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Redaktionen von «Rundschau», «Kassensturz» und «ECO» wehren sich gegen den Sparkurs der SRG

SRF: Redaktionen fordern Ende der Sparpolitik

Robert Ruoff / 08. Jul 2020 - Eine Resolution für starke Information sieht den Recherchejournalismus bedroht.

Kleine Beobachtungen führen manchmal zu einer grösseren Geschichte. Wenn eine Sendung wie «Zäme dihei» unter anderem an der Abwesenheit des Star-Moderators scheitert, weil Nik Hartmann gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten als Moderator auftreten sollte, wenn die «Rundschau» zwischen Scoop und «Bunte Illustrierte» pendelt, wenn eine Flaggschiff-Sendung wie die «Arena» während Monaten nach ihrer passenden Form sucht und schliesslich in die Krise schlittert, oder wenn der «Club» sich am überhöhten Anspruch übernimmt, dann wird man stutzig. Und wenn sich Abgänge als Krisensymptome entpuppen, wie etwa jener von Marc Meschenmoser, der SRF unter anderem deshalb verlassen hat, weil die interregionale Rechercheredaktion, die er leiten sollte, von der Generaldirektion aus Spargründen immer wieder auf Eis gelegt wurde. Wenn einem all das und mehr vor die Augen kommt, fragt der aufmerksame Beobachter dann doch nach den Gründen.

Der Verdacht

Wer das Programm des Schweizer Fernsehens im Allgemeinen und seine Informationssendungen im Speziellen über eine gewisse Zeit verfolgt, wird bei wiederkehrenden Symptomen die Gründe nicht zuerst beim Unvermögen der gemeinen Fernsehschaffenden suchen. Die schwankende Qualität mag genauso an fehlender publizistischer Führung liegen – manche Schwächen ziehen sich über die ganze Breite der Hintergrundsendungen –, oder an fehlenden tragfähigen publizistischen Konzepten.

Und schliesslich erinnert man sich beim Blick auf die jahrelange Ära der Sparpolitik an eine zentrale Feststellung: In der Zeit der gedeckelten Einnahmen und des grossen Werbeeinbruchs reichen ganz einfach die finanziellen Mittel nicht mehr, um die Strukturen und das Angebot aus den fetten Jahren mit einer stabilen Qualität zu realisieren. Das gilt selbst mit dem Zustupf von 50 Millionen Franken aus der Medienabgabe, der ab 2021 kommen soll.

Es fehlt an Geld, es fehlt an Ressourcen und es fehlt an Kapazitäten, um den Service-public-Auftrag mit stetiger Qualität zu erfüllen. Und so stellt sich die Frage: Geht der Sparkurs der SRG mittlerweile an die Substanz?

Also beginnt man nachzufragen und nachzubohren, und stösst dabei ganz unvermittelt auf die grössere Geschichte: Die Situation ist prekär. Und die Betroffenen schlagen Alarm. «ECO», «Rundschau» und «Kassensturz/Espresso», die drei profilierten SRF-Recherchesendungen, sind im Januar mit einer Resolution gegen die Sparpolitik an die Unternehmensleitung gelangt. Jetzt, Mitte 2020, könnten sie triumphierend einen Erfolg vermelden. Doch sie tun es nicht, weil sie den Erfolg ihrer Forderung nicht als Niederlage von Chefredaktion und Unternehmensleitung verkaufen wollen. Aber der Inhalt ihrer Resolution ist dramatisch genug, um ihn auch jetzt noch öffentlich aufzugreifen.

Die Forderung

In ihrem Protestschreiben fordern die Redaktionen von «Kassensturz/Espresso», «ECO» und «Rundschau», «dass bei den Rechercheredaktionen kein weiterer Abbau von Ressourcen stattfindet, dass die jüngste Sparrunde rückgängig gemacht wird und die Recherchekapazitäten gestärkt werden: Für einen modernen, gehaltvollen Journalismus». Denn, so steht es in der Resolution,

  • «Der Recherchejournalismus ist bedroht.»
  • «Das Risiko von Fehlern sowie der Instrumentalisierung steigt.»
  • «Die Recherchekapazitäten müssen ausgebaut werden.»
  • «Wir brauchen mehr eigene, unverkennbare Inhalte für den digitalen Auftritt.»

Das sind die zentralen Feststellungen und Forderungen der Redaktorinnen und Redaktoren von «Rundschau», «Kassensturz/Espresso» und ECO. Die Initiant*innen haben bewusst die Redaktionsleitungen nicht einbezogen, um sie nicht in einen Loyalitätskonflikt zu bringen. Über 100 SRF-Mitarbeitende haben die Resolution unterzeichnet. Unterstützung erhielten die Redaktionen von der Mediengewerkschaft SSM und von Kolleginnen und Kollegen aus dem Radiostudio Bern, die sich nach den Spannungen der jüngsten Vergangenheit mit den Fernsehleuten in Zürich bewusst solidarisch zeigen wollten.

Der Qualitätsanspruch

Die Resolution befürwortet ausdrücklich den Übergang zum «digitalen Journalismus». Als Orientierungspunkte für ihre Forderungen und ihre Kritik nimmt sie die anerkannten Qualitätsleistungen von «Rundschau», «Kassensturz/Espresso», «ECO» und anderen. Diese Sendungen zählten zu den stärksten Argumenten gegen die «No Billag»-Initiative, heisst es in der Resolution, und sie «geniessen hohe Glaubwürdigkeit und werden wahrgenommen als Redaktionen, die eine Leistung erbringen, die Private nicht übernehmen können. Der Personalabbau und das Spardiktat seit der gewonnen Abstimmung aber bedrohen diese Arbeit».

Es gab zu dieser Resolution Gespräche mit SRF-Direktorin Nathalie Wappler und mit TV-Chefredaktor Tristan Brenn, und man fand sogar so etwas wie einen Konsens. Ende Januar 2020 schrieb Brenn eine Antwort an die «lieben Kolleginnen und Kollegen» mit der Feststellung: «Zweifellos ist der Druck für euch grösser geworden. Ihr müsst mit weniger Mitteln mehr leisten als früher, weil ihr auch online eure Inhalte aufbereiten müsst.»

Kommt dazu, dass in den letzten Jahren das Budget in der Grössenordnung zwischen fünf und zehn Prozent gekürzt wurde. «Von 2018 bis hin zum laufenden Jahr 2020 haben wir in diesen Redaktionen 3,5 von insgesamt 51 Vollzeitstellen abgebaut», schreibt Tristan Brenn in seiner Replik auf die Resolution. Das führt irgendwann zur Kernfrage, die der Chefredaktor im Brief gleich selber stellt: «Ab welchem Niveau wird Sparen zur Bedrohung, die den Auftrag von Recherchemagazinen verunmöglicht und damit auch einen Teil der Legitimation von SRF und der SRG in Frage stellt?»

Mehrarbeit mit gleichen Mitteln

Aber die Frage bewegt den Chefredaktor und die Unternehmensleitung nicht zu einer Änderung der Sparpolitik. Auch wenn die «Rundschau» nun wieder eine zusätzliche Stelle erhält, nachdem ihr im vergangenen Jahr eine Stelle weggenommen worden war. Das wäre für die Redaktion nur auf den ersten Blick Anlass zur Genugtuung. Denn gleichzeitig wird die Sendezeit der «Rundschau» nach der Sommerpause um fünf bis acht Minuten verlängert. Musste die Redaktion also zuerst mit weniger Mitteln mehr leisten, so muss sie jetzt mit gleich viel Mitteln nochmals mehr leisten. Auch für den wiederhergestellten Stellenbestand gilt die Feststellung von «Rundschau»-Leiter Mario Poletti gegenüber der «Medienwoche»: «Nathalie Wappler und Tristan Brenn machen einen schwierigen Job in einem schwierigen Umfeld. Aber ja, die Rundschau-Zitrone ist ausgepresst.»

Wer bei den Redaktionsleitungen der Recherchesendungen nachfragt, also bei Ursula Gabathuler («Kassensturz/Espresso»), Roman Mezzasalma (Wirtschaftsredaktion mit dem Magazin «ECO») sowie Mario Poletti («Rundschau»), stellt fest, dass alle drei den guten Rat des Chefredaktors, mehr zu leisten mit weniger Mitteln, bereits befolgen: Sie sparen, indem sie mehr einkaufen, indem sie Beiträge aus den anderen Sprachregionen übernehmen – was nebenbei einen Einblick in die Suisse romande oder die Svizzera italiana gibt – und indem sie mit den anderen Regionen oder mit ausländischen Partnermedien recherchieren oder produzieren. Oder indem sie eben auf Recherchen verzichten, die zwar journalistischen Ertrag versprechen, aber doch auch – wie viele Recherchen – mit dem Risiko des Scheiterns behaftet sind.

Kritik der Technokratie

Verschärft wird das Ressourcenproblem – also die Sparpolitik – noch durch ein Technokratieproblem. «Wir sehen mit Sorge», heisst es in der Resolution der Redaktionen, «dass der Newsroom zu weniger Recherchen, weniger eigenen Geschichten im Tagesgeschäft geführt hat, und sehen das als Problem für unser Haus.» Aus ihrer Sicht geht die Newsroom-Politik also direkt auf Kosten des journalistischen Angebots.

Zur Medienproduktion im Newsroom sagen die drei Redaktionen von «Kassensturz/Espresso», «ECO» und «Rundschau», «dass Reibungsverluste die Arbeit behindern, dass neue Schnittstellen und Hierarchiestufen geschaffen werden». Und: «Wir bauen Doppelstrukturen auf, statt die Redaktionen generell fit für die digitale Publikation zu machen.» So sagt es die Resolution, und sie beschreibt damit ein Erbe aus der Ära Matter/Schoch: Ruedi Matter war der Vorgänger von Nathalie Wappler als SRF-Direktor, Hansruedi Schoch war sein Programmleiter (Programmdirektor). Ihre Vorbilder waren grosse Medienhäuser vom Zuschnitt der CBC/Radio Canada, und ihre Organisationsform war die Matrix. Matter und Schoch sind gegangen. Doch ihr Geist weht weiterhin durch die Betonbauten, in denen ihre Ideen täglich verwirklicht werden sollen. Und die Matrix, die offiziell abgeschafft werden soll, bleibt in der Alltagspraxis des Newsrooms weiter wirksam.

Im «Konzept für den Newsroom 19» – der bis heute technisch nicht planmässig funktioniert – heisst es: «Wir streben eine integrierte, crossmediale Newsproduktion an, die von den Bedürfnissen der User ausgeht, bei der das Netz der Treiber und ‹mobile first› die Lösung ist.»

Die grosse Arbeitsteilung

Das Mitgliedermagazin «Link» der SRG Deutschschweiz erklärt das etwas anschaulicher: Der Newsroom ist der Raum, in dem die tagesaktuellen Nachrichtensendungen «Schweiz aktuell», «Tagesschau» und «10vor10» redaktionell entstehen. Die drei Redaktionen verfügen über keine eigenen Reporter mehr, sie bestehen nur noch aus Produzenten und Moderatoren. Darum treffen sich jeden Morgen um 08.30 Uhr ein gutes Dutzend Journalist*innen aus den Fachredaktionen Inland, Ausland und Wirtschaft und SRF News (Online). Ein Koordinator informiert über die Themen des Tages. In dieser Runde wird nicht über einzelne Beiträge für bestimmte Sendungen entschieden. Vielmehr geht es darum, wie ein Thema auf den Online-Plattformen und in den aktuellen Sendungen platziert werden kann. Die Fachredaktionen bieten die Themen an, produzieren sie und passen die Lieferung an die Bedürfnisse der verschiedenen Vektoren an, von «Schweiz aktuell» bis «Instagram». Sprich: Die Produktion der Beiträge und ihre Ausstrahlung und Verbreitung über bestimmte Sendungen und Plattformen erfolgt weitgehend getrennt.

Eine neu geschaffene Funktion spielt bei dieser Organisationsform eine besondere Rolle: jene der Koordinator*innen. Sie müssen dafür sorgen, dass «trotz fehlender eigener Redaktion jede Sendung jeden Tag relevante und zu ihr passende Beiträge erhält», schreibt das SRG-Magazin «Link». Sie haben also eine neue Planungs-, Koordinations- und Entscheidungsfunktion, die früher innerhalb der Redaktionen wahrgenommen wurde. Aber es gibt intern auch Kritik: Es gebe zu viele Koordinatorinnen und Koordinatoren. Das sieht man auch so bei «ECO», «Kassensturz» und «Rundschau»: «Zu viel Energie wird in die Fragen der Distribution und des Repackaging statt auf die Inhalte verwendet.» Dazu wollten die Newsroom-Verantwortlichen keine Stellung nehmen in einem Gespräch mit dem Autor; man könne allenfalls schriftlich auf Fragen antworten, hiess es.

Unbehagen im Newsroom

Die Online-Redaktion wird sich aber ohnehin einigen Fragen stellen müssen. Nach der Recherche zu diesem Text hat die Mediengewerkschaft SSM die Ergebnisse einer Umfrage (vor der Homeoffice-Periode) zur Situation im Newsroom veröffentlicht. In der Kurzzusammenfassung heisst es, dass sich für «70 Prozent der Kolleg*innen ... die Arbeitssituation mit dem Newsroom insgesamt verbessert» hat. Aber noch immer fühlt sich ein Drittel der befragten Kolleg*innen unwohl.

Hauptpunkte für dieses Unwohlsein sind:

  • «Dauerstress, psychische Angst vor Arbeitsplatzverlust.»
  • «Jede*r achte Mitarbeitende empfindet Unwohlsein durch 'active noise control'.»
  • «Mit 17,8 Prozent ist auch die Belastung durch Konflikte und Mobbing am Arbeitsplatz massiv.»
  • «Ebenfalls nicht zu tolerieren sind die angegebenen 1,6 Prozent sexuelle Belästigung, und
  • Es herrscht eine Atmosphäre der Angst und die Vorgesetzten müssen ihre gesetzliche Fürsorgepflicht wahrnehmen. Die Situation ist als ernst zu beurteilen.»

Ausserdem ergibt die SSM-Umfrage:

  • «Fast jeder zehnte Mitarbeitende hat ein Arbeitspensum unter 30 Prozent und untersteht nicht dem GAV.»
  • «Über 40 Prozent arbeiten mehr als vertraglich vereinbart.»
  • «Jede*r Vierte macht mehr als fünf Überstunden pro Woche.»
  • «Rund drei Viertel arbeiten gratis in ihrer Freizeit (Anrufe und Aufträge der Vorgesetzten).»

Das SSM wird dieses und die weiteren Umfrageergebnisse der Personalabteilung (Human Resources) vorlegen und zur Diskussion stellen. Das wird dann auch journalistisch an dieser Stelle aufgearbeitet werden können. Besonders markant ist – neben den erwähnten «Hauptpunkten» – die Tatsache, dass sich zwischen 36 und 82 Prozent der Mitarbeitenden nach eigener Aussage unterfordert fühlen, keine Mitbestimmung haben und ungenügende Transparenz und interne Kommunikation beklagen, und dass nur 40 Prozent angeben, mit der Arbeitssituation zufrieden zu sein.

Diese Ergebnisse stärken die Aussage der Resolution der Rechercheredaktionen, «dass Reibungsverluste die Arbeit behindern, dass neue Schnittstellen und Hierarchiestufen geschaffen werden». Und: «Wir bauen Doppelstrukturen auf, statt die Redaktionen generell fit für die digitale Publikation zu machen.»

Von einem SRF-Kader mit genauer Kenntnis der Verhältnisse gibt es zur Kommunikation in der journalistischen Arbeit eine differenzierte Einschätzung: Die Kommunikation im Bereich der «Aktualität» habe mittlerweile das angestrebte Niveau fast erreicht. In der Zusammenarbeit mit den Rechercheredaktionen gebe es aber durchaus noch «Luft nach oben».

Anlaufstellen für die Bürger*innen

Diese Sicht ist für die Rechercheredaktionen naheliegend; sie sind nämlich an der täglichen Aktualitäten-Planung gar nicht direkt beteiligt. Wenn die «Rundschau» ihre Themen über die Newsroom-Strukturen in Aktualitäts-Sendungen platzieren will, geht sie nicht über das tagesaktuelle «Decision-Desk», sondern über das längerfristige «Planungs-Desk», über die Leitung einer Sendung oder (elektronisch) über Koordinatoren, wobei da auch einmal ein «Rundschau»-Anreisser für die «Tagesschau» hängen bleiben kann.

Eine Sendung wie der «Kassensturz» mit seiner guten Sendezeit hat es da wahrscheinlich etwas leichter. Der Kassensturz ist seit Jahrzehnten das schlagende Beispiel dafür, dass erfolgreiches «Community Management» kein eigenes Organisationselement braucht, sondern über qualifizierte publikumsnahe Inhalte ganz selbstverständlich läuft. «Kassensturz/Espresso» sind fest etablierte Anlaufstellen.

Die Wirtschaftsredaktion ist zentral für alle Wirtschaftsthemen zuständig. Sie hat ihre eigene in die Redaktion integrierte Koordination, mit der sie Themen online platziert und im Fernsehen entweder in den eigenen Sendegefässen – im «ECO» montagabends, in der «SRF Börse» vor der «Tagesschau» – oder dann in den grossen Informationssendungen «Tagesschau» und «10vor10» unter die Leute bringt. Die Wirtschaftskoordination handelt dabei nach dem alten Leitmotiv des Service public: «content first». Mit anderen Worten: Der Inhalt entscheidet über den Kanal, nicht der Kanal über den Inhalt.

Die drei Sendungen verstehen sich alle als Teil der Vierten Gewalt, als «vertrauenswürdige Anlaufstellen für Bürger in Not», wie sie in ihrer Resolution schreiben. Bei allen stellt sich mit Blick auf die grossen Herausforderungen der Gegenwart – Klima, Pandemie, Migration, Digitalisierung, Ungleichheit, Wirtschaftsorganisation, Demokratie – sicher die Frage, wie weit sie sich bei ihrem «Agenda Setting» an den Bedürfnissen, am Bedarf und an den Interessen der Gesellschaft orientieren wollen, damit die Bürgerinnen und Bürger ihre eigenen, demokratischen Entscheidungen herausdestillieren können. In diesem Sinn wäre der letzte Satz der Resolution richtig: «Moderner Journalismus (des Service public) zeichnet sich durch seine Inhalte aus.»

Das galt allerdings schon in früheren Zeiten, wie ein aufmerksamer Leser auch schon festgestellt hat: «Content first» ist das Markenzeichen von Qualitäts-Journalismus seit jeher. Stellt sich also die Frage, was «Inhalt», also «Service-public-Inhalt» unter den Bedingungen der Gegenwart und nahen Zukunft bedeuten soll. Die Fortsetzung des immer Gleichen reicht nicht mehr.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Der Autor war bis 2004 Mitarbeiter von SRF/SRG

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4 Meinungen

Das sollte doch jetzt überhaupt kein Problem mehr sein, denn die SRG kann neuerdings viele Millionen von unseren Gebührengeldern einsparen und in interessante und starke Informationssendungen stecken - sie kann diese Millionen (leider) nicht mehr in den Fussball stecken !
Jean-Pierre Guenter, am 08. Juli 2020 um 13:46 Uhr
Ein wertvoller und aufschlussreicher Blick in das Ungetüm SRF! Als Normalbürger leiste ich meinen Input in Form der Zwangsgebühren. Als Gegenwert kann ich den Output dieser Maschinerie geniessen oder eben ignorieren.
Ob sich SRF bewusst ist, was mir gleichzeitig auf hunderten von anderen Kanälen angeboten wird, ist mir schleierhaft. Sind denn die hochklassigen Sendungen etwa von ARD, ZDF, Arte etc. nur das Resultat von mehr Mitteln oder auch mehr Professionalität? Was würde mir fehlen, wenn die Leistungen von SRF ausfallen? Die Sternstunden, vielleicht, ECO und der Kassensturz und natürlich die Rechnung von Billag.
Walter Schenk, am 08. Juli 2020 um 14:37 Uhr
Wenn ich Journalist bei SRF wäre und auf Content first arbeiten dürfte, würde ich mir ausbedingen, Texte machen zu dürfen, die nicht immer der Schlussredaktion genehm sein müssten. Ich würde auch spätere Richtigstellungen als sinnvoll Ergänzung erwarten, ev. selber redigieren - ohne gleich angeschossen zu werden von der oberen Etage. Lebendiger Journalismus muss mit These und Antithese möglich sein. Wenn das von vornherein verhindert oder reduziert stattfinden soll, bedeutet dies Kreativitäs-Schwund, Aufgabe von Selbst-Artikulation, Unslust an der Arbeit und NULL Funke überträgt sich auf unsere Zuschauer. Deren Kommentare: Das war langfädig, zerredet, unspontan, langweilig, nicht informativ, hatte Schlagseite. Wahrscheinlich würde ich mich bei einem solchen Klima innerlich zurückziehen und froh sein, dass es Lobbyisten gibt, die mir viele Texte vorbereiten, dann muss ich nicht stundenlang an einem genehmen Text arbeiten. Wenn ich meinen Lohn von über 20'000.-- nicht nötig hätte, würde ich auswandern, oder nur noch 5-10 % arbeiten und mit genügend Müsiggang meine innere Zerstrittenheit versuchen in Balance zu bringen. Oder ich würde nur noch für die Alternative Presse abeiten.
Carlos Werner Schenkel, am 08. Juli 2020 um 14:49 Uhr
Moment mal, was haben die dort genau für ein Problem?

Jahrelang haben sie ungefragt das Angebot ausgeweitet, daraufhin sie um Geld gebettelt haben (und bekommen haben). Es musste unbedingt eine 2. Fernsehkette her, es musste ein halbes Dutzend Spartenradios her, von Virus bis Swisspop. Es musste Internet her, mit hochfliegenden Plänen, samt teuerster Digital-Infrastruktur. Es konnte nicht genug kosten, das astronomisch teure Einfahrtstor im Leutschenbach inklusive.

Jetzt ist halt Abschalten angesagt, nicht nur die DVB-T-Sender, und nicht nur Fussball. Zum Beispiel Abschalten der Fernsehsignale zwischen 24-08Uhr, oder Tagesschau nur noch 2x pro Woche (es kommt eh immer dasselbe: Palestina, Iran, Kim, Corona, Trump und die Greta) und ansonsten man die zuviele Sendezeit Zeit mit Blättern im Statistik-Jahrbuch des BFS füllen kann, in dem Buch sich garantiert jeden Tag eine neue geschönte Statistik findet, die sich eignet um im «Club» zerpflückt zu werden. Man kann die Statistik von mir aus auch spaltenweise herunter beten, kommt auf's selbe raus: Zeitverschwendung.

Für eine staatliche Propaganda-Anstalt wie SRF eine ist, reicht das aktuelle Budget voll und ganz aus, es ist (verglichen mit privaten Sendeanstalten) sogar fürstlich. Und das peinliche Meteo-Quiz erst... so tief ist nicht einmal Berlusconi's Mediaset gesunken, geschweige denn der ehemalige MDR (zu DDR-Zeiten): Abschalten.
Mike Wieland, am 09. Juli 2020 um 08:44 Uhr

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