Die E-Zigarette kann Zigaretten ersetzen, aber Jugendliche auch zum Rauchen verführen © die-e-zigarette.com

Lungenspezialisten kontern «Präventivmediziner»

Red. / 06. Dez 2017 - E-Zigaretten seien für Jugendliche kein Einstieg zum Rauchen, behauptet Jean-François Etter. Lungenärzte kontern mit Fakten.

Red. Jean-François Etter arbeitet an der Universität Genf als «Präventivmediziner» und ist ein Aushängeschild der Tabaklobby, die Werbe-Einschränkungen für E-Zigaretten verhindern will. Kürzlich liess ihn die «NZZ am Sonntag» wieder ausgiebig zu Wort kommen. Zu seinen Argumenten nehmen im Folgenden Stellung: Professor Jürg Barben, Leitender Arzt Pneumologie am Kinderspital St. Gallen, Macé Schuurmans, Oberarzt Pneumologie am Universitätsspital Zürich und Rainer M. Kaelin, früherer Vizepräsident der Lungenliga Schweiz.

«Mit missionarischem Eifer»

Seit Professor Jean-François Etter vom «Institut de santé globale» der medizinischen Fakultät der Universität Genf im Jahr 2013 kundtat: «Je crois que la cigarette électronique est une révolution en termes de santé publique»1, vermittelt er dieses Credo mit missionarischem Eifer.

Professor Jean-François Etter

Etters Aussagen in der «NZZ am Sonntag» zeigen, dass kritisches Denken seinen Glauben nicht beeinflusst. Wir verteufeln die E-Zigaretten nicht, doch sollen die Zigarettenhersteller keine Werbung dafür machen.

Wir sind mit Professor Etter darin einig, dass die E-Zigarette sehr wahrscheinlich für ihre Gebraucher, verglichen mit der Tabakzigarette, weniger schädlich ist. Es ist jedoch unredlich, diese «Schadenminderung» mit Prozenten zu quantifizieren. Die im Artikel zitierte und als «wissenschaftlich» dargestellte «95% geringere Schädlichkeit», beruht auf keiner Messung, sondern auf einer Umfrage, in der lediglich 12 von Etters Kollegen im Jahr 2013 aufgefordert wurden, ihre persönliche Einschätzung abzugeben2. Dieses Vorgehen wurde in wissenschaftlichen Publikationen als irreführend kritisiert3,4,5:

  • Die Befragten waren Rauchstoppexperten, welche mit Vorliebe E-Zigaretten empfehlen;
  • die Organisatoren der Umfrage waren nicht transparent über ihre Finanzierung;
  • die Gruppe umfasste weder Pädiater noch Epidemiologen, die Vergleichskriterien waren nicht definiert etc.

Kurzum: Die angeblich «95% geringere Schädlichkeit» wird nicht zu einer wissenschaftlich erhärteten Tatsache, weil sie von «Public Health England»6 im Zusammenhang mit Nikotinersatzpräparaten wieder aufgenommen wird, oder weil sie Promotoren der E-Zigarette gerne als Verkaufsargument übernehmen.

Immer noch mindestens 30 Prozent Rauchende

Die im Artikel hervorgehobene Raucherquote von 25 Prozent muss aus denselben Gründen hinterfragt werden. Diese «offizielle Tatsache» beruht auf Umfragen in der Bevölkerung, behaftet mit Verweigern oder Beschönigung der Antworten, ungenügender Repräsentativität etc.

Wenn man sich auf die Anzahl Tonnen des in der Schweiz verkauften Tabaks abstützt (welche von Amtes wegen mit der Tabaksteuer belastet werden), und den an Ausländer verkauften Tabak berücksichtigt, muss man schliessen, dass die Einschätzung zu tief ist. In Wirklichkeit rauchen etwa 30 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz oder noch mehr7.

Die Tabakkonzerne wollen sich kaum selber schaden

Etters Credo besagt, dass die E-Zigarette durch das Spiel des Marktes die Tabakzigarette verdrängen werde, sodass der Wechsel der Raucher auf das weniger schädliche Produkt die Tabakepidemie eindämmen werde. Deswegen soll die Verbreitung der E-Zigarette nicht etwa mit Werbeverboten eingeschränkt werden.

Diese Vision ist nicht plausibel. Die Tabakindustrie beherrscht den Tabakmarkt kartellartig. Sie nützt die Nikotinabhängigkeit ihrer Kundinnen und Kunden als Geschäftsgrundlage aus. Sie dominiert auch selber den Markt der E-Zigaretten.

Warum nur sollte diese Industrie ihren Tabakmarkt dadurch sabotieren, dass sie die neueren Produkte so fördert, dass die meisten Raucher den Tabakkonsum wirklich gänzlich lassen?

Vielmehr dient es ihrem Geschäftsinteresse bestens, mit der E-Zigarette die Nikotinsucht aufrechtzuerhalten und zu verbreiten.

Tatsache ist: Die meisten Raucher, die zur E-Zigarette greifen, hoffen und glauben, dass sie sich damit weniger schaden. Das trifft für diejenigen von ihnen zu, die den gänzlichen Rauchstopp schaffen. Die meisten erwachsenen E-Zigaretten-Gebraucher werden aber zu Doppelgebrauchern, die (etwas weniger) Tabakzigaretten und E-Zigaretten konsumieren. Das jedenfalls zeigen Studien aus den USA8,11. Und dadurch täuschen sie sich; denn auch wenige gerauchte Zigaretten verursachen ein erhebliches, überproportionales, vor allem kardiovaskuläres Risiko, dessen Ausmass unterschätzt wird.

Etters blindes Credo hat viele zur irrigen Güterabwägung verleitet, dass der freie Markt dank der E-Zigarette die weltweite Tabakepidemie eindämmen kann.

Tatsächlich aber sind die E-Zigaretten das ideale Promotionsinstrument, dessen sich die Industrie bedient, um die Banalisierung von Tabak, Rauchen und Nikotin vor allem in der Jugend zu fördern9. Die Verbindung von E-Zigaretten mit Tabakkonsum von Jugendlichen ist in Nordamerika zu einem Public-Health-Problem geworden10,11, und ist auch bei uns eine Tatsache12.

Darum wäre es weit intelligenter, kostengünstiger, und dauerhafter, Public-Health-Spezialisten, Ärzte und Parlamentarier würden sich dafür einsetzen, im kommenden Tabakproduktegesetz ein umfassendes Werbe-, Promotions- und Sponsoringverbot aller Tabakprodukte zu verankern, einschliesslich der E-Zigaretten und der «heat but not burn devices» [Produkte, die angeblich den Tabak nicht verbrennen, sondern nur erhitzen]. Nur ein solches Werbe- und Sponsoringverbot gleich wie für Zigaretten wird dem Jugendschutz in der Tabakprävention gerecht.

Ein solches Verbot entspricht auch den Vorgaben der WHO-Tabakkonvention, die 180 Länder ratifiziert haben – mit Ausnahme der Schweiz und ganz wenigen Ländern (USA, Marokko, Kuba, Haiti, Andorra).

Indem Professor Etter die Forderungen der Tabakkonvention ablehnt, macht er sich zum Gehilfen der Tabakindustrie und ihrem Lobbying.

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FUSSNOTEN

1 J-Fr. Etter : La vérité sur la cigarette électronique. Fayard Paris, 2013

2 Nutt D, Philips LD, Balfour D. et al. : Estimating the harm of nicotine containing products using the MCDA approach. Eur. Addict. Res. 2014,20:218-25

3 J.Gornall: Public Health England's troubled trail.BMJ 2015;351: h5826 doi: 10.1136/bmj.h5826 (published 3 november 2015)

3 Polosa R: E-cigarettes: Public Health England's evidenced based confusion.Lancet 2015; 386:829.

5 McKee M, Capewell S : Evidence about electronic cigarettes: a foundation built on rock or sand ? , BMJ 2015;351:h4863.

6 Mc Neill A, Brose LS,Calder R. et al. : E-cigarettes; an evidence update. A report commissioned by Public Health England. 2015.

7 Jakob J, Cornuz J, Diethelm P. : Prevalence of tobacco Smoking in Switzerland. Swiss Med.Wkly 2017 ;147 :w 14437. DOI :10.4414/smw.2017.14473.

8 Kasza K., Bridget, Bridget MA, Ambrose Ph.D et al : Tobacco Use by Adults and Youths in the United States in 2013 and 2014. NEJM. Jan 25. 2017.

9 Kaelin RM, : Jugendschutz ohne Tabakwerbeverbote? SAeZ, 2017;98(41):1347-49. 11.10.2017.

10 Leventhal AM, Strong DR, Kirkpatrick MG et al. : Association of electronic cigarettes Use with Initation of combustible Tobacco Product smoking in early adolescence. JAMA 2015;324(7):700-7

11 E-Cigarette Use among Youth and young Adults : A report of the Surgeon General 2016. US Dept of HHS.

12 Gmel G, Baggio S., Mohler-Kuo M, Daeppen JB, et al. : E-cigarettes use in Young Swiss men: is vaping an effective way of reducing or quitting smoking? Swiss Med Wkly 2016.Jan.11;146:w 14271.doi10.4414/smw.2016.14271.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Die drei zitierten Lungenärzte engagieren sich für die Prävention von Tabak-Abhängigkeit.

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41 Meinungen

ANMERKUNG DER REDAKTION: An dieser Stelle verbreitete ein Leser die Behauptung, die im Artikel zitierten Lungenspezialisten seien Lobbyisten der Pharmaindustrie. Gegenüber Infosperber behauptete Hugentobler sogar, diese Lungenspezialisten würden «lügen» und forderte: «Ich hoffe, dass Sie danach die Herren Lungenärzte nicht mehr veröffentlichen werden.» Auf Rückfrage konnte Herr Hugentobler weder eine Lüge belegen noch einen Beweis für eine Lobbytätigkeit. Deshalb haben wir seinen Meinungseintrag gelöscht.
Urs P. Gasche, am 06. Dezember 2017 um 18:10 Uhr
1500 Zeichen sind für diesen Artikel als Kommentar zu wenig, die Langfassung sende ich gerne.
Die E-Zigarette - seit 10 Jahren am Markt - mindestens 10 Millionen Nutzerjahre - kein Hinweis auf eine Schädigung. Von der Panikmache blieb nichts übrig. 95 % geringere Schädlichkeit ist hochwahrscheinlich.
Nikotin ist kein Nikotinersatzprodukt sondern das echte Produkt. Dies gilt auch für Schweineschnitzel. Das echte Produkt Nikotin geniesst höchste wissenschaftliche Anerkennung als… Nikotinersatzprodukt.
Nikotinabhängigkeit? Sämtliche Suchtsurveys der letzten 15 Jahre in Deutschland befanden im worst case ein Drittel der Raucher für süchtig, dies sogar unter Anwendung des Fagerströmtests für Zigarettenabhängigkeit(!). Es gibt keinen soliden Nachweis für Nikotinabhängigkeit.
Die Dampfer können nicht süchtiger sein können als die Nutzer von „Nikotinersatzprodukten“ und die sind oder werden nicht süchtig. Im Gegenteil. Laut der von den Gesundheitsbehörden zugelassenen Werbung kann man Nikotin mit Nikotin entwöhnen. Nikotinabhängigkeit der Kunden der Tabakindustrie und der E-Zigarettenindustrie fällt als Geschäftsgrundlage aus.
Es gibt keinen Weg von der E-Zigarette zur Zigarette. Die sogenannte Gateway-Hypothese wurde durch mehrere Studien sturmreif geschossen und heute ist sie widerlegt. Die E-Zigarette ist keinesfalls ein Promotionsinstrument für das Rauchen. Nikotin ist als ein Genussmittel einzustufen das Koffein sehr ähnelt. Und Kaffeegenuss ist banal.
Dr. Rainer Dölfel, am 07. Dezember 2017 um 21:24 Uhr
@Döffel
Die Behauptung, Nikotin mache nicht süchtig, ist schlicht lächerlich. Man muss nur die Raucher in freier Wildbahn beobachten, und man erkennt ganz klar, dass die allermeisten stark süchtig sind. Das bestätigen die Raucher in der Regel auch selber.
Daniel Heierli, am 10. Dezember 2017 um 12:38 Uhr
@Heierlein,

es wäre nett wenn Beiträge gelesen und verstanden würden. Also nochmal: Sämtliche Suchtsurveys der letzten 15 Jahre in Deutschland befanden im worst case ein Drittel der Raucher für süchtig!
Das ist amtlich und wiegt jede Privatmeinung auf!
Dr. Rainer Dölfel, am 12. Dezember 2017 um 20:27 Uhr
@Döffel
Quellenangabe? ("Sämtliche Suchtsurveys» ist viel zu schwammig). Von wem wurden die «Surveys» gesponsert?
Und bevor sie anderen vorwerfen, Texte nicht gelesen zu haben, lesen Sie doch mal einen Namen richtig...
Daniel Heierli, am 12. Dezember 2017 um 21:32 Uhr
@Heierli,
und jetzt lesen Sie bitte meinen Namen. Googeln Sie nach Epidemiologischer Suchtsuryey, z. B. nach ESA 2015 Tabak-Kurzbericht. Die Erstellung dieser Berichte erfolgt im Regierugsauftrag.
Nochmal: im worst case ist ein Drittel der Raucher süchtig!
Dr. Rainer Dölfel, am 12. Dezember 2017 um 23:30 Uhr
@Dölfel
Sorry, den Namen habe ich tatsächlich falsch gelesen.
Nein, googeln geht nicht.
Wenn Sie auf eine Studie verweisen, dann geben Sie die Quelle bitte gleich richtig an. Dafür reichen die 1500 Zeichen allemal.
Studien gibt es wie Sand am Meer. Die Tabakindustrie hat auch tonnenweise davon herausgelassen. Deshalb gleiche ich die Aussagen von Studien immer noch gerne mit meinen eigenen Beobachtungen ab, und die sagen mir: Die meisten Raucher sind süchtig.
Daniel Heierli, am 15. Dezember 2017 um 08:39 Uhr
Leider werden Kommentare oft zu nutzlosen Angriffen. Ich will nicht meinen eigenen Artikel kommentieren, aber Unwahrheiten bedürfen einer Richtigstellung : A. Nikotin macht abhängig; dies hängt vorallem mit der Absorptionsgeschwindigkeit ab, was seinerseits in der Tabakzigarette von der Industrie optimiert wurde, um dies für den Konsum auszunützen (und andererseits in den Nikotinersatzprodukten bewusst vermieden wurde) . Man kann sich davon überzeugen durch den Meineid der Tabakindustrie- CEO's und den darauf begründeten richterlich verordneten Aussagen, zu denen sie verurteilt wurde (Siehe Infosperber : «Die Tabakindustrie muss Kreide fressen"). Für jedermann ist die Nikotinabhängigkeit der Raucher offensichtlich bei Betrachtung von Zugs-reisenden, welche als erstes den schon in den Mund gesteckten Glimmstengel anzünden, sobald sie aussteigen. Und durch die wiederholt von Rauchern und Statistiken bestätigte Tatsache, dass die Mehrzahl der Raucher aufhören möchte, dies aber alleine nicht schafft. B. Dass der Weg von der E-zigarette zur Zigarette nicht existiere, wird von den Anhänger der Etterschen Credos behauptet, die Tatsachen sind anders: vergleiche z.B Miech R. et. al. : E-cigarette use as predictor for cigarette smoking...(in a) national sample of 12 th grade students, Tob Control 2017;26e 106-e111. Promotionelle Unwahrheiten werden nicht zu Tatsachen durch Wiederholung, aber sie erfüllen dadurch Ihren promotionellen Zweck. Dr R. M. Kaelin FMH Pneumologie.
Rainer M. Kaelin, am 15. Dezember 2017 um 12:14 Uhr
Die Gateway-Theorie ist vielfach widerlegt:

Bauld, L.; MacKintosh, A. M.; Eastwood, B.; Ford, A.; Moore, G.; Dockrell, M.; Arnott, D.; Cheeseman, H. & McNeill, A. Young People’s Use of E-Cigarettes across the United Kingdom: Findings from Five Surveys 2015–2017 International Journal of Environmental Research and Public Health, 2017, 14

Selya, A. S., Rose, J. S., Dierker, L., Hedeker, D., and Mermelstein, R. J. (2017) Evaluating the mutual pathways among electronic cigarette use, conventional smoking and nicotine dependence. Addiction, doi: 10.1111/add.14013.

Electronic Cigarette Use in Students and Its Relation with Tobacco-Smoking: A Cross-Sectional Analysis of the i-Share Study International Journal of Environmental Research and Public Health, 2017, 14

Gartner CE. E-cigarettes and youth smoking: be alert but not alarmed
Tobacco Control Published Online First: 08 September 2017. doi: 10.1136/tobaccocontrol-2017-054002

Die Vermischung von E-Zigaretten und Big Tobacco ist höchst suggestiv. Big Tobacco hat auf diesem Gebiet mehrfach versagt und heute kein einziges Produkt mit nennenswerten Marktanteilen. Der Markt wird bestimmt durch chinesische Firmen und lokale KMUs.

Auch «95% weniger schädlich» mehrfach unterstützt, wegen ausgehender Zeichen nur noch dies:

Scungio, M.; Stabile, L. & Buonanno, G. Measurements of electronic cigarette-generated particles for the evaluation of lung cancer risk of active and passive users Journal of Aerosol Science, 2018, 115, 1 - 11
Bengt Giger, am 17. Dezember 2017 um 12:30 Uhr
Herr Giger, Dank für Ihren Beitrag zur sachlichen Diskussion: a. der Artikel Bauld et al. aus UK belegt, was Kenner der Materie wissen: für die Frage des Uebergangs von Jungen von der E- zur T.zigarette ist das Umfeld von Bedeutung. Im UK sind die Raucherquoten sehr tief (vergl.mit der Schweiz) und es gibt keine Werbung für Tabak: auf die CH nicht anwendbar. b. Die Studie von Selya et al. untersucht Kollektiv von 1000 Erwachsenen von 19-24 Jahren und ist daher für unsere Frage nicht aktuell. c. die dritte von Ihnen zitierte Studie stammt aus Frankreich, wo ebenfalls Werbeverbote bestehen. Das Kollektiv ist nicht repräsentativ, besteht mehrheitlich aus Frauen von 18-24 Jahren die Gesundheitsberufe studieren. Die aussagekräftigste ist die Metaanalyse von Sonji et. al. JAMA von gepoolten Kollektiven (Total 17 389, ab dem 14. Lebensjahr) welche den Uebergang von E-zur T. zigarette belegen, in einem Land (USA) ohne Promotionseinschränkung. - Selbstverständlich machen alle E-zigarettenhersteller Promotion für ihr Gerät, mit «Schadenminderung.». - Die Messung von Schadstoffen ist eine Sache, der Gesundheitsschaden eine andere, derjenige der T- Zigarette bedurfte epidemiologischer Studien von 30 + Jahren, deswegen ist die «95% Schadensminderung» eine unredliche Aussage, die dem wissenschaftlichen und ärztlichen Ethos widerspricht. Also: Prof. Etter's Credo hilft der Tabakindustrie, die Jungen zum Nikotinkonsum zu führen, und den Rauchern nikotinabängig zu bleiben. R.M.Kaelin
Rainer M. Kaelin, am 17. Dezember 2017 um 21:42 Uhr
Mein Umstieg von Tabakzigaretten zu E-Zigarette vor 1,5 Jahren hat die Tabakindustrie (inklusive Vertrieb) bisher ca. CHF 2400.- und den Staat ca. CHF 2600.- aufgrund wegfallender Einnahmen gekostet. Die einzige Einnahmequelle, die die Tabakindustrie an mir potentiell noch hat, ist das reine Nikotin. Mein Jahresverbrauch (ca. 10g) kostet mich CHF 10.-. Selbst wenn ich für den Rest meines Lebens weiter dampfe, verdient die Tabakindustrie an mir weniger, als wenn ich nur zwei Monate länger geraucht hätte. Der einzige Weg der Tabakindustrie an mir zukünftig wieder signifikant zu verdienen wäre, wenn ich keinen Zugang mehr zu E-Zigaretten, Liquids oder Nikotin mehr hätte.
Nach 20 Jahren Rauchen und zwei gescheiterten Versuchen aufzuhören (jeweils für 6 Monate) bin ich heute komplett rauchfrei und habe keinerlei Bedürnis nach Zigaretten mehr. Seit ich angefangen habe zu dampfen habe ich noch 6 Zigaretten geraucht. Die letzte vor über einem Jahr. Ich habe gerade mal zwei Züge davon genommen, den zweiten nur um zu verifizieren, dass dies tatsächlich so scheusslich schmeckt. Ich wage zu behaupten, dass es einem Nichtraucher, der anfängt nikotinhaltige Liquids zu dampfen (im Gegensatz zur Zigarette hat man hier die Wahl, auf Nikotin zu verzichten) ähnlich ergehen würde. Selbst wenn ihn das Nikotin alleine tatsächlich süchtig machen würde, würde er beim Dampfen bleiben. Warum sollte jemand von der Geschmacksvielfalt von Liquids auf verbrannten Tabak wechseln wollen?
Rainer Burkhalter, am 18. Dezember 2017 um 19:42 Uhr
@Rainer M. Kaelin, weshalb gehen Sie nicht auf mein Argument ein, dass Suchtsurveys beweisen, dass maximal ein Drittel der Raucher süchtig ist? Sie können es nicht widerlegen, so einfach ist das.

Für diesen Kurzkommentar konzentriere ich mich auf: Nikotin macht nicht süchtig. Ein Hauptzeuge dafür ist Dr. Fagerstroem, der Erfinder des nach ihm benannten Tests auf Zigarettenabhängigkeit. Ich vermute, dass sie diesen Test noch als FTNT kennen, als Fagerstroem test on nicotine dependency. Sorry, Fagerstroem hat erkannt, dass sein weltweit eingesetzter Test nicht Nikotinabhängigkeit misst, sondern Zigarettenabhängigkeit. Bitte unterscheiden Sie ebenfalls zwischen Zigarettensucht und angeblicher Nikotinsucht! Und nochmal: Nur maximal ein Drittel der Raucher(!) ist süchtig!

Ihr Kinetikargument ist übrigens eine pure Erfindung der Pharmaindustrie. Diese Argumentationsschiene entstand als man den Kunden das „süchtig machende“ Nikotin als „nicht süchtig machendes Entwöhnungsmittel“ verkauft hat, also in den achtziger Jahren. Nikotin macht nicht süchtig und natürlich kann es Nicht-Sucht gar nicht entwöhnen. Logischerweise spielt bei fehlender Wirksamkeit die Kinetik überhaupt keine Rolle. Das beweisen die mit Placebo vergleichbaren unterirdischen Erfolgsquoten der „Nikotinersatzprodukte“, die bei 95 % der Anwender nicht wirken.
Wir können die Diskussion gerne fortsetzen. 1500 Zeichen Ende.
Dr. Rainer Dölfel, am 18. Dezember 2017 um 21:25 Uhr
Big Tobacco hat jahrelang am der Rezeption von Nikotin als Suchtmittel mitgearbeitet, um hierauf den Fokus zu setzen (Stichwort «leichte Zigaretten, weniger Nikotin, wir tun ja was für die Gesundheit"), um von den eigentlichen suchtfördernden Zusätzen abzulenken, über die niemand spricht und keine Regulation jemals adressiert hat.

Leider finde ich das Dokument nicht mehr, in dem Fagerström erklärt, warum sein Test ursprünglich von Nikotinsucht sprach: er arbeitete damals für eine Pharma-Firma, die NRTs entwickelte. Da machte sich «Nikotinsucht» markttechnisch einfach besser.

Ein Beispiel einer Studie, die Dr. Dölfels Aussage unterstützt ist in doi:10.1136/tobaccocontrol-2011-050129 zu finden: keine Wirkung von NRTs.

Es ist nicht ohne Grund, dass Organisationen wie die Action on Smoking and Health, die British Medical Association (die ebenfalls die 95% weniger schädlich «behaupten") oder Smokefree Pennsylvania sich aktiv für die E-Zigarette einsetzen.

Nebenbei: die Studie [11] ist nicht ohne Kritik in Bezug auf die «Nikotinsucht», so zeigte ein Jahr zuvor Miech et al (doi:10.1136/tobaccocontrol-2016-053014), dass von den Jugendlichen «only 13–22% of ever-user students were using nicotine-containing e-cigarettes». Hier experimentieren Jugendliche, mit was sie bekommen, und wenn es «Niele paffe», getrocknete Bananenschalen, geraffelte Muskatnüsse oder was auch immer sind.

Den Ausführungen von Ran Burkhalter kann ich mich nur anschliessen: 30 Jahre Tabak, 3 Jahre Umstieg.
Bengt Giger, am 18. Dezember 2017 um 22:34 Uhr
Allen interessierten Lesern von Infosperber rate ich an, unseren Artikel aufmerksam noch einmal durchzulesen. Und sich nicht verwirren zu lassen von Kommentaren, die nur am Rande mit seiner Aussage zu tun haben. Der seit der Antike in der Rhetorik angewendete Grundsatz wird in der heutigen von Information/Desinformation bestimmten Konsumgesellschaft immer noch angewendet : Falls Du nicht überzeugen kannst, solltest Du wenigstens Verwirrung stiften.
Rainer M. Kaelin, am 19. Dezember 2017 um 11:13 Uhr
Eine Kernaussage (ein Untertitel) des Artikels ist: «Die Tabakkonzerne wollen sich kaum selber schaden.»
Behauptung a) «[Die Tabakindustrie] dominiert auch selber den Markt der E-Zigaretten» ist klar falsch und kann relativ einfach überprüft werden, indem man sich in einem beliebigen Shop (auch online) für E-Zigaretten umsieht. Vgl. auch Kommentar von Bengt Giger.
Behauptung b) «Die meisten erwachsenen E-Zigaretten-Gebraucher werden aber zu Doppelgebrauchern» wird zwar durch eine Studie legitimiert (die zweite Studie bezieht sich nur auf Jugendliche und ist somit hier falsch), ich hege aber Zweifel an den Resultaten respektive der Erhebungsmethodik. Dies aus persönlicher Erfahrung. Von den 8 Raucher in meinem direkten Umfeld, die eine E-Zigarette ausprobiert haben, sind heute 2 immer noch normale Raucher, genau einer ein Dualuser (noch 2 Zigaretten täglich anstelle von vorher 20), 3 reine Dampfer und 2 haben nach ein paar Monaten reinen dampfens komplett aufgehört. Ich empfehle hier den interessierten Personen einfach einmal auf der Strasse einen E-Zigarette-Nutzer nach dessen Erfahrungen zu fragen.
Die Studien zur Gateway-Theorie sind ein Thema für sich und wurden schon von Bengt Giger kommentiert.
Zusammenfassend: Die Tabakindustrie hat kein Interesse an der weiteren Verbreitung der E-Zigarette. Genausowenig wie die Pharmaindustrie, Anbieter von Rauchentwöhnunskursen oder auch Lungenärzte. Bei allen brechen nämlich Haupteinnahmequellen weg.
Rainer Burkhalter, am 19. Dezember 2017 um 19:44 Uhr
@Rainer M. Kaelin, bitte unterlassen Sie die Unterstellung, dass Menschen mit abweichender Meinung Desinformanten sind. Halten wir die Diskussion sachlich, danke.
Sie sind mir noch eine Antwort zu «die Mehrheit der Raucher ist nicht süchtig» schuldig.
Dr. Rainer Dölfel, am 20. Dezember 2017 um 23:24 Uhr
E-Zigaretten helfen offenbar eingen Rauchern, von den Zigaretten wegzukommen. Anderen Rauchern helfen sie nicht dabei. Die genauen Zahlenverhältnisse können wir hier nicht klären.

Um diese Funktion erfüllen zu können, braucht es jedoch keinerlei kommerzielle Werbung für E-Zigaretten. Sinnvolle Produkte verbreiten sich auch auf anderem Weg. Ebenso gibt es keinen Grund, warum die Bemühungen, Jugendliche vom Einstieg in die Sucht abzuhalten, in irgend einer Weise gelockert werden sollten.

P.S.: Kommerzielle Werbung für konventionelle Zigaretten müsste natürlich auch verboten werden!
Daniel Heierli, am 21. Dezember 2017 um 10:36 Uhr
Was von vielen leider verkannt wird, ist das Potenzial von E-Zigaretten bei Rauchern, die eigentlich gar keine (ernsthaften) Absichten haben mit dem Rauchen aufzuhören. Ich selber gehörte zu dieser Kategorie. Reine Neugierde hat dazu geführt, dass ich unabsichtlich von einem Tag auf den anderen mit dem Rauchen aufgehört habe. Dasselbe gilt für die oben erwähnten Raucher in meinem Umfeld.

Mit der Einführung eines Werbeverbotes für Tabak wir es für die Tabakindustrie immer schwieriger, neue Kunden zu gewinnen. Umso wichtiger ist es, die bestehenden nicht an die E-Zigarette zu verlieren. Die Tabak- und Pharmaindustrie verfügen über mächtige Lobbys, die es problemlos schaffen, die E-Zigarette in der Presse zu verunglimpfen ("Popcorn Lunge!» «Viel schädlicher als angenommen!"). Wie häufig habe ich nach solchen Schlagzeilen von Rauchern schon den Spruch gehört «da bleibe ich lieber bei der Zigarette, da weiss ich, was drin ist». Die E-Zigarettenindustrie verfügt nicht über diese Stärke und Möglichkeiten. Somit ist Werbung einer der wenigen Wege, um die E-Zigarette den bestehenden Rauchern als Alternative näher zu bringen.

Ich habe kein Problem damit, wenn man hier steuernd eingreift um sicherzustellen, dass diese Werbung zielgerichtet bleibt. Aber ein generelles Verbot hilft am Ende nur der Tabakindustrie noch möglichst lange an den bestehenden Rauchern Geld zu verdienen.
Rainer Burkhalter, am 21. Dezember 2017 um 14:16 Uhr
@Heierli,
es gibt keinen Nachweis für eine Nikotinsucht der Dampfer. Ich fordere Sie auf diesen zu liefern oder von Ihrer Aussage zurückzutreten.
Sie werden den Nachweis genau so wenig erbringen wie @Rainer M. Kaelin den Nachweis, dass die Mehrheit der Raucher süchtig ist.
Bitte keine Anekdoten erzählen sondern offizielle Zahlen nennen, merci.
Dr. Rainer Dölfel, am 22. Dezember 2017 um 23:10 Uhr
@Dölfel

Kleines Zitat aus «ezigarettenvergleich.de», einer Seite, die auch zahlreiche einschlägige Produkte zum Kauf anbietet:

»....denn wir wissen alle, wie schwer es sein kann, sich von der Nikotinsucht zu befreien."

Weiter unten werden die unterschiedlichen Nikotin-Dosierungen der Liquids erklärt, von 0 ("für Nichtraucher") bis 24 mg/ml ("für Kettenraucher").
Daniel Heierli, am 23. Dezember 2017 um 10:20 Uhr
Herr Heierli, danke, dass Sie sich mit dem Thema auseinandersetzen. Auch wenn die Nikotinsucht hier eigentlich nur ein Nebenschauplatz ist, möchte ich gerne auch hier meine persönliche Erfahrung schildern. Ich bin sicher, dass sie ähnliches von jedem beliebigen Dampfer auf der Strasse hören werden.
Laut Fagerström Test hatte ich als Raucher eine «starke Abhängigkeit». Es fiel mir schwer, mich durch Sitzungen durchzubeissen, die länger als eine Stunde dauerten. Selbst bei einer Stunde musste ich kurz vorher und direkt nachher zwingend eine Zigarette haben. Seit ich (mit Nikotin) dampfe habe ich dieses Problem nicht mehr. Selbst im Kino muss ich in der Pause nicht mehr zwingend aus dem Sall rennen und bleibe heute meistens sitzen. Für mich ist es somit schlüssig, dass Nikotin hier zwar eine Rolle beim beobachtbaren Suchtverhalten der Raucher hat, aber isoliert einen weitaus geringeren Effekt als Zigaretten hat. Ich denke der Vergleich mit Koffein ist hier durchaus zulässig. Hinzu kommt, dass man beim Dampfen eben die Wahl hat, auf Nikotin zu verzichten. Ich wage zu behaupten, dass Jugendliche, die das Dampfen unbedingt ausprobieren wollen, in aller Regel nikotinlose Liquids verwenden werden.
Die Politik hat es in der Hand (endlich!) eine strenge Tabakregulierung einzuführen. Wenn gleichzeitig eine vernünftige, aber bewusst weniger strenge Regulierung für E-Zigaretten eingeführt wird, kann man hier ein klares Zeichen gegen das Lobbying von Big Pharma und Big Tobacco setzen.
Rainer Burkhalter, am 23. Dezember 2017 um 11:53 Uhr
@Heierli: Zur «Nikotinsucht» hat ein Apotheker ein sehenswertes Video publiziert: https://www.youtube.com/watch?v=ZQgY75Dtz4E. Diverse Primärstudien sind in der Beschreibung verlinkt, welche die Basis für seine Aussagen, und seinen Meinungswandel(!), bilden. Das Video fasst objektiv zusammen, was heute Stand der Forschung auf dem Gebiet Nikotin ist: wenn überhaupt suchtgefährdend, dann viel weniger als bis anhin postuliert; viel weniger giftig als jahrzehntelang gelehrt; nicht krebserregend, nur in spezifischen Fällen zu meiden, ähnlich wie bei Koffein.

Sehr schön das Schlusswort: 'es dauert Jahre und Jahrzehnte, bis sich neues Wissen flächendeckend ausbreitet'.

PS: ezigarettenvergleich.de ist ausser Betrieb, vielleicht eben genau wegen fachlicher Schwächen.
Bengt Giger, am 23. Dezember 2017 um 15:33 Uhr
@Giger
So mässig interessant, das Video. Einerseits bringt der Mann die Suchtfrage und die Frage der Gesundheitsschäden durcheinander. Dass für den Lungenkrebs andere Stoffe als das Nikotin hauptverantwortlich sind, ist ja seit langem bekannt.

Dass Pflanzen nicht nur einen einzigen Wirkstoff enthalten, ist auch keine Neuigkeit. Gut möglich, dass die volle Suchtwirkung erst durch den ganzen Cocktail der Inhaltsstoffe des Tabaks erreicht wird.

Ich schliesse gar nicht aus, dass Dampfen weniger ungesund ist als Rauchen. Ich sehe allerdings eine konkrete Gefahr, dass jugendliche, die mit Dampfen beginnen, auf Rauchen umstellen. Diese Gefahr leitet sich eigentlich aus den Aussagen des von ihnen zitierten Films recht schön ab. Wenn Nikotin alleine nicht so voll einfährt, dann ist es doch sehr naheliegend, dass ein «Dampf-Einsteiger» später auch noch den richtigen «Kick» mit echtem Tabak ausprobieren möchte. Und dann eventuell auch dort hängenbleibt.

Ich glaube, wir streiten uns gar nicht so sehr über die Eigenschaften des Dampfens, sondern über die gesellschaftlichen Implikationen. Ich finde, wenn Raucher durch Umsteigen auf Dampfen eine Verbesserung ihres Wohlbefindens erreichen, dann ist das doch erfreulich! Dazu brauchen sie keine kommerzielle Werbung, denn diese ist der falsche Kanal, um seriöse Informationen zu verbreiten.

Kommerzielle Werbung dient eben immer dem Kommerz. Und dieser schreckt auch nicht davor zurück, die Gesundheit unzähliger Jugendlicher zu gefährden.
Daniel Heierli, am 23. Dezember 2017 um 18:25 Uhr
@Heierli
Eine sehr sachliche Analyse zum Thema finden sie von Prof. Dr. Bernd Mayer von der Universität Graz, z.B. hier: https://www.bundestag.de/blob/406882/cd97fbcb034b483eca519b5dcfdf5e67/stellungnahme_mayer-data.pdf bei Frage 5. Auch andere Schriften von Bernd Mayer zum Thema sind in diesem Zusammenhang wert, gelesen zu werden.
Welches die richtigen Kanäle sind, um Raucher zum Umsteigen auf E-Zigaretten zu bewegen, darüber können wir uns gerne streiten. Ich bleibe bei meinem Standpunkt, dass wir heute die Möglichkeit haben, durch gezielte Differenzierung bei der Regulierung von Tabak und E-Zigaretten politisch ein Zeichen zu setzen. Dass Ziel ist nicht, dass die bestehenden Dampfer ihr verbessertes Wohlbefinden beibehalten können. Das Ziel ist, möglichst vielen weiteren Rauchern die E-Zigarette näher zu bringen und somit die Raucherquote drastisch und schnell zu reduzieren.
Dass andere Kanäle und somit die öffentliche Meinung auch mit einem Tabakwerbeverbot immer noch sehr stark von den etablierten Lobbys beeinflusst werden können, um die weitere Verbreitung der E-Zigarette möglichst zu stoppen, kann man nicht zuletzt an dem Artikel, den wir hier alle kommentieren, vortrefflich beobachten. Hier wird gezielt ein Verfechter der E-Zigarette verunglimpft, indem man ihn mit haarsträubenden Argumenten als «Gehilfen der Tabakindustrie» abstempelt.
Rainer Burkhalter, am 23. Dezember 2017 um 19:04 Uhr
@Heierli,
in England gibt es den Smoking Toolkit. Dieser erhebt jährlich relevante Daten über das Rauchen und diverse Methoden des Rauchstopps.
Ein wesentlicher Befund ist, dass das Dampfen kein Gateway zum Rauchen darstellt. Die Anzahl der Raucher fällt, der Anteil jugendlicher Raucher fällt, die Erfolgsquote des Rauchstopps steigt. Dies alles vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Zunahme der Dampfer.
Es gibt ähnliche Reports (jedoch nicht so umfassend) auch aus anderen Ländern. Hier verlinkt ist der Bericht 2015: http://www.smokinginengland.info/downloadfile/?type=report&src=6
Aus meiner Sicht ist Nikotingenuss mit dem Genuss von Tabak oder Schokolade vergleichbar. Auch da gibt es «Süchtige», es käme jedoch niemand auf den Gedanken Werbung für Kaffee verbieten zu wollen.
Dr. Rainer Dölfel, am 23. Dezember 2017 um 19:52 Uhr
Bitte korrigert oben: «Aus meiner Sicht ist Nikotingenuss mit dem Genuss von Kaffee oder Schokolade vergleichbar.» Danke.
Dr. Rainer Dölfel, am 24. Dezember 2017 um 00:31 Uhr
Etter's Credo bleibt ein Credo. Dagegen: . 1. Dass Nikotin Abhängigkeit erzeugt und dies von der Tabakindustrie ausgenützt wird, ist unbestreitbar. Der Grad der Abhängigkeit hängt von versch. Faktoren ab, er ist stark und dauerhafter , wenn der jungen Hirnentwicklung eingeprägt. 2. Ob E-zig. Jugendliche «anfixen», muss untersucht werden, wo ihre Promotion nicht eingeschränkt ist, in den USA, wo deren Gebrauch in der Jugend zum Public Health Problem geworden (Siehe SurgeonGeneral 2016). 3. Dass sowohl für T-- , wie E-zigarettenkonsum Promotion und Werbung wesentlich ist, ist unbestreitbar.Ebenso, dass die E-zigarette von der Botschaft «weniger schädlich als Tabkzigaretten profitiert» , aber nur so lange wie es abhängige Raucher gibt, die aufhören wollen. Sodass die Rekrutierung von jungen E-zig gebrauchern für die Industrie zwingend wird. So ist die E.zig promotion via Twitter in den USA in den Bundesstaaten am intensivsten, wo Jungraucherzahlen tiefer und die Tabakkontrollmassnahmen am stärksten sind.(H.Dai, M. Deem,J Hao : Geographic variation in E-cig advert, on Twitter.., Int.J.Public Health 2017,62:479-87. 4. Der Gebrauch von E-zigaretten erwachsener Raucher bedarf keiner Werbung/Promotion; Rauchstoppberatung genügt. Werbung/Promotion irgendeines Konsum"gutes» lässt dieses banal erscheinen und der Jugend attraktiv, wenn «the real thing» für sie verboten ist. 5. Kauf von «Brand blue» durch Lorillard, «MarkTen» Nicolites» durch Atria PMI, E-lites, Ploom durch JTI etc.
Rainer M. Kaelin, am 24. Dezember 2017 um 11:24 Uhr
@Rainer M. Kaelin, was für eine Art Diskussion wollen Sie hier führen? Sie schreiben: „Dass Nikotin Abhängigkeit erzeugt und dies von der Tabakindustrie ausgenützt wird, ist unbestreitbar.“ Und sie bezeichnen – völlig unwissenschaftlich - weitere Argumente als unbestreitbar.
Natürlich kann man Ihre „unbestreitbaren“ Argumente zerlegen insbesondere wenn Sie keine Beweise anführen sondern quasi ex cathedra sprechen.
Also zum hoffentlich letzten Mal: Die Mehrheit aller Raucher ist nicht süchtig und Nikotin macht nicht süchtig. Ihr gesamtes Gedankengebäude fällt in sich zusammen wenn man diese Stützen herauszieht.
Und ihr Gebäude wird völlig zu Schutt weil es den Gatewayeffekt nicht gibt. Zeigen Sie mir ein Land in dem das Dampfen zu einer Zunahme der Raucher geführt hat. Zeigen Sie mir ein Land mit einem Anstieg der Zahl jugendlicher Raucher. Das gibt es nicht.
Dr. Rainer Dölfel, am 24. Dezember 2017 um 16:09 Uhr
@Dölfel
Wenn Rauchen dermassen harmlos sein soll: Wären Sie damit einverstanden, dass man die Behandlungskosten für die Behandlung von Raucherkrankheiten auf der gleichen Gesamtsumme rationiert, welche für die Behandlung von Kaffeetrinkerkrankheiten ausgegeben werden muss? Das ja wohl doch nicht.

Wenn die Zahlen aus England so günstig sind: Wohlan, lasst uns die Werbung für Rauch- und Dampfprodukte gleichermassen verbieten, wie in England!

P.S.: Auf Werbung für Kaffee könnte ich übrigens auch bestens verzichten. Die ist meist ziemlich dämlich. Ich trinke gerne Kaffee, aber meine bevorzugte Kaffeesorte wähle ich ganz sicher nicht aufgrund der kommerziellen Kaffeewerbung.
Daniel Heierli, am 24. Dezember 2017 um 18:53 Uhr
@Heierli
In Ihrem letzten Beitrag haben Sie das Vermischen von Sucht- und Gesundheitsfragen kritisiert; nun machen Sie dies selbst.
Wenn wir die E-Zigarette wie UK staatlich fördern, dann können wir auch gerne auf kommerzielle Werbung dafür verzichten.
@Kaelin
Ich wiederhole mich hier gerne noch einmal: die E-Zigarette hat ein riesiges Potential, auch Rauchern zu helfen, die eigentlich gar keine Absicht haben aufzuhören. Und diese nehmen keine Rauchstoppberatung in Anspruch, wie auch ein Grossteil der Aufhörwilligen nicht.
Mit Ausnahme von Ploom musste ich sämtliche von Ihnen genannten Marken googlen, da ich noch nie davon gehört hatte. Keine davon spielt auf dem Markt eine Rolle. Allen gemein ist der sehr kleine Akku und die entsprechend wohl schwache Dampfentwicklung. Ich habe nur zwei Erklärungsansätze für deren Existenz: 1. verzweifelter Versuch der Tabakindustrie auf den abgefahrenen Zug aufzuspringen oder 2. Versuch der Tabakindustrie den Markt mit untauglichen Geräten zu fluten, um die Raucher bei der Stange zu halten.
Rainer Burkhalter, am 25. Dezember 2017 um 06:42 Uhr
@Burkhalter
Das ist als Entgegnung auf die Aussage von Herrn Dölfel zu verstehen:

«Aus meiner Sicht ist Nikotingenuss mit dem Genuss von Kaffee oder Schokolade vergleichbar.»

Wenn man auf diese Weise mit dem Genuss von Kaffee oder Schokolade vergleicht, dann geht es nicht nur um den Suchtaspekt, sondern auch um die gesundheitlichen Folgen. Es war also ganz bewusst und in diesem Zusammenhang angezeigt, dass ich beide Aspekte einbezog.

Ich bin immer noch der Meinung: Raucher sind ja nicht dumm. Sie brauchen keine Werbekampagnen, um zu entscheiden, ob sie umsteigen wollen.
Daniel Heierli, am 25. Dezember 2017 um 18:37 Uhr
@Heierli
Herr Dölfel sprach von Nikotin, nicht von Zigaretten.
Die E-Zigarette ist heute eins der bestuntersuchten Gebiete. Es gibt hunderte Studien, die mit dem heutigen Wissensstand und modernsten Methoden durchgeführt wurden. Die gesundheitliche Gefährdung und das Suchtpotential entspricht dem von Kaffee. Keine einzige Studie hat auch nur den Verdacht einer höheren Gefährdung oder potentieller Langzeitfolgen aufgebracht. Ja, bei Tabak hat es 30 Jahre gedauert. Allerdings mit Methoden und Wissen von vor 50 Jahren.
Die Theorie, dass E-Zigarette wegen dem Nikotin zur Zigarette führe ist ungefähr so plausibel wie dass Tee wegen dem Koffein zu Kaffee führt.
Ob jemand anfängt Tee oder Kaffee zu trinken hängt, wie Herr Kaelin richtig feststellt, vom Umfeld ab. Deswegen ist es wichtig das Rauchen in der Gesellschaft schnell und stark zu reduzieren. Mit der E-Zigarette haben wir erstmals eine wirklich effektive Möglichkeit dazu.
Es gibt keinen Grund, E-Zigaretten strenger zu regulieren als Kaffee. Es gibt im Gegenteil gute Gründe, sie weiter zu fördern. Das «beim Tabak weiss ich wenigstens, was drin ist» muss korrigiert werden.
Leute wie Herr Kaelin wenden Methoden an, die im tiefen einstelligen Prozentbereich Rauchern beim Ausstieg helfen können. Nun kommt plötzlich eine Revolution, die um Magnituden effektiver ist und die über Jahrzente entwickelten Methoden schlagartig obsolet macht. Natürlich ist dies von den Entwicklern der alten Methoden schwer zu akzeptieren.
Rainer Burkhalter, am 26. Dezember 2017 um 10:32 Uhr
@Burkhalter
Herr Dölfel vermischt es eben selber. Zitat: «Die Mehrheit aller Raucher ist nicht süchtig und Nikotin macht nicht süchtig."
Angesichts der gigantischen gesunheitlichen Schäden, die das Rauchen angerichtet hat, und angesichts der Lügenkampagnen, die die Tabakindustrie gefahren hat, finde ich Verharmlosungen auf diesem Gebiet unpassend.
Daniel Heierli, am 26. Dezember 2017 um 18:10 Uhr
@Heierli
Er sagt nicht, dass Rauchen nicht schädlich sei. Er äussert sich nur zur Sucht.
Ich selber bin beim Thema Rauchen aus eigener Erfahrung anderer Meinung (kann aber sein, dass ich einfach zu den genannten 30% gehörte), beim Thema Nikotion hingegen stimme ich mit ihm überein.
Hier geht es aber eben nicht ums Rauchen. Hier geht es um E-Zigaretten. Und die haben mit dem Rauchen nichts zu tun, ausser, dass sie beim Ausstieg helfen können. Leider werden sie aber emotional und ideologisch in die selbe Ecke gedrängt, was angesichts des unglaublichen Potentials für die Volksgesundheit mehr als tragisch ist.
Ich hätte mir gewünscht, dass Sie sich auch mit dem restlichen Text auseinandergesetzt hätten, aber hier scheinen Sie sich Ihre Meinung gebildet zu haben und scheinen entsprechend verschlossen gegenüber sämtlichen Argumenten. Deswegen einfach abschliessend noch einmal die Bitte: sprechen Sie einen beliebigen Dampfer auf der Strasse an und fragen Sie Ihn oder Sie nach Erfahrungen. In aller Regel geben Dampfer sehr gerne Auskunft an interessierte Personen.
Rainer Burkhalter, am 26. Dezember 2017 um 18:49 Uhr
@Heierli,
Zitat: «Die Mehrheit aller Raucher ist nicht süchtig und Nikotin macht nicht süchtig.» Das ist weder eine Vermischung, noch eine Verharmlosung, sondern eine Aneinanderreihung meiner Hauptargumente.
Natürlich gibt es süchtige Raucher (maximal ein Drittel), nach welcher Definition auch immer. Im Tabak sind eine Reihe von Substanzen enthalten (ob von Hause aus oder hinzugefügt, egal) welche die durch Nikotin ausgelöste Dopaminfreisetzung (Dopamin, das Glückshormon) länger aufrecht erhalten können. Diese MAOIs (Monoaminooxidaseinhibitoren) sind in Liquids nicht enthalten. Das ist die bisher beste Erklärung der Fachleute für die unterschiedliche Wirksamkeit und die fehlende Suchtwirkung der E-Cigarette.

Sämtliche Versuche zum Nachweis einer Suchtwirkung von Nikotin sind gescheitert. Und das ist natürlich ein Problem wenn man Nikotinsucht als Synonym für Zigarettensucht verwendet. Diese seit Jahrzehnten bestehende höchst unwissenschaftliche Unsitte muss aufhören sonst kommen wir nicht weiter.

Zum Werbeverbot: Die E-Cigarette wird ihr Potential nur entfalten wenn sie nicht über Gebühr gehemmt wird. Es gibt Staaten mit Werbeverbot in denen Dampfshops noch nicht einmal Kunden verschiedene Aromen testen lassen. Das wäre völlig kontraproduktiv. Die E-Cigarette muss nicht im TV beworben werden aber Werbung muss möglich sein.

(Falls Sie eine Antwort auf ihr Thema „Behandlungskosten für die Behandlung von Raucherkrankheiten“ wollen brauche ich dafür 1500 Zeichen extra).
Dr. Rainer Dölfel, am 26. Dezember 2017 um 23:18 Uhr
Es ist schon erstaunlich, welchen Einfluss die Tabakindustrie, Pharmakonzerne, Medien und Steuereinnahmen auf unsere Gesundheit haben.
Die Schweiz verfügt ja angeblich über ein exzellentes internationales Netzwerk....
erstaunt mich, dass sich keiner unserer ach so hochgelobten Politiker jemals mit der Britischen Regierung ausgetauscht hat....
Wenn wir mal einen Blick nach Grossbritanien werfen, werden wir erstaunt feststellen müssen, dass die englische Tabakprävention auch wirklich einen sichtbaren Erfolg verzeichnen kann. Dazu kommt auch noch ein positiver wirtschaftlicher Aspekt...
Dort wird die das elektronische Dampfen sogar als Entwöhnung unterstützt.

Aber was soll ich hier noch sagen, solange die Politik von Tabak und Pharma gemacht wird, wird sich leider nichts ändern.
Viktor Hutter, am 05. Januar 2018 um 21:39 Uhr
Kommentar zu V. Hutter: 1. Die bestbewiesenen Massnahmen zur Eindämmung der Tabakepidemie sind globale Verbote der Werbung, Promotion und Sponsorings von Tabak- und Nikotinprodukten, (welche bewirken, dass Rauchen und Tabak aus der Normalität/ Banalität verdrängt wird) und erhebliche Steuerbelastungen, (die den Konsum drosseln und verhindern, dass Jugendlich anfangen zu konsumieren). Diese Massnahmen sind Kernstücke der WHO Rahmenkonvention, und figurieren darin, eben weil sie als wirksam belegt sind.2. Diese beiden Massnahmen sind in der Schweiz nur Fiktion : Die Zolldirektion hat zugelassen, dass die Tabakindustrie ihre Margen (die erheblich grösser sind als in der EU) trotz der(geringen und zu progressiven Steuererhöhungen) halten konnten, und dies mit Preiserhöhungen von weniger als 10%, was nachweislich den Konsum nicht drosselt. Ausserdem wird der vergl.billige Schnitttabak in CH mit nur 12% besteuert (gegenüber 55% Belastung der Zigaretten), was die Jugend zum Selbstdrehen der Zigaretten verführt). 2. Dass E-zigaretten die Raucherquoten senkt ist Wunschdenken, keinesfalls bewiesen. 3. Dass E-zigaretten Junge zum Rauchen verführen, muss in den USA untersucht werden, wo Promotion/ Werbung erlaubt sind, und ist da belegt, wie auch für CH - Rekruten, bei denen E-zig.gebraucher häufiger zu regelm. Rauchern werden. Die tiefen Raucherquoten in England haben nichts mit der E-zig zu tun, sondern mit der konsequenten Durchführung der WHO Empfehlungen, seit Jahrzehnten.
Rainer M. Kaelin, am 08. Januar 2018 um 19:49 Uhr
@Kaelin
Zu 1., da Werbeverbote und höhere Steuern in der Schweiz für Tabakprodukte nur Fiktion seien, sollen diese halt für die weniger schädlichen tabak- und verbrennungslosen Produkte eingeführt werden? Es tut mir leid, aber die Energie, die Sie hier aufwenden um die E-Zig zu bekämpfen wäre bedeutend besser in den Kampf für ein Tabakwerbeverbot und höhere Tabaksteuern (signifikant und schlagartig) investiert.
Zu 2., bewiesen und auch in den im Artikel zitierten Studien mehrfach erwähnt ist, dass die E-Zigarette Rauchern beim aufhören helfen kann, und zwar um Magnituden effektiver als sämtliche Ersatzprodukte der Pharma.
Zu 3., keine der von Ihnen zitierten Studien belegt in irgendeiner Art und Weise, dass die E-Zigarette jugendliche zum Rauchen verführt. Die Schweizer Studie hat noch nicht einmal versucht, dies zu messen (Erhebung der E-Zig Nutzung nur beim Follow-up!). Bei den beiden US Studien fehlen Kausalitätsuntersuchungen vollständig. Die eine ist wenigstens selbstkritisch genug, dies selber zu erwähnen, wenn auch nur in einem Nebensatz. Im Gegensatz gibt es Studien, die diesen Zusammenhang klar verneinen. Die Argumente, warum diese Resultate in der Schweiz nicht anwendbar sein sollen, sind insbesondere vor dem Hintergrund, dass die USA bedeutend tiefere Raucherquoten haben als UK unhaltbar.
Rainer Burkhalter, am 10. Januar 2018 um 11:14 Uhr
Dank an Herrn Burkhalter der zu beweisen scheint, dass das Etter'sche Credo mit missioniarischem Eifer verfochten wird. Amen !
Rainer M. Kaelin, am 10. Januar 2018 um 14:12 Uhr
Meine Überzeugung (mein «Credo") basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen als jahrzehntelanger, starker Raucher, auf meinen Beobachtungen in meinem Umfeld und der Öffentlichkeit sowie dem intensiven Austausch mit anderen Dampfern. Diese Meinung wird breit gestützt durch Resultate aus wissenschaftlichen Studien. Nachdem die Wissenschaft nach Anfangsschwierigkeiten gelernt hat, mit diesen Geräten richtig umzugehen, kommen heute täglich neue Veröffentlichungen hinzu, die diese Meinung weiter unterstützen.

Ihre Überzeugung, nachzulesen in einem Artikel in der Ärztezeitung, ist, dass alles, was entfernt mit Rauchen zu tun hat, des Teufels (in Gestalt der Tabakindustrie) ist. Und da diese jahrzehntelang die Öffentlichkeit belogen und verführt hat, muss auch zwingend die E-Zig eine weitere solche Lüge und Verführung des Teufels sein. Entsprechend ist sie es auch nicht wert, sich objektiv mit ihr auseinanderzusetzen. Die Tatsache, dass sie weder von der Tabakindustrie erfunden wurde, noch die Tabakindustrie einen nennenswerten Marktaneil daran hat, wird geflissentlich ignoriert und tut diesem Glauben keinen Abbruch. Studien zu Thema, welche positive Aspekte aufzeigen, werden kurzerhand als nicht anwendbar deklariert. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Die Beurteilung, welche Credos von wem mit missionarischem Eifer verfochten werden überlasse ich gerne dem geneigten Leser.
Rainer Burkhalter, am 11. Januar 2018 um 19:10 Uhr
Zum Thema täglich neue Veröffentlichungen hier eine aktuelle (vom 11. Januar 2018) systematische Übersichtsarbeit vom «Annual Review of Public Health» (aus den USA, damit auch die Anwendbarkeit sicher gegeben ist - zugegeben, die Autoren beziehen in ihrem ganzheitlichen Ansatz auch Resultate aus anderen Ländern mit ein; die Aussagen zur Gatewaytheorie basieren aber mehrheitlich auf US Studien): http://www.annualreviews.org/doi/pdf/10.1146/annurev-publhealth-040617-013849
Die Arbeit addressiert sämtliche im Artikel genannten Punkte inklusive auch den zusätzlichen Punkten im Artikel in der Ärztezeitung.
Rainer Burkhalter, am 17. Januar 2018 um 22:15 Uhr

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