Kashoggi: Die trivialste Frage

Urs P. Gasche © Peter Mosimann
Urs P. Gasche / 21. Okt 2018 - Kashoggi ist definitiv im Konsulat umgekommen. Die drängendste Frage lautet: Wo ist sein Leichnam?

Saudi-Arabien hat nach längerem Lügen offiziell zugegeben, dass Kashoggi im saudischen Konsulat von Instanbul umgekommen ist.

In der Berichterstattung darüber fiel auf, dass fast kein Journalist, kein Politiker, auch Präsident Trump nicht, die sich sofort aufdrängende Frage stellte, was denn mit Kashoggis Leichnam passiert sei.

Warum nur forderten Journalisten, Politiker und die Regierungen der USA und Europas nicht sofort lautstark Auskunft darüber, wo sich Kashoggis Leichnam befindet?

Ich kann es mir nicht erklären.

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Keine

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8 Meinungen

Ja, das habe ich mich auch umgehend gefragt. Könnte mir aber denken, dass die türkische Regierung die Frage gestellt hat und das im Stil der bisherigen dosierten indirekten Kommunikation gelegentlich preisgibt, um Saudiarabien unter Druck zu halten.
Matthias Wiesmann, am 21. Oktober 2018 um 13:39 Uhr
Sehr richtig. Ich habe gelesen, die Frage sei dem saudischen Sprecher gestellt worden un dieser habe geantwortet, die Leiche sei einem «örtlichen Mitarbeiter übergeben worden, weshalb er nicht wisse, wo sich diese befinde». Und niemand fragte, wer dieser sei und wo er sich befinde,. Ja so leicht lassen die Journalisten - auch in anderen punkten - die Verantwortlichen sich aus der Affäre ziehen!
Giusep Nay, am 21. Oktober 2018 um 14:18 Uhr
Es ist ja nicht unüblich, dass Machthaber Leute die ihren Interessen zuwiederhandeln liquidieren lassen. Das war bei Saddam so und das ist es bei den Sauds. Nur, bei den einen, den guten Geschäftsfreunden wie unseren Waffenkunden und Öllieferanten, wird nach einer kurzen propagandistischen Skandalisierungsphase, wieder die profitable Normalität eintreffen und die Geschäfte werden weitergehen. Bei den Bösen aber, den Putins, den Mullahs oder Ghadaffis, da gibt es Sanktionen oder sie werden ihrerseits liquidiert. Das ist normale imperiale Geopolitik und die Schweiz ist fröhlich mit dabei.
Liquidationen geschenen aber auch in sogenannten Demokratien wenn Kungeleien von Wirtschaft, Justiz und Politik vor dem Licht der Öffentlichkeit geschützt werden sollen. Malta, die Slowakei oder die Türkei, sind nur ein paar Beispiele der letzten Zeit, wo korruptionskritischer Journalismus tödlich geendet hat. Interessanterweise ist da die Halbwertszeit der Empörung ziemlich kurz, geht es doch auch da darum, die guten wirtschaftlichen Beziehungen nicht allzusehr zu strapazieren und das selbstverständlich nie wegen der Profite, nein, nein nur um Arbeitplätze nicht zu gefährden. Welch verlogene Welt.
Hanspeter Gysin, am 21. Oktober 2018 um 15:03 Uhr
Das habe ich mich auch gleich gefragt, geschätzter Herr Gasche. Nun, ein anonymer saudischer Beamter hat gegenüber der NYT erklärt, man habe die Leiche «einem lokalen Kollaborateur übergeben», der Sie wegschaffen sollte; man wisse also selber nicht, wo sie sich befinde.... Das klingt derart stümperhaft, dass es wohl einfach eine weitere dumm-dreiste Lüge ist. Und wenn schon: Die Saudis hätten, wenn es denn sein müsste, zweifellos die Mittel, diesen Kollaborateur aufzuspüren und ihn freundlich einzuladen, den Standort der Leiche bekanntzugeben. Es ist UNFASSBAR, aber auch bezeichnend, mit welcher Arroganz die Weltöffentlichkeit und insbesondere deren westlicher Teil hier für absolut blöd gehalten wird. Und die UNO ? Aha, der Herr Generalsekretär hat den Angehörigen kondoliert, aber vielleicht könnte man ja noch etwas nachlegen. Saudi-Arabien wurde übrigens im April 2017 in die UN-Frauenrechtskommission gewählt (mit den Stimmen von mindestens 5 EU-Ländern) und gehört selbstverständlich auch zum 2006 gegründeten, 47 Mitglieder zählenden «Menschenrechtsrat». Ironie aus.
Jürg Fehr, am 21. Oktober 2018 um 16:03 Uhr
Das Nächste ist sehr oft dasjenige, was man nicht sieht, oft nicht sehen will.
Pirmin Meier, am 21. Oktober 2018 um 18:40 Uhr
Khashoggi ein saudischer Journalist wurde in Istanbul bestialisch ermordet. Wo ist seine Leiche, fragt mit Recht Urs. P. Gasche. Schon Jahre vor diesem Mord hätten wir versuchen müssen zu verhindern, dass Saudi-Arabien mit der Hilfe der USA und Grossbritanniens im Jemen Krieg führen kann. Ohne die Kriegsmaterialexporte des Westens wäre dieser Staat nicht in der Lage gewesen im Jemen Krieg zu führen. Fast 100'000 Menschen wurden im Krieg in Jemen schon getötet. Die Waffenexporte der Schweiz nach Saudi-Arabien gingen in den letzten Jahrzehnten dennoch weiter, obwohl nach der Kriegsmaterialverordnung es nicht erlaubt gewesen wäre Waffen an Staaten zu liefern die Kriege führen und die Menschenrechte mit den Füssen treten. Auch die Pensionskassen, die Nationalbank, die Banken investierten weiter in Konzerne die Waffen für den Krieg im Jemen produzieren. Die Aktienkurse der Rüstungsindustrie steigen, es wird jubiliert. Es ist Krieg, freut euch! Pensionskassen, Banken, Versicherungen, die Nationalbank, Pensionskassen, auch die Pensionskasse der Stadt Zürich wie der SBB investieren vermutlich weiter in die profitable Rüstungsindustrie, mit dem Segen von Bern. Nur der Dumme macht da nicht mit. Bertha von Suttner schrieb zwar vor weit über hundert Jahren das Buch Die Waffen nieder. «Die Waffen nieder, sag’s vielen, vielen», meinte dieser mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Gutmensch.
Heinrich Frei, am 22. Oktober 2018 um 05:22 Uhr
Das Kashoggi-Narrativ ist doch spannende Unterhaltung für die Öffentlichkeit. Eben Shoggi-Narrativ zum süchtig werden. Wieviel Wahrheit und wieviel Verlogenheit darin enthalten sind, weiss kein Leser wirklich. Das Spiel der Spekulationen und die damit in Gang gebrachten ideologischen Gehässigkeiten bei den Lesern sollen gesteuert auf Hochtouren gebracht werden. So sind die Menschen wirksam abgelenkt von den derzeit tatsächlich schwerwiegenden politischen und wirtschaftlichen Abläufen.
Elisabeth Krail, am 22. Oktober 2018 um 09:39 Uhr
leider muss ich feststellen, dass dieser Artikel so ziemlich einseitig geschrieben wurde. Was ist eigentlich bewiesen ? Meiner Meinung nach gar nichts.
Aber man tut sich halt so gütlich im «christlichen» Europa (von den USA will ich mal nicht reden) wenn man von anderen Volksgruppen spricht/schreibt ach wie grausam sind sie ....
von wegen .....
die Grausamkeit unserer europäischen sogenannten «Werte» ist um nichts besser.
Also dieser Artikel ist nun mal nicht sehr geeignet eine objektive Meinung zu vertreten. Schade !
monika el-seroui, am 23. Oktober 2018 um 08:47 Uhr

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