Grösste Corona-Gefahr in Klubs oder Familie: beides falsch!

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Red. / 03. Aug 2020 - Das Bundesamt für Gesundheit verheddert sich, anstatt zuzugeben, wie wenig die Behörden wissen.

Zuerst soll es die meisten Ansteckungen in Klubs gegeben haben, dann zu Hause. «Das familiäre Umfeld ist die Hauptansteckungsquelle» titelte die NZZ am 3. August und übernahm damit den Titel des BAG. Doch auch dies ist höchstwahrscheinlich falsch. Denn bei über der Hälfte der positiv Getesteten wissen die Behörden nicht, wo diese sich angesteckt haben. In der Statistik gibt das BAG bei 39,8 Prozent «missing» oder «fehlend» an, bei weiteren 12,5 Prozent «andere» und bei 0,5 Prozent «unbekannt». Der feine Unterschied zwischen «fehlend» und «unbekannt» bleibt ein Geheimnis. Insgesamt bei 52,8 Prozent aller positiv Getesteten ist also unbekannt, wo sie sich angesteckt haben. Sowohl Klubs als auch das familiäre Umfeld als Hauptansteckungsquelle zu bezeichnen, ist statistisch sehr gewagt.

Die Zahlen des Bundesamts für Gesundheit. Der graue Bereich zeigt das Unwissen:

Zahlen: BAG / Grafik: Daniela Gschweng / Etwas grössere Auflösung hier

Ein Infosperber-Leser macht zurecht darauf aufmerksam, dass der BAG- und NZZ-Titel «Das familiäre Umfeld ist die Hauptansteckungsquelle» eine Nullnummer ist: «Wenn ein Multispreader das Virus in Clubs unter das Volk bringt, ist es plausibel, dass die darauf folgende Feinverbreitung nicht zuletzt in Haushalten erfolgt. Daraus zu schliessen, dass die Quelle der Ansteckung in Haushalten zu suchen sei, ist wohl der stupideste Zirkelschluss der jüngsten Geschichte.»

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17 Meinungen

"Wir müssen zwingend die Familien schliessen und alle in die Clubs gehen...» So etwa höre ich die jüngste Botschaft des BAG.

Dümmer gehts nümmer. Man sollte wohl besser das BAG oder die Task-force schliessen, welche nach Monaten des Tracking von Coronafällen noch immer nicht wissen, wo der Motor der Verbreitung des Virus zu suchen ist. Wenn ein Multispreader das Virus in Clubs unter das Volk bringt ist es plausibel, dass die darauf folgende Feinverbreitung nicht zuletzt in Haushalten erfolgt. Daraus zu schliessen, dass die Quelle der Ansteckung in Haushalten zu suchen sei, ist wohl der stupideste Zirkelschluss der jüngsten Geschichte.

Da passt es gut, wenn das BAG am 28.7.20 in der Tabelle zur Alterstruktur der Hospitalisierungen etwas über hundert Neuhospitalisierungen bekannt gibt, obwohl 50 dieser «neu erfassten» Fälle über zwei Monate zurückliegen.

Glaubwürdigkeit wird anders aufgebaut. Inkompetenz sollte nicht so flagrant offen gelegt werden. Gibt es im BAG nur einen kompetenten Statistiker ? Wohl auch einer, der am Wochenende die Arbeit den Pressesprechern überlässt.

Könnte man nicht Herrn D.Koch überzeugen, noch ein paar Wochen Dienst im Interesse der Transparenzförderung anzubieten ?
Josef Hunkeler, am 03. August 2020 um 16:47 Uhr
Ich beobachte die Dispute zwischen Virologen, Aerzten und Pharmakologen im Internet. in meinem Freundeskreis habe ich 2 Aerzte und einen Pharmakologen, und wir disputieren über die Möglichen, warum dass das COVIT19 so gefährlich sein kann, sich aber widersprüchlich verhält. Von der Mutationsmöglichkeit bis womöglich zu falsch interpretierten Forschungsmeinungen gehen wir die Themen durch. Ein Disput ist auffällig. Der Disput, das einige in Erwägung ziehen, dass das Virus nicht die Ursache, sondern das Resultat eines anderen pathogenen Keimes sein könnte. Denn Zellen erzeugen Exosome, welche nahezu gleich aussehen wie Viren, darin befindet sich der Abfall als RNA Bruchstücke des vernichteten Keimes. Dieser Abfall, die Exosome, sollen angeblich identisch sein unter den heutigen Messmöglichkeiten wie das, was wir als HIV oder Corna-Virus bezeichnen. Es könnte also sein, das nicht immer das, was wir als Virus messen, wirklich die Ursache ist, sondern das Resultat. Warum funktionieren bei HIV Impfstoffe nicht? Der letzte Versuch hatte schwere Folgen für die Geimpften. Liegt es womöglich daran, das der Erreger noch unentdeckt ist, aber das Virus (Oder Exosom) dem Erreger noch entgegen arbeitet durch die Reduktion der CD4 Zellen? Die weltweiten Organisationen haben sich beim HIV sowie beim Corona darauf geeinigt, durch Interpretation der vorliegenden Daten, dass die Viren keine Exosome sind, und die Viren die Ursache sind. Die Erkenntnis von heute, kann der Irrtum von Morgen sein.
Beatus Gubler, am 03. August 2020 um 18:51 Uhr
Danke für den steten kritischen Blick! Es sind seltsam wenige, die öffentlich Fragen stellen, oder etwas kritisch anmerken.

Es ist irritierend, wie auf einer durchwegs mageren Datenbasis zu vielen Belangen von Corona Aussagen gemacht werden, ohne deren wackelige Grundlage zu deklarieren.
Das untergräbt die Glaubwürdigkeit und öffnet Spekulationen Tor und Tür.

Dazu kommt, dass in der ersten Phase Anfang März durchwegs mit Appellen gearbeitet wurde, die wirksam waren.
Jetzt kommt eine Vorschrift nach der anderen, deren Verhältnismässigkeit und Begründung teils sehr fraglich ist.
Adrian Meyer, am 03. August 2020 um 20:10 Uhr
Zudem basiert die Statistik auf den Zahlen der 2. Hälfte Juli, also der Hauptferienzeit der Schweiz, in der die Familie gerne zusammen Ferien macht und wohl zurzeit Corona-bedingt noch enger zusammen ist.
Heiner Graafhuis, am 03. August 2020 um 23:02 Uhr
Man sollte rein theoretisch zwischen Primäransteckungen und Sekundäransteckungen unterscheiden. Wenn ein junges Familienmitglied sich in einem Club ansteckt (Primäransteckung), infiziert es danach die ganze Familie (Sekundäransteckung). Es erstaunt mich deshalb nicht, dass das BAG grössere Ansteckungszahlen für Familienansteckungen als für Clubsansteckungen erhält. Aber all das ist Spekulationen pur, weil man bisher viel zu wenige Informationen über Ansteckungsorte hat. Sich selbst schützen und sein eigenes Immunsystem durch gesundes Leben stärken, bleibt das Beste, das man heutzutage tun kann.
Jean-Marc Suter, am 04. August 2020 um 12:27 Uhr
Hallo Forum vom Sperber,
da ihr gerade euch mit Corona beschäftigt, hier ein Tipp- geht mal auf die Seite von Gospa News ( Italien ) dort schreibt euch der Eigentümer von Gospa News Fabio Guiseppe Carlo Carisio was ist überhaupt Corona ?
wie ist es entstanden ? sehr lehrreich und er weiß von was Er schreibt.
Er schreibt sehr fundiert. Gruß Werner
Werner Kämtner, am 04. August 2020 um 12:43 Uhr
Es kann dem Bund nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass die Informationslage zur Verbreitung des Coronavirus dermassen dürftig ist. Das Virus ist offenbar sehr schwierig zurückzuverfolgen. Ein Grund dafür ist wohl, dass Infektionen häufig symptomlos sind und deshalb unbemerkt bleiben.
Ein kompetenter Wissenschaftler sollte jedoch merken, wenn er keine belastbaren Daten hat, und dann entsprechend auch auf Aussagen verzichten. So hätte sich der Bund diese Peinlichkeiten ersparen können!
Eher sollten sich die Fachleute fragen, wie weit die steigenden Zahlen von positiv Getesteten wirklich durch eine stärkere Verbreitung des Virus bedingt sind, und wie weit sie Artefakte sind, die durch häufigeres und gezielteres Testen zustande kommen.
Bei einer wirkichen Welle folgte in der Schweiz und auch in anderen Ländern ca. 10 Tage nach dem Anstieg der Infektionen auch ein Anstieg der Todesfälle mit Corona-Bezug. In der Schweiz ist davon seit Ende Mai absolut nichts festzustellen.
Daniel Heierli, am 04. August 2020 um 13:05 Uhr
Wenn die grösste 'Ansteckungsgefahr mit Covid-19' in den Clubs besteht, ist das geschäftsschädigend u. eine Spassbremse.
Wenn die grösste 'Ansteckungsgefahr mit Covid-19' in den Familien Clubs besteht, schadet das der hochheiligen Familie, als Säule der Gesellschaft.
In beiden Fällen, was nicht sein darf, kann nicht wahr sein.
Weil man bei uns in den 'öffentlichen' Verkehrsmittel Masken tragen muss, wäre doch das die grösste Gefahr ? - OK, das wäre im Sinne der Profiteure der 'privater' Verkehrsmittel u. keine Spassbremse.
In den CH-Konsumtempeln, die hohe Immobilienkosten auf den CH-Warenpreis umlegen müssen, besteht bei uns aus Kapital-Interessen eine kleine Gefahr.
Deutsche u. Österreicher sind mit ihren Interpretationen der Gefahren-'Grösse' natürlich kulturell minderwertig aus CH-Meinung, schon weil die keine 'direkte' Demokratie haben.

Das BAG wäre gut beraten eine PR-Agentur einzuschalten, die können Botschaften im Sinne des Auftraggebers u. in der Sache dem Volk viel besser verkaufen. Linguistik, Kognitive Psychologie u. Neurologie bei der erfolgreichen Indoktrination gekonnt eingesetzt, für einen guten Zweck, heiligt diese Mittel.
Ludwig Pirkl, am 04. August 2020 um 13:13 Uhr
In der Familie ist der Weg am besten nachzuverfolgen nehme ich mal an, daher sind die Zahlen dort recht hoch im Vergleich. Zu diesen Zahlen kommen vielleicht noch eine unbekannte Anzahl nicht erfasster Übertragungen auf nicht erfassten Wegen hinzu. Das die Familie letztlich der Umschlagplatz für den Austausch der von irgendwo eingefangenen Viren abgibt ist normal. In diesem Fall wäre es interessant herauszufinden von wo und durch wen die Familien angesteckt wurden. Der letzte Weg des Virus in der Familie ist alleine nicht aussagekräftig, denn dort lässt sich die Ausbreitung kaum verhindern.
Andres Stäubli, am 04. August 2020 um 13:42 Uhr
Wie Patrick Mathys vom BAG in SF1 anlässlich seiner Entschuldigung berichtete ist einem einzelnen Mitarbeiter bei der Datenbankabfrage ein Fehler unterlaufen. Dem Mitarbeiter möchte ich mitgeben, alles halb so schlimm. Das Gute daran ist, dass nun endlich auch alternative Strategien zum fanatischen Viren-Exorzismus disktuierbar werden. So hat am 3.8. SRF 10vor10 zum ersten Mal einen ausgewogenen Bericht zu Corona gebracht, den Thesen von Pietro Vernazza Raum gegeben und einen Bericht über die erstaunliche Immunisierung in indischem Slums gebracht.
THOMAS OETTLI, am 04. August 2020 um 14:10 Uhr
Das BAG leistet sich im Moment einen kommunikativen Super GAU. Es macht sich total unglaubwürdig. Da dies Daten völlig chaotisch sind sind die davon abgeleiteten MAssnahmen völlig willkürlich. Wäre ich Clubbetreiber würde ich den Bund einklagen wegen wirtschaftsschädigung.
Peter Hirzel, am 04. August 2020 um 14:57 Uhr
Die Lehre für mich: mir ist klar geworden, 1. dass wir mit der Ungewissheit über COVID19 leben müssen, 2. dass Statistiken in diesem Zusammenhang unsinnig sind
Ueli Hasler, am 04. August 2020 um 17:14 Uhr
Wir bräuchten eine breite Diskussion darüber, was eigentlich Gesundheit ist. Was versteht jeder einzelne darunter? Was sagen entsprechende Fachmediziner dazu?
Unter dem Diktum, die «Volksgesundheit» schützen zu wollen, werden reihenweise fürchterliche Massnahmen vorgeschrieben, die mittel- und langfristig alles andere als gesundheitsfördernd wirken! Es wäre dringend, den Gesundheitsbegriff zu erweitern und nicht mehr länger gleichzusetzen mit «frei von Viren» oder «Abwesenheit einer Infektion"! Es gäbe so viele Gesundheitsfachleute, die dazu viel zu sagen hätten - abgesehen davon, dass jede und jeder einzelne sich überlegen kann, was eigentlich für sie oder ihn gesund ist - und was nicht!
Susanne Studer, am 04. August 2020 um 21:48 Uhr
siehe auch Interview mit Professor Streek

""Ich kann nicht erkennen, dass wir jetzt in einer zweiten Welle sind"
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Dennoch: Die Infektionszahlen steigen in Deutschland wieder. Gleichzeitig ist bei vielen Menschen eine gewisse Sorglosigkeit zu beobachten – Stichwort Zweifel an der Maskenpflicht oder auch Corona-Partys. Wie geht man damit um?

Ich glaube, man sollte den Menschen an die Hand geben, dass sie achtsam sein müssen, aber trotzdem ein Stück weit das tun dürfen, was ihnen wichtig ist. Statt mit dem erhobenen Zeigefinger Dinge zu verbieten, müssen wir vielmehr nach pragmatischen Ansätzen suchen. Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, alle Infektionen vermeiden zu wollen. Dies wird nicht möglich sein. Gleichzeitig müssen wir Konzepte entwickeln, dass wir Veranstaltungen zulassen, ohne dass sie Superspreading-Events werden.
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https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_88339070/coronavirus-virologe-streeck-kann-zweite-welle-in-deutschland-nicht-erkennen.html

und siehe Interview Professor Drosten

"Die zweite Welle muss nicht kommen

Strategie ändern – von Japan lernen
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...« Die Chance sei da, aber man müsse genau hinschauen und die jetzigen Maßnahmen nachadjustieren, um gezielt superspreading Events zu verhindern.

Sein Optimismus rühre daher, dass es ein Präzedenzbeispiel dafür gebe, dass diese Strategie funktioniere: Japan. .
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https://www.pharmazeutische-zeitung.de/die-zweite-welle-muss-nicht-kommen-117912/seite/3/
Dieter Gabriel, am 05. August 2020 um 15:36 Uhr
Die dt. Kabarettistin fragt :
"Ist Corona ein Intelligenz-Test» ?

Wenn JA, zeigt es den Niedergang menschlicher Intelligenz zu Schwarm/Frame/Blasen-Intelligenz.
Ludwig Pirkl, am 05. August 2020 um 16:37 Uhr
Die Schlussfolgerungen aus den Daten - und damit auch das meiste im Artikel- ist leider falsch.
Der Unterschied zwischen 'unbekannt' und 'fehlenden' Daten ist der, dass beim ersteren Daten überhaupt erhoben werden konnten. Und damit eindeutig weder 'Clubbesuch' oder 'Familie' zugeordnet werden konnten.
Bei der Kathegorie 'fehlende Daten' (immerhin fast 50% der Fälle) kann davon ausgegangen werden, dass sie die Tendenz der bestehenden Daten bestätigen.
Es gibt meines Erachtens keinen Grund anzunehmen, dass sich die Fälle, bei denen keine Daten erhoben werden konnten, signifikant von jenen unterscheiden bei denen man die Infektionskette nachverfolgen konnte.
Somit bleibt zwar richtig, dass das BAG nicht alles weiss, aber aufgrund der Daten ist es trotzdem absolut vernünftig zu sagen, dass das Hauptrisiko die Familie bleibt.
Cris Tostado, am 08. August 2020 um 20:53 Uhr
@Tostado. Klar, es steckt sich wohl der grösste Teil innerhalb der Familie/Wohngemeinschaft an, nachdem ein Mitglied ausserhalb angesteckt wurde. Die entscheidende Frage scheint mit zu sein, wo hat sich dieses erste Familienmitglied angesteckt.
Urs P. Gasche, am 09. August 2020 um 08:33 Uhr

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