Diesmal darf gelacht werden

Christian Müller © aw
Christian Müller / 28. Sep 2020 - Keine Unterstellung unter die NATO, aber NATO-gesteuerte Kampfjets? So sieht's die «Gruppe Giardino».

Politisch Interessierte erinnern sich:

«Zur Person von J. L.: Ein Ar....... ist und bleibt ein Ar.......!!! Schade, FL hat die falschen getroffen!!›, schreibt ein gewisser Walter Liechti auf der Website der Gruppe Giardino in seinem Kommentar zum Bericht ‹Die GSoA will die Schweiz entmilitarisieren›. Das ist unmissverständlich auf den ehemaligen Nationalrat Jo Lang gemünzt, der am 27. September 2001 als Parlamentarier im Zuger Kantonsratssaal sass, in dem der Attentäter Fritz Leibacher 14 Politiker während der Sitzung des Parlamentes erschossen hatte.»

So berichtete im April 2014 die Luzerner Zeitung. Aber der – zwischenzeitlich verstorbene – Präsident der «Gruppe Giardino für eine glaubwürdige Miliz», der Luzerner Ex-FDP-Kantonsrat Hermann Suter, weigerte sich damals, diesen Eintrag zu löschen.

Wo es um Leben und Tod geht, gibt es nichts zu lachen.

Neu im Vorstand der «Gruppe Giardino» sitzt ein Alexander Steinacher, Adj Uof aD, pens. Postbetriebsleiter. Im Juli 2020 schrieb er auf eben dieser Website:

«Die Aussicht auf eine zukünftige ‹Schweizer Armee› ohne Flugwaffe, dafür aber auf dem Boden mit einem notdürftig zusammengewürfelten Multikulti-Haufen, dürfte an der Eigenmotivation im Sinne der jetzigen Bundesverfassung (jeder Schweizer ist wehrpflichtig) weitere Verluste nach sich ziehen. – Schweizer! Seht ihr die zwangsläufigen Folgen? ( … ) Chaotische Zustände, Führungsprobleme und zunehmende Untauglichkeit zur ursprünglichen Verfassungs-Aufgabe erfordern ein Auflösen dieser rudimentären Rest-Armee und Übertragung der Aufgaben an eine reine Söldnerarmee, die dann allerdings von Anfang an dem Kommando der NATO unterstellt würde!

Das würde bedeuten:
– Souverän und Regierung Schweiz: keine Kontrolle mehr.
– Söldnermotivation ist Geld und Abenteuer, keine Idee mehr von Selbstverteidigung der eigenen Gesellschaft.
– Pflichtkosten der Schweiz (ohne Referendums-Möglichkeiten) zahlbar an NATO; eventuell ein Mehrfaches unseres bisherigen Armee-Budgets.

Kurzversion: Die Schweiz darf nicht unter die Kontrolle der NATO kommen.»

Gestern, 27. September, zehn Wochen später, schrieb der gleiche Alexander Steinacher in einem an eine unbekannte Anzahl Empfänger (darunter auch Christian Müller von Infosperber) verschickten E-Mail wörtlich:

«50,1% ja zur Kampfflugzeugbeschaffung!

Von Alexander Steinacher, VS-Mitglied der Gruppe-Giardino für eine glaubwürdige Milizarmee

Wir sind gern positiv und sagen, das Glas ist mehr als halbvoll, und nicht es ist halb-leer! Aber Achtung! 50,1% Ja; Das ist kein Sieg. Unsere Sicherheit, unser Potenzial zur Selbstverteidigung scheint dem Zufall anheim gestellt zu werden.

Daraus ergibt sich die Aufgabe: wir müssen uns weiter in höchstem Masse anstrengen, das Selbstverteidigungsrecht für unsere freie, unabhängige, neutrale Nation (wenn wir das immer noch wollen) zu erklären und auch den eingebürgerten unter linker Influenza leidenden Bürgern verständlich zu machen.

Die heutigen Propagandamedien-Feiern für den Sieg gegen die Selbstkontrolle der Masseneinwanderung mit allen negativen Konsequenzen, und der aus der gleichen argumentativen Kiste stammenden, repetierten Volksgehirn-Verführungskünste gegen eine Respekt erzeugende Unterstützung unseres natürlichen Rechts auf Selbstschutz und Verteidigung, zeigen bezogen auf das der Verfassung entsprechende Bild des Eidgenossen eine gesellschaftliche Persönlichkeitsveränderung. Leider im Sinne der Abschaffungs-Ideologien des sozial-demokratischen Parteiprogramms.

Ahnungslosigkeit ist nicht strafbar und nur mit höchster Anstrengung ‹therapierbar›. Das aber ist ab sofort unsere Aufgabe. Wir dürfen dabei keine Fehler machen.»

Ende Mail von Alexander Steinacher.

Dass die Kampfjets, die mit einer Zustimmung von nur 50,1 Prozent nun wohl angeschafft werden dürfen, technisch und elektronisch vollständig von der NATO abhängig sein werden, wie es selbst das VBS offenherzig zugegeben hat, hat Alexander Steinacher offensichtlich übersehen.

Keine Unterstellung unter die NATO, aber Kampfjets mit NATO-Steuerung? «Ahnungslosigkeit», so Alexander Steinacher, «ist nur mit höchster Anstrengung ‹therapierbar›». Zumindest diesmal darf über einen Giardino-Kommentar gelacht werden.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

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3 Meinungen

Dummheit ist eben auch in der Schweiz immer noch nicht illegal. Aber die Flugzeugfreunde sind immer noch wenigstens einen Krieg im Rückstand.

Nicht gerade Öllampen, aber doch überholte Kriegsinstrumente...
Josef Hunkeler, am 29. September 2020 um 09:12 Uhr
Bei diesem Gerangel um Armee und Flugzeuge geht immer wieder ein anderer Blickwinkel verloren. Warum muss die Schweiz immer den veralteten Schrott überteuert zusammen kaufen. Moderne Luftraumsicherung geht heute anders. Quadcopter Drohnen, billig, ausgerüstet mit High-Tech Bordcomputer und Schwarmintelligenz, Reichweite 12 km Höhe, kleiner als 1 m2, sind fähig in der Luft zu stehen und können feindliche von eigenen Triebwerken unterscheiden um als Kamikaze in diese Triebwerke zwecks Zerstörung hinein zu fliegen. Als Modellbauer habe ich selber mit solchen Drohnen Experimentiert, mit Kamera-Auge on Bord, GPS, intelligente Selbststeuerung, usw. Für das Geld was 1 Flieger kostet, könnte man über 5000 solcher Drohnen erwerben, welche untereinander kommunizieren können, um Abfang oder Beobachtungsaufgaben zu tätigen. Ohne die Gefahr, das Leben eines Piloten gefährden zu müssen. Klein, schnell, gefährlich, fast geräuschlos, das Bordradar eines Kampfjets ist blind für die kleinen Dinger, es denkt es sei allenfalls ein Vogel. Kein Mach 2 Flieger würde keine Kollision mit so einer Minidrohne überstehen, die in Wasserstoff eingebettete Batterie ist zugleich ein effektiver Sprengsatz. Jede Studentengruppe der ETH im 3ten Studienjahr könnten solche selber bauen und programmieren. Solange unsere Armee eine reine defensiv-Armee ist, bin ich für einen sinnvollen Schutz durch eine solche Armee. Aber Bitte Zeitgemäss und Modern.
Beatus Gubler, am 29. September 2020 um 12:48 Uhr
Alle NATO-Kampfjäger müssen über Träger-Einrichtungen für 'kleine' Atombomben (sog. Gefechtsfeldwaffen oder Mininukes) verfügen. Alle NATO-Kampfjet-Piloten müssen den Abwurf von entsprechenden Attrappen üben, auch im Rahmen von Manövern.
Wie steht es um dieses Feature in der Ausschreibung der CH-Luftwaffe ?
Wenn die bisher geheimgehaltenen Daten über laufende Kosten beim längst entschiedenen US-Typ F18 veröffentlicht werden, zur Not auch durch einen Whistleblower oder Hacker, wird noch ein Referendum ergriffen. Bisher wurde nur über Beschaffungskosten entschieden. Diese fallen zum Schein niedrig aus, wenn z.B. die im Rahmen von Wartung ständig zu erneuernden Teile bei Jets total überteuert sind.
'Militärischen Geheimhaltung' ist eine faule Ausrede und arglistige Täuschung des gemeinen Volkes, wenn 'Vertragsteile über laufende Kosten' nicht transparent gemacht werden.

Ich frage mich schon lange warum das Trump-Lager u. die US-Pharmakonzerne nicht mit Sanktion/Erpressungen gegen die Schweiz vorgehen, wie sie die staatliche Souveranität von D und der D-Autoindustrie verletzen. Die Libertären lieben DEALS. Nehmt ihr US-Kampfjets für viel mehr als 'gesamt' 6 Mrd.USD, dann gehen wir nicht gegen eure Pharmakonzerne vor.
Dazu besteht ein wohl begründeter Anfangsverdacht und nicht so wenige Verschwörungstheorien (üble Übersetzung von 'conspiration' US-engl.) stellen sich nach Deduktion, Empirie, Induktion doch als 'richtig' heraus.
Ludwig Pirkl, am 29. September 2020 um 13:32 Uhr

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