Neu unter erhöhten Schutz gestellt: die Giraffe © cm
Es sind Stosszähne, die zu Elfenbein werden © cm
Für Nashorn-Hörner werden Höchstpreise bezahlt © cm
Toter Elefant – Futter für Aasfresser © cm
Giraffen in der Wildnis von Botswana © cm

Artenschutz für Elefanten und Nashörner bleibt erhalten

Andreas Zumach, Genf / 25. Aug 2019 - Erstmals beschliessen die Vertragsstaaten des Artenschutzabkommens CITES auch Schutzmassnahmen für Giraffen.

Der Artenschutz für Elefanten und Nashörner wird vorläufig nicht aufgeweicht. Anträge mehrerer Staaten aus dem südlichen Afrika, die «kontrollierte Jagd» auf diese Tiere und den seit 30 Jahren strikt verbotenen internationalen Handel mit Elfenbein und Nashörnern wieder zu erlauben, wurden am Donnerstag auf einer Konferenz der 183 Mitgliedsstaaten des Artenschutzabkommens CITES in Genf mit grosser Mehrheit abgelehnt. Ein Antrag, auch den derzeit in den EU-Ländern und in Japan noch erlaubten Binnenhandel mit – angeblich – über 70 Jahre altem Elfenbein zu verbieten, scheiterte allerdings am Widerstand aus Brüssel und Tokio.

Beim Elefant sind es die Stosszähne, die – als Elfenbein – im Schwarzhandel hohe Preise erzielen …

… und beim Nashorn sind es die (Nas-)Hörner, die diese Tiere für Wilderer interessant machen. In Ostasien werden dafür Phantasie-Preise bezahlt: Sie gelten als Heilmittel und Aphrodisiakum.

Erstmals beschlossen die CITES-Vertragsstaaten Massnahmen zum Schutz von Giraffen. Das 1973 in Washington vereinbarte Abkommen regelt den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen. Auf regelmässigen Überprüfungsabkommen wie diese Woche in Genf können Lockerungen oder Verschärfungen der Regelungen beschlossen werden.

Differenzen zwischen afrikanischen Staaten

Über drei Viertel der 134 an der Genfer Konferenz vertretenen Staaten lehnten den Antrag von Sambia, Botswana, Namibia und Simbabwe ab, die «kontrollierte Jagd» auf Elefanten und den Export von Elfenbein wieder zu erlauben. Die vier Länder hatten argumentiert, dank «erfolgreicher Schutzmassnahmen» der letzten Jahrzehnte seien die Elefanten-Bestände auf ihren Territorien wieder stabil oder würden sogar wachsen. Die Bevölkerung müsse in der Lage sein, von dem Wild kommerziell zu profitieren.

Probleme gebe es nur in den 32 weiter nördlich liegenden afrikanischen Ländern mit der Elefanten-Population. Die Vertreter dieser 32 Staaten erklärten in Genf hingegen, sie hätten nur eine Chance, ihre Elefanten zu retten, wenn der Elfenbeinhandel strikt verboten bleibe. Auch der World Wildlife Fund for Nature (WWF) und alle anderen an der Genfer Konferenz vertretenen Umwelt- und Naturschutzorganisationen argumentierten, für den Kampf gegen die Wilderei sei es wichtig, dass es auch weiterhin keinen internationalen legalen Markt gebe, über den gewildertes Elfenbein rein gewaschen werden könne.

Die Kadaver der getöteten Elefanten werden von verschiedenen Aasfressern weggeputzt.

Zahl der Giraffen nahm massiv ab

Liberia und weitere afrikanische Staaten stellten auf der Konferenz den weitergehenden Antrag, dass auch alle Länder ihre Inlandsmärkte für Elfenbein schliessen, da jede Art von Handel die Wilderei befördern könne. Dieser Antrag scheiterte allerdings am Widerstand Japans und der EU. Japan hat einen der grössten Elfenbeinmärkte der Welt und in der EU darf legal mit Elfenbein von vor 1947 gehandelt werden. Viele Stücke würden aber nur als «alt» deklariert, berichtete die Tierschutzorganisation Avaaz 2018. Sie liess 100 in der EU gekaufte Elfenbein-Ornamente testen. Ein Fünftel habe von Elefanten gestammt, die in den 90er Jahren noch lebten, berichtete sie.

Auch der Antrag Esvatinis (das frühere Swasiland) und anderer afrikanischer Staaten, den verbotenen internationalen Handel mit den Hörnern von Nashörnern wieder zu erlauben, wurde mit grosser Mehrheit abgelehnt.

Laut den erstmals beschlossenen Massnahmen zum Schutz von Giraffen ist der internationale Handel mit Fleisch, Leder und Jagdtrophäen oder die Verschiffung der Tiere an Zoos und Zirkusse künftig nur noch erlaubt, wenn das Exportland nachweist, dass die Bestände dadurch nicht weiter gefährdet werden. Die Zahl der Giraffen ist nach Schätzungen in den vergangenen 30 Jahren um bis zu 40 Prozent auf rund 100’000 Tiere zurückgegangen.

Sollen künftig auch besser geschützt werden: Giraffen in der Wildnis von Botswana. (Alle fünf Fotos Christian Müller)

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Eine Meinung

Wildschweine dürfen weiterhin abgeschossen werden.

Für viele Afrikaner sind Elephanten und ander Savannenbewohner so etwas wie die Wildschweine für Schweizer Bauern.

Aber offebar gilt immer noch, dass gleiches mit gleichem zu vergleichen ungleich ist.

Solange die Bevölkerung rund um die «Wildlife-Parks» in Afrika nicht an deren Überleben mitinteressiert werden und an den Profiten teilhaben können, sind alle Versuche der «Weissen» in diesem Bereich bloss Erbschaften aus der Kolonialzeit.

Wildtiere werden in Suaheli mit «Nyama» bezeichnet. Das ist auch der Ausdruck, welcher Fleisch für den täglichen Verzehr bezeichnet.

Wildschweinbraten sind auch in der Schweiz ein kommerzieller Hit.

Auch Elefanten leben nicht ewig. Die «Défenses» von natürlich verstorbenen Elefanten könnten mithelfen, die jüngeren vor Wilderei zu beschützen. Das ist für die «lieben und netten» des WWF offenbar kein brauchbarer Vorschlag.
Josef Hunkeler, am 25. August 2019 um 13:41 Uhr

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