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Nach der Revolution: Lenin mit Kommandeuren der Roten Armee in Moskau

Warum Russlands Linke so schwach ist

Roman Berger / 17. Nov 2017 - 100 Jahre nach der russischen Revolution sind die Kommunisten Teil des Putin-Regimes. Eine geeinte linke Bewegung existiert nicht.

In der Schweiz, im bernischen Zimmerwald und Kiental, wurde 1915 und 1916 die russische Revolution vorbereitet. 100 Jahre nach der russischen Revolution beschäftigte sich eine vom «Denknetz» veranstaltete Tagung in Bern mit Fragen wie: Gibt es nach dem Stalinismus noch eine Zukunft für den Sozialismus? Und welche neue historische Herausforderung wartet auf Russlands Linke?

«Kein Verschweigen und kein Schweigen»

Die deutsche Historikerin Bini Adamczak brachte die Problematik der russischen Revolution aus linker Perspektive mit folgenden Worten auf den Punkt: «Die Archive sind offen. Und dennoch hat keine breite und tiefe Forschung begonnen, zumindest, vor allem nicht von jenen, denen sich die Fragen (Wann? Und wo?) am dringlichsten stellen müssten (...) Keine Arbeit der Erinnerung jener, deren Erinnerung die zu Erinnernden am dringendsten bedürften.»

Bini Adamczak, die aus gesundheitlichen Gründen verhindert war, an der Tagung teilzunehmen, spricht hier von der russischen Revolution, welche die Konterrevolution des Stalinismus nicht verhindern konnte. Unter Stalins Terrorherrschaft wurden Millionen ermordet, darunter Hunderttausende von linken Russen. Für Adamczak darf es kein Verschweigen und kein Schweigen geben: «Ein unbedarft fröhliches Fortschreiben der Gegenwart, geschichtsloses Fortfahren in der Geschichte durch jene, die von einem Traum der Zukunft träumen (…) der unbelastet von den Albträumen der Vergangenheit bei Null beginnen könnte.»

Warum ist Stalin wieder populär?

Der einzige Gast und Referent aus Russland war der auch im westlichen Ausland bekannte Soziologe Boris Kagarlitzky. Warum, so fragt Kagarlitzky, trauern so viele Russen der Sowjetunion nach. Oder, warum ist Stalin heute im Volk wieder populär? Für den russischen Soziologen liegen die Gründe auf der Hand: «Nach dem Ende der Sowjetunion wurde der Bevölkerung in den 1990er Jahren eine neoliberale Schocktherapie zugemutet, welche die Mehrheit in tiefe Armut stürzte. Von diesem Schock hat sich die russische Bevölkerung bis heute nicht erholt.»

Auch die liberale Opposition, die in den Metropolen Moskau und Sankt Petersburg ihre Hochburgen hat, biete dem Volk keine Alternative. Eine politische Revolution ohne Veränderungen der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der Gesellschaft sind laut Kagarlitzky Wunschträume der gesamten russischen Opposition. Dazu gehörten nicht nur Liberale, sondern auch Vertreter der linken und nationalistischen Flügel.

Die Kommunisten wurden vom Kreml gekauft

Das Dilemma der russischen Opposition zeigt sich am deutlichsten am Beispiel der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF). Zwar hat die KPRF von allen Parteien im Land die am weitesten verbreitete und am tiefsten verankerte Struktur. Die Kommunisten verstehen sich als Oppositionspartei. Aber grosse Massen bewegen die Kommunisten nicht mehr. Bei den Parlamentswahlen im vergangenen Jahr wurde die KPRF mit 13 Prozent und 42 Sitzen mit grossem Abstand zweitstärkste Kraft hinter der Kreml-Partei «Einiges Russland», die dank eines massgeschneiderten Wahlsystems mehr als drei Viertel der Sitze besetzt. Mit anderen Worten: Die KPRF ist Teil des Putin-Regimes geworden. Der Kreml gibt den Kommunisten Geld und lässt sie am Fernsehen auftreten.

Chancen für eine linke Partei

Dennoch gäbe es Chancen für eine linke Partei. Seit Jahren fallen in Russland die Reallöhne. In kaum einem anderen Land ist die Kluft zwischen wenigen Superreichen und der armen Masse so gross. Armut, steigende Preise und die Angst vor Arbeitslosigkeit nennen die Russen in Umfragen als ihre drückendsten Sorgen. In einer solchen Situation müsste eigentlich eine linke Partei mächtig erstarken und selbstbewusst auftreten.

In Wirklichkeit aber gibt es in Russland keine linke Bewegung. Es existieren nur viele kleine linke Splittergruppen. Dennoch glaubt Kagarlitzky an die Chance einer starken linken Partei. Putins Regime befinde sich in einer Krise, ein Nachfolger für Putin sei nicht in Sicht. Eine neue linke Partei, so glaubt Kagarlitzky, könnte ein Vakuum auffüllen. Im Gegensatz zur übrigen Opposition sei eine linke Partei in der Lage, mit konkreten Vorschlägen auf die Sorgen der Bevölkerung zu reagieren.

Applaus für den umstrittenen Gast

Kagarlitzkys Worte weckten Hoffnungen und Applaus. Dass Kagarlitzkys Einladung an die Denknetz-Tagung in Bern kritische Stimmen hervorgerufen hatte, war kein Thema mehr. Dem Soziologen war vorgeworfen worden, er rechtfertige die Annexion der Krim und fungiere als Zuträger des Putin-Regimes. Jetzt wünschten die Konferenzteilnehmer Boris Kagarlitzky viel Mut für eine schwierige Aufgabe, die der Soziologe so formulierte: «Es ist nicht möglich, sich im Voraus auf eine Revolution vorzubereiten. Man kann nur ihre historische Notwendigkeit begreifen. Und beim Erfassen der Logik der Geschichte die Herausforderung annehmen. Findet Russlands Linke in entscheidenden Momenten politische Entschlusskraft und Mut zum Risiko?»– Die gleiche Frage stellt sich überall, wo Revolutionen und radikale Veränderungen bevorstehen.

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Keine.

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12 Meinungen

Ziemlich schlecht recherchierter Artikel
Bilanz Putins
1999 2013
BIP in Milliarden US$ 195 2.111
BIP pro Person in US$ 1.320 14,800
Inflation 38,5 % 8,5 %
Gold + Währungsreserven in mrd US$ 12,6 511
Staatsverschuldung 76 % 8 %
Rente in Rubel 498 10.000
Gehalt in Rubel 1.322 29.940

Alle Kollegen die seit vielen Jahren in verschiedenen Teilen Russlands arbeiten, sagten mir das es den Russen, unter Putin deutlich besser geht.
Da er es aber nicht schaffte, die Wirtschaft von GAS und Öl, breit aufzustellen, ging es in den letzten 3 Jahren wieder deutlich nach unten. Aber bei weitem nicht so wie 1999.
Zum anderen zeigen sich die praktischen Erkenntnisse der System Theorie, äussere Feinde schweißen ein system zusammen. Das ist eines der Ergebnisse die das Embargo durch EU und USA erreicht hat. Das andere ist massive wirtschaftliche Schwierigkeiten in der EU noch verstärkt.

Übrigends sind micht nur Kommunisten Linke, sondern auch Sozialisten und durchaus auch Sozialdemokraten.

Das neoliberale System führte nicht nur dazu, das es den Menschen in Russland deutlich schlechter geht, sondern dem gesamten «Ostblock», ausser Weißrussland.
Wer eine brauchbare Qualifikation hat ist weg z.B. 5 Millionen Polen !
Dieter Gabriel, am 17. November 2017 um 12:51 Uhr
Diese Aussagen, Einschätzungen bedienen leider Stereotypen, sind teils sehr schwammig & verklären teils gar.
Vorallem was den Begriff «Links» betrifft?
Faktisch gibts links eine ca 15% Kommunisten Partei, Rechts eine 15% ultraNationalistische und die grosse Regierungspartei «einiges Russland» würd ich der deutschen GroKo in etwa gleich stellen. Worin zB ein Medwedew eher eine MarktLiberale Gruppe vertritt, Putin eher sozLiberal und die Duma mehrheitlich Konservative. (Medial kommt Ringen um Positionen leider nicht vor.)
Von zunehmender «Popularität» Stalins zu sprechen, halt ich nach Studium von Levada Umfragen als übertrieben. Nur schon da die Absolute Mehrheit ihn als Tyrannen betrachten & selbst die kleine Gruppe die Stalins Verantwortung am Tode von Millionen leugnen; haben «blos» Achtung & keine Bewunderung für ihn. - «Die» Russen scheinen sehr gut zu differenzieren zwischen Achtung vor Stalins Leistung den NaziDeutschland Ost-VernichtungsFeldzug gestoppt/zurückgedrängt zu haben und seinen innerstaatlich (zu verurteilenden) Taten.
- Zusatz; die medial bei uns gross zu Wort kommenden «liberalen» Kleinstparteien, sind mehrheitlich MarktLiberale bis neoLiberal - daher subjektiv zB rechts von der Gruppe um Putin ein zu ordnen. (Vergleich mit FDP bis AfD)
Florian Frey, am 17. November 2017 um 12:58 Uhr
@JacquelineZwahlen-Stucki
Ja, der Abschnitt «Die Kommunisten wurden vom Kreml gekauft» macht faktisch keinen Sinn. (Wohl einfach ein nicht weiter vertieftes Gefühl von Kagarlitzky.)
- Mitunter da genau seit 2016 das Wahlrecht so verändert wurde, dass durch Senkung der Sperrklausel (auf 5%) und die Wiedereinführung der Verhältnis-&Mehrheitswahl vermehrt Kleinparteien & Einzelpersonen Wahlchancen bekommen.
- Auch weil die neue WahlLeiterin (die intern. in MenschenrechtsKreisen hoch angesehen ist) zB durchgesetzt hat; dass auch KleinParteien im staatlichen Rundfunk Platz haben müssen.
- Der Abschnitt macht auch keinen Sinn; da die nicht belegbare Behauptung «von den gekauften Kommunisten» keiner Plausibilität folgt. Durch Druck von Aussen&Innen wurden die Kommunisten von den Nationalisten nun eh als stärkste Oppositionspartei verdrängt.
Florian Frey, am 17. November 2017 um 13:46 Uhr
Wie im Beitrag oben zu sehen, leider Format vermanscht,

Bilanz Putins
1999 ---> 2013
BIP in Milliarden US$ 195 ---> 2.111
BIP pro Person in US$ 1.320 ---> 14,800
Inflation 38,5 % ---> 8,5 %
Gold + Währungsreserven in mrd US$ 12,6 ---> 511
Staatsverschuldung 76 % ---> 8 %
Rente in Rubel 498 ---> 10.000
Gehalt in Rubel 1.322 ----> 29.940

geht es den Russen deutlich besser.
1996 hatte Suganow ( wobei ihn die Russen eher als linken Sozialdemokraten sehen ) von über 30 %. 2000 bei der Präsidentschaftswahl war es knapp unter 30 %.
Da es den Russen, durch die Putin Politik deutlich besser ging, stieg die Popularität von Putin und die von Suganow sank.

https://de.wikipedia.org/wiki/Einiges_Russland

Eine Rolle spielt auch
"Präsident Putin knüpfte (anders als Jelzin) vielfach wieder an Russlands sowjetische Vergangenheit an. Er betonte, dass das kommunistische Regime trotz seiner Verbrechen ein wichtiger Bestandteil der russischen Geschichte sei und einen wichtigen Einfluss auf die moderne russische Gesellschaft gehabt habe. In der Folge wurden einige sowjetische Symbole in Russland eingeführt, darunter die rote Militärflagge mit dem Sowjetstern sowie die Melodie der sowjetischen Nationalhymne (der Text ist ein anderer)."

Quelle Wikipedia


Die Popularität Putins ließ nach, steig «Dank» der Sanktionen wieder deutlich an.
Äussere Feinde schweißen ein System zusammen ( gilt für Systeme im kleinen z.B. Beispiel ein Team in einem Unternehmen, genauso wie für ganze Staaten ).
Dieter Gabriel, am 17. November 2017 um 17:46 Uhr
Lieber Dieter Gabriel: eine Steigerung des BIP/Person um das 11.2-fache in max. 5 Jahren sollte auch eingefleischte Fans von Putin und/oder Russland skeptisch machen. Und Wikipedia ist eine Mitmach-Enziklopädie. Der einzige Umstand, der Russlands PR-Maschine an Artikelfälschungen auf Wikipedia hindern könnte, ist die tödliche Langeweile, die die Absenz jeder Firewall bei den versierten Fachleuten dort auslösen dürfte.
Zugegebenermassen dürfte es schwer sein, glaubwürdige Quellen zu Russlands Wirtschaft aufzutreiben. Versuchen Sie es bei unabhängigen Wirtschafts-Journalisten. Mein Steckenpferd ist es nicht. Viel Glück!
Peter Oertel, am 17. November 2017 um 22:30 Uhr
Herr Oertel, Sie eine trauriges Beispiel, was braune Propaganda, mit den Menschen anrichtet.
Wenn jemand Fakten heraus sucht, ist er noch lange kein Putin Fan und schon gar nicht ein eingefleischter.
Wie kommen Sie darauf, das von 1999 - 2013, ein Zeitraum von 5 Jahren ist ?
Das der BIP Vergleich nur in US$, einer hochspekulativen Währung existiert, ist nicht unbedingt glücklich. Die Inflationsrate lag in der Spitze bei 5,7 % pro Jahr.

Aber auch andere Quellen zeigen ein deutliches Plus bei Wirtschaftswachstum über Jahre, nur unterbrochen durch die Krise 2008.

http://www.bpb.de/internationales/europa/russland/48426/bip

https://de.tradingeconomics.com/russia/gdp-growth-annual
Dieter Gabriel, am 17. November 2017 um 23:20 Uhr
Hmpf - ein Blackout meinerseits, in der Tat. Aber auch wenn es 15 Jahre sind, bedeutet das immer noch ein durchschnittliches jährliches BIP-Wachstum von mind. 17.2%. Und davon sollen wir noch nichts gehört haben? Müsste Putin da nicht als Zugpferd der Weltwirtschaft geheiligt werden? Irgendwo klemmt doch da etwas. Bei den Leuten scheint jedenfalls nicht viel davon anzukommen.
Danke für die weiteren Quellenangaben.
Peter Oertel, am 18. November 2017 um 01:52 Uhr
Schon wieder ein Blackout.
Die Statistik zeigt das BIP Wachstum ohne Berücksichtigung der Inflationsrate und ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung.
Einen großen Teil des BIP Wachstums, hatte Russland dem starken Wachstum von Öl- und Gaspreis zu verdanken.

Diese Statistik hat das offenbar berücksichtigt.
http://www.bpb.de/internationales/europa/russland/48426/bip

Die Wachstumsraten bis 2008, liegen aber immer noch zwischen 4,7 und 10 % !

Zum Vergleich mal ehemaligen Sowjetrepubliken, die eigentlich wirtschaftlich deutlich besser da stehen müssten.

siehe Eurostat
Estland 2005 - 2015 durchschnittliches Wachstum 1,5 %
Lettland 2005 - 2015 durchschnittliches Wachstum 1,6 %
Litauen 2005 - 2015 durchschnittliches Wachstum 2,4 %
Dieter Gabriel, am 18. November 2017 um 13:01 Uhr
Frau Zwahlen-Stucki, exakt so ist es.
Trotz massiver Behinderung war aber die reale BIP Entwicklung ( Preis- und Inflations bereinigt, deutlich über der von Lettland, Estland und Litauen.
Das obwohl die 3 Länder erhebliche Subventionen von der Eu bekommen.
Lettland 759,4 Millionen Euro im Jahr 2015, Litauen 540,3 Millionen Euro und Estland 242,9 Millionen Euro.
Trotzdem liegt das durchschnittliche BIP Wachstum von Estland und Lettland, deutlich unter dem der Schweiz und Schweden !

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/europa/70580/nettozahler-und-nettoempfaenger

Den größten Chancen im ehemaligen Ostblock räumten Wirtschaftsexperten Tchechien ein, die sind aber mit 5.699,4 Millionen Euro 2015, eines der größten Subventionsempfänger geworden !


Was ist der Sinn der Anti Russland Politik, die der EU massiv schadet und von den wirtschaftsverbänden kritisiert wird ?

Siehe Strategie von Zbigniew Brzezinski.

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_einzige_Weltmacht:_Amerikas_Strategie_der_Vorherrschaft

„Denkbare neue eurasische Koalitionen könnten den Interessen der USA gefährlich werden: eine Koalition zwischen China, Russland und vielleicht dem Iran; eine „chinesisch-japanische Achse“; eine deutsch-russische Absprache, eine französisch-russische Entente oder gar eine europäisch-russische Verständigung.“
Dieter Gabriel, am 19. November 2017 um 12:36 Uhr
Sehr geehrter Herr Gabriel,
bei aller Begeisterung über Wirtschaftskompetenz und Statistik-Know-How: die Welt ist nicht nur Wirtschaft und Lebensqualität ist nicht am BIP abzulesen. Und wie kommen Sie darauf, dass Russland in Konflikte hineinmanövriert wurde? Europa versucht seit Jahren, Russland da wieder rauszumanövrieren, aber der Krieg in der Ukraine, die Lage in Tschetschenien, die Konflikte um Berg-Karabach: z. Zt. nicht in den Schlagzeilen aber alles ungelöst. Russland könnte jederzeit wieder zündeln und so tun, als wäre es unschuldig. Wer soll Russland zur Anektion der Krim gedrängt haben? Und ist damit irgendwo etwas besser geworden?
Russland benimmt sich in Gottes Namen wie ein kleiner Raufbold im Kindergarten, den die Kindergärtnerin wegen einem Telefonat kurz verlassen musste. Der Vergleich hinkt leider nur dahingehend, dass es im Kindergarten der Weltpolitik gar keine Kindergärtnerin gibt. Die UNO kann diese Rolle u. a. wegen dem Einfluss Russlands (und der anderen Kindsköpfe im Sicherheitsrat) nicht wahrnehmen. Wenn es hier an etwas fehlt, dann nicht an Kompetenz in Wirtschaftsfragen sondern an einer glaubwürdigen Institution, die unseren lieben Kleinen nahelegen kann, die Staaten im Hinblick auf die Lebensqualität ihrer EinwohnerInnen zu führen. Soll mir keiner sagen, man wisse immer noch nicht, wie das geht - bzw.: ginge. Dort, wo die Menschenrechte keine toten Buchstaben sind, geht es jedenfalls. BIP rauf und runter hin oder her.
Peter Oertel, am 19. November 2017 um 13:45 Uhr
Herr Oertel, Sie scheinen einen Blackout nach dem anderen zu haben.
Sagen Sie uns woran Sie die Welt ablesen ?
Dem überwiegenden Teil der Bevölkerung des «Ostblocks», gegen es deutlich schlechter. Wer eine gute Qualifikation hat, ist weg. 80 % des Rotlichtmileaus in Mitteleuropa, machen Frauen aus Osteuropa aus.


Ich kam nicht darauf, das Russland in die Konflikte reinmanövriert wurde.
Es war der ehemalige langjährige Chefstratege der «Demokraten» Zbigniew Brzezinski.

Sie hätten nur den Beitrag im Link über seine Strategie lesen brauchen.
Alternativ können Sie die Original Fassung «The Grand Chessboard» oder die deutsche Ausgabe «Die Einzige Weltmacht lesen».

"Die Ukraine hat eine besondere Bedeutung im Spiel der Kräfte, trägt sie doch nach Brzezinski „durch ihre bloße Existenz“ zur Umwandlung Russlands bei.

„Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr. Es kann trotzdem nach einem imperialen Status streben, würde aber dann ein vorwiegend asiatisches Reich werden, das aller Wahrscheinlichkeit nach in lähmende Konflikte mit den aufbegehrenden Staaten Zentralasiens hineingezogen würde, die den Verlust ihrer erst kürzlich erlangten Eigenstaatlichkeit nicht hinnehmen und von den anderen islamischen Staaten im Süden Unterstützung erhalten würden.“"

Alternativ belesen Sie sich zum Thema «special Forces».
https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Army_Special_Forces_Command_(Airborne)
Dieter Gabriel, am 19. November 2017 um 14:03 Uhr
Ich komme der Sache langsam näher: Geopolitik als Schachspiel grosser Mächte. Das ist mit Verlaub genau der Kindergarten, den wir gelegentlich überwinden sollten. Leidigerweise sind die USA ausgesprochen lausige Vertreter der «westlichen Werte», weil sie sich eben genau als der führende Schachspieler verstehen - und natürlich auf der guten Seite. Als «Guter» darf man dann auf Menschenrechte, das Völkerrecht und sonst noch ein paar Werte getrost verzichten und - beispielsweise - im Ausland ohne Gerichtsverfahren auf Terroristen schiessen, ohne sich um die Umstehenden zu kümmern. Erstens ein Top-Verfahren, um den Terrorismus anzukurbeln, zweitens desavouiert man damit natürlich alle «Freunde», die versuchen, so etwas wie westliche Werte hochzuhalten.
Wie das oder die Brzezinski'sche Strategie oder die Lage auf dem eurasischen Kontinent oder die Chemtrails oder sonst irgendetwas Russland davon abhalten soll, seinerseits seine eigenen Grenzen zu respektieren oder den umliegenden Staaten auf Augenhöhe zu begegnen oder im eigenen Land eine Gewaltentrennung einzurichten oder mit Hilfe von Sozial- und Steuersystemen den Wohlstand im Land so zu verteilen, dass sich die IT-Fachleute nicht prostituieren müssen um in fernen Ländern die Bevölkerung zu verunsichern - das erklärt sich damit leider weniger.
Eine stärkere Linke wäre u. U. hilfreich. Und Forschung in den offenen Archiven. Und Bildung, um die Forschungsresultate zu verstehen.
Letztlich der Wunsch, erwachsen zu werden.
Peter Oertel, am 21. November 2017 um 18:00 Uhr

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