Eine zerstörte Turbine der abgeschossenen MH17 in der Ostukraine © Channelnews Asia

Eine zerstörte Turbine der abgeschossenen MH17 in der Ostukraine

Zwei Wege zum gleichen Ziel: Russland

Christian Müller / 04. Jun 2018 - Fall Skripal und Fall MH17: Mit ganz unterschiedlicher Taktik wird strategisch das gleiche Ziel verfolgt: Russland ist schuldig.

Am 25. Mai 2018 ging die Meldung durch die Weltpresse, dass es nun sozusagen klar sei, dass die über der Ostukraine abgeschossene Verkehrsmaschine der Malaysian Airlines MH17 von russischen Militärs abgeschossen worden sei. Ob die NZZ in der Schweiz oder die Financial Times in UK oder wo auch immer, viele haben diese Meldung gebracht, auch wenn nicht wirklich etwas Neues zu vermelden war.

Viele Leserinnen und Leser haben das sicher gesehen, zumindest überflogen, und sich, mit einiger Wahrscheinlichkeit, dabei gedacht: Klar, hat man ja schon immer vermutet. Dass der malaysische Verkehrsminister Anthony Loke nur fünf Tage später gegenüber Channel NewsAsia sagte, es gebe keine glaubhafte Bestätigung, dass Russland hinter dem Abschuss stecke, wurde in den Medien schon gar nicht mehr erwähnt, und dies, obwohl Malaysia als «Heimatland» der Malaysian Airlines direkt an den Untersuchungen zum Abschuss der MH17 beteiligt ist.

Genauer Hinsehen lohnt sich

Der Fall Skripal ist sicher noch in bester Erinnerung. Da wird auf einen Doppelagenten ein Mordanschlag verübt, im Agenten- und Doppelagenten-Milieu an sich nichts Weltbewegendes. Das eingesetzte Nervengift war in der Sowjetunion entwickelt worden, ist in diversen Dosen und Varianten allerdings auch in anderen Ländern vorhanden, aber allein schon die Frage «Wer kann am Verschwinden dieses Mannes mit seiner Tochter ein Interesse haben?» führte innerhalb von nur wenigen Stunden zur Antwort: Das kann nur Russland sein. Die Folge: Weltweit haben über 25 Länder zusammen über 150 russische Diplomaten des Landes verwiesen, eine sogenannt «solidarische» Aktion, um Russland zu zeigen, wer da Herr auf diesem Planeten ist.

Merke: Man fragte im Fall Skripal nur danach, wer an diesem Mordanschlag Interesse gehabt haben könnte – um bereits eine verbindliche Antwort zu finden! Die konkreten Untersuchungen sind noch immer nicht abgeschlossen, es liegen noch immer keine Beweise vor.

Ein ganz anderer Fall: der Abschuss der MH17

Ganz anders verlief der Fall der abgeschossenen malaysischen Verkehrsmaschine MH17 mit 300 Toten, darunter 80 Kinder. Die Frage, wer an diesem Abschuss ein Interesse gehabt haben könnte, wurde nie gestellt! Die Untersuchung lief von Anfang an nur in die eine Richtung: aufgrund der technischen Befunde zu beweisen, dass Russland dahinter steckte! Und jetzt, vier Jahre später, nicht ganz überraschend rechtzeitig vor den Fussballweltmeisterschaften in Russland, verkündet man der Welt lauthals, dass man jetzt sozusagen sicher sei, dass die Rakete, mit der die MH17 abgeschossen worden sei, aus Russland stammte. Also sei Russland für den Abschuss auch verantwortlich.

Warum hat man im Fall der MH17 die Frage nach den möglichen Interessen hinter diesem Abschuss nie gestellt? Genau, weil dann Russland als verantwortlicher und also schuldiger Staat klar ausser Betracht gefallen wäre. Warum sollte Russland ein Interesse daran gehabt haben, in der Ukraine ein ziviles Verkehrsflugzeug der Malaysia-Airlines mit mehrheitlich niederländischen Passagieren abzuschiessen? Man mag Putin mehr oder weniger mögen, er ist mit Sicherheit ein scharf kalkulierender Staatschef. Ein solcher Abschuss konnte nur eines mit sich bringen: Internationale Anschuldigungen, weltweite Vorwürfe, weltweiter Image-Verlust, Klagen vor internationalen Gerichten, hohe Entschädigungskosten, etc etc. Nur negative Auswirkungen!

Der einzige Staat, der ein Interesse am Abschuss der MH17 überhaupt gehabt haben könnte, war die Ukraine. Ziemlich genau ein halbes Jahr nach dem Putsch auf dem Euromaidan in Kiev und ein Vierteljahr nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges in der Ostukraine aufgrund zurückgewiesener Autonomie-Begehren hätte nur Kiev ein Interesse daran haben können, mit so einem Abschuss die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit in diese unbekannte Ecke Europas zu lenken und die von russischer Seite unterstützten Separatisten als Kriegsverursacher zu deklarieren. Hätte haben können! Alle anderen in diesen Konflikt Involvierten konnten klar kein Interesse haben an diesem Abschuss.

Die MH17 war vom Tower in Kiev nicht um das Krisengebiet herumgeleitet worden. Warum? Der Pilot wurde nicht angewiesen, höher zu fliegen. Warum nicht? Zur gleichen Zeit war ein Flugzeug der ukrainischen Luftwaffe Richtung Donbass unterwegs. Mit welchem Ziel? Ein involvierter Skyguide-Mitarbeiter vom Tower in Kiev ist seither spurlos verschwunden. In der Untersuchungskommission hat sich die Ukraine das Recht ausbedungen, im künftigen Untersuchungsbericht gewisse Ergebnisse abdecken zu dürfen. Die USA haben nie Satellitenaufnahmen dieses Gebietes zum kritischen Zeitpunkt freigegeben. Und und und.

Was am wahrscheinlichsten ist

Nach wie vor am wahrscheinlichsten ist, dass die Maschine zwar tatsächlich von der Seite der Separatisten und möglicherweise mit technischer Unterstützung Russlands abgeschossen worden ist, aber aus einem Missverständnis heraus, als klares Versehen, weil eigentlich das sich ebenfalls im nahen Anflug befindliche Flugzeug der ukrainischen Luftwaffe hätte abgeschossen werden sollen. Wer diese Fehlleistung, dieses Versehen, zu verantworten hätte, wäre dann eine weitere Frage. Aber heute interessiert nicht einmal mehr, wer auf den Knopf für den Abschuss gedrückt hat und wer dazu den Befehl erteilt hat. Allein der Umstand, dass es wohl eine Rakete aus russischen Beständen war, reicht aus für die Verkündung, Russland sei für diesen Abschuss «verantwortlich». (Rhetorische Frage: In wieviele Länder und an wie viele Aufständische weltweit liefern die USA andauernd Waffen?)

Zwei Wege, ein Ziel

Im Fall Skripal 'weiss' die ganze westliche Welt noch vor jeder Abklärung, dass nur Russland ein Interesse daran gehabt haben kann und deshalb alleinverantwortlich und schuldig ist – mit der Folge, dass in über 25 Ländern zusammen über 150 russische Diplomaten des Landes verwiesenen werden. Im anderen Fall wird nicht einmal die Frage gestellt, wer ein Interesse am Abschuss gehabt haben könnte, weil Russland dann ausser Betracht gefallen wäre.

So funktioniert der Informationskrieg des Westens gegen Russland. Auf welche Art auch immer argumentiert wird, so oder auch wieder ganz anders, oft entfernt von jeder Evidenz und Logik, Hauptsache bleibt: Russland ist der Alleinschuldige.

Die Taktik wechselt, die Strategie bleibt konstant. Der Westen muss einen Feind haben, damit Kriegsgefahr besteht. Und Kriegsgefahr ist dringend nötig, damit die Rüstungsindustrie liefern kann. Es geht nicht zuletzt auch um handfeste wirtschaftliche Interessen. Dass dabei tatsächlich ein Krieg entstehen kann, wird ganz einfach in Kauf genommen – wenn nicht sogar gewünscht. Leiden werden ja die – fernen – Menschen unter den Bomben, nicht jene, die die Bomben bauen...

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17 Meinungen

Zur Zeit werden beliebige Themenfelder dafür benutzt, man könnte auch sagen missbraucht, um auf Russland einzudreschen. So heute Morgen im Radio langfädige Berichte über Korruption und Unzulänglichkeiten im Zusammenhang mit der Fussball WM in Russland. Dass solche Anlässe meist mit Korruption verbunden sind (z.B. Brasilien, Katar) rückt aus dem Fokus und gibt wohlfeilen Anlass, das negative Bild Russlands weiter auszumalen.
Hermann K.J. Fritsche, am 04. Juni 2018 um 11:55 Uhr
Wie nur konnte 'der Westen' es wagen, der Öffentlichkeit solche Shows vorzuspielen?
- Wir leben im Jahr 2018. Immer mehr von uns haben einen klaren Kopf + können ermessen, was real abgeht + was reine Show ist.
- Trotzdem wagen 'sie' es tagtäglich + die Reaktion ist immer noch zu mager, um ihnen den Spass zu verderben ...
-- Gestandene 'Qualitätsmedien' machten beim schrägen Spiel wider besseres Wissen Bedenken-los mit.
-- Wir lassen es inzwischen zu, dass 'sie' uns tagtäglich 'ideologisch impfen'.

Was braucht es noch an Märchen, damit die westliche Öffentlichkeit sich endlich gegen solchen Quatsch wehrt?
Konrad Staudacher, am 04. Juni 2018 um 12:17 Uhr
Interessanter Artikel. Geht es um Russland/Putin ist eine fast schon irrationale Züge annehmende Feindbildprojektion bei vielen westlichen Journalisten und Politiker zu beobachten, welche weit über durchaus berechtigte Kritik hinausgeht. Jüngstes Beispiel ist wohl der inszenierten Fake-Mord am russischem Journalist #Babtschenko, wo umgehend Russland/Putin beschuldigt bzw. (vor)verurteilt wurde. So twitterte beispielsweise der vermeintlich objektive und der Wahrheit verpflichtete Deutsche Journalisten Verband (vgl. Nachdenkseiten oder Diskussion auf FB https://www.facebook.com/DJVde/) „Prominenter regierungskritischer Journalist #ArkadiBabtschenko in Kiew erschossen — Spätestens jetzt sollen die EU-Staaten ernsthaft über einen Boykott der #WM2018 nachdenken“.
Luzius Brotbek, am 04. Juni 2018 um 12:42 Uhr
@ Christian Müller,

in beiden Fällen werden wir belogen nach meinem Kenntnisstand der Vorgänge. Bei MH-17 habe ich schon 2014 geschrieben » wir werden erleben wie man uns ( A sinister plot worthy of Hollywood zeigen wird )
Wie man sieht ist, es genau so gekommen. Sie stellen auch die richtige Frage warum hat man noch nie etwas
über die Passagiere gehört. Was bei diesen geplanten Abschuss wichtig wäre. Ich habe mir die Passagier Liste angesehen, Namen sind genannt aber nur male oder female, wer waren die Passagiere wo wollten sie hin? hier liegt für mich der Grund des Mordanschlages.
Und man weiß es. Genau zu der Zeit lief das Nato Manöver mit dem Code Name ( BREEZE ) in der Ukraine, die Radaraufzeichnung würden es zeigen. Denn die AWACS und BOEING waren da. Da steckt bei diesen Anschlag mehr dahinter. Nach meinem Unterlagen zeigt sich eine ganz anderer Sicht. Mein tiefes Mitgefühl geht zu den Hinterbliebenen. MfG Werner Kämtner
Werner Kämtner, am 04. Juni 2018 um 13:02 Uhr
Eines dürfte auch klar sein. Es gibt kein Land in West-Europa, dessen Regierung sich in den mörderischen Verwüstungs-Kriegen im Nahen Osten und anderen Gebieten nicht mitschuldig gemacht hat. Wenn die Westeuropäer aus ganz unterschiedlichen Nationen eines gemeinsam haben, dann ist es diese Mitschuld an den verheerenden Kriegen der letzten Jahrzehnte. Anstatt gegen diese westlichen USrael-Mord- und Kriegs-Karawanen zu protestieren, erfreuen sich die Aktionäre am steigenden BIP aufgrund der einträglichen Rüstungsgeschäfte und am steigenden Aktienmarkt. Gleichzeitig wird die Meinung der verzerrten West-Presse im Brustton der Überzeugung vertreten. Jeder West-Europäer – egal welcher Nation er/sie angehört – kann sich für seine Regierung und den dazugehörigen Oberschichten und deren Machenschaften in Sachen Krieg im Ausland – mehr oder weniger – in Grund und Boden schämen – die sog. neutralen Länder miteingeschlossen.

Aber eben, wer stört sich heute schon an moralischen Bedenken, an Vertragsbrüchen, an nicht eigehaltenen Menschenrechten oder Völkerrechten? Nur, die Retour-Kutsche kommt bestimmt. Vor allem die Kinder und Kindeskinder werden dafür die Rechnung bezahlen müssen.

Völkerrecht oder Untergang
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24899
Elisabeth Krail, am 04. Juni 2018 um 14:31 Uhr
Ausgezeichnete Analyse! Ich habe beide Fälle auch auf RT verfolgt und da war die Analyse messerscharf. Der russische Raketenhersteller hatte den Cockpit rekonstruiert und den Einschlag der älteren Rakete (aus alten russischen Beständen) mit dem der modernen Version der russischen Armee verglichen, mit einschlägigen Resultaten: auch die ukrainischen Streitkräfte hätten sie abfeuern können. Und im Falle Skripal war das Gift auf dem Griff der Haustür gestrichen worden, worüber Putin ob diesem Amateuranschlag herzlich lachen musste... Der letzte Absatz trifft den Nagel auf den Kopf. Was die USA ausserdem befürchtet ist, dass Europa und Russland einen gemeinsamen Wirtschaftsraum bilden. Das muss natürlich unter allen Umständen verhindert werden. Wie lange bleiben wir Europäer eigentlich noch blind gegenüber der Frage, wer die grösste wirtschaftliche Gefahr für die USA darstellt?
Michel Mortier, am 04. Juni 2018 um 15:02 Uhr
Das Problem bei Russland ist halt, dass es sich seine Glaubwürdigkeit in diesem Fall - und nicht nur in diesem - mit immer neuen Theorien zum Abschuss verspielt hat. Ein Verwirrspiel mit teilweise sich wiedersprechenden Erklärungen.

Mit der «cui bono"-Argumentation, die Christian Müller bemüht, lässt sich ziemlich alles und nichts anzweifeln. Man könnte auch fragen: Was nützt es Russland, eine Resolution zur Untersuchung des MH17-Abschusses zu blockieren, falls es nichts mit dem Abschuss zu tun hat?

Ob es eine Fehlleistung bzw. Irrtum war - was ich wie der Autor für die wahrscheinlichste Variante halte - ändert nichts an einer Mit-Verantwortung Russland. Eine Verantwortung, die sich nicht wie der Autor schreibt - nur deshalb ableitet, weil die Rakete aus russichen Beständen stammt. Die Ermittler haben auch russische Militärs identifiziert und der Weg des Flugabwehrraketensystems bis zum Einsatzort dokumentiert. Abgesehen davon steht Russland in der Verantwortung, sich an der Aufklärung zu beteiligen.
Thomas Neuenschwander, am 04. Juni 2018 um 19:18 Uhr
Sehr stark stützen sich die Anschuldigungen gegen Russland auf Bellingcat.
Der Fachmann Elliot Higgins gründet Bellingcat.
Er hat immerhin ein abgebrochenes Studium aufzuweisen !

https://de.wikipedia.org/wiki/Eliot_Higgins

"Eliot Higgins war nach einem abgebrochenen Medienstudium als Finanzsachbearbeiter für einen Textilhersteller, danach für ein Wohnheim für Flüchtlinge tätig."

zu Bellingcat
https://de.wikipedia.org/wiki/Bellingcat

"Im Mai 2015 veröffentlichte die Gruppe einen Bericht,[8] der belegen soll, dass die von Russland vorgelegten Luftbilder mit ukrainischen Waffensystemen verändert worden seien und die Datierung nicht stimme.[9][10][11] Viele Medien übernahmen die Darstellung von Bellingcat.[12]

Der Bildforensiker Jens Kriese erklärte in einem Interview mit dem Spiegel am 3. Juni 2015, dass die von Bellingcat verwendete Analyseform für Bildveränderungen wissenschaftlich nicht beweisfähig sei, da es auch aufgrund deren Interpretationsbedürftigkeit dazu keine Fachpublikationen gäbe. Zudem hätte Bellingcat nur die für die öffentliche Präsentation bearbeiteten Bilder untersuchen können und keine Originale.[13] Aussagefähig seien nur die Rohbilder, die natürlich unter Verschluss seien. Auch der Gründer der Analyseseite fotoforensics.com, die von Bellingcat verwendet worden war, distanzierte sich von deren Schlussfolgerungen bezüglich der Bildbearbeitungen. «


siehe auch Aussage Luftwaffen General der Bundeswehr Hagena
https://www.youtube.com/watch?v=m1rpXZOS-9Q
Dieter Gabriel, am 04. Juni 2018 um 20:57 Uhr
Verbreitet jetzt Infosperber Verschwörungstheorien? Die Frage ist absolut berechtigt ob des vorliegenden Artikels. Dass es im Rechtsaussen-Lager viele Sympathien für den Antidemokraten Putin gibt, ist ja bekannt - Putin unterstützt rechtsextreme Parteien in Westeuropa logistisch und finanziell.
Alois Amrein, am 04. Juni 2018 um 22:24 Uhr
Guten Morgen, besten Dank für diese Zeilen. Zur Frage „wer profitiert“ denke ich. Käme es zu einer Annährung zwischen Russland und Europa, wären der grosse Bruder USA nicht mehr der Hort des Guten. Und das gilt es mit allen Mittel zu verhindern, denn es geht um handfeste wirtschaftliche Interessen.
Wenn heute viele Journalisten - Private als Öffentlich Rechtliche, bei Thema Russland alle Professionalität über Bord werfen, ist das ein Eigentor, denn auf die Länge wirken viele Berichte über Russland einfach nur noch lächerlich (man beachte zum Beispiel: der Irak, Libyen etc. wurden befreit, die Krim hingegen annektiert).
Guido Besmer, am 05. Juni 2018 um 06:41 Uhr
Sicher, auch Putin ist kein Engel, sonst wäre er nicht auf seinem Posten. Nur, vergleicht man die Aussenpolitik Russlands mit derjenigen der Westmächte, dann ist festzustellen, dass der Westen in den letzten Jahrzehnten immer irgendwo auf dieser Welt mit verlogenen Begründungen entsetzliche Kriege anzettelt und unterhält, während Russland bestrebt ist, sein Riesenreich nach dem Zerfall der Sowjetunion wieder auf die Beine zu stellen und seine Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Diesbezüglich kann Putin einen hervorragenden Leistungsausweis vorweisen – im Gegensatz zu den westlichen Regierungen, wo die Bevölkerungen von unten gegen Mitte verarmen.

Russland hat keine Kriege gegen Länder angezettelt und dabei die Welt angelogen, wie der Westen – gegenwärtig vor allem in Syrien und – im Jemen –, wo die Bevölkerung ausgehungert wird, während sie an Krankheiten verrecken kann. Westliche Rüstungs- und Nachschubgüter unterstützen diese Massaker nach Kräften. Wo hier Bös und Gut liegt, ist nicht schwer auszumachen. Ganz zu schweigen von den Lügenmedien und eines völlig manipulierten Finanzsystems, in dem die Oberschichten reich und reicher werden, während die Unter- und Mittelschichten in die Verarmung abgleiten. Und es wird munter weiter gelogen. Da wird gar die Auferstehung zur Realität. Nicht zu fassen!

Die eine Frage, die wir alle zur Russland-Hysterie des Establishments stellen sollten
https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/russland-hysterie/
Elisabeth Krail, am 05. Juni 2018 um 09:05 Uhr
@ A. Amrein: Wollen sie uns bitte teilhaben lassen an ihren Quellen? Traditionell bedient sich die NATO und ihre Partner nämlich bei Bedarf rechtsextremer Strukturen... vgl. Gladio, Anschlag von Bologna, Putsch in der Ukraine etc... also liefern sie mir doch bitte ein paar Hintergründe, vielen Dank.
Stefan Rey, am 05. Juni 2018 um 10:31 Uhr
Hey Kommentatoren,

Die ganze Medienwelt hält uns für zu dumm um ihren Schwachsinn zu begreifen, deshalb werden wir nur mit Nebelkerzen überschüttet.
Möchte Euch einen Link schicken sehr lesenswert :
http:// infowars.com/soros-admits-responsibility-for-co... lest es 28.02.2015 MfG Werner Kämtner
Werner Kämtner, am 05. Juni 2018 um 16:35 Uhr
@Dieter Gabriel: Diese Tatsachen zu Bellingcat waren mir nicht bekannt, interessant. Das meine ich ernst.

@Stefan Rey: Das hätten sie auch selbst recherchieren können, aber bitteschön: http://www.sueddeutsche.de/politik/russland-und-der-front-national-analyse-le-pens-draht-nach-moskau-1.3387671
http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-wladimir-putins-rechtsextreme-freunde-in-europa-a-1075461.html
Das ändert natürlich nichts daran, dass möglicherweise auch die NATO Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen hatte. Aber offensichtlich nicht in dem Ausmass und in jüngerer Zeit.
Thomas Neuenschwander, am 05. Juni 2018 um 20:35 Uhr
Danke für den interessanten Artikel. Weiter dran bleiben!
Spannend, dass sich soviele Kommentatoren an der Diskussion beteiligen.
Wo die Wahrheit liegt ist im nachhinein schwer feststellbar.
Schade das den westlichen Medien jede Propaganda recht ist um Stimmung gegen Russland zugunsten eines höheren Militärbuget ist.
Nun ja dank den Onlinemedien tröpfelt ein wenig Sonnenschein durch die Nebelbetarden der Nachrichtenagenturen.
Daniel Bertschi, am 08. Juni 2018 um 01:16 Uhr
@ T. Neuenschwander: Gefällt mir sehr gut, ihr Humor! Spiegel /Süddeutsche/ FAZ etc. sind in dem Zusammenhang etwa so ernst zu nehmen, wie RT auf der anderen Seite, da sind wir uns wohl einig.
@ alle: Christian Müller mag manchmal etwas über das Ziel hinausschiessen, ich kann seine Haltung aber gut nachvollziehen. Auch ich verzweifle oft fast daran, dass heute Kritik am einen automatisch heisst, Freud des anderen. Fragen stellen ist sowieso «verboten"(-> Ganser). Dieses permanente Schubladisieren ist die eigentliche Katastrophe, das eigentliche Verbrechen der Propaganda-Leitmedien! Mit Leidenschaft präsentierte, alternative Fakten können also durchaus helfen. Medienkompetenz heisst, wieder lernen selber zu denken, jenseits von diesen tausendfach in die Gehirne gehämmerten Glaubenssätzen und Vorurteilen... (vgl. z. Bsp. auch Prof. Mausfeld...) schönen, erfolgreichen Tag an alle, mfG
Stefan Rey, am 08. Juni 2018 um 11:17 Uhr
@Stefan Rey: Da sind wir uns ganz und gar nicht einig. RT wird vom russischen Staat finanziert.

Fragen stellen ist nicht verboten. Fragen stellen alleine hat aber nicht viel mit Wissenschaft/Forschung zu tun. Das Ziel der Wissenschaft ist es, Fragen zu beantworten. Ganser stellt seit Jahren die gleichen Fragen/Mutmassungen - ohne sie beantworten zu können. Gleichzeitig betont er ständig seine Rolle als Forscher und Historiker hin Wissenschaftlichkeit. Das passt nicht zusammen.
Thomas Neuenschwander, am 08. Juni 2018 um 20:48 Uhr

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