Goldkarten mit Sollbruchstellen zum Aufteilen und zum Zahlen © Valcambi AG

Goldkarten mit Sollbruchstellen zum Aufteilen und zum Zahlen

Gold schon bald als normales Zahlungsmittel

Christian Müller / 19. Jan 2013 - Ein innovativer Betrieb im Tessin bringt teilbare Gold-Zahlkarten im Kreditkarten-Format auf den Markt. Im Visier: die Kleinsparer.

Nachdem die Aktienindizes Ende Jahr 2012 unerwartet hoch waren, ging der Goldpreis leicht zurück. Auch gewisse eher vorsichtige Verlautbarungen des FED haben zu einer leichten «Korrektur» des Goldpreises nach unten geführt. Im abgelaufenen Jahr hatte sich der Goldpreis «nur» noch um 7 Prozent erhöht, nachdem es im Vorjahr 2011 noch 10 Prozent und im Jahr 2010 sogar 30 Prozent gewesen waren. In der Sprache der NZZ heisst das, der «Goldpreis kommt nicht so richtig vom Fleck».

Der Tageskurs liegt im Moment* bei CHF 1574 pro Feinunze Gold, was ca. CHF 50'600 Franken pro Kilogramm Gold entspricht. Das ist mehr als dreimal so viel wie damals, im Jahr 2000, als die Schweizer Politiker, selbst der ewige Besserwisser Christoph Blocher, der Nationalbank empfahlen, ihre Goldvorräte zu verkaufen und das dafür erhaltene Geld anders einzusetzen. Der Grund für die massive Wertsteigerung des Goldes ist klar: Viele Leute trauen der Wirtschaft nicht mehr und sehen ihr Erspartes am liebsten in einem (vermeintlich) sicheren Wert: in Gold. Mit Gold unter der Matratze scheint man besser schlafen zu können als nur mit Banknoten unter dem Kissen.

Nur, was machen da die Kleinsparer, die es sich nicht leisten können, für 50'000 Franken einen 1-kg-Goldbarren zu kaufen? Ein 1-g-Barren kostet im Goldbarren-Online-Shop 56 Euro oder über 69 Franken, ist also sehr viel teurer als eine grössere Menge. Selbst ein 10-g-Barren kostet noch 445 Euro oder 553 Franken. Und zahlen kann man mit solchen gravierten Barren eh nicht so gut.

Gold im Kreditkarten-Format

Jetzt beginnt die Valcambi AG, ein Gold-verarbeitender Betrieb in Balerna, einer Nachbargemeinde von Chiasso, ihre sogenannten CombiBars richtig unter die Leute zu bringen. Diese kleinen Gold-Karten sind vorgerillt zu Sollbruchstellen, sodass sie ohne Werkzeug in kleine, genau definierte Teile aufgeteilt werden können. Speziell im Auge hat Valcambi Indien, wo es schon lange die Tradition gibt, dass man statt mit Geld mit Gold zahlen kann. Aber auch in anderen Währungszonen, auch im Dollar- und Euro-Bereich, dürfte die Zahlung in Gold plötzlich wieder populär werden, vor allem wenn es, was nicht ganz unwahrscheinlich ist, zu einer hohen Inflationsrate kommt.

Wo man solche CombiBars kaufen kann, findet man ebenfalls auf der Website der Valcambi AG.

Wo Geld ist, sind auch Schweizer, besagt ein geflügeltes Wort.

*Alle Preisangaben beziehen sich auf den 19. Januar 2013. Sie können sich auch innerhalb eines Tagesablaufs ändern.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Zum Thema Schweizer Goldreserven siehe auch hier (auf Infosperber)
Zum Thema Schweizer Goldreserven siehe auch hier (auf Infosperber)
1000er Noten als Sparvehikel? (In "Die Zeit" vom 24.1.2013)

Eine Meinung

CombiBars
Ein Bergsteiger stürzt ab, bleibt schwerverletzt aber bei Bewusstsein liegen. Nach einer Weile klaubt er mit grosser Mühe eine Tafel Schokolade aus der Brusttasche: „Oh nein“, stöhnt er und weint: „Das sind ja nur CombiBars!“ Glänzend, hauchdünn jedoch ohne Kalorien, von blutverschmierten Fingern eben noch umklammert – landen sie mit letzter Kraft geworfen – im Abgrund…
Beatrice Bosshart, am 19. Januar 2013 um 13:10 Uhr

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