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Petition24 ermöglicht das Sammeln von Unterschriften online

«Sehr geehrte Frau Bundespräsidentin»

Christian Müller / 05. Jun 2017 - Die Spartenradios der SRG sollen reduziert werden, fordern Politiker. Dagegen werden jetzt Unterschriften gesammelt – online.

«Sehr geehrte Frau Bundespräsidentin

Sehr geehrter Bundesrat

Sehr geehrte Ständerätinnen und Ständeräte

Sehr geehrte Nationalrätinnen und Nationalräte

Am 13. Februar 2017 hat die nationalrätliche Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) eine Motion überwiesen, die den Bundesrat auffordert, die Anzahl Spartensender wie Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic, Radio Swiss Jazz, Virus, Musikwelle oder RTS Option Musique zu reduzieren, die «keinen eigentlichen Service public-Auftrag wahrnehmen». Dadurch, so die Kommission, könnten mehrere Millionen Franken eingespart und die Gebühren entsprechend gesenkt werden.

Nun nehmen diese Spartensender nicht nur ihren von Gesetz und Konzession vorgeschriebenen Kulturauftrag wahr, sondern erfüllen auch ihren Service public-Auftrag in geradezu exemplarischer Weise. Sie alle berücksichtigen das Schweizerische Musikschaffen mit einem prozentualen Anteil von 30-50%. Sie sind als Minderheitensender deshalb per se 'service public pur'.

Mit der Abschaffung dieser kostengünstigen Spartensender werden zudem keine wesentlichen finanziellen Einsparungen erzielt. Hingegen entfallen dann tausende Franken an Urheberrechtsentschädigungen, die für das Überleben der Schweizer Tonkünstler vital sind. Angesichts dieser Tatsachen bitten die unterzeichnenden Institutionen und Privatpersonen, von einer Reduktion der SRG-Spartensender abzusehen und stattdessen ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in einem vernünftigen Rahmen weiterzuentwickeln und zu modernisieren.»

Veröffentlicht worden ist dieser Offene Brief auf der Website Petitionen24. Die ist speziell dazu da, dass Petitionen aus der Bevölkerung ohne grossen finanziellen Aufwand organisiert werden können. Konkret: Mit dieser Plattform können hochrationell Unterschriften gesammelt werden – online! Denn am Ende des Briefes kann man sich mit einem Klick der Petition «Hände weg von den Spartenradios» anschliessen. Je mehr Unterschriften, umso mehr politisches Gewicht erhält der Offene Brief bzw. die Petition.

Ich, Christian Müller, Autor dieser Zeilen, habe den Klick natürlich gemacht. Ja, klar, ich bin ein begeisterter Radio-Hörer, vor allem auch im Auto, wo ich nicht lesen kann. Aber nicht nur deshalb. Auch mein Vater gehörte zu den Freizeit-Komponisten und hat – damals – einmal sogar einen Gassenhauer gelandet. Vor allem mit dem Lied «Wenn eine tannigi Hose het», das nicht nur in vielen Schulstuben und Ferienlagern gesungen wurde, sondern auch im Film «Mein Name ist Eugen» prominent zu hören war (zu hören und zu sehen, hier!). Und später auch im äusserst eindrücklichen Film «Der Verdingbub». Aber auch als Vorlage für ein äusserst populäres Stück der Dixieland-Jazzband Harlem Ramblers diente der Kanon (hier anklicken, dann kommt das Video mit der Dixieland-Version des Liedes!).

Vielleicht deshalb hat man auch mir die Petition «Hände weg von den Spartenradios» zugemailt, mit Erfolg, wie man sieht: eine Unterschrift mehr!

Ja, die Radio-Hörer, die sich für die Erhaltung der SRF Spartenradios einsetzen, haben recht. Ihr Einsatz für die einheimischen Tonkünstler ist gerechtfertigt. Aber nicht nur das: Unser Land ist seiner Vielfalt wegen weltberühmt, nicht nur wegen der imposanten Schneeberge, wegen der Kappelbrücke in Luzern und dem sonnigen Lago Maggiore, auch wegen der vielfältigen Kultur! Zwischen Genf und St. Margrethen, zwischen Basel und Chiasso soll möglichst viel Platz haben – auch viele Spartenradios!

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Der Autor ist der Sohn von Otto Müller-Blum, der den Kanon "Wenn eine tannigi Hose het" komponiert hat. Ob dieser Kanon schon in einem Spartensender gesungen oder gespielt worden ist, entzieht sich allerdings seinen Kenntnissen.

Weiterführende Informationen

Mehr Papi-Zeit dank dem Netz (aus der NZZ )

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Eine Meinung

Mich würde dann ganz einfach mal interessieren, wie sich diese 'Abschaffer' danach die Programmgestaltung vorstellen!
Michael Haggenmacher, am 05. Juni 2017 um 11:24 Uhr

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