Seine Tage sind gezählt, schon seit sechs Jahren: der Ort Fairbourne in Wales. © Hefhoover, Flickr, CC
Die Lage von Fairbourne ist hoffnunglos: eingeklemmt zwischen dem Meer, einem Berg und einem Fluss kann das Dorf nicht ausweichen. © Google Maps

Europas erste Klimaflüchtlinge stehen fest

Daniela Gschweng / 28. Jul 2019 - Die Einwohner eines britischen Dorfes wissen exakt, wieviel Zeit ihnen noch bleibt, bevor ihr Dorf aufgegeben wird.

In spätestens 26 Jahren wird das walisische Dorf Fairbourne untergehen – oder «abgewickelt», wie man es nennen würde, wenn es eine Bank wäre. Bis dahin wird der Meeresspiegel so weit gestiegen sein, dass der Ort am Atlantik nicht mehr sicher ist. Einen anderen Ausweg für die derzeit etwa 900 Bewohner gibt es nicht, befand die Bezirksregierung bereits 2013.

Damit wird Fairbourne das erste Dorf in Grossbritannien sein, das wegen des Klimawandels komplett aufgegeben wird. Andere könnten folgen. Was mit den Bewohnern geschehen wird, ist unklar. Nach derzeitigen Plänen wird es keine finanzielle Kompensation geben. Einige Bewohner könnten alles verlieren.

Der steigende Meeresspiegel frisst die Küsten weg

Menschen, die wegen des fortschreitenden Klimawandels ihre Heimat verlassen müssen, würde man auf Kiribati vermuten, auf den Philippinen oder in der Sahararegion. Vergessen geht dabei, dass auch die Küsten Europas betroffen sind.

Der Meeresspiegel um Grossbritannien ist seit 1900 um 15,4 Zentimeter gestiegen. Bis 2100, schätzen Experten des nationalen britischen Wetterdienstes, wird er bis um 1,12 Meter gestiegen sein. Die Sicherung grösserer Städte oder Industriestandorte an der Küste wird viel Geld verschlingen. Für kleinere Ansiedlungen ist der Aufwand zu gross. Viele Orte an der britischen Küste verlagern sich schon seit einiger Zeit allmählich weiter inlands. Einzelne Häuser werden aufgegeben, Bewohner ziehen allmählich weg.

In Fairbourne ist das nicht möglich. Das Dorf liegt in einem Salzsumpf, kaum über dem Meeresspiegel, vor sich die Irische See, hinter sich einen Berg, zur Seite einen Fluss. Der Mawddach, der sich aus dem angrenzenden Snowdonia-Nationalpark speist, erhöht die Hochwasserbedrohung zusätzlich.

Durch ein System von Mauern und Gräben wird das Dorf jetzt vor Hochwasser geschützt. Die wichtigste Schutzmassnahme ist eine Betonmauer auf einem natürlichen Damm. Bisher hält sie das Wasser ab, wenn es einmal stürmt. Auf dem Damm kann man spazieren gehen und den Strand betrachten. Die ersten Häuser Fairbournes stehen direkt dahinter.

Bricht die Mauer, könnte es Menschenleben kosten. Die Instandhaltung oder gar Verbesserung des Hochwasserschutzes seien auf längere Sicht nicht machbar, entschied der Bezirk, der gerade mehrere Millionen Pfund in den Hochwasserschutz investiert hatte.

Wenn der Damm bricht, könnte es sehr viel schneller gehen

«Der Gedanke, dass das alles hier verschwinden wird, ist traurig», sagt die Stadträtin Lisa Goodier. Goodier ist seit 2014 mit der Ausserbetriebnahme von Fairbourne beauftragt. Die Stilllegung eines Ortes ist Neuland für alle Beteiligten. In Grossbritannien gab es noch nie ein ähnliches Projekt, auch weltweit nicht. Nach intensiver Suche ist Goodier auf einen Ort in Alaska gestossen, dessen Bewohner 2016 freiwillig umgesiedelt sind. «Was wir nicht wollen», sagt sie, «ist eine Menge Klimaflüchtlinge». Dazu könnte es jedoch kommen.

Nach Goodiers derzeitigen Plänen wird der Bezirk 2045 beginnen, alle Spuren menschlicher Existenz zu tilgen. Fairbournes Strassen, Stromleitungen und alle anderen Infrastrukturen werden dann entfernt. Die Pläne seien flexibel, sagt sie. Wenn der Damm schon in den nächsten Jahren breche und Land überschwemmt werde, müsse alles sehr schnell gehen.

Die Lage von Fairbourne ist hoffnunglos: eingeklemmt zwischen dem Meer, einem Berg und einem Fluss kann das Dorf dem steigenden Meeresspiegel nicht ausweichen. (Google Maps)

Fairbournes Bewohner geraten dadurch teilweise in eine prekäre Lage. Ein guter Teil ist aus anderen Teilen Grossbritanniens nach Fairbourne gezogen, um dort den Lebensabend zu verbringen. Das Haus, stellten sich die Zugezogenen vor, sollte einmal die Pflegekosten sichern. Andere, wie die 32-jährige Julia Walker, die der «Guardian» befragt hat, können es sich schlicht nicht leisten. Walker hat drei Kinder und ist schwanger mit dem vierten. «Wir haben keine Wahl», sagt sie.

Um sich anderswo eine Existenz aufzubauen, müsste die Familie ihr Eigentum verkaufen. Fairbournes Häuser aber will niemand mehr haben. Und wenn doch, dann nur noch zu Schleuderpreisen. Seit Fairbournes Schicksal 2014 durch eine BBC-Reportage bekannt wurde, sind die Preise um 40 Prozent gefallen.

Kredite gibt es nicht mehr. Die einzigen Interessenten sind «Cash Buyer», die hoffen, über die Mieteinnahmen noch einen kleinen Profit zu machen, und ein paar Unentwegte, die darauf spekulieren, bis zum Abbruch noch einige Jahre in Fairbourne leben zu können.

Ob ein Ort in der Umgebung die derzeit etwa 900 Fairbourne-Einwohner aufnehmen kann und will, ist völlig offen. Abgesehen von ihrer Zahl sei das auch kulturell eine schwierige Sache, erklärt Goodier, die versucht, für alle eine Lösung zu finden. Wie es der Zufall will, sei Fairbourne eine englischsprachige Insel im «walisischsten Teil von Wales», sagt sie. Die Flüchtlinge hätten womöglich Schwierigkeiten, sich zu integrieren.

Eine Entschädigung gibt es nicht

Eine gesetzliche Verpflichtung zur Entschädigung der Einwohner gebe es nicht, sagte die zuständige walisische Ministerin Lesley Griffiths. «Ich weiss, es klingt hart, aber wir wollen keine Erwartungen wecken», sagt sie. Sie gibt zu, dass Fairbournes Schicksal auch anderen Orten an der Küste bevorstehen könnte.

Vielen Bewohnern Fairbournes, die sich den Umzug nicht leisten können, bleibt daher nichts anderes, als die Situation auszusitzen. Ein paar haben eine Bürgerinitiative gegründet, um das Unabwendbare doch noch abzuwenden. Die Daten, die das Ende der Stadt bestimmen, seien nicht exakt genug, um ein Datum festzulegen, kritisieren sie unter anderem. Die Stimmung im Ort sei schlecht, beschreiben mehrere Medien. Die «Daily Mail» nannte Fairbourne sogar die «Stadt der Verdammten».

Andere Orte werden folgen

Was in Fairbourne schon feststeht, droht auch anderen Küstenorten. Ein Bericht des Regierungskomitees für Klimawandel (CCC) von 2018 zählte fast 530‘000 gefährdete Immobilien an der englischen Küste. Bis in die 2080er-Jahre seien bis zu 1,5 Millionen Haushalte von Überschwemmungen bedroht, stellt er fest. Sie alle zu schützen, sei unrealistisch, sagt Jim Hall, der Hauptautor des CCC-Berichts. Die Bewohner würden darüber teilweise im Unklaren gelassen. «Die Situation an der Küste ist eine Zeitbombe», sagt er.

Der im Juni publizierte strategische Entwurf des britischen Umweltministeriums zum Hochwassermanagement räumt ein, dass die britischen Ingenieure den Kampf gegen das Wasser nicht gewinnen können. Einige Küstenorte würden umgesiedelt werden müssen, stellt er nüchtern fest.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

«‘This is a wake-up call’: the villagers who could be Britain’s first climate refugees», The Guardian
«This small town could be underwater within a generation», CNN (Video)

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12 Meinungen

Der Artikel vermengt leider schon recht naiv, bekannte und seit langem berücksichte Dinge, mit schon «angstmachenden» theoretischen Zukunftsszenarien. Daß die Meerespegel im Nordeebereich seit dem Ende der letzten Eiszeit im Schnitt etwa 25 cm je 100 Jahren angestiegen sind und das auch so weitergeht, findet man schon in der Fachliteratur lange vor der «Klimahysterie» wie ich sie hier mal bewußt nenne. Es gibt weltweit nur Computersimulationen, zu den erwarteten «Schnellanstiegen» aber kein einziger Hafenpegel irgendwo hat das «Beschleunigte» in Form konkreter Pegelwerte auch belegbar vorzuweisen.

Schlimmer ist aber, daß man den Laien vorspielt, Meersspiegel seien absolute und exakte Werte bei einer «Erkugel» in der man Zentimeter oder gar Millimeter Veränderungen messen und belegen könnte. Tatsächlich aber ist der Planet Erde, eine Art «schrumpelige Kartoffel» mit Höhen und Senken des Meeresspiegels. Dieser ist von einer Reihe Faktoren beeinflußbar, wie den Magmafluß im Erdmantel, der Gravitation und ihren Schwerefeldabweichungen. Vom mathematisch errechneten MITTELPUNKT der Erde im GEOID-Modell (s.ua. Wikipedia: Geoid) zu den diversen Normal-Null-Pegelständen der Häfen weltweit, gibt es beachtliche Unterschiede. So sind scheinbar die NN-Pegel etwa von Rejkjavik (Island) und Bombay/Mumbai (Indien) demnach derselbe Meeresspiegelstand. Tatsächlich liegt aber zwischen beiden Pegel und dem Erdmittelpunkt ein Distanz-Unterschied von ca. 169m! Einhundertneunundsechzig Metern!
Werner Eisenkopf, am 28. Juli 2019 um 12:24 Uhr
"Die Stilllegung eines Ortes ist Neuland für alle Beteiligten. In Grossbritannien gab es noch nie ein ähnliches Projekt, auch weltweit nicht.» Das stimmt nicht: In Deutschland wurden viele Dörfer und Städtchen wegen des Braunkohletagbaus niedergerissen. Der Siebenschluchtenstaudamm in China führte zur Flutung diverser Ortschaften, auch in der Schweiz gab es das, ebenfalls in der Türkei. Antike Städten zeugen von einer langen Tradition aufgegebener Siedlungen. Fakt ist, dass die Stillegung eines Ortes nach Neuland ruft. Ansonsten ist der reisserische Satz unzutreffend.
Urs Lauper, am 28. Juli 2019 um 12:26 Uhr
@Werner Eisenkopf
Gwynned Council hat sich 2013 entschieden, das Dorf Fairbourne aufzugeben, da die Sicherheit seiner Bewohner mit den zu Verfügung stehenden Mittel nicht gewährleistet werden kann. Dies angesichts der Prognosen und unter Bezug auf den Klimawandel, den Sie «Klimahysterie» nennen.
Ich sehe nicht, wo ich hier etwas «naiv vermengt» habe.
Ihre Aussage, für den Anstieg des Meeresspiegels gebe es Prognosen und die Erde sei nicht exakt rund, ist richtig. Das stimmt, hat aber nichts mit ersterem zu tun.
Red., am 28. Juli 2019 um 16:42 Uhr
@Urs Lauber: keiner dieser Orte liegt an einer Meeresküste. Es geht darum, das Dorf vollständig zurückzubauen, um das Gebiet der Natur zurückzugeben. Ich beziehe mich im Text auf Lisa Goodier, wie sie der «Guardian» zitiert hat: «She [Goodier] has searched in vain for international precedents, but found only a flood-prone Alaskan village that was voluntarily relocated in 2016."
Red., am 28. Juli 2019 um 17:13 Uhr
Neu einzuführender Hinweis:
«Der Bundesgesundheitsminister warnt: Der Aufenthalt auf Mutter Erde kann ihre Gesundheit gefährden. Kurioserweise aber alles man-made.»
Wolfgang Reuss, am 28. Juli 2019 um 19:56 Uhr
Infosperber bringt immer wieder neu interessante Artikel und Themen, die man so nicht in anderen Medien zu lesen bekommt. Dies wird auch von mir immer wieder ausdrücklich und sachlich gelobt. So zuletzt bei Christian Müller zu seinen «Krim-Infos» erfolgt.

Der Artikel hier, kann als Aussage verstanden werden, daß es in Europa (hier Wales in UK) zum allererstenmal «Europäische Klimaflüchtlinge» gäbe. Es sind damit in Europa siedelnde Menschen gemeint, die durch Klimatische-/somit Wetterverschlechternde Umstände, ihre vertraute Heimat verlieren oder verlassen müssen. Nicht etwa durch Kriegsfolgen usw. um Begriffsverwirrungen auszuschließen. So etwas ist aber nicht neu, sondern gibt es seit der Existenz von Siedlungen überhaupt.

Mit dem begrenzten Textraum hier, kann man nur ein paar Stichworte bringen. Man schaue mal in:
https://de.wikipedia.org/wiki/Dunwich

Dunwich war einst ein bedeutsamer Hafen in England, der durch eine Sturmflut ab 1286 ins Meer gerissen wurde und dann Stück für Stück weiter durch weitere Sturmfluten und auch Küstenerosion, bis 1919 die letzten Reste der letzten Kirche ins Meer stürzten. Was unterscheiden denn die damals aus Dunwich flüchtenden Bewohner, von denen im heutigen Wales?

Parallel zu Dunwich, wurde 1362 auch die deutsche Nordseeküste zerrissen.:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Marcellusflut

Damals ging der bedeutende Handelsort Rungholt und viele Dörfer verloren und die Bewohner warem damit auch schon «Klimaflüchtlinge»... oder?
Werner Eisenkopf, am 30. Juli 2019 um 08:28 Uhr
@Eisenkopf. Verwechseln Sie etwa das Klima mit dem Wetter?
Mireille Mata, am 30. Juli 2019 um 08:53 Uhr
@Mireille Mata. Kann man überhaupt «Klima mit dem Wetter» verwechseln? Nach meinem Wissensstand, ist «Klima» die Zusammenfassung aller Wetterereignisse, also auch mitsamt Temperaturen usw. für einen bestimmten Zeitraum (normalerweise 30 Jahre). Somit also nicht irgendwas greifbar «Knuddeliges» wie z.B. ein junger Eisbär, den man «schützen» möchte, sondern eher eine mathematische Zusammenfassung von Daten. Diese Daten wiederum liefert das jeweilige Wettergeschehen Tag für Tag und Ort für Ort. Sollte ich diese Definition aufgeben, weil irgendwer sie als «falsch» ansieht?

Auch im Artikel oben, geht es mal um «Klima» und mal um «Wetter» bzw. Unwetter. Mal um den allgemeinen Anstieg des Meeresspiegels seit Ende der letzten Eiszeit mit etwa 25cm je 100 Jahren (der hier in Wales laut Berichtsangaben sogar demnach geringer war als an der deutschen Küste). Mal geht es um die Gefahren von Stürmen/Sturmfluten/Hochwasser, die die Schutzmauern von Fairbourne überwinden und das Dorf überschwemmen könnten. So steht es jedenfalls im Bericht oben zu lesen. Was habe ich da bitteschön verwechselt?

Verwechslungen passieren natürlich immer wieder mal, so auch bei Meeresspiegeln. Veränderungen etwa durch die Kontinentaldrift, die z.B. an der Adria (u.a. Cesenatico) für Landhebung sorgt, somit für scheinbar sinkenden Meeresspiegel, ist «Natürliche Tektonik» aber wenn sich anderswo, wie etwa am Pazif. Feuerring Plattenteile senken, somit scheinbar Meeresspiegelanstieg, ist das offenbar «Klima"?
Werner Eisenkopf, am 31. Juli 2019 um 07:37 Uhr
@Werner Eisenkopf bei 25 cm in Jahren, wie Sie schreiben, wäre es kein Problem für die Bewohner. Das wären 6,25 cm in den nächsten 25 Jahren.
Die britischen Wissenschaftler rechnen aber 112 cm in gut 80 Jahren.
Das ist ein deutlicher Unterschied !

Allerdings wurde alle Befürchtungen, verschiedener Wissenschaftler in der jüngsten Vergangenheit, immer übertroffen !

siehe
https://www.sueddeutsche.de/wissen/kanada-permafrost-klimawandel-co2-1.4489525


» Der arktische Permafrost weicht schneller auf, als bislang angenommen wurde.
Mikroben zersetzen das auftauenden Pflanzenmaterial und setzen ungeheure Mengen Treibhausgase frei.
So entsteht ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt.

In der Arktis weicht der Permafrostboden derzeit mit ungeheurer Geschwindigkeit auf. Messungen zeigen, dass in einigen kanadischen Regionen der Boden bereits so stark abgetaut ist, wie Experten es eigentlich erst für das Jahr 2090 erwartet hatten."


Welche Auswirkungen diese Kettenreaktionen haben, ist schwer vorauszusagen.
Dieter Gabriel, am 31. Juli 2019 um 17:14 Uhr
@Mireille Mata nein er verwechseln Klima mit Meeresströmungen.
Schauen Sie sich Karten von Ostsee und Nordsee u.a. an.
Das Meer spült an einer Stelle Boden weg, an anderer Stelle wird es wieder angespült.
Durch solche Aktivitäten die man besonders gut an der Inseln Rügen sehen kann, sind vor Jahren die Wissower Klinken abgestürzt.
Das hat nichts mit dem Klima zu tun. Schlechtes Wetter, Stürme beschleunigen den Vorgang der Abtragung von Küsten.

siehe auch
https://www.darss.org/de/Nationalpark-Natur/Geologische-Entwicklung/Geologische-Entwicklung-des-Darss
Dieter Gabriel, am 31. Juli 2019 um 17:27 Uhr
@Dieter Gabriel - Bitte einmal diese Karte der Veränderung der nordfriesischen Küste nach nur einer einzigen extremen Sturmflut betrachten

https://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Marcellusflut#/media/Datei:Nordfriesland_um_1240.jpg

und danach nochmal den obigen Artikel durchlesen. Das hat auch nichts mit Abtragungen zu tun. Außerdem wird im obigen Artikel für das «früher» mögliche Ende des Dorfes, die «Hauptgefahr» mit «Dammbruch durch Sturm» angegeben.

Diese im Artikel dazukommende theoretische Prognose von «112cm Anstieg in 80 Jahren» klingen zwar erst mal erschreckend aber die sind rein theoretische Computersimulationen, die in so einem «Beschleunigten-Trend», von keinem einzigen realen Hafenpegel weltweit, auch nur ansatzweise konkret belegt und gestützt wird.

Es kann also durchaus so kommen, daß es dieses Dorf an der irischen See, sogar noch in 100 Jahren unversehrt gibt! Prognosen und Simulationen sind keine Garantie für das tatsächliche Eintreffen.

Auch vor den Permafrostböden braucht man keine Angst zu haben. Die waren schon Jahrhunderte und Jahrtausende lang viel weitgehender aufgetaut als heute und in nächster Zeit. Zuletzt im warmen Mittelalter und in der warmen Römerzeit.

Wer kennt «Vrenelis Gärtli» im Glarnerland und die «Übergossene Alm» im Hochkönigsstock/Berchtesgadener Alpen? Beides sind heute noch immer Gletscher, waren aber einst beweidete Hochalmen. Sorry aber Naturschutz und Umweltschutz sind mir immer wichtig und heillig aber «Klimaschutz»...
Werner Eisenkopf, am 01. August 2019 um 07:49 Uhr
@Red/Daniela Gschweng - Mit etwas Verspätung hiermit die Antwort auf den Kommentar vom 28. Juli 2019 (3. v. oben): Hier im Artikel, wird die Folge «Europas erste Klimaflüchtlinge» als «IST» somit als belegte und bewiesene Tatsache für die Zukunft formuliert. Dagegen sind die orginalen engl. Artikel etwa im «Guardian» jeweils vorsichtiger mit «could be...» formuliert. Wer das Englische beherrscht, weiß dazu, daß dies eher dem «könnte sein» bzw. «könnte so kommen» entspricht. Dazu gehe ich aber nicht davon aus, daß die Berichtschreiberin, dazu mehr und Genaueres weiss, als die Engländer selbst. Deswegen auch meine Kommentierung mit «Angstmachendem» Ton hier.

Dann ist es absolut Unsinn, daß es überhaupt erst künftig «Europäische Klimaflüchtlinge» im Gesamtsinn der Bedeutungen geben soll, wie der Bericht suggeriert. Solche gab es schon oft und seit sehr langer Zeit, nicht nur etwas durch die Überlebenden der Marcellusflut 1362. Sowas gab es auch im Alpenraum schon und zwar durch die fortschreitende Vereisung in der «Kleinen Eiszeit» und dem Unzugänglichwerden mittelalterlicher Handels- und Pilgerwege ab ca. 1720 herum, zwischen Piemont und Savoyen. Damit verbunden war das Aufgebenmüssen einiger hochgelegener Dörfer und Siedlungen. Die Reste von einem solchen Dorf, tauchten vor Jahren im Gletschereis des Mt.Blanc-Gebiets auf. Waren denn die um 1710-1720 dort durch das wachsende Eis, aus ihrer Heimat Vertriebenen, etwa keine «Klimaflüchtlinge"?
Werner Eisenkopf, am 04. August 2019 um 09:35 Uhr

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