«Wir wären ja schon froh, für zwei Grad auf Kurs zu sein.» © Bodymedia
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Null Öl. Weltrettungs-ABC. Zukunftsklima schaffen!

Hans Steiger / 04. Jun 2018 - Das Pariser Klima-Abkommen ist radikal. Die Lage scheint hoffnungslos. Zwei Bücher halten dagegen und suchen Spielraum für Zukunft.

Nicht einfach noch einen Text zum Klimaproblem legt Marcel Hänggi als kompetenter Fachjournalist vor. Er lanciert darin eine zwar formal typisch schweizerische, aber in der Sache radikale Initiative zu dessen Lösung. Dieser zivilgesellschaftliche Effort könnte sich womöglich zu einem jener «ikonischen Projekte» entwickeln, wie sie Fred Luks zur Vorbereitung einer besseren Zukunft postuliert.

Die beiden neuen Bücher ergänzen sich bestens. Das von Hänggi ist für Rotgrüne ein Pflichtstoff. Sie kommen um das Thema kaum herum. Mit seinem konkreten Vorschlag stellt sich für Organisationen und Einzelne bereits bald die erste Ja/Nein-Frage: Wollen wir für die Umsetzung des in Paris beschlossenen Klima-Abkommens das uns Mögliche tun? Unterstützen wir dieses Volksbegehren? Engagiere ich mich persönlich dafür? Wer da – politisch vorbelastet – taktische und strategische Bedenken hat, kann diese mit der Denkhilfe von Luks überprüfen, die «Weltrettung» von A bis Z kritisch durchbuchstabiert: Was verlangt der herrschende Ausnahmezustand? Wie lässt sich für uns und andere, auch für die kommenden Generationen, mehr Spielraum für die Zukunft schaffen?

Eine notwendig radikale Initiative

Zuerst zur innenpolitischen Herausforderung: «Null Öl. Null Gas. Null Kohle.» Also weg von allem, was fossilen Kohlenstoff in Verkehr bringt. Und das bis spätestens 2050, mit einem innert fünf Jahren nach Annahme des Verfassungsartikels zu erlassenden Gesetz verbindlich geregelt. So oder ähnlich soll es das Volksbegehren festlegen, das ein von Hänggi angeregtes Team derzeit im Detail auf allfällige Lücken und Tücken abklopft. Ob das Ganze dann «Gletscherinitiative» heissen wird wie angedacht, ist noch offen. Doch das Vorhaben erinnert an die Alpeninitiative, die 1994 für viele überraschend durchkam, aber nur bedingt erfolgreich blieb; der Transitverkehr ist mitnichten auf der Schiene. Aus dieser Erfahrung wäre zu lernen.

Ob es nicht viel zu extrem sei, «die Energieträger zu verbieten, die heute zwei Drittel des Energieverbrauchs decken», fragt der Autor. Und antwortet: Nicht radikaler als das, «was sämtliche Uno-Mitgliedstaaten im Dezember 2015 in Paris im Konsens beschlossen». Es sei die Umsetzung von dem, wozu sich dort auch die Schweiz völkerrechtlich verpflichtet habe. Ohne radikale, an der Wurzel des Problems ansetzende Massnahmen lässt sich ein Klimazusammenbruch nicht abwenden. Ob solche umsetzbar sind, «ist keine Frage der technischen und auch nicht der ökonomischen Möglichkeiten, sondern des politischen Willens». Um den geht es!

Der seit Jahren intensiv mit Klimafragen befasste Journalist hatte 2009 das Debakel in Kopenhagen erlebt. Demgegenüber taxiert er die eher unerwartete Vereinbarung von Paris als zugleich schwach wie stark. Entscheidend sei, was aus ihr gemacht werde. Noch an der Konferenz habe er Doris Leuthard gefragt, ob denn die Schweiz bereit sei, für das Ziel, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, ihre Klimapolitik ambitionierter zu gestalten. Er zitiert aus ihrer Antwort drei Sätze: «Wir wären ja schon froh, für 2 Grad auf Kurs zu sein.» – «Sie kennen ja unser Parlament.» – «Meinen Sie denn, die Amerikaner meinten es ernst?» Entlarvend und typisch für die Umwelt- und Verkehrsministerin, bei deren Abgang ein verheerendes Fazit des Wirkens in dieser Doppelrolle zu ziehen sein wird. Der gleichfalls auf drei Sätze beschränkte Kommentar im Buch nimmt die Kritik in der Charakterisierung ihrer Antwort vorweg: «Man mag das realistisch nennen. Es ist zynisch. Leadership sähe anders aus.»

Lieber nicht an Wunder glauben

Spürbar angetrieben von «der Ambitionslosigkeit, die Frau Leuthard mir gegenüber in Paris so offen formulierte», sowie dem bei den Regierenden ganz allgemein fehlenden Schwung, entschied sich Hänggi, die relativ bequeme Position eines zwar engagierten, aber praktisch politisch Distanz wahrenden Journalisten zu verlassen. Denn natürlich hatte die Bundesrätin mit ihrer peinlich anbiedernden Bemerkung ja recht: Auch «vom Parlament in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung» ist nicht zu erwarten, dass es die Klimapolitik antreibt. Druck von aussen, Aktivitäten von unten sind nötig, und dass bei uns selbst kleine Gruppierungen dank des Instruments der Volksinitiative oft viel auszulösen vermögen, ist eine Chance. «Vielleicht entsteht daraus eine Bewegung.» Zudem leben wir in einem reichen Land, das in der Lage wäre, Pionierleistungen zu erbringen. Naiv? Was sind denn die Alternativen? «Tatsachen ignorieren, resigniert aufgeben – oder noch naiver an ein Wunder glauben.»

Das handliche Bändchen verknüpft meist halbwegs bekannte, rasch verdrängte Fakten mit realitätsnahen, konstruktiven Strategien und Fantasien. Wer es liest, ist fast schon ein Stück des aussichtsreicheren Weges gegangen. Er wird im Buch plausibel skizziert. Zwar ist Utopie-Skepsis erlaubt, ja gefordert. Techno-Fortschritts-Glaube zum Beispiel verleitet leicht zum Verzicht auf jedes Handeln. Doch ohne das Denken in Alternativen sind die notwendigen Taten unmöglich. Zentral bei der fälligen gesellschaftspolitischen Debatte bleibt die alte Frage, «wie wir leben wollen». Mit einfachen Antworten kommen wir da nicht mehr weit. Zu viel ist heute dauernd im Umbruch. Das verunsichert. «Aber ein klein wenig macht es auch frei. Denn wenn alles anders wird, ist vieles möglich.» Warum nicht lachen, wenn wieder einmal eine der Zukunftsagenturen prophezeit, der Energieverbrauch, der Verkehr, der Fleischkonsum gehe in den nächsten zwanzig Jahren ungebremst weiter?

Politik – plus Forschungsprojekt

Hänggi erwähnt beiläufig das Nationale Forschungsprogramm «Nachhaltige Wirtschaft»: 2017 gestartet. 25 Projekte werden mit zwanzig Millionen Franken unterstützt. «Es bezweckt nicht zuletzt, verschiedene ökonomische Schulen miteinander ins Gespräch zu bringen – in ein Gespräch, das heute kaum stattfindet.» Allein die Ankündigung des Programms, das auch Perspektiven einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft ausloten soll, habe «bei Extremisten des Marktliberalismus» heftige Abwehrreaktionen ausgelöst. Mit den Forschungsresultaten könnten neue Vorschriften begründet werden, warnten die Industrieverbände. In andern Bereichen drängt sich das Eingreifen zum Schutz unserer Lebensgrundlagen längst auf. «Die Landwirtschaft muss wieder nachhaltig, das heisst: zur Kreislaufwirtschaft werden.» Wäre durch die Initiative wissenschaftliche Kompetenz mit politischer Konsequenz zu verbinden?

Wenn es nur schon gelänge, besorgte Fachleute im Feld der Klimaforschung aus ihrer Reserve zu locken, wäre das unabhängig vom Abstimmungsergebnis ein Erfolg. Auch andere müssten im Zuge der Kampagne eine klarere politische Position beziehen. Der katholischen Kirche etwa wäre ich mir, Franziskus sei Dank, in diesem Fall sicher. Und zuletzt wird jede und jeder persönlich vor die Frage gestellt: Ja oder Nein? Selbst wer die Antwort durch Stimmabstinenz verweigert. Zürich als 2000-Watt-Stadt könnte die ideale lokale Basis für eine exemplarische, womöglich global ausstrahlende Dynamik sein ... Ja, diese Lektüre beflügelt.

Gegenwärtig, vielseitig, unbequem

Die andere bremst zuerst, erfordert viel Nachdenkzeit. Aus den rund hundert im Herbst angekündigten Seiten zum gegenwärtigen «Ausnahmezustand» wurde nicht zufällig gut das Dreifache. Fred Luks, der an der Wirtschaftsuniversität Wien ein Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit leitet, liefert damit die vierte, umfassendste Folge seines mit spitzer Ironie so genannten «Weltrettungs-ABC». In ihm setzt er sich seit 2011, dem Fukushima-Jahr, mit der jeweils aktuellen Lage sowie dem Stand der Bemühungen seiner Zunft auseinander. Vorkenntnisse sind von Vorteil, auch eine gewisse Standfestigkeit. Wer eher Grundinformationen sucht oder sich leicht provozieren, durch Zweifel entmutigen lässt, sei gewarnt. Gegen vermeintliches Missionieren polemisiert der Freigeist oft selbst missionarisch. Das kann nerven, hilft aber auch, eigene dogmatische Verhärtungen zu hinterfragen, um Widerspruch und Widersprüche ruhiger auszuhalten.

Ich bin in diesem Buch vielen Büchern wieder begegnet, die mich in den letzten Jahren weiterbrachten. Sie werden hier abwägend und argumentierend mit anderen verbunden. Auf dem Umschlag ist das mit wechselnden Akzenten vielseitig ausgeleuchtete Problem prägnant benannt: «Die Welt scheint aus den Fugen. Wir müssen mit aller Kraft unsere Lebensweise verteidigen, wenn wir weiter in Freiheit leben wollen. Gleichzeitig muss diese Lebensweise radikal verändert werden, wenn sie sozial, ökologisch und ethisch vertretbar sein soll. Diesen Ausnahmezustand buchstabiert das Buch durch.» Die in den kürzeren oder längeren Kapiteln locker gesichteten Begriffe: Anomalie, Bequemlichkeit, Clusterfuck, Digitalisierung, Eskalation, Feigheit, Glauben, Hitler, Imagine, Jungtiere, Kritik, Lebensweisen, Mensch, Nirwana, Opfer, Pessimismus, Quacksalberei, Reinheit, Schrumpfung, Transformationen, USA, Verkennung. «Wir», X7, Youtube, Zukunftsbilder.

Wenigstens begründete Hoffnung

Letztere seien für eine Überwindung des Ausnahmezustandes entscheidend, hält der Autor fest. Das habe auch das Konzept des Buches bestimmt: «Es geht nicht darum, pessimistische Horrorgeschichten zu erzählen, sondern den skeptischen Blick auf die Lage der Dinge für einen produktiven Umgang mit dieser Lage fruchtbar zu machen.» Den nüchternen Blick auf die Gegenwart braucht es, «aber eben auch auf das, was kommt». Dass wir darüber nichts sicher wissen, es gar nicht wissen können, sei eine gute Nachricht. So werden zum Beispiel die Umbrüche der digitalen Revolution massive Folgen haben, ebenso der demographische Wandel. Doch treffsichere Aussagen, «wie sich diese Veränderung auf Innovationsfähigkeit, Sozialsysteme und Wertehaltungen auswirken wird», sind unmöglich. Dennoch, ja gerade deshalb braucht es Zukunftsbilder, «wenn man gestalteten Wandel anstrebt und erlittenen Wandel vermeiden will». Und in groben Konturen ist eine zukunftsfähige Gesellschaft vorstellbar.

Davon geht der Schlussessay über «Begründete Hoffnungen» aus. Diese müssten zwar den gefährlichen Geist eines «grossen Sprungs nach vorn» meiden, aber pragmatische Schritte allein würden sich bald erschöpfen. «Forderungen nach einer ökologischen Steuerreform (ganz wichtig), Konzepte für mehr Bildung (essenziell, insbesondere frühkindliche Förderung), oder Aufrufe zu einer solidarischen Lebensweise sind ja nicht falsch oder unsympathisch» – doch es genügt nicht, ist zu wenig radikal. Weil es keine Perspektive mehr ist, weltweit auf weiteres Wachstum zu setzen, müssen wir «massive Schrumpfungsprozesse organisieren». Luks meidet den Begriff des Verzichts. Gefragt wären alternative Wohlstandsmodelle, die «auf dem Bestehenden aufbauen und darüber hinausgehen», auch für Mehrheiten bei uns anschlussfähig sind. Dabei wären etwa Fülle und Schönheit gegen Verschwendung und Zerstörung zu setzen, oft einfach Vernunft gegen Unvernunft. Selbst das früh von kühnen Sozialisten postulierte Recht auf Faulheit könnte Anstösse geben. Müssiggang – mehr freie Zeit! «Burnout und Klimawandel haben die gleiche Ursache», wird ein Kollege zitiert: «Wir arbeiten zu viel und zu intensiv.» Ein radikaler Umbau der Arbeitswelt als Erlösung?

Symbol mit Zukunftsperspektive

Oft dachte ich beim Lesen des zweiten Buches an das erste: Liefert es Argumente für oder gegen das von Hänggi propagierte Volksbegehren? Luks setzt sich von Ideen ab, die er für politisch naiv, ökonomisch schlecht fundiert, zu sehr am Verbieten orientiert hält. Gegen eine gut geplante Abkehr von der fossilen Energie spricht nichts. Hellhörig machten die Passagen über zukunftsgerichtete Erwartungs- und Symbolpolitik. Sie kann wichtig werden, wenn «die Ankündigung auch Glaubwürdigkeit besitzt»; dieses Kriterium hätten die Beschlüsse des Pariser Klimagipfels nicht erfüllt. Bei einer klar erkennbaren Bereitschaft, das Erforderliche zu tun, um die Klimakatastrophe zu vermeiden, hätte dieses anders wirken, die dringend notwendige Dynamik auslösen können. «Auch hier gilt: Vielfalt ist wichtig.» Nicht nur die Politik, auch Zivilgesellschaft, Unternehmen und Wissenschaft müssten einbezogen sein. Dabei wird mit Blick auf Österreich oder auf Frankreich «en marche» vor der Verachtung des herkömmlichen Politsystems gewarnt. Was heute «manche als Abkehr von einer verkrusteten Parteiendemokratie feiern», habe «potentiell sehr hohe Kosten», sei demobilisierend. Bequemlichkeit, Konsumorientierung, Entpolitisierung passen zusammen wie Esoterik, Faulheit und Populismus. Auch gute Politik müsste aber Erwartungen wecken. Dem folgt ein Gedanke, der zwar aus einem Business-Ratgeber stamme, aber deswegen nicht falsch sein müsse: «Wenn du etwas verändern willst, beginne mit einem ikonischen Projekt.» Das wäre dann schon mehr als Symbolpolitik. Leute müssten auch mit Praxis von der Plausibilität einer Idee überzeugt werden, um «von der Verwegenheit der Hoffnung zur Verwegenheit der Ergebnisse» zu gelangen.

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Marcel Hänggi: Null Öl. Null Gas. Null Kohle. Wie Klimapolitik funktioniert. Ein Vorschlag. Rotpunktverlag, Zürich 2018, 223 Seiten, 16 Franken

Fred Luks: Ausnahmezustand. Unsere Gegenwart von A bis Z. Weltrettungs-ABC IV. Metropolis-Verlag, Marburg 2018, 381 Seiten, 28 Euro

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Dieser Text erscheint auch in der Sommer-Buchbeilage des P. S.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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2 Meinungen

Der Verdacht, dass Fred Luks zuallererst ein Rechthaber sein könnte, verstärkt sich leider beim Weiterlesen. Ganz anders Marcel Hänggi, der seinen Lesern stets auf Augenhöhe begegnet. Es mag Menschen geben, die von einem Fred Luks angesprochen werden müssen, um bewegt zu werden, ich gehöre nicht dazu.
Göran Herbst, am 05. Juni 2018 um 02:03 Uhr
Ohne Neuordung des Finanzystems wird es keine ökologische Wirtschaft oder Gesellschaft geben.
Der Zwang nach Wachstum durch Zineszinseffekte ist zu stoppen. Der Chef der Christen hat das schon mal vor 2000 jahren erwähnt. Sein Clan hat sich exakt 1800 Jahre daran gehalten. Mal schauen wie lange seine geblendeten Schäfchen (CVP/CDU/CSU) noch fremdgehen und lieber den goldenen Bullen reiten.
Ohne verzichten funktioniert übrigens auch keine ökologische Gesellschaft. Das hat mit Mathematik und Physik zu tun. Da können die Propheten noch lange was anderes predigen.
Daniel Bertschi, am 08. Juni 2018 um 01:25 Uhr

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