Reproduktion von Thoreaus Blockhütte mit Thoreaus Statue © Wikimedia Commons
Wilde Früchte
Walden
Ungehorsam_Thoreau
Ungehorsam_Sammlung

Naturfreund als Staatsfeind?

Hans Steiger / 12. Jul 2017 - Wie wilde Früchte reifen die Ideen von Thoreau immer wieder neu.

Henry David Thoreau, geboren am 12. Juli 1817 in Concord, gestorben am 6. Mai 1862 gleichfalls in Concord, Massachusetts, USA. Zwei seiner Jahre verbrachte der nonkonformistische Naturfreund und Philosoph in einer selbst gebauten Blockhütte an einem kleinen See in der Nähe des Städtchens. Die tiefen Erfahrungen aus jener Phase prägten Werke mit, welche noch heute im grünen wie im roten Bereich nachwirken.

Als der Verlag «zum 200. Geburtstag von Henry David Thoreaus am 12. Juli 2017» seine «illustrierte Prachtausgabe im gestalteten Schuber» erneut anbot, konnte ich den «Wilden Früchten» nicht mehr widerstehen. Gelockt hatten sie mich schon 2012, bei Erscheinen der deutschen Erstübersetzung. Jetzt nur noch 29 Euro statt der damals 99 – ein schlagendes Argument.

Ganz genau dieser Geruch

Als der wahrlich prächtige Band mit Illustrationen von Sonia Schadwinkel eintraf, waren von den wilden Erdbeeren, die bei uns an einer Hausmauer sanft kultiviert wuchern, eben die voreiligsten reif. Kurz bevor in Thoreaus tagebuchartiger Chronik die «erste essbare Frucht» des Jahres mit dem 3. Juni als frühestem Funddatum auftaucht. «Für gewöhnlich eher um den zehnten», doch bevor Gartenerdbeeren zum Verkauf angeboten würden ... Hier werden die knapp zwei Jahrhunderte spürbar: Wenn alles immer zu haben ist, dann verschwindet mit der «ersten» Frucht nicht nur ein Zeitmass, sondern auch der Grund für die grosse Freude. «Welcher Geschmack wäre unserem Gaumen willkommener als jener dieser kleinen Frucht, der schon zu Sommerbeginn gleichsam der Erde entsteigt, ganz ohne unser Zutun?» Nun musste Thoreau an seine Orte, zugleich nach neuen Ausschau halten, einige Beeren pflücken und kosten, «auch wenn sie unterseits grün und noch säuerlich sind, etwas sandig zudem, weil sie so weit unten lagen. Ich schmecke mit ihnen stets ein wenig erdbeerduftende Erde.»

Ja, dieser Duft! Er lag zwar Ende Mai, als ich das in der Hängematte über den Beeren las, erst diskret in der Luft, aber die Nase bestätigte: Genau. Der lateinische Name der «Fraga» betone ihr Duften als Merkmal. Es sei «sehr beherrschend». Bei uns konkurriert es im Juni erfolgreich mit nahen Rosen. Was «nur recht und billig» ist, wie Thoreau anmerkt. Die erste Frucht verströme mit ihrem Aroma «gewissermassen das Konzentrat und die Verkörperung jenes Frühlingsdufts, der jüngst noch die Luft erfüllte». Eher poetisch denn forschend folgt dem die Frage: «Werden nicht die Säfte einer jeden Frucht aus Luft destilliert?» In dieser Tonlage geht es dann bei den offensichtlichen Lieblingen des Autors noch ein paar Seiten weiter. Andere der gegen zweihundert erwähnten Pflanzen- und Unterarten werden knapper abgehandelt. Für die Schwarzesche reicht im September eine Zeile.

Ausführlich gewürdigt werden die Eichen, «unsere edelsten Gewächse», und ihre Eicheln. Über deren einstige Nutzung findet sich einiges, das in Versuchung führen könnte, und die wiederholten Hinweise auf ihre Schönheit überraschen. Mit ihren Käppchen schienen sie mir immer irgendwie neckisch, aber schön? Habe ich zu wenig genau hingeschaut? «Wie reizvoll die Formen sind. Kein Wunder, dass ihre Nachbildungen Pumpschwengel, Zäune und Bettpfosten zieren.» Sorgsam werden die Arten unterschieden, Reifezeiten verglichen. Wann fallen sie vom Baum? Haben sich die Eichhörnchen dahinter gemacht oder Maden eingenistet? Und dann wieder: «Sie sind so wohlgeformt und rundlich und glänzend. Sie liegen so schön in der Hand, dass ich sie mit Bedauern wieder fortwerfe.»

Hier scheint Naturfreund ein fast zu schwaches Wort. Bradley P. Dean, der Herausgeber mehrerer Thoreau-Texte ist, geht im Nachwort auf dessen «transzendentale Vision der Natur» ein. Sie sei in dieser nicht zu Ende geführten Schrift besonders fesselnd, weil sie aus einer systematischen Betrachtung der natürlichen Lebenswelt erwachse. Begonnen hatte die Materialsammlung nämlich mit Blick auf ein weit umfassenderes Projekt. 1859 wurde ein Teil durch die Niederschrift von «Wilde Früchte» konkretisiert, aber dann nicht publiziert. Vieles geriet im Nachlass wieder durcheinander, sodass die im Jahr 2000 auf Englisch veröffentlichte Edition zur eigentlichen Neuentdeckung wurde.

Schön, bissig, revolutionär

Bekannt war Thoreau auch beim deutschsprachigen Publikum schon länger. Einerseits wegen einer Betrachtung über zivilen Ungehorsam, die immer wieder Anlass für aktuelle Auseinandersetzungen wurde. Dazu später mehr. In verschiedenen alternativen Szenen ebenso viel gelesen war «Walden», sein Erlebnisbericht über jene zwei Jahre, die er ab Sommer 1845 an einem kleinen See in einer bescheidenen Blockhütte, nahe bei seinem Geburts-, mehr oder weniger ständigem Wohn- und schliesslich Sterbeort, verbracht hat. Eine sehr schöne Lektüre; das war in meiner Erinnerung gespeichert. Dass das Buch aus meinen Regalen verschwand, dürfte mit häufigem Ausleihen zu tun haben. Die nun zum runden Geburtstag bei Reclam erschienene Neuausgabe war ein guter Anlass, es wieder zu lesen. Und zu staunen. Nicht wegen der Naturbeschreibungen, deren Stärke war mir bewusst geblieben, eher schon über deren durchaus ökologisch zu nennenden Ansatz. Für den einst modischen Begriff der Subsistenz [Selbständigkeit, Selbsterhaltung] sowie den heutigen Ansatz der Suffizienz [reduzierter Ressourcenverbrauch] finden sich bestens nutzbare Passagen. «Bei uns sind ja die Häuser mit ihren unzähligen Räumen meist viel zu gross für die Bewohner, die darin nur wie Ungeziefer wirken. Es hat mich schon oft gelächert, wenn ich aus einem grossartigen Herrschaftshaus einen Mann wie eine Maus herausschlüpfen sah.»

Ein bisschen klingt da schon an, was mich beim Wiederlesen am meisten verblüfft hat – der bissige Ton. Über die Bedeutung der täglichen Arbeit im menschlichen Leben gibt es nebst klugen Relativierungen fast verletzenden Hohn. Tretmühlentrott. Arrogant und elitär dürfte die eine oder der andere finden, wie dieser Aussteiger aus begütertem Haus das Tun anderer glossiert. «Ich für mein Teil könnte leicht ohne das Postamt auskommen.» Selten seien Mitteilungen so wichtig, dass sich das Porto lohne. In den Zeitungen hat der Rebell «wahrhaftig noch nie etwas Lesenswertes gelesen». Immer diese Unglücksfälle und Verbrechen, «ein Haus brennt ab, ein Schiff geht unter, ein anderes fliegt in die Luft, eine Kuh kommt unter den Zug» – warum denn davon noch mehr? «Für den Philosophen sind alle sogenannten Nachrichten nur Klatsch, und wer dergleichen druckt oder liest, ist eine Klatschbase.» Vermutlich gefiel mir das vor einem halben Jahrhundert, und so ist es gut, nun als über 70-Jähriger das Folgende zu lesen: «Da kann einer, der siebzig Jahre – nicht unehrenhaft – hinter sich gebracht hat, noch so weise Sprüche von sich geben, mich lockt eine innere Stimme unwiderstehlich von all dem weg. Eine neue Generation lässt das Tun und Treiben der vorhergehenden wie ein auf Grund gelaufenes Schiff im Stich.» Diesbezüglich lässt sich noch weit Böseres finden.

Was der Freigeist im Umfeld einer für sein 2000-Seelen-Städtchen wohl revolutionären Gruppe an Anstössen zur Selbstbefreiung formulierte, führt so weit ins Grundsätzliche hinein, dass das Verzeihen von zu locker Formuliertem nicht schwerfällt. Wenn er über Geschick und Missgeschick auf dem Bohnenacker berichtet, praktische Erfahrungen im Kleinen mit der grossen Landwirtschaft vergleicht, kehrt meine Sympathie gleich wieder zurück. Ihm waren die Bohnen, von denen die frühesten recht hoch standen, bevor die letzten im Boden steckten, «einfach ans Herz gewachsen, obwohl es viel mehr waren, als ich je brauchte». Kilometerlang zogen sich ihre Reihen dahin, zusammengezählt, der Verkaufserlös brachte immerhin einen Zustupf, wie die Auflistung von Einnahmen und Ausgaben zeigt. Dass er im nächsten Frühjahr anderes anbaute, wird nicht wirklich begründet. Es genügt die Gegenfrage: Warum nicht?

«Pflicht zum Ungehorsam»

In den zwei Jahren (relativer) Einsamkeit gehörten Wanderungen zum Alltag, es fanden sich Gäste zu mehr oder weniger langen und tiefschürfenden Gesprächen ein. Zudem ging Thoreau regelmässig zum Einkauf in den Ort, meist dem Bahndamm entlang. «Die Bahnarbeiter, die das Geleise abschreiten, grüssen mich wie einen alten Bekannten; offenbar glauben sie, ich stünde auch im Dienst der Bahn. Warum nicht? Mir wäre nichts lieber, als auf der Umlaufbahn der Erde irgendwo die Geleise ausbessern zu können.» Einmal jedoch blieb er ungeplant über Nacht weg. Er wurde auf dem Weg zum Schuster verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, «weil ich mich, wie ich anderswo erzählt habe, geweigert hatte, die Kopfsteuer zu bezahlen und die Verfügungsgewalt eines Staates anzuerkennen, der Männer, Frauen und Kinder wie Vieh kauft und verkauft». In den USA war die Sklaverei nicht abgeschafft; er gehörte zur gegen diese agitierenden Bewegung. Weil jemand aus der Familie, offenbar ohne sein Wissen, die Steuerschuld beglich, blieb die Haft kurz. Am folgenden Tag konnte der Sohn des ortsansässigen Bleistiftfabrikanten seinen Gang zum Schuster bereits fortsetzen und abends in der Hütte über das Erlebnis nachdenken. Es hat bis heute nachwirkende Folgen.

Darüber informieren zwei weitere Reclam-Bändchen. «Ziviler Ungehorsam» von Henry David Thoreau, übersetzt und kurz kommentiert von Ulrich Bossier, liefert den anstössigen Essay komplett, der einem 1848 in der örtlichen Volkshochschule gehaltenen Vortrag zum Thema folgte. «Ziviler Ungehorsam» ist auch Titel des zweiten, das «Texte von Thoreau bis Occupy» liefert. Hier wird ausgeleuchtet, welch dynamische Entwicklung der damals in die politische Debatte geratene Begriff bis heute erfahren hat. Leider fehlt im leicht gekürzten Thoreau-Text die sehr anschauliche Schilderung jenes einen Tages hinter Gittern. Bislang hatte er die Steinmauern, «zwei bis drei Fuss dick», nur von aussen gesehen. Drinnen erst wurde ihm «so recht die Dummheit jener Institution bewusst», die ihn so zähmen zu können glaubte. Ob sich sein Staat diese Massnahme gründlich überlegt habe? «War das wirklich alles, was er mit mir anzufangen wusste?» Thoreau hatte schon seinen Dienst als Lehrer aufgeben müssen, weil er sich geweigert hatte, «Schüler körperlich zu züchtigen». Nun war ihm der in die gleiche Zelle gesperrte Kumpel spontan nah, sein Staat noch um einiges fremder.

Was dem Gefühl an grundlegenden Gedanken folgte, mutet meist frisch anarchistisch, manchmal unbequem neoliberal an. Andreas Braune vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Jena, der die unterschiedlichen Stränge des «zivilen Ungehorsams» in Theorie und Praxis einzuordnen versucht, schreibt in der Einleitung, «dass man Thoreau insgesamt vielleicht am besten als humanistisch-ökologischen Libertären bezeichnen könnte», der das Wohl der Gesellschaft in der moralischen Besserung jeden Individuums sieht, aber staatliche oder gesellschaftliche Bevormundungen bei moralischen Urteilen strikt ablehnt. Er habe zu seiner Zeit eine Art von «Aufstand der Anständigen» im Auge gehabt, welcher die Politik der Mehrheit selbst dann ändern werde, wenn er zunächst nur von einer verschwindend kleinen Minderheit ausgehe. Interessant ist, dass recht früh eine «Pflicht zum Ungehorsam» ins Gespräch kam, die gleich der Zivilcourage eine Bürgertugend werde, wenn die Umstände dies erfordern.

Gandhi, Marcuse, Graeber ...

Mahatma Gandhi empfahl Mitkämpfenden die frühe Ungehorsams-Schrift zur Lektüre. Martin Luther King nennt den Essay als Quelle seiner eigenen Theorie des gewaltfreien Widerstands. Martin Buber schrieb 1962, gut 60 Jahre, nachdem er den Text von Thoreau kennengelernt hatte: «Ich las ihn mit starkem Gefühl.» Als etwas, «was mich unmittelbar angeht». Erst viel später habe er verstanden, woher dieses Gefühl kam. «Es war das Konkrete, Persönliche, das ‹Jetzt und Hier› an der Schrift, was ihr mein Herz gewann.» Vieles von dem, was im Sammelband an Texten, zumal theoretischen Weiterführungen folgt, kommt zwar den gegenwärtigen Fragestellungen näher, lässt aber kühler. Manche werden sich beim Auszug aus einem «Versuch über die Befreiung» von Herbert Marcuse an wilde Debatten um 1970 erinnern. In den 1980er-Jahren erfuhr dank Anti-AKW- und neuer Friedensbewegung der Widerstandsaspekt eine Wiederbelebung. Habermas passt dazu, auch Hannah Arendt. Sie bleibt im Sammelband die einzige Frau und kommt mit ihren Überlegungen über den zivilen Ungehorsam als wichtiges Element einer lebendigen Demokratie schon den hochbrisanten Fragen nahe, die David Graeber und der profiliert argumentierende Herausgeber zum Schluss für unsere «postdemokratische» Gegenwart stellen. Graeber, der über eine ab 2000 zunehmend militante Globalisierungskritik zu «Occupy Wall Street» kam, stehe als moderner Anarchist sowie engagierter Ethnologe beispielhaft «für eine eigentümliche Mischung aus Aktivismus und wissenschaftlicher Reflexion», schreibt Braune. Lassen sich durch «vorgelebte Praxis echter Freiheit und Gleichheit» trotz der Übermacht des etablierten Systems neue Massenbewegungen einleiten? Wie wilde Früchte reifen die Ideen von Thoreau immer wieder neu.

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Dieser Text wurde erstmals im «P.S.» publiziert.

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Henry David Thoreau: Wilde Früchte. Hrsg. von Bradley P. Dean. Aus dem amerikanischen Englischen übersetzt von Udo Strätling. 52 farbige Illustrationen von Sonia Schadwinkel. Manesse, Zürich 2012, 320 Seiten, grossformatiger Leinenband in Schuber, Fr. 38.50

H.D. Thoreau: Walden. Der Traum vom einfachen Leben. Neuausgabe. Übersetzung und Nachwort von Fritz Güttinger. Reclam-Taschenbuch, Stuttgart 2017, 327 Seiten, 9 Euro

H.D. Thoreau: Ziviler Ungehorsam. Neuübersetzung von Ulrich Bossier. Reclam, Stuttgart 2013, 63 Seiten, 5 Euro

Ziviler Ungehorsam. Texte von Thoreau bis Occupy. Herausgegeben von Andreas Braune. Reclams Universal-Bibliothek, Stuttgart 2017, 336 Seiten, 15 Euro

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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2 Meinungen

Lebensqualität statt quantitatives Wachstum!

Die grosse Mehrheit der Schweizer Politiker unterstützt das quantitative Wirtschaftswachstum. Sie unterstützt die Wirtschaftsförderung und damit die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, unabhängig davon, ob genug einheimische Arbeitskräfte dafür vorhanden sind, unabhängig auch von deren Qualität und Nachhaltigkeit. Als Konsequenz unterstützt sie auch die unbeschränkte Zuwanderung aus dem EU-Raum. Als weitere Konsequenz wird sie über die Raumplanung dafür sorgen, dass für diese Arbeitsplätze und die übermässige Bevölkerungszuwanderung genügend Bauland am richtigen Ort zur Verfügung steht. Schliesslich muss die Infrastruktur der grösseren Wirtschaftstätigkeit und Bevölkerungszahl angepasst werden, unter anderem durch die Erhöhung der Verkehrskapazitäten.

Wer einsieht, dass dieser Meccano lediglich zu einer Vervielfältigung des immer Gleichen, für den Durchschnitt der ansässigen Bevölkerung aber zu keiner nennenswerte Erhöhung des realen Einkommens bei höherer Abgabenlast und zu einer Verschlechterung der Lebensqualität durch Dichtestress und Umweltbelastung führt, muss versuchen, wo es geht, in diese Wachstumsspirale einzugreifen, die Bremse anzuziehen. Nur mit einer qualitativ hochwertigen Wirtschaft bei beschränktem Wachstum lässt sich die Lebensqualität in der CH erhalten. Wählen wir Politiker, die diese Werte unterstützen. Stimmen wir bei Abstimmungen konsequent gegen Massnahmen, welche die Wachstumsspirale in Gang halten.
Alex Schneider, am 12. Juli 2017 um 13:21 Uhr
Ein sehr interessanter Artikel und ein treffender Kommentar von Ihnen Herr Schneider.

Bevor wir die Symptome, die unser Raubtierkapitalismus gezwungenermassen mit sich bringt, bekämpfen, sollten wir eigentlich die Ursache diskutieren. Wenn wir im heutigen System einfach «nur» die Wachstumsspirale bremsen, würden wir auf dem Weltwirtschaftsmarkt schnell abgehängt werden, wenn nicht alle anderen Länder das Selbe tun. Und Wirtschaftswachstum, technischer Fortschritt oder das Geld an sich sind nicht per se etwas Schlechtes.

Die wichtigste Ursache, die zu dieser unsäglichen Konkurrenzsituation in der Weltwirtschaft führt, wo jeder den anderen übertrumpfen will (muss), um nicht auf der Strecke zu bleiben, ist die Weltleitwährung. Folgende Aussage muss ich nicht einmal genauer erklären, weil sie einfach einleuchtet: Um die Nationen der Welt langfristig ins Gleichgewicht zu bringen und damit den Frieden zu sichern, darf die Weltleitwährung niemals eine nationale Währung sein (US Dollar / Petro-Dollar).

Es sind die Banken und Gigantenkonzerne, die heutzutage die Politik bestimmen. Die systemkritischen Politiker werden über die «gekauften» Medien mundtot gemacht oder ins Lächerliche gezogen (bspw. Sarah Wagenknecht) und kommen deswegen nicht in die Positionen, wo man wirklich etwas ändern könnte. Die Konformen und die Arschlecker werden unterstützt und plötzlich sind sie Kanzler(in) (Lobbyismus).

Eine Weltwirtschaft, in der alle Akteure voneinander profitieren, wäre möglich.
BANCOR
Tom Streit, am 04. August 2017 um 13:58 Uhr

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