Covid-19-App läuft nur auf neueren Geräten

Urs P. Gasche © Peter Mosimann
Urs P. Gasche / 20. Okt 2020 - Viele besonders gefährdete ältere Leute brauchen ein neues Handy, wenn sie die App nutzen wollen. Hier die Voraussetzungen.

Manche Enkelinnen und Enkel scheiterten daran, ihren Grosseltern die Swiss Covid-App auf deren Handys herunterzuladen. Denn oft brauchen Grosseltern ältere Handys ihrer Kinder oder Grosskinder, deren Betriebssystem die App nicht akzeptiert. Für die App braucht es folgende Betriebssysteme:

Android-Geräte
Android 6 und höher mit den neuesten Google Play Diensten.

iOS-Geräte
Betriebssystem 13.5 (ab iPhone 6s) und höher.

Subventionen zum Kauf neuer Handys gibt es nicht.

Quelle: BAG

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Negative Erfahrung

Die Journalistin Renate Metzger-Breitenfellner teilt uns eine negative Erfahrung mit der Covid-19-App mit:

«Ich war sicher eine der ersten Schweizer*innen, die das Covid-App auf dem Handy installiert und aktiviert hat. Ich bin ein aktiver Mensch und viel unterwegs – oft im öV, an Veranstaltungen, etc. NIE hat mein App gemeldet, ich sei mit Infizierten in Kontakt gekommen. Dass das Zufall ist, glaube ich nicht mehr. DENN: Seit zwei Wochen liegen mein Mann und ich coronapositiv darnieder. Seine Ansteckung hat mein App neun Stunden nachdem er den Code eingegeben hat, gemeldet. Zwei Tage später kam erneut eine Meldung, ich habe mich vor zwei Tagen im Umfeld einer infizierten Person befunden. Ich aber war in Quarantäne ohne jeden Kontakt zu irgendwem ausser meinem Mann. Und von ihm kann die Meldung nicht gekommen sein.

Mein Fazit: Das Ding funktioniert nicht. Und so lange es nicht funktionert, ist es sinnlos, mit dem App auf dem Handy durch die Gegend zu laufen.»

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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9 Meinungen

Es gibt Taste Handys mit extra grossen Tasten um etwa CHF 50.00. Denke, die Anschaffung ist es wert.
Jürg Locher, am 20. Oktober 2020 um 11:59 Uhr
Auf neuen Android-Geräten funktioniert die App auch nicht, wenn nicht eine von Google vorgkonfigurierte Android-Version installiert ist. Dann gibt es nämlich keine Google-Dienste, und die App wurde ebenso vorsätzlich wie unnötigerweise so konstruiert, dass sie ohne Google-Dienste nicht läuft. Anständige Apps laufen auf normalen (Google-freien) Android-Plattformen.

Der Grund für die Einschränkung (die seit 2018 auch in die SBB-App eingebaut wurde): Google-Dienste sind für den Entwickler total bequem, und erst noch gratis, er lässt die Anwenderinnen mit ihren Daten zahlen.
Christoph Kaufmann, am 20. Oktober 2020 um 12:27 Uhr
Vielen Dank für die zahlreichen wichtigen Beiträge von Herrn Gasche.
Umso befremdlicher seine Stellungnahmen zu Covid -19.

Grundlage müssten immer die Zahlen, Daten und Hintergründe sein, wie sie z.B. im Buch «CORONA Fehlalarm?» von Karina Reiss und Sucharit Bhakdi dargelegt sind.

Dr.sc.nat. Christian Heiniger
Christian Heiniger, am 20. Oktober 2020 um 15:59 Uhr
Das technische/politische Problem der App, ist dass der Code zwar freie open source Software ist, nicht aber die nötige Erweiterung der Bluetooth-Schnittstelle, welche Google oder Apple kontrollieren. D.h. auch mit neuem Smartphone, ohne Google oder Apple Account läuft gar nichts. Und selbst die Amerikaner wehren sich gegen diese, im Paket mit Facebook und Amazon. Von «Räuberbaronen», die das «Internet kaputtmachen», ist in https://www.sueddeutsche.de/digital/google-facebook-amazon-apple-kongress-1.5057827?utm_source=Twitter&utm_campaign=twitterbot die Rede.
Theo Schmidt, am 20. Oktober 2020 um 18:34 Uhr
Dass sich eine «liberale» Gesellschaft eine solche totalitäre Überwachung gefallen lässt - grässlich! Hier noch ein passender Name: «Die grosse Bruder App».
Werner Furrer, am 20. Oktober 2020 um 23:54 Uhr
Habe kürzlich ein neues (gebrauchtes) Handy gekauft, da das alte angeblich veraltet sei. Leider war auch das «neue» zu «alt»,als dass es für das enorm bedeutungsvolle Corona-App viel zu alt war (apple 6). Ich erwarte von Apple, die ja den grossen Reibach machen, das passende Handy gratis, oder der Bund liefert. Leute, denkt etwa ja nicht, dass die Handies und die Apps aus irgendeinem anderen Grund gemacht werden, als um Profit zu machen!
Paul Jud, am 21. Oktober 2020 um 15:18 Uhr
Man kann ältere Handys mit LineageOS updaten. Ich konnte mein ca. 6 Jahre altes Sony Xperia SP damit von Android 4.3 auf Android 9 bringen und die App installieren. Das ist aber nur etwas für Computerfreaks, die Installation von LineageOS ist sehr mühsam, über viele Schritte, erst rooten, dann Bootloader installieren, dann LineageOS, dann den Google Playstore und erst dann kann man die App hinzufügen.
Stefan Heimers, am 22. Oktober 2020 um 10:01 Uhr
Ich hatte vergessen, dass die Swiss-Covid-App nicht nur von Google oder Apple abhängt, sondern auch von Amazon, weil die Bundesverwaltung dessen Server als Datenbank verwendet. Serge Vaudenay hat mehrere ziemlich umfangreiche technische Analysen publiziert, die letzte hier (auf englisch): https://lasec.epfl.ch/people/vaudenay/swisscovid.html
Theo Schmidt, am 22. Oktober 2020 um 18:30 Uhr
@ Heimers: Ich konnte ein gebrauchtes Smartphone mit installiertem Lineage kaufen, ganz ohne Frickelei oder «rooten», aber der Sinn von Lineage (ein von Google-Zeug befreites Android) ist ja die Unabhängigkeit von Google zu erhalten und da macht die Installation von Google Play, das eine Registrierung bei Google voraussetzt, keinen Sinn.
Theo Schmidt, am 23. Oktober 2020 um 10:30 Uhr

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