Coronavirus: Bundesratsverbot beschleunigt Börsencrash

Urs P. Gasche © Peter Mosimann
Urs P. Gasche / 28. Feb 2020 - Basler Fasnacht und alle Versammlungen mit über 1000 Personen verboten. Das führt zu noch mehr Kurzschlussverkäufen an der Börse.

Am Freitag Vormittag hat der Bundesrat grosse Veranstaltungen bis – mindestens – am 15. März verboten. Grund: In der Schweiz sind zehn Personen am Coronavirus erwiesenermassen erkrankt. Daneben gibt es eine unbekannte Dunkelziffer vermuteter Erkrankungen.

Über die Verhältnismässigkeit des bundesrätlichen Verbots kann man streiten. Das Ausbreiten des Coronavirus kann man mit Versammlungsverboten verlangsamen, aber nicht stoppen.

Sicher hingegen werden Anleger noch mehr befürchten als bisher, dass Konzerne Umsatz- und Gewinneinbussen hinnehmen müssen, so dass man deren Aktien besser noch rechtzeitig verkauft. Der SMI verlor am Freitag Vormittag bis 11.00 Uhr weitere fast 4 Prozent. Überdurchschnittliche Verluste müssen Aktien der Grossbanken hinnehmen. Die Kursverluste auch im Ausland kann man live verfolgen.

Allzu rasche Kursverluste können Folgen haben für das riesige Wettcasino an den Börsen mit Derivaten von Wertpapieren. Infosperber hat dazu das Dossier «Finanzcasino bedroht Weltwirtschaft» zusammengestellt. Ein grösserer Crash der Finanzmärkte hätte unkontrollierbare Folgen für Politik, Gesellschaft und den Weltfrieden.

Auslöser kann Verschiedenes sein, auch eine Virus-Pandemie

Bereits am 28. Januar hat Infosperber darüber informiert, wie und warum eine Ausbreitung des Coronavirus die fragilen Finanzmärkte anstecken kann. Um eine grosse Finanzkrise auszulösen, braucht es heute weniger als 2007/08. Experten befürchten einen «Ukrainian Chicken Farm Moment».

Einen positiven Effekt kann eine Virus-Pandemie auf die Anstrengungen gegen eine weitere Erwärmung des Klimas haben: Weniger Wirtschaftswachstum, weniger Energieverbrauch, weniger CO2. Dazu auch Hanspeter Guggenbühl: «Klima und Coronavirus: «Notstand» von Fall zu Fall».

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2 Meinungen

Ich habe weniger Angst vor dem Coronavirus als vor den getroffenen Massnahmen. Mit dem Angsttrigger Arbeitsplätze gewinnt man Abstimmungen, mit dem Angsttrigger Terrorismus schafft man, dass sich die Bevölkerung freiwillig ausspionieren und kontrollieren lässt und mit dem Angsttrigger Krankheit und Epidemie werden ganze Zonen abgesperrt und das öffentliche Leben abgewürgt.

Wir sind eine durch Angstmanagement komplett steuerbare Gesellschaft. Das ist wirklich beängstigend.
Stöckli Marc, am 28. Februar 2020 um 11:46 Uhr
Eigentlich könnte mir das globalisierte Casino der Finanzmärkte und Investoren völlig egal sein.
Ich und viele andere können sich nicht einfach davon abwenden weil die Altersersparnisse von Teilen der 1' und 2' Säule dort investiert wurden.
Dies ohne jemals zu Fragen ob dies auch erwünscht ist. Es ist eine Selbstverständlichkeit geworden die nicht mehr hinterfragt wird obwohl jeder einzelne zu jeder Zeit das Ausfallrisiko der 2' Säule selber trägt.
Kein Mensch der alle Sinne beisammen hat würde so etwas mit den Ersparnissen für das Alter tun den es geht um die Zeit des Lebens in der man eigentlich nur noch freiwillig arbeiten möchte. Anstatt dessen sind alle hier das ganze Leben erpressbar und diesem privatisierten AltersvorsorgeSystem ausgeliefert und gezwungen die Spekulation der Akteure an den Finanzmärkten mitzumachen. Ein Ende dessen ist aktuell nicht absehbar und ein würdevolles Leben im Alter ohne finanzielle Sorgen wird es nicht geben.
Uwe Borck, am 28. Februar 2020 um 12:36 Uhr

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