dauerhaften Material deiner Bereitschaft, den Andern in seinem Anders-Sein zu akzeptieren.

5. Beginne den Brückenschlag mit einem kleinen Brief, einem e-Mail, einem spontanen Gespräch oder ganz einfach mit einem Lächeln.

6. Finanziere die Brücke in der Währung «Zeit»: Sekunden, Minuten, Stunden. Zeit zum Hinhören, Zeit zum Lesen, Zeit zum Lernen, Zeit zum Verstehen.

7. Der Profit deines Investments wird ausgeschüttet in Form höherer Lebensqualität. Du wirst staunen, wieviel es dir bringt, über alle Grenzen und Gräben hinweg Freundschaften zu schliessen.

How to build a bridge in seven easy steps

1. Clear the area – preferably with a bulldozer – of all resentments, prejudices and clichéed ideas.

2. Lay a massive foundation of generosity and tolerance, reinforced with a genuine commitment to a pluralistic society.

3. Calculate your bridge’s span by your own interest in understanding other cultures and their ways and minds.

4. Build your pillars out of the toughest material: your willingness to accept others for being just that.

5. Start your building with a short letter, an e-mail, a spontaneous conversation or simply a smile.

6. Finance your work with the currency of time: seconds, minutes and hours. Time to listen, time to read, time to learn, time to understand.

7. The dividend from your investment? A higher quality of life. You will be amazed at how much you can earn from making new friends beyond borders and barriers.

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Die Übersetzung ins Englische besorgte Paul Day. Herzlichen Dank!

Zum Bild oben: Weil die Menschen auf der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer wieder zu Russland gehören wollten, wurden von der Ukraine und von der westlichen Welt neue Mauern aufgebaut. Russland hat darauf das einzig Richtige getan: Es hat eine Brücke gebaut.

Wir brauchen mehr Brückenbauer!

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Zum Autor deutsch und englisch.

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

Eine Meinung

Lieber Christian Müller
Mit dem gewählten Bild (diese Brücke ist auch ein machtpolitisches Statement) ist der (ich nehme mal an) gutgemeinte Text eher eine Provokation als eine Friedens- oder Verständigungsbotschaft. Ebensogut hätten Sie das NATO-Hauptquartier ("transatlantische Brücke") dazu abbilden können.
Wenn Putin das nächste Mal eine Brücke in die Ukraine baut, soll er das künftig (hoffentlich!) nicht einseitig sondern partnerschaftlich angehen und ohne dabei den nachbarschaftlichen Brückenkopf gleich zu annektieren.
Oder habe ich Ihren Text falsch verstanden so wegen mit dem Bulldozer (Einsatz von Machtpolitik) Klischeevorstellungen (wie Glaube an die territoriale Unversehrtheit) wegzuräumen? Ich nehme an, Sie meinten dabei, dass man bei sich selber ansetzen soll und nicht erst beim Nachbarn «das Richtige» durchsetzt.
Ich wünsche Ihnen und dem gesamten InfosperberTeam ein frohes Neues Jahr.
Thomas Oberhänsli, am 01. Januar 2020 um 12:08 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.