Billig fliegen? Dank Milliarden an Subventionen!

Urs P. Gasche © Peter Mosimann
Urs P. Gasche / 07. Feb 2019 - Mit 18 Milliarden Dollar habe die EU den Airbus und mit 24 Milliarden die USA den Boeing subventioniert. Das werfen sie sich vor.

Vielleicht sind die gegenseitigen Vorwürfe im Rahmen von Klage und Gegenklage vor der Welthandelsorganisation WTO übertrieben und es wären tatsächlich insgesamt eher 30 Milliarden Dollar an Steuergeldern, mit denen die Entwicklung dieser Verkehrsflugzeuge subventioniert wurden.* Doch der Skandal bleibt. Eine der Branchen, welche die Umwelt und das Klima am stärksten belasten, wurde und wird massiv subventioniert – anstatt mit Umweltabgaben zur Kasse gebeten.

Pro Passagier- und Frachtkilometer tragen Personen- und Warentransporte in der Luft noch stärker zur Klimaerwärmung bei als der Strassenverkehr.

Trotzdem ist kein Transportmittel dermassen hoch subventioniert wie der Flugverkehr:

  • Kein Rappen Steuern auf dem Flugbenzin
  • Keine Mehrwertsteuer auf den Flugtickets
  • Milliardensubventionen für den Bau von Airbus- oder Boeing-Flugzeugen
  • Airlines wie Al Italia oder Air Berlin wurden mit Hunderten Millionen Euros Steuermitteln vor dem Konkurs bewahrt
  • Zinsgünstige oder zinslose Darlehen an Flughäfen
  • usw.

«Über Gebühr» belastet werden nur die Steuerzahler, Lärmopfer und die künftigen Opfer der von Menschen verursachten Klimaerwärmung.

Müsste der Flugverkehr für alle Kosten selber aufkommen, würden Produktionsstandorte von Gütern und Nahrungsmitteln nicht mehr im gleichen Ausmass in alle Welt verlagert. Die regionale Produktion würde nicht mehr unter einem massiv verzerrten Wettbewerb leiden.

Beschämend ist ein kürzlicher Beschluss der bürgerlichen Mehrheit im Schweizer Parlament auf Antrag des Bundesrats und des Bundesamts für Zivilluftfahrt Bazl: Sie lehnte eine bescheidene Abgabe auf Flugtickets ab. Sämtliche Nachbarländer und weitere Länder Europas haben eine solche bescheidene Ticketsteuer eingeführt.

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*Quelle: NZZ 5.2.2019 «Die naive Zuneigung der Politik zu Airbus»

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2 Meinungen

Bei dieser Zusammensetzung des Parlaments ist nichts anderes zu erwarten! Ein Hoffnungsschimmer sind die Wahlen im Okt 2019 !!
Marion Theus, am 07. Februar 2019 um 11:48 Uhr
Zu diesem Artikel passt der Artikel von Susanne Götze
Hört endlich auf zu fliegen!
https://digital.freitag.de/0519/hoert-endlich-auf-zu-fliegen
Wer den gelesen und gelernt hat, dass «sogar» individuelles Auto-fahren weniger Umwelt-belastend ist als FLIEGEN, der überlegt es sich vielleicht bei der nächsten kurzen Reise, womit er die bewältigen will!

Von den Massen-Dampfern mit über 5000 Passagieren, die inzwischen IN und die allergrössten Umweltschleudern sind gar nicht zu reden!
Übrigens ist «mein Himmel» heute leider erneut NICHT «strahlend BLAU», weil die Abgase der Flugzeuge wie üblich künstliche Schleierwolken erzeugen, die vermutlich aller schlimmste Luftbelastung aller Verkehrsformen!
Rolf Schmid, am 07. Februar 2019 um 13:04 Uhr

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