News auf persönlich.com: TX Group-VR-Präsident Pietro Supino redet ab sofort auch in Italien mit © persönlich.com

News auf persönlich.com: TX Group-VR-Präsident Pietro Supino redet ab sofort auch in Italien mit

Russland-Hilfe für Italien: Wer steckt hinter «La Stampa»?

Christian Müller / 25. Apr 2020 - Die Hilfe war «zu 80 Prozent nutzlos», schrieb «La Stampa». Der Fall zeigt eine geopolitische Instrumentalisierung grosser Medien.

Red. Die Zeitung «La Stampa» gehört zur Gruppo Editoriale GEDI, in deren Verwaltungsrat vorgestern TX-Group-Verleger Pietro Supino gewählt worden ist. Siehe die Details weiter unten.

Nach persönlicher – telefonischer – Absprache zwischen Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte und Russlands Präsident Wladimir Putin landeten am 24. März 2020 15 russische Transportmaschinen auf einem italienischen Militärflugplatz in der Nähe von Rom. Sie brachten medizinisches Material, unter anderem Beatmungsgeräte, und rund hundert medizinische Hilfskräfte, Virologen, Epidemiologen und andere Ärzte. Die Hilfsgüter und die eingeflogenen Ärzte wurden mit Lastkraftwagen nach Norden in die Lombardei gebracht, wo die Covid-19-Pandemie am schlimmsten wütete. Für Russland war das neben echter Hilfe eine willkommene Gelegenheit, auch politischen Goodwill zu schaffen. Es gab wie erwartet viele Zeichen der Dankbarkeit, hörbar am Radio und sichtbar im italienischen Fernsehen. Neben Russland halfen in Italien auch kubanische Ärzte und Ärzte aus dem kleinen Albanien. Hilfe aus der EU allerdings war zu jener Zeit noch nicht in Sicht.

La Stampa: «Unnützes Material»

Natürlich war die Hilfe aus Russland den politisch EU- und vor allem den NATO-freundlichen Medien in ganz Europa unangenehm. Selbst Radio SRF versuchte einigermassen verkrampft, diese Hilfe als reine PR-Aktion Russlands abzutun. Und die grosse italienische Tageszeitung «La Stampa» brachte sogar einen Artikel, gemäss dem die russische Hilfe «zu 80 Prozent nutzlos» gewesen sei, wobei sie auf wichtige Quellen verwies, die «nicht genannt werden» dürften.

Das kam dann wiederum in Russland gar nicht gut an. Der Stampa-Artikel war im russischen Fernsehen mehrmals ein Thema.

Auch die russische Informationsplattform in deutscher Sprache RT nahm sich, wenig überraschend, der Sache an. Der Verdacht, dass hier ein geopolitisches Informations-Spielchen gespielt wurde, war naheliegend, denn schon in der italienischen Wikipedia kann man nachlesen, dass der Autor dieses Stampa-Berichts, Jacopo Iacoboni, mit dem NATO-nahen Think-Tank Atlantic Council in den USA zusammenarbeitet. So etwa lancierte der Atlantic Council vor zwei Jahren eine Publikation über «Die Trojanischen Pferde des Kremls 0.2», in der das Kapitel über Italien von Professor Luigi Sergio Germani und eben diesem Journalisten Jacopo Iacoboni verfasst worden war. Verantwortlich für die Publikation zeichnete Alina Polyakova, die aufgrund ihrer NATO-Nähe mittlerweile Chefin des atlantischen Propaganda-Think-Tanks CEPA wurde, der seinerseits seine Mission wie folgt definiert: «Our mission is transatlantic: to promote an economically vibrant, strategically secure, and politically free Europe with close and enduring ties to the United States.»

RT lieferte zum Artikel von Jacopo Iacoboni in «La Stampa» einen ausführlichen Bericht mit jeder Menge meist nachvollziehbarer Information. Ihn nachzulesen lohnt sich.

Dieser Bericht von RT wiederum hat die EU-Kampagnen-Plattform EUvsDISINFO auf den Plan gerufen, deren Ziel es ist, Informationen von russischer Seite als russische Propaganda zu entlarven. Es gebe keine Einflussnahme aus Washington auf die Zeitung «La Stampa», beschied sie.

Nachdem sich auch das russische Aussenministerium gegen den «La Stampa»-Bericht gewehrt hatte, fühlten sich plötzlich alle grossen italienischen Zeitungen veranlasst, sich für die Medien-Freiheit in Italien zu wehren und sich mit Jacopo Iacoboni zu solidarisieren. Ein Zufall?

Die italienischen Medien: alle unabhängig?

«La Stampa» gehört der Gruppo Editoriale GEDI. Wer dort genauer hinschaut, sieht, dass auch «La Repubblica» und weitere 14 italienische Tageszeitungen dieser Medien-Gruppe gehören. Seit zwei Tagen gehört die GEDI aber mehrheitlich der Investmentgruppe Exor, die ihrerseits schon die Fiat-Chrysler-Gruppe dirigiert und die auch am britischen Wirtschaftsmagazin «The Economist» 43 Prozent der Aktien hält. Exor gehört mehrheitlich dem Agnelli-Clan, hat seinen juristischen Sitz offensichtlich aus steuertechnischen Gründen aber in den Niederlanden (Fiat ist ja bereits in Luxemburg wegen illegaler Steuer-Abkommen in ein Gerichtsverfahren verwickelt).

Präsident von GEDI und Exor und Fiat-Chrysler ist der 1976 in New York geborene und bei General Electric trainierte John Elkann, über die Mutter ebenfalls ein Agnelli-Spross, der so nebenbei auch noch Chef des Autobauers Ferrari und des Fussballclubs Juventus Turin ist. Juventus gehört zu 64 Prozent ebenfalls Exor. (Lustige Details über John Elkann, Sohn von Alain Elkann, kann man im deutschen manager-magazin nachlesen: hier anklicken.)

Gleich und Gleich gesellt sich gern

John Elkann gehört zu den Grossen der Finanzwelt und als solcher auch zu den erlauchten Geladenen der Bilderberg-Konferenzen. Genauso wie in der Schweiz auch der Verwaltungsratspräsident der TX Group (vormals Tamedia), der Coninx-Spross und italienisch-schweizerische Doppelbürger Pietro Supino. Vorgestern Donnerstagabend, 23. April 2020, hat persönlich.com als Breaking News gemeldet, dass Supino jetzt in den Verwaltungsrat der Mediengruppe GEDI gewählt wurde, die der Exor gehört.

Der «TagesAnzeiger» aus dem Hause TX Group hat seine Auslandberichterstattung an die «Süddeutsche Zeitung» abdelegiert, deren Auslandchef Stefan Kornelius ein bekennender NATO-Freund ist. Von München über Zürich, Bern, Basel, Milano, Turin und bis London: Die finanziellen, persönlichen und redaktionellen Bande der Medienhäuser werden auch international immer enger. Die für eine echte Demokratie notwendige Medienvielfalt ist in vielen Ländern fast nur noch Theorie. Und wenn es um geopolitische Themen geht, ist bereits jetzt – mit wenigen Ausnahmen – publizistischer Eintopf die Realität.

PS: Gestern Freitag erschien keine «La Repubblica», da die neue Eigentümerin von GEDI, Exor, den bisherigen Chefredaktor der linksliberalen Zeitung gleich am ersten Tag, an dem sie dazu juristisch kompetent war, abgesetzt hat. Darauf beschloss die Redaktion, an diesem Freitag zu streiken.

  • Nachtrag vom Montag, 27. April 2020:

    Jetzt hat auch der TagesAnzeiger, die grosse Schweizer Tageszeitung, über den neusten Presse-Deal in Italien berichtet, sehr informativ und sogar ziemlich kritisch. Dass auch der eigene Konzern-Chef, TX Group-VR-Präsident Pietro Supino, jetzt mit von der Partie des italienischen Medien-Giganten ist, wird im Tagi-Bericht allerdings mit keinem Wort erwähnt. Unabhängiger Journalismus à la TX Group eben.

  • Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

    Zum Autor deutsch und englisch.

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    18 Meinungen

    Das grösste Problem der Menschheit ist jede Form von Gewalt, welche jenseits von angemessener Notwehr liegt. (M. Rosenberg) Nationalistische Propaganda ist nie Objektiv. Die Medien als Propaganda-Instrument zu missbrauchen, weil man Feindbilder, nationales Konkurrenzdenken und womöglich Kriege anstrebt, ist verwerlich und entblösst die Lakaien einer gewaltbereien Interessengruppe.
    Beatus Gubler, am 25. April 2020 um 11:56 Uhr
    Lieber Herr Müller
    Leider geht weder aus Ihrem Artikel noch aus den von Ihnen aufgeführten Quellen (z.B. RT) hervor, ob nun 80% der Lieferungen Russlands nutzlos waren oder nicht. Das würde ich gerne wissen statt wer warum und wieso hinter wem steht. Fakten bitte.
    Peter Eberhard, am 25. April 2020 um 13:51 Uhr
    Wer diesen Artikel gelesen hat -und dabei den RT Beitrag angeklickt hat- dem wird die Existenz des Kraken Nato vorgef�hrt. Seit bald 30 Jahren beobachte ich diese �hinter den Kulissen� arbeitende Kriegsmaschinerie. Nato nennt sie sich. Als eine �Staatenlose� Grossmacht, deren einziges Ziel es ist, die eigene Existenzberechtigung mit sich stetig wandelndem, kriegerischem Verhalten zu rechtfertigen, sehe ich die Nato. Fr�her glaubte ich, dass die Nato zu 100 % uter dem verdeckten Kommando des US-Pr�sidenten steht. Heute gehe ich davon aus, dass sich die Nato l�ngst zu einem eigenst�ndigen Geschw�r entwickelt hat. Ihren Geldgebern sind die Nato-Strategen weit �berlegen. Wen wunderts: Das Kriegshandwerk der feinen Art wird an Hochschulen gelehrt, eine Akademie f�r seiende und kommende 'Staatm�nninen' &. ..���h.... ist mir nicht bekannt. Dumm ist nur eines: Europa ertr�gt und verdr�ngt die Knechtschaft unter der Nato. Br�ssel, mit den aktiven Mitl�ufern wie Berlin und Paris, verpasst es, eine eigene innen-, aussen- und geopolitische Identit�t zu entwickeln. Ich erinnere an das Trauerspiel in Osteuropa. Und es kommt noch tragischer: Unsere eigenen Europa Turbos sind auf beiden Augen blind, oder haben die Anh�nglichkeit des Kleinkindes noch nicht ges�ttigt bekommen.
    Peter Geissmann, am 25. April 2020 um 13:55 Uhr
    Es ist eine Schande, was hier abgeht, die Informationsquellen gehören immer mehr den Reichen, Mächtigen und der Wirtschaft. Europa hat sich einmal mehr nicht zusammenraufen können, um die Flüchtlingsfrage zu lösen und noch weniger, wenn ein europäisches Land Hilfe braucht. Wichtig bleibt, sich immer breit in vielen Medien zu informieren - auch in den Bibliotheken - über die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft und darüber, welche übergeordneten Ziele wahrzunehmen sind: Steuergerechtigkeit, Grundeinkommen, Menschenrechte, Klimaschutz, Gemeinwohl statt Gewinnmaximierung für Einzelne, fair bezahlte Care-Arbeit, Mikrosteuer auf elektronische Transaktionen der Finanzhäuser
    und Banken und auf Hedge-Fonds statt Mehrwertsteuer, Schutz des Grundwassers, keine Kinderarbeit, Armutbekämpfung, usw.
    Und schliesslich «selbst zu denken und nachzudenken» und sich vor Abstimmungen selbst zu fragen «wem nützt es?».
    Eliane Studer
    Eliane Studer, am 25. April 2020 um 14:58 Uhr
    Kapitalismus im Marxistischen Sinne erlebt Hochblüten. Die bürgerliche Demokratie wird zur Farce wenn die gesamten Informationen vom Geldadel kontrolliert werden.
    Harald Buchmann, am 25. April 2020 um 14:59 Uhr
    Es ist leider so. Sowohl NZZ und Ringier sind seit langem in das NATO-Informationssystem integriert. Mit seinen Verknüpfungen mit der Süddeutschen Zeitung und jetzt auch mit der italienischen GEDI ist auch die früher relativ unabhängige Tamedia total im transatlantischen System drinnen. Besonders schlimm ist die Rolle des staatlichen Fernsehens. Wir zahlen Gebühren, angeblich dafür, dass das SRF uns unabhängig informiert. Das Gegenteil ist aber der Fall. Auch das SRF desinformiert uns, stramm NATO-konform. Wir können uns nur noch über alternative Medien wie Infosperber und Swiss Propaganda Research informieren. Und natürlich auch über ausländische Medien, wie das russische RT, die zwar auch nicht unabhängig sind, aber eine Gegendarstellung darstellen und Vergleiche ermöglichen.
    Pedro Reiser, am 25. April 2020 um 17:12 Uhr
    Pietro Supino freut dass er im VR der GEDI Einsitz nehmen darf und GEDI freuts den erfahrenen Mann, nicht als Verleger, aber als Zerstörer der Pressevielfalt in den Reihen zu haben. Da ist ein Mann wie Supino passend im Kampf gegen das Berlusconi-Imperium. Da braucht es opportunistische Eigenschaften und Kalkül. Im eigenen Pressehaus schwache ChefredaktorenInnen, Strehle, Wittwer, Rutishauser, die bereit sind die geforderte Zensur durchzusetzen. Da braucht es auch wegen Unfähigkeit des Verlegers die Fähigkeit des Verlegers vom Staat Hilfe zu fordern, aber gleichzeitig immer Qualitätsjournalismus und Unabhängigkeit zu propagieren, eine Art Salviniismus.Zu hoffen ist für Italien dass es mehr charakterfeste und nicht käufliche JournalistenInnen gibt als in der Schweiz.
    Victor Brunner, am 26. April 2020 um 10:29 Uhr
    Christian von Burg, sie haben Presse nicht verstanden und werden sie nie verstehen. Selbstverständlich ist NATO Nähe für eine unabhängige Zeitung etwas Verwerfliches, wie auch NATO Bashing verwerflich ist. Zu etwas nahe stehen heisst auch unkritisch hinzusehen, zu unterschlagen. Beispiel ist immer die Ausweitung der NATO, die wird immer mit Friedenssicherung begründet dass sich aber Russland immer mehr bedroht fühlt unterschlagen. Immerhin wurde die Region immer aus dem Westen angegriffen. Bei der Bilderberg Konferenz wäre eine Diskussion und Transparenz angebracht und der Bevölkerung gegenüber fair. Dort versammeln sich im wesentlichen Politiker, Unternehmer, Wissenschafter. Die sprechen nicht darüber ob sie private oder gesundheitliche Probleme haben, die sprechen über Führung, Einfluss, eigenen Interessen. Ein Klüngel bedient sich der Welt, dass nicht einmal Verleger in ihren Blättern darüber berichten oder Interviews geben zeigt die Heimtücke der Konferenz!
    Victor Brunner, am 26. April 2020 um 10:42 Uhr
    Lieber Herr Müller
    Schliesse mich der Frage an von Herr Beatus Gubler. Für mich ist logisch und nachvollziehbar, dass Diese separate EU-Abt. und die USA betr. dem Stampa-Artikel dahinter steckt. Dennoch würde ein publizierter Leistungsausweis der Russen in Anbetracht des riesigen Aufwandes für alle Leser sehr interessant.
    Robert Mosimann, am 26. April 2020 um 19:54 Uhr
    @Christian von Burg, Siwiss Propaganda Reserarch (SPR):
    Könnten Sie bitte näher ausführen was Ihre festgestellten Desinformationen in Reinkultur beinhalten sowie wer hinter dem klassischen Lobbying steht. Nennen Sie bitte die Namen sowie die Quellen, welche Ihre Behauptungen bestätigen. Dafür vielen Dank.
    Peter Fehlmann, am 26. April 2020 um 20:23 Uhr
    Victor Brunner. Es gibt keine wirklich unabhängige Zeitung. Nirgends auf der Welt. Jeder, der etwas kommuniziert hat zumindest Sympathien für die eine oder andere Seite, oder beschreibt etwas aus seiner eigenen Optik. Und selbstverständlich ist eine italienische Mainstream-Zeitung wie La Stampa eher NATO freundlich. Italien ist schlussendlich ja NATO-Mitglied. Was erwarten Sie denn anderes?
    Zurück zum eigentlichen Thema der russischen Hilfe. Es war schon etwas eigenartig, dass die Chinesen und Kubaner ihre medizinische Hilfe in ziviler Form schicken, die Russen aber mit grossem propangandistischem Brimborium ihre Hilfe als Militärkonvoi durch halb Italien karren (als ob es dafür keine italienischen Transporteure gegeben hätte). Und ja, der Vorwurf lautete, dass ein grosser Teil des russischen Equipments Dekontaminationsgeräte waren, welche nicht wirklich benötigt worden sind. Ich habe dazu auch kein Dementi gelesen. Ausser dass RT darauf beleidigt reagiert hat, aber das erstaunt ja auch nicht, da RT russische Propaganda ist.
    Thomas Oberhänsli, am 27. April 2020 um 01:09 Uhr
    An Herr Beatus Gubler: Hier erhalten Sie die gewünschten Infos bzw. wahrheitsgetreue Antwort über die russische Hilfe in Italien:
    https://de.sputniknews.com/kommentare/20200418326918578-rbb-russland-hetze/
    Weitere Infos darüber auch in RT (Bitte darnach googeln)
    Robert Mosimann, am 27. April 2020 um 14:37 Uhr
    @Christian von Burg, Siwiss Propaganda Reserarch (SPR):
    Meine Frage war, was Ihre festgestellten Desinformationen in Reinkultur beinhalten (nicht pauschal Kritik sondern konkrete Beispiele) sowie, wer hinter dem klassischen Lobbying steht und welche Quellen Ihre Behauptungen bestätigen. Jetzt haben Sie mir mit viel Text geantwortet, aber Leider ohne den gewünschten Inhalte ausser Pla­ti­tü­den. Trotzdem, besten Dank für die Antwort. Möchte die «Diskussion» aber nicht mehr weiterführen.
    Peter Fehlmann, am 27. April 2020 um 20:54 Uhr
    @Christian von Burg: Ist Nato-nähe etwas verwerfliches? - Wenn jemand möglichst unabhängige und objektive Berichterstattung sucht, wird er diese bei Nato-nahen Medien sicher nicht finden. Z.B. Irak-Krieg: sogar Colin Powell entschuldigte später für die falschen Informationen, die er dem UN-Sicherheitsrat öffentlich präsentierte und die unsere Medien als wahr darstellten. Der frühere NATO-Oberbefehlshaber Wesley Clark berichtete 2007 über ein geheimes Memo des Verteidigungsministers: „Wir werden sieben Staaten in fünf Jahren zerstören“. Im Memo werden Irak, Syrien, Libanon, Lybien, Somalia, Sudan und Iran genannt. Die NATO-nahen Medien stellten diese Kriege als durch die Gegner verursacht dar. In Syrien wurde der Krieg durch die USA über Hintermänner geführt. Was berichteten unsere Medien? Es handle sich um einen Bürgerkrieg. Ist das die objektive Berichterstattung, die Sie sich wünschen, Herr von Burg? Wollen Sie weiterhin angelogen werden?
    Pedro Reiser, am 28. April 2020 um 05:22 Uhr
    @Christian von Burg: Sie kritisieren das Swiss Propaganda Research, weil es ohne Namen der Betreiber auftrete, «weil die Betreiber um ihren Ruf fürchten müssten». Ihre Behauptung stimmt nicht ganz. Auf der Website steht: «Die Mitglieder der Forschungsgruppe möchten persönliche Diffa­mie­rungen und berufliche Sanktionen vermeiden und haben sich deshalb entschieden, nicht namentlich aufzutreten. Wir bitten um Verständnis und sind zuversichtlich, dass die präsen­tierten Infor­ma­tionen für sich selbst sprechen können.» Diese Haltung ist mehr als verständlich, wenn man weiss, dass z.B. der Schweizer Historiker Daniele Ganser bei der ETH auf Druck der amerikanischen Botschafterin als Senior Researcher entlassen wurde, weil er eine Dissertation über die NATO Gladio Geheimarmeen geschrieben hatte und über 9/11 forschte. Darauf wurde er als Dozent an der Universität Basel ebenfalls entlassen und später auch als Dozent an der Universität St. Gallen, nicht etwa wegen mangelnder Kompetenz, sonder wegen seiner Forschung über Themen, die den NATO-nahen Kreisen nicht passten.
    Swiss Propaganda Research beansprucht für sich, «dass die präsen­tierten Infor­ma­tionen für sich selbst sprechen können». Das ist so. Z.B. die NZZ-Studie kommt zu einem eindeutigen Resultat: «Die NZZ verbreitet in ihren Berichten überwiegend Propaganda der Konfliktpartei USA/NATO.» Propaganda statt ehrliche Berichterstattung ist anscheinend, was Sie wollen, Herr von Burg.
    Pedro Reiser, am 28. April 2020 um 05:57 Uhr
    @Christian von Burg.- Sie schreiben: «Hier werden wieder einmal alle klischees verbraten, die den kleinen mann und die frau aus dem volke so umtreiben. Regelmässiger höhepunkt solcher rundumschläge ist dann die bilderberg konferenz. Damit erübrigt sich jede weitere diskussion.» Worauf Sie in mehreren Kommentaren munter weiter diskutieren. Interessant ist auch Ihre Vorgehensweise: Sie bringen Bilderberg, das von niemandem sonst hier erwähnt wurde, in die Diskussion ein. Um dabei zu behaupten, das seien «klischees, die den kleinen mann und die frau aus dem volke so umtreiben.» Das Klischee Bilderberg scheint aber Sie umzutreiben, werter Herr von Burg. Fühlen Sie sich als der grosse von Burg, der hoch erhaben «den kleinen mann und die frau aus dem volke» belehren muss?
    Pedro Reiser, am 28. April 2020 um 09:01 Uhr
    @Christian von Burg: Ihrem Ratschlag folgend habe ich die Seite swprs.ch aufgerufen. Die Inhalte sind überzeugend. Glaubwürdig ist für mich auch, dass zahlreiche dieser Inhalte einigen Leuten sehr ungelegen kommen. Sie haben kein Interesse daran, dass gewisse Zusammenhänge ans Licht kommen. Wer das heutige System der Hintenrum-Diffamierung kennt, kann nachvollziehen, dass man sich dem nicht aussetzen will.
    Jürg Schmid, am 28. April 2020 um 18:04 Uhr
    @Christian von Burg: Sie haben recht. Herr Müller erwähnte Bilderberg. Meine Bemerkung bezog sich auf die Leserkommentare. Das habe ich nicht klar genug formuliert.
    Ihre Verachtung von Andersdenkenden ("der kleine mann und die frau aus dem volke") ist nicht akzeptierbar. So geht man in der Schweiz nicht mit Bürgern und Bürgerinnen um.
    Betreffend Swiss Propaganda Research werden wir uns nicht einig werden. Wenn Sie seriöse und gründliche Analysen, wie z.B. die NZZ-Studie als Propaganda abtun, dann muss ich annehmen, dass Sie entweder die Studie nicht gelesen haben oder dann sehr einseitig informiert sind über das Weltgeschehen.
    Dass Sie mich in eine «Szene» und in eine «Blase» versetzen wollen, weil ich Ihre Meinung nicht teile, ist grotesk. Zeigt einmal mehr Ihre Verachtung für Andersdenkende. Als Dr. ès sciences politiques mit jahrelanger beruflicher Erfahrung auf 5 Kontinenten wage ich zu behaupten, dass wenn einer von uns in einer Blase steckt, ich das nicht bin.
    Pedro Reiser, am 29. April 2020 um 07:54 Uhr

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