Arzt impft Kind gegen Masern, Mumps und Röteln © cc

Neue Studie: kein höheres Autismus-Risiko wegen Masernimpfung

Urs P. Gasche / 16. Apr 2019 - Eine Langzeit-Untersuchung von 657'000 dänischen Kindern zeigt: Es gibt keine Hinweise auf Autismus nach Impfungen.

Mehr als zwanzig Jahre sind es her, seit die medizinische Fachzeitschrift «Lancet» eine Studie veröffentlicht hatte, in welcher die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln verdächtigt wurde, bei Geimpften selten Autismus zu verursachen. Zwar war die Wissenschaftlichkeit der Studie bald umstritten und «Lancet» zog die Studie sogar zurück.

Doch seither wird das Autismus-Risiko immer wieder als Argument gegen die Masernimpfung erwähnt. Bereits 2014 analysierte eine Übersichtsstudie (eine sogenannte Meta-Studie) nochmals die Resultate von sechs Studien, die sich mit einem möglichen Zusammenhang der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln mit dem Auftreten von Autismus befassten. Resultat: Es wurde kein Zusammenhang gefunden.

Etwas später hatten das dänische Gesundheitsministerium und eine dänische Stiftung eine umfassende Studie in Auftrag gegeben, welche die gesundheitliche Entwicklung von 657'000 Kindern bis zum Alter von 8 bis 17 Jahren verfolgte. Die Kinder wurden zwischen Januar 1991 und Dezember 2010 geboren.

Insgesamt wurde bei 6517 der Kinder eine der Ausprägungen von Autismus diagnostiziert. Geimpfte Kinder waren nicht mehr betroffen als Ungeimpfte. Unter den ungeimpften Mädchen war der prozentuale Anteil der Autismus-Diagnostizierten sogar leicht höher als unter den geimpften.

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Diese neue dänische Studie wurde im März 2019 in den «Annals of Internal Medicine» veröffentlicht. Sie ist frei zugänglich.

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4 Meinungen

Hmmm... wer hat die Studie finanziert? Ist sie wirklich unabhängig? Ich bin da skeptisch...Die Masernimpfung birgt übrigens noch andere Risiken als Autismus, und die Masernerkrankung hat oft wichtige Entwicklungsschritte zur Folge. Nur so zur Erinnerung.
Domenica Ott, am 16. April 2019 um 11:56 Uhr
Die Masern könnten ausgerottet sein. Die wichtigen Schritte waren die Entwicklungen einrs wirksamen Impfstoffs. Der medizinische Nutzen überwiegt klar. Wenn man ihn nur konsequent nutzen würde.
Kurt Bodenmüller , am 16. April 2019 um 21:07 Uhr
@Ott: Liebe Frau Ott, hmmm... was halten Sie jeweils davon, wenn Sie solche Verdächtigungen ("wer hat die Studie finanziert? Ist sie wirklich unabhängig?") von Klimaskeptikern vernehmen (bezüglich Studien des IPCC-Rats)? Einfach Verdächtigungen in die Welt setzen, ohne sich vorher um eine Substanziierung zu kümmern. Vermutlich halten Sie solches für eine billige, lediglich auf Verunsicherung abzielende, letztlich sogar eine geradezu verbrecherische Masche, oder?

Haben Sie bezüglich «die Masernimpfung birgt übrigens noch andere Risiken als Autismus» überprüft, welche finanziellen Vorteile Ihre Quelle aus dieser Aussage zieht? Haben Sie sich - wissenschaftlich - Rechenschaft darüber abgegeben, wie es sich mit Risiken aufgrund einer Impfung versus jener einer Masernerkrankung (Todesfälle/lebenslange Beeinträchtigungen) verhält? Oder handelt es sich vielleicht bei Ihren 'verlässlichen Informationen' etwa um jene, die Ihnen der eigene hohle Bauch liefert? Und fehlt es Ihnen diesem gegenüber vielleicht etwas an Skepsis?

Sie meinen, «Masernerkrankung hat oft wichtige Entwicklungsschritte zur Folge». Ja sicher ... und «oft» haben auch schwere Schicksalsschläge (Krebserkrankungen, Scheidungen, Unfalltod eines Angehörigen, ein Erdbeben usw.) «wichtige Entwicklungsschritte zur Folge». «Nur so zur Erinnerung."

Ich denke, es gibt andere, tausendmal bessere Möglichkeiten «Entwicklungsschritte» zu machen, die zudem einiges 'ganzheitlicher' sind als eine Masernerkrankung.
Stan Kurz, am 17. April 2019 um 22:02 Uhr
Wie steht es nun um das Gesundheits-Risiko dieser weltweit angewendeten Impfstoffe, die nicht nur zwei Mal - wie die MMR Impfung - sondern um ein Vielfaches häufiger gegeben werden?
Welchen Einfluss hat das bekannt toxische Aluminium auf die Mechanismen, die zur Entstehung von Autismus führen?
Die Antwort ist ebenso eindeutig wie beschämend: Wir wissen es nicht! Mögliche Zusammenhänge wurden bislang noch gar nicht untersucht.

Wir leisten uns den Luxus, die Neugeborenen einem über die Jahre immer massiver gewordenen Impfprogramm zu unterziehen und können wesentliche Fragen zur Sicherheit dieser Intervention nicht beantworten.

Und wenn unbequeme Forschungsresultate eintreffen, wie zuletzt jene der britischen Alu-Experten, wird wütend die «Impfgegner-Keule» ausgepackt und eine konstruktive Diskussion von vorn herein unterbunden.
Schöne neue Science-Welt.
Sacha Walter, am 19. April 2019 um 08:20 Uhr

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