Während die Clubs geschlossen waren, gingen Ansteckungen mit Geschlechtskrankheiten markant zurück. © Eric Barns, Pixabay, CC

Während die Clubs geschlossen waren, gingen Ansteckungen mit Geschlechtskrankheiten markant zurück.

Dank Ausgehbeschränkungen weniger Tripper und Syphilis

Urs P. Gasche / 11. Jun 2020 - Im Wonnemonat Mai kam es zu deutlich weniger Neuansteckungen mit Geschlechtskrankheiten. Das zeigen neuste Zahlen des BAG.

Das «Physical Distancing» und die geschlossenen Vergnügungsorte reduzierten die Zahl riskanter Sexkontakte. Das korreliert mit der Statistik der «übertragbaren Krankheiten» des Bundesamts für Gesundheit.

In den vier ersten Maiwochen meldeten Ärzte nur noch 60 Prozent so viele Ansteckungen mit dem Tripper (Gonorrhoe) und nur noch 37 Prozent so viele Ansteckungen mit Syphilis im Vergleich zu den gleichen vier Wochen im Jahr 2019.

In absoluten Zahlen: 196 Tripper während vier Wochen des Lockdowns gegenüber 329 ein Jahr zuvor. Und 52 Fälle von Syphilis gegenüber 146 ein Jahr zuvor.

Ein Sprecher des Bundesamts für Gesundheit erklärt zwar, dass dieser Rückgang nicht unbedingt auf die Zahl von Risiko-Kontakten zurückgeführt werden könne. Vielleicht hätten die Betroffenen entsprechend den Lockdown-Empfehlungen auch nicht gleich eine Arztpraxis aufgesucht.

Von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen kann es mehrere Tage bis Wochen dauern. Der Lockdown begann Mitte März. Die erwähnte Statistik betrifft den Monat Mai, so dass Ansteckungen seit Mitte März gut erfasst sind. Die Symptome von Syphilis und Ghonorrhoe sind häufig äusserst unangenehm, so dass Betroffene selten zögern, einen Arzt aufzusuchen. Auch neue HIV-Infektionen wurden in diesen vier Maiwochen nur 15 gemeldet, gegenüber 29 im Jahr zuvor.

Interessant ist auch der starke Rückgang der Infektionen mit Salmonellen und Campylobacter um je fast die Hälfte. Sie stammen häufig von verseuchtem Geflügel und mangelnder Hygiene beim Verarbeiten. Der Rückgang dieser Infektionen könnte auf die geschlossenen Restaurants zurückzuführen sein. Beweise dafür gibt es allerdings nicht.

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