Je mehr Süsses Kinder in der TV-Werbung sehen, desto mehr essen sie davon © MM

TV-Werbung verführt Kinder zu überzuckertem Frühstück

Michael Baumann, higgs. / 25. Jan 2019 - Sehen Kinder im Vorschulalter im Fernsehen Werbung für süsse Frühstücksflocken, essen sie tatsächlich auch häufiger davon.

Die Marketingexperten von Kellogg’s und Co. können sich wohl auf eine Gehaltserhöhung freuen: Die Wirksamkeit ihrer Fernsehwerbung für [zuckerhaltige] Frühstücksflocken wurde soeben wissenschaftlich erwiesen. Weniger zufrieden mit den Erkenntnissen dürften die Eltern von kleinen Kindern sein. Denn die Kleinen werden durch die Werbung direkt manipuliert und essen deshalb häufiger von den überzuckerten Flocken. Das zeigt eine Studie amerikanischer Wissenschaftler, die zehn handelsübliche Frühstücksflocken getestet hatte, welche teils bis zu 25 Prozent Zucker enthielten. Die Studie wurde in der Ausgabe Februar 2019 des «American Journal of Preventive Medicine» publiziert.

Das sollten Sie wissen

  • Kinder im Vorschulalter werden von der TV-Werbung gezielt beeinflusst.
  • Sehen diese Kinder TV-Spots für überzuckerte Frühstücksflocken, essen sie auch häufiger davon. Das zeigt eine Studie.
  • Wahrscheinlich beeinflussen die Kinder direkt die Kaufentscheidungen ihrer Eltern.

Die Forschenden befragten die Eltern von insgesamt 624 Kindern im Alter zwischen drei und fünf Jahren nach deren Fernsehgewohnheiten und nach deren Frühstück. Über ein Jahr verteilt fanden acht solcher Befragungen statt. Die Eltern gaben jeweils an, welche Fernsehkanäle ihre Sprösslinge in der vergangenen Woche gucken durften, und zu welchen Uhrzeiten. Mithilfe von Aufzeichnungen der Fernsehprogramme ermittelten die Forscher so, mit welchen Fernsehspots die Kinder berieselt wurden. Diese Information verglichen sie mit den Angaben über das Frühstück, das die Kinder gegessen hatten. Und voilà: Die Kinder, die Werbung für die süssen Flocken gesehen hatten, assen auch viel häufiger von genau der beworbenen Marke. Das Risiko, zum überzuckerten Frühstück zu greifen, stieg um rund 40 Prozent an, und zwar für alle zehn getesteten Frühstücksflocken. Darunter waren zum Beispiel auch die hierzulande erhältlichen Marken «Froot Loops», «Frosties» und «Cheerios».

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Kinder ihre Eltern beim Einkauf beeinflussen. Die Hersteller würden sich die so genannte Quengelkraft der Kinder zu Nutze machen, schreiben die Autoren, und sie so zum Kauf des zuckerhaltigen Frühstücks bringen.

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TIPP der Redaktion: Man findet in Läden auch Flocken- und Birchermüesli-Mischungen ohne Zusatz von Zucker.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Den Beitrag haben wir von higgs.ch, dem unabhängigen Magazin für Wissen in der Schweiz, übernommen.

Weiterführende Informationen

Zur Studie im «American Journal of Preventive Medicine», Ausgabe vom Februar 2019

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