kontertext: Tamedia und Basler Zeitung – Trauerspiel, 5. Akt?

Alfred Schlienger © as
Alfred Schlienger / 20. Jun 2018 - Die Lage nach dem Blocher-Tamedia-Deal bleibt vorerst verworren. Aufschnaufen oder zweifeln? Grund zum Feiern gibt es trotzdem.

Wenn es in den Irrungen und Wirrungen um die Basler Blocher-Zeitung eine Konstante gibt, dann sind es die stupiden Falschmeldungen und Verschleierungen. Das war zu Beginn von Blochers Medien-Engagement in Basel so, und so war es auch jetzt wieder beim Verkauf der BaZ an Tamedia. Schon seit Monaten wurde auf allen Ebenen spekuliert über einen kurz bevorstehenden Verkauf der Blocher-BaZ. Am 10. März dieses Jahres berichtete schliesslich die Schweiz am Wochenende, Blocher sei mit Tamedia handelseinig geworden. Am Montag, 12. März, bestätigte BaZ-Chefredaktor Markus Somm gegenüber seinen Angestellten, der Verkauf finde «noch in dieser Woche» statt. Am Folgetag aber dementierte Financier Blocher prompt den Verkauf und erklärte alle entsprechenden Meldungen für «tatsachenwidrig». Das alte Spiel des alten Herrn zu Herrliberg.

Warum so mutlos und zögerlich?

Fünf Wochen später bestätigten sich die Verkaufsmeldungen doch. Einziger Unterschied: Blocher selber gab sich die Ehre, die sterbenselende Katze aus dem Sack zu lassen. Seither wundert man sich allseits, wie mutlos und zögerlich Tamedia mit ihrer Neuerwerbung umgeht. Der mächtigste Medienkonzern der Schweiz, der nun im Printbereich der Deutschschweiz bereits 40 Prozent abdeckt (und in der Romandie gar 68 Prozent), verpasste es in flagranter Weise, für eine künftige Leserschaft einen klaren, vertrauensbildenden Schnitt zu markieren. Im Gegenteil: Somm soll weitere 6 Monate über den Verkauf hinaus Chefredaktor der BaZ bleiben, dann für ein halbes Jahr in einen bezahlten Bildungsurlaub geschickt werden und schliesslich als Autor wieder weich bei Tamedia landen. Blocher hat aus der Basler Niederlage zumindest für die fallschirmtechnische Absicherung seines Ziehsohns ein Maximum herausgeholt beim Deal mit Tamedia.

Und doch erscheint Somm alles andere als glücklich. Wie Stimmen aus seinem Umfeld bestätigen, wirkt er geknickt und gekränkt. (Ist damit vielleicht auch seine vorauseilende Bestätigung des Tamedia-Deals zu erklären? Hoffte er – offensichtlich vergeblich – auf einen Aufstand seiner nun bedrohten Belegschaft?) In absehbarer Zeit nicht mehr Chefredaktor zu sein, sondern nur noch einer unter zahlreichen Tamedia-Autoren, scheint jedenfalls nicht seinem Selbstbild zu entsprechen. Das muss die an echtem Journalismus interessierte Leserschaft nicht unbedingt kümmern.

Wie naiv darf denn Tamedia tun?

Besorgt sein darf man aber über mehrere Fakten, die zeigen, wie unsorgfältig, blauäugig oder gar verantwortungslos Tamedia diese BaZ-Übernahme angeht. Jahrelang wurde darauf hingearbeitet, seit über zwei Monaten ist der Verkauf nun offiziell bekannt, und noch immer kann der Deal nicht über die Bühne gehen, weil Tamedia bei der Wettbewerbskommission, die das Geschäft absegnen muss, offenbar ungenügende Unterlagen eingereicht hat. Wie desorganisiert ist dieser Grossverlag denn eigentlich? Hinzu kommt eine – im besten Fall – erschreckend unbedarfte Kommunikation mit Fragen aus dem Publikum. Ein Leser fragte zum Beispiel bei Tamedia direkt nach: «Wird diese Zeitung von ihren hässlichen Gesichtern frei sein oder muss ich weiterhin mit Somm & Co. rechnen?» Die offizielle Antwort nach wochenlangem Warten: «Bei der Basler Zeitung arbeiten viele gute Journalistinnen und Journalisten, die der Zeitung in den letzten Jahren ein eigenständiges Profil gegeben haben. Diese Eigenständigkeit wollen wir weiterhin erhalten.» – Wie bitte? Haben wir uns verhört? Diese zwei Tamedia-Sätze muss man sich nochmals auf der Zunge zergehen lassen.

Die Karikatur von Journalismus

Das können nur Menschen formuliert haben, die in den letzten acht Jahren nie einen Blick in die Blocher-Zeitung geworfen haben. Und sollten diese Sätze – jetzt mal das Undenkbare denkend – wirklich ernst gemeint sein, dann hätte sich die Tamedia-BaZ damit ihr Todesurteil bereits selber geschrieben. Man muss hier nicht alle Entgleisungen dieses Kampfmediums nochmals aufzählen, sie sind auf vielen Kanälen, unter anderem beim Presserat, bei der Medienwoche und auf Infosperber, mehrfach und gut dokumentiert. Die Hetze gegen Ausländer, Asylwesen, Sozialhilfeempfänger und gegen alles auch nur im Ansatz Gesellschaftsliberale und Linke, die systematische Frauenverachtung, die Gewalt-Hysterie entgegen aller statistischen Evidenz, die permanente Verharmlosung von Umweltgefahren samt Leugnung des Klimawandels, das Agitieren gegen Personen bis hin zum Rufmord, die Verzerrungen, Auslassungen und Falschmeldungen, die konsequente Nichtkorrektur von offensichtlichen Fehlleistungen – das alles geht auf keine Kuhhaut. Kurz: Was die BaZ unter Blocher und Somm über die Jahre hinweg geboten hat, war in weiten Teilen die haarsträubende Karikatur von Journalismus.

Keine Frage von links oder rechts – sondern von Professionalität

Wie man sich zu diesem Elaborat stellte, war schon lange nicht mehr eine Frage von links oder rechts, sondern eine des Anspruchs an die Professionalität von Journalismus, eine Frage der Wahrhaftigkeit, der Glaubwürdigkeit und des Anstands. Wenn Tamedia in ihrer Verlautbarung bezüglich der Blocher-BaZ von «Eigenständigkeit» spricht, ist das deshalb nichts als blanker Hohn. Oder hat sich Blocher in den Verhandlungen etwa noch ausbedungen, dass auch über die Abgelebte – de mortuis nihil nisi bene – nur positiv geredet werden dürfe?

Man wird Tamedia, wenn sie ihre Dossiers denn endlich beisammen hat, an ihren Taten bemessen müssen. So viel ist aber jetzt schon klar, mit der gegenwärtigen BaZ-Redaktion ist kein Staat und keine Zeitung zu machen. Abgesehen von einer Handvoll professionellen Schreibenden haben sich die allermeisten als (oft unausgebildete) Kampfhunde einspannen lassen und sich damit beruflich selber diskreditiert. Sollte Tamedia, die schweizweit grösste Vernichterin von Arbeitsplätzen im Journalismus, sich nun plötzlich als «sozialer Arbeitgeber» gerieren wollen und schützend vor die lokale Blocher-Crew stellen, wäre das ein opportunistischer Zynismus der besonderen Art.

Wie geht es jetzt weiter mit der BaZ?

Somm schreibt vorerst halbwegs frisch und eher unfröhlich weiter. Wenn der Eindruck nicht täuscht, hat sich seine Tonalität etwas gemässigt. Die ungebremst aggressiven Ausfälligkeiten, wie er sie besonders gegenüber Frauen wie Micheline Calmy-Rey, Eveline Widmer-Schlumpf, Doris Leuthard oder Simonetta Sommaruga regelmässig und mit Hingabe gepflegt hat, sind etwas seltener geworden. Aber noch immer ist er der Schweizer Journalist, der die meisten «Ich»-Sätze produziert, der in jedem Artikel mindestens fünf überbordende Superlative unterbringt und der den Grundsound des pubertär-rebellischen Besserwissers und Verächtlichmachers einfach nicht ablegen kann – oder will.

Charakterstudien im Wind

Interessant zu beobachten wird vielleicht auch sein, wie die Einzelnen aus dem Blocher/Somm-Personal versuchen werden, ihr Mäntelchen in den neuen Tamedia-Wind zu hängen. Charakterstudien am schreibenden Objekt. Wer aber kann, verlässt besser rechtzeitig das sinkende Schiff. Milieu-Poet Michael Bahnerth (vulgo «Grüsel-Bahnerth») wird seine seicht-schmierige Schreibe, wenig überraschend, im Blocher-Beiboot Weltwoche fortführen. Lokalchef und Kampfschreiber Christian Keller macht sich in der freien Wildbahn selbstständig. Dass übrigens ausgerechnet er, wie die TagesWoche berichtete, redaktionsintern als Wunschkandidat für die Basler Chefredaktion galt, desavouiert die bestehende Rest-Crew gleich ein weiteres Mal.

Moral und Durchhaltewillen versucht Somm dadurch zu stärken, dass er der verbliebenen Mannschaft kürzlich noch eine Lohnerhöhung gewährte. Nicht die unfreundlichste Art einer Politur am eigenen Denkmal – wenigstens bei den Getreuen. Damit die Zeitung personell nicht allzu deutlich als Havarie sichtbar wird, sind im Impressum der Schrumpf-Equipe auch bereits Pensionierte weiterhin aufgeführt.

Was braucht’s für einen echten Neustart?

Trotz aller Bedenken bezüglich eines «Zürcher Einheitsbreis» könnte aber die Tamedia-Übernahme für Basel auch eine Chance sein, falls mit der neuen BaZ ein ganz klarer journalistischer Paradigmenwechsel angestrebt und auch erreicht wird. Was es dafür braucht, kann hier nur in ein paar Stichworten angedeutet werden:

  • Unverzichtbar ist in erster Linie ein Verständnis von Journalismus, das sich auf Wahrhaftigkeit, Glaubwürdigkeit und Relevanz ausrichtet.
  • Auch in einer Mantelzeitung muss die spezielle regionale Optik in alle Ressorts eingebracht werden können. Dafür braucht es entsprechende Kanäle und Ressourcen.
  • Die Region Basel benötigt wieder einen echten Wirtschaftsjournalismus. (Das Mantra von Köppel und Somm, die Wirtschaft reguliere sich eh selbst und brauche deshalb keine kritische Beobachtung und Begleitung, ist neoliberaler Unfug und schlicht eine journalistische Bankrotterklärung.)

Lokaler Kulturjournalismus, Recherche, Lernfähigkeit

  • Mindestens so zentral für Basel ist ein lokal fest und breit verankerter Kulturjournalismus, der das kulturelle Leben der Stadt und der Region abbildet und befruchtet.
  • Nach den Hau-drauf-Kampagnen der Blocher-BaZ muss Basel wieder in den Genuss eines verantwortungsvollen, nicht agenda-getriebenen, aufklärerischen Recherche-Journalismus kommen.
  • Garant dafür sind eine kompetente und gut dotierte Redaktion vor Ort und eine wirklich eigenständige Chefredaktion, die keineswegs zwingend aus Basel kommen muss, die aber die Stadt und ihr Umfeld gut kennt und sich als lernfähig erweist.
  • Eine neue BaZ braucht im Gegensatz zur bewusst rüpelhaften Blocher-BaZ eine gut entwickelte Fehlerkultur. (Unter Somm wurde die BaZ zur vom Presserat meistgerügten Zeitung der Schweiz. Auch von den 34 bei Fairmedia eingegangenen Fällen war die BaZ 13 Mal betroffen (38%) und damit das klar am meisten kritisierte Medienunternehmen.)

Kann man die BaZ also bald wieder abonnieren?

Gemach, Freunde! Zuerst muss jetzt Tamedia echt vorwärts machen und sowohl erklären wie zeigen, was sie mit der Basler Zeitung vorhat. Ob die verpasste Chance des klaren Schnitts wieder aufgeholt werden kann, ist fraglich. Und in etwa so unsicher wie die Frage, ob der angeschlagene Somm noch wirklich ein halbes Jahr als lame duck am Aeschenplatz ausharren will. Im NZZ Folio vom Juni erklärt er, angesprochen auf seinen baldigen Abgang, allerdings recht trotzig: «Bis dahin geht es noch eine Weile, ich habe hier noch viel zu tun.» Man darf das durchaus als Drohung eines Verletzten verstehen. Die Mission ist noch nicht erfüllt. Der Prediger muss nachsitzen. Vielleicht bis zur Erlösung an Weihnachten.

Medienfest am 29. Juni!

Feiern kann man aber trotzdem jetzt schon. Denn die Niederlage des scheinpublizistischen Blocher-Projekts in Basel ist unumkehrbar. Und ein Veto der Wettbewerbskommission gegen den Tamedia-Deal scheint sehr unwahrscheinlich. Die Bürgerplattform «Rettet-Basel!» lädt deshalb gemeinsam mit dem neuen Verlegerverband «Medien mit Zukunft» (dem auch Infosperber, Republik, TagesWoche, WoZ, Tsüri und we.publish von Hansi Voigt angehören) ein zu einem Medienfest am Freitag, 29. Juni, in Basel mit Musik, Wortmeldungen und Austausch, Film und Podien zur aktuellen lokalen und schweizerischen Mediensituation. Jedermann ist herzlich willkommen, mitzufeiern und den nicht ganz freiwilligen Abgang von Blocher & Co. aus Basel zu besprechen und zu begiessen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Alfred Schlienger, Theater- und Filmkritiker, u.a. für die NZZ; ehem. Prof. für Literatur, Philosophie und Medien an der Pädagogischen Hochschule; Mitbegründer der Bürgerplattform Rettet-Basel!; lebt in Basel.

    Unter «kontertext» schreibt eine externe Gruppe Autorinnen und Autoren über Medien und Politik. Sie greift Beiträge aus Medien auf und widerspricht aus politischen, journalistischen, inhaltlichen oder sprachlichen Gründen. Zur Gruppe gehören u.a. Bernhard Bonjour, Rudolf Bussmann (Redaktion, Koordination), Silvia Henke, Anna Joss, Mathias Knauer, Guy Krneta, Johanna Lier, Alfred Schlienger, Felix Schneider, Linda Stibler, Ariane Tanner, Heini Vogler, Rudolf Walther.

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9 Meinungen

Die Schreibe hier handelt nicht von der BaZ, wie ich sie kenne.
Was Tamedia liefert, bezahle ich bereits zwangsweise für SF. Nur für ein wenig Lokalberichterstattung und FCB brauchts kein Tamedia-BaZ Abo.
Der letzte Abschnitt sagt schon alles: Rettet Basel hat schlicht Null Bedeutung, die Tageswoche als geschützte Werkstatt hängt am Tropf einer Pharma-Milliardärin.
Tim Meier, am 20. Juni 2018 um 11:24 Uhr
Ah, was für frische, erfrischende Zeilen! Danke, lieber Alfred.
Wir kennen uns ja nur von der Rekrutenschule, während der
Du mein einzig vernünftg scheinender und diskreter Ansprech-
partner warst ... Das hat mir damals sehr geholfen, im Klub
von bereits zu engstirnigen Machos gewordener junger Männer.
Und Deine Zeilen helfen auch jetzt, wo man so manche Fragen
an Tamdia hätte. Ich hoffe noch oft von Dir zu hören.
Rolf Leemann, am 20. Juni 2018 um 12:49 Uhr
Sehr geehrter Herr Schlienger,
wenn die heutigen BaZ-Schreiber abgeben,werden 10 000 Abonnenten abspringen. Da bringt Herr Supino Ihr Einsatz wenig.Die Tamedia hat eine Leiche erworben.Gestern schrieb sogar Herr Bahnert,werfen Sie mal einen Blick ins Internet.Die BaZ ist gratis,weil Agrarchemiewerbung als Zeitungsinhalt verkauft wird.Wenn Sommer seine Sonntags predigten jemals in den Tagi bringt,kann dieser auch gleich dicht machen.
Andreas Willy Rothenbühler, am 20. Juni 2018 um 14:11 Uhr
Lieber Alfred Schlienger: Ich verstehe den Aufruhr. Aber nicht wir setzen die Bedingungen beim Kauf, sondern Blocher mit dem Tamedia-Verlag gemeinsam. Und das kann sehr wohl zu jenen (unbefriedigenden) Verhältnissen geführt haben, welche sich im Bericht oben abzeichnen.
- Der Tamedia-Verlag hat bekanntlich jedes Interesse, seinen Redaktoren-Stab nicht wieder anschwellen zu lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nun plötzlich bei der BAZ eine Ausnahme machen wollte.
- Blocher hat womöglich grosse Zugeständnisse beim Preis gemacht, weil er die Vertäubung bei den BAZ-Mitarbeiter*Innen ja nicht ins Ufer-lose anwachsen lassen kann.

Deshalb: Ich kann mir vorstellen, dass Tamedia selbst auch nicht kann, wie der Verlag das möchte, dass Tamedia aber ein Interesse hatte, den Deal einzugehen, um die Region Basel 'unter Kontrolle zu kriegen'.

Was denken Sie?
Konrad Staudacher, am 20. Juni 2018 um 14:20 Uhr
Auf den Punkt gebracht! Danke für diesen Kommentar! Hoffen wir weiterhin auf einen Bruch, ja, einen wirklichen Umbruch!
Martina Waltimo, am 20. Juni 2018 um 14:22 Uhr
das beste am ganzen ist das fest vom 29. juni. freue herrscht, wenn somm teilnimmt und eine kritische würdigung des anlasses verfasst.
harry sivec, am 20. Juni 2018 um 16:33 Uhr
Und wie wird sich die künftige BaZ von der bz Basel unterscheiden?
Alex Schneider, am 20. Juni 2018 um 17:47 Uhr
Auf infosperber erwarte ich eigentlich keine Feindbilderkultivierung à la Alfred Schlienger (und regelmässig auch Kurt Marti). Herr Schlienger fordert professionellen Journalismus und eine diffuse Qualität (aber eigentlich Übereinstimmung mit seiner Gesinnung). Er beweist im Artikel gleich, dass er das auch nicht kann: Er verwendet unkritisch eine Statistik im Sinn der self fulfilling prophecy. Die Fairmedia Statistik taugt nicht für ein objektives Urteil über die journalistische Qualität der BaZ, denn die Daten müssten geprüft werden, ob die Einreichenden nicht eine Auswahl von BaZ Kritikern sind (was es vermutlich sind, sog. biased raw data), so wie der Autor selbst. Der Artikel ist also kein journalistisches Glanzstück, sondern ein Pamphlet, ein Ausbruch des Zorns und der Verachtung und enthält auch fake news (sic). Für einen FH Professor doch eher peinlich. Er muss die BaZ ja nicht lesen!
Ignaz Heim, am 20. Juni 2018 um 18:21 Uhr
Was soll denn um Himmels Willen besser werden bei der Baz, wenn die TA-Media das Sagen hat? Man soll bitte nicht so tun, als sei heutiger Journalismus in privater Hand eine Frage von Professionalismus (Wahrhaftigkeit, Glaubwürdigkeit und Anstand). Die Medien veröffentlichen genau das, was die Leser - angeblich - wollen. Wie sonst soll eine Zeitung Profit machen? Und kann mir jemand einen anderen Grund als Profit nennen, damit privates Kapital in ein Presseorgan fliesst?
Paul Jud, am 25. Juni 2018 um 15:25 Uhr

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