Infektiologe Professor Pietro Vernazza: Kritische Fragen zur Corona-Strategie © srf
Infektiologe Professor Pietro Vernazza: Kritische Fragen zur Corona-Strategie © srf

Covid-19: Alle wollen testen und getestet werden. Wozu?

Pietro Vernazza / 09. Okt 2020 - Die Strategie, Infizierte und Kontaktpersonen zu erfassen und während der Ansteckungszeit zu isolieren, geht vielleicht nicht auf.

Red. Pietro Vernazza ist Professor für Infektiologie und Chefarzt an der Klinik für Infektiologie des Kantonsspitals St. Gallen. In diesem Gastbeitrag stellt er die Corona-Strategie, insbesondere das Testkonzept des Bundes in Frage.

Heroisches Ziel: Containment

Kürzlich bestätigten mir zwei offizielle Vertreter des BAG und der Task-Force, dass die Schweiz bei der Covid-19-Bekämpfung weiterhin auf das strategische Ziel des Containments setzt. Mit dieser Strategie des «Einschliessens» will man die weitere Ausbreitung des Virus stoppen. Möglichst jede Infektion soll entdeckt und die Weitergabe unterbunden werden.

Dieses Ziel ist verknüpft mit der Hoffnung auf eine Impfung: Jetzt die Virusausbreitung so gut wie möglich begrenzen, um irgendwann in der Zukunft durch eine Impfung der Mehrheit der Bevölkerung die weitere Ausbreitung auf besonders gefährdete Personen zu verhindern.

Das Ziel ist heroisch, aber nicht grundsätzlich unrealistisch. Doch es lohnt sich vielleicht, den damit verbundenen Aufwand und die Erfolgschancen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Testen, testen, testen und Quarantäne

Die beiden wichtigsten Massnahmen, um ein Containment sicherzustellen: Testen und die Quarantäne von Kontaktpersonen.

Mit der frühzeitigen Diagnosestellung durch den Erregernachweis wollen wir infizierte Personen früh im Krankheitsverlauf entdecken, um durch Isolation die weitere Übertragung zu verhindern. Das heisst, möglichst jede Person mit milden Symptomen muss sich testen lassen und bis zum Erhalt des Testresultates zu Hause bleiben, bei positivem Resultat mindestens 10 Tage. Personen mit Zeichen einer milden Infektion der Atemwege wird es im Winter viele geben. Das kennen wir alle. Im Durchschnitt haben wir ein- bis dreimal pro Winter eine Erkältung, Kinder vielleicht häufiger. Das macht eine grosse Zahl von Tests nötig. Epidemiologen der Task-Force, mit denen ich gesprochen habe, sind sich der Schwierigkeit der Aufgabe durchaus bewusst, möchten aber ein entschlossenes Handeln im Sinne des Containments nichts unversucht lassen.

Die Crux mit den Quarantänen

Eine zentrale Schwierigkeit des Containments bei Covid-19 – da sind sich die Experten einig – ist der grosse Anteil der Personen, die ansteckend sind, ohne oder bevor sie Symptome zeigen. Da dies rund die Hälfte der Ansteckungen betrifft, genügt es keineswegs, nur kranke Personen zu isolieren. Für ein erfolgreiches Containment wäre es ideal, wir könnten bereits infizierte Personen isolieren, noch bevor sie überhaupt ansteckend sind. Dazu wird die Quarantäne eingesetzt: Personen, die wahrscheinlich mit einer infizierten Person Kontakt hatten, sollen möglichst früh, lange bevor sie Symptome aufweisen, isoliert werden. Wenn diese Kontaktpersonen innerhalb von zehn Tagen keine Symptome entwickeln, gehen wir davon aus, dass keine Ansteckung stattgefunden hat. Die richtigen Personen für eine Quarantäne zu identifizieren, ist eine Crux. Je höher der Anteil an Personen, die während der Quarantäne erkranken, desto besser ist die Effizienz der Massnahme.

Um die Effizienz der Quarantäne sicherzustellen, beschränkt man sich auf Kontaktpersonen, welche in den letzten zwei Tagen vor Erkrankungsbeginn ausreichend engen Kontakt mit der infizierten Person hatten. Die Kantone beschäftigen grössere Teams, welche für das sogenannte „Contact Tracing“ (CT), die Identifikation von Kontaktpersonen, zuständig sind. Die Arbeit der CT-Teams soll auch durch die Covid-App unterstützt werden. Für diese Personen verordnen nun Kantone, entsprechend den Empfehlungen des Bundes, eine Quarantäne. Bei Covid-19 empfiehlt das BAG eine zusätzliche Testung am 5. Tag der Quarantäne. Allerdings kann diese Testung eine Quarantäne nicht verkürzen, da die Virusvermehrung auch erst später nachweisbar werden kann.

Sind die Massnahmen effizient?

Bei jeder Massnahme im Gesundheitssystem stellt sich die Frage der Effizienz und der Wirksamkeit einer Massnahme, also inwieweit die für medizinische Massnahmen geforderten WZW-Kriterien erfüllt sind (Wirksamkeit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit). Wir brauchen Informationen zu den Kosten und Wirkungen der Teststrategie.

Konzentrieren wir uns mal zunächst auf die Effizienz der breit angelegten Sars-Cov-2-Testung. Das BAG will zur konsequenten Durchführung der Teststrategie die Kapazität von gegenwärtig etwa 12'000 auf durchschnittlich 40'000 Tests pro Tag erhöhen.

Kriterium Wirksamkeit

Die Wirksamkeit ist schwierig zu beurteilen. Ich habe zwei Epidemiologen der Task-Force gefragt, ob die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Teststrategie wissenschaftlich abgesichert sei. Doch beide sagten, dass es theoretische Überlegungen sind, welche als Grundlage dienen. Die Teststrategie müsse in einem Paket mit Contact Tracing und Quarantäne betrachtet werden. Wenn es gelingt, mit dem Testen einen grossen Teil der infizierten Personen zu identifizieren und durch Isolation der Infizierten und Quarantäne der Kontaktpersonen weitere Infektionen zu verhindern, dann müsste – so die Theorie – die Strategie doch wirksam sein.

Wenn…

Eine Suche nach Argumenten zur Wirksamkeit der Teststrategie in der Fachliteratur verläuft erfolglos. Die Europäische Gesundheitsbehörde (ECDC) empfiehlt zwar eine aktive Teststrategie, doch es finden sich auch in diesen Unterlagen keine Dokumente, welche die Wirksamkeit der aktiven Testung, sei es aus historischer Sicht oder aufgrund von Modellen, bestätigen würden.

Erfolgloser praktischer Test in Luxemburg

Luxemburg, ein Land mit 626'000 Einwohnern, etwas grösser als der Kanton St. Gallen, hat eine besonders aktive Teststrategie versucht. Das Land schlug im Sommer eine Covid-19-Testung der ganzen Bevölkerung vor, begleitet von einer Strategie des Contact Tracing und der Quarantäne. Pro Woche wurden etwa 9 Prozent der Bevölkerung getestet. Kein anderes Land in Europa war so aktiv.

Die Folge war, nicht überraschend, ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen: In den letzten drei Monaten 5360 neue Fälle oder 50 Prozent mehr als in den 5 Monaten zuvor. Dies hievte Luxemburg im Sommer zwar in die Schweizer Liste der Quarantäneländer. Doch die Sterblichkeit betrug kaum drei Promille (16 Todesfälle) im letzten Quartal. Bemerkenswert jedoch, dass der Anstieg der Fallzahlen ungebremst linear weiter nach oben verläuft (Abbildung Worldometer).


Trotz maximalem Testen stiegen die Fallzahlen weiter. Quelle: Worldometer.org

Mit anderen Worten, auch die aggressive Testaktivität in Luxemburg konnte die Ausbreitung der Erkrankung nicht stoppen. Kürzlich ist die Regierung zurückgekrebst und auf eine Testung von Stichproben zur epidemiologischen Überwachung umgestiegen.

Todesfälle korrelieren nicht mit der Testintensität

Gibt es Argumente, welche gegen die Wirksamkeit einer Teststrategie sprechen? Auch dazu müssten wir vielleicht noch mehr Daten erheben. Ein erster Vergleich der Testintensität (Anzahl Tests pro positiv getestete Personen) mit der Anzahl der Todesfälle pro Million Einwohner in einer grossen Anzahl von Ländern zeigt jedenfalls keine Korrelation der beiden Grössen (s. Abbildung 2).


Todesfallrate pro Million Einwohner im Vergleich zur Testaktivität (Anzahl durchgeführter Tests pro positives Testresultat). Quelle: OurWorldInData.org/Coronavirus (1.10.20). Leicht grössere Auflösung hier.

Nun, eine fehlende Korrelation zwischen Todesfällen und Testintensität beweist noch nichts. Auch nicht die Erfahrung aus Luxemburg. Aber die beiden Beobachtungen und das Fehlen eines anderen Wirkungsnachweises lassen doch Zweifel aufkommen, dass die theoretisch begründete Testaktivität in der praktischen Umsetzung funktioniert.

Kriterium Wirtschaftlichkeit

Wie verhält es sich mit der Wirtschaftlichkeit der Massnahme? In einem Vortrag hat ein Mitglied der Task-Force die Wirtschaftlichkeit der Massnahmen sehr einfach begründet: Jede Massnahme, die jetzt ergriffen werde, sei billiger als die Kosten eines erneuten Lockdowns, daher sei die Überprüfung der Kosten ein «no-brainer». Auch das entsprechende Policy Brief der Task-Force vom 25. August 2020 bestätigt diese Haltung. Eine konkrete Kostenberechnung wurde nicht präsentiert.

Ich fühle mich nicht kompetent, die Folgen unserer Massnahmen auf unsere Wirtschaft zu beurteilen. Doch ich denke, es ist mindestens angebracht, dass wir die Kosten der vorgeschlagenen Massnahmen grob abschätzen.

Lassen Sie mich eine Kostenschätzung nur für den Nachweis des Erregers vornehmen (Sars-Cov-2-Testung mittels PCR im Rachen-Abstrich). Folgendes sind die Rahmenbedingungen:

  • Ein Abstrich (Laborkosten und Abstrich) kostet den Bund heute insgesamt 160 CHF;
  • Das BAG fordert die Erhöhung der Testkapazität auf 40'000 Tests pro Tag;
  • Der Winter (die Zeit mit den gehäuften respiratorischen Infekten) dauert 6 Monate.

Zur Kontrolle der Anzahl durchzuführender Tests wählen wir einen zweiten Ansatz:

  • Pro Winter haben Erwachsene 2 Episoden mit respiratorischen Infektionen;
  • In der Schweiz wohnen 8 Millionen Einwohner; wir nehmen an, nur die Hälfte lässt sich bei einem Schnupfen trotz «Gratisangebot» testen.

Die Teststrategie wird teuer

Gehen wir zunächst davon aus, die vom BAG berechnete Testkapazität werde erreicht: Das würde heissen, dass wir jeden Monat 1,2 Millionen Tests durchführen, die uns monatlich 190 Millionen Franken kosten oder mehr als einer Milliarde CHF für den Winter 2020/21. Nur Testkosten!

Nun, wir können die Anzahl der durchzuführenden Tests in Frage stellen. Doch wenn wir davon ausgehen, dass nur die Hälfte der Bevölkerung der Testempfehlung nachkommt und wir nur zweimal im Jahr einen Schnupfen erleiden, dann sind es doch auch 8 Millionen Tests pro Winter, was die oben genannte Schätzung (1,2 Mio Tests /Monat) noch übertrifft. Und all die Testungen der asymptomatischen Personen sind dann noch nicht eingerechnet. Diese Kontrolle plausibilisiert die vom BAG berechnete Testkapazität.

Auch wenn wir in Zukunft noch billigere Schnelltests bekommen: Im Moment müssen wir mit den heutigen Kosten rechnen und die Kosteneinsparung könnte durch intensivierte, weil einfachere Anwendung reduziert werden. Die Berechnung der Testkosten im ersten Winter muss uns aber stutzig machen. Es geht um ein Äquivalent von sechs Kampfflugzeugen. Mit diesem Betrag könnte man 12’000 Patienten während drei Wochen auf einer Intensivstation behandeln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die weiteren Kosten der gewählten Strategie, die Arbeitsausfälle durch Isolation aller mild oder asymptomatisch Erkrankten oder falsch-positiv getesteten Personen sowie aller Kontaktpersonen in Quarantäne, die Testkosten bei weitem übertreffen werden.

Sind die Kosten verhältnismässig?

Gut möglich, dass ich als Mediziner wichtige Überlegungen der Ökonomen übersehe. Ein Verzicht auf diese Testungen könnte ebenfalls Kosten zur Folge haben. Die Schätzung der Testkosten sollte uns aber mindestens dazu veranlassen, eine seriöse Kosten-Nutzen-Rechnung anzustellen und Alternativen zu prüfen. Von meinen Kollegen beim BAG habe ich über die Jahre einige Aspekte der öffentlichen Gesundheit gelernt. Insbesondere auch, dass man die Allokation von Ressourcen einer Kosten-Nutzen-Überlegung unterziehen soll.

Gerne mache ich dazu ein Beispiel: Jedes Jahr sterben rund 1800 Menschen an Darmkrebs. Meine Kollegen der Gastroenterologie bestätigen mir, dass wir mit einem einfachen Darmkrebsscreening, das jährlich rund 100'000 Darmspiegelungen zur Folge hätte und weniger als 100 Millionen Franken kosten würde, rund drei Viertel dieser Krebs-Todesfälle verhindern könnten. Jedes Jahr über 1000 Todesfälle! Wie können wir nun rechtfertigen, für die Covid-19-Prävention mehrere Milliarden auszugeben, wenn vergleichsweise billige, ja spottbillige Massnahmen nicht eingeführt sind und bezahlt werden.

Es ist Zeit, unser Covid-Präventionskonzept auf den Prüfstand zu setzen. Wir leben in einem reichen Land. Dennoch sollten wir uns bemühen, das zur Verfügung stehende Geld möglichst sinnvoll einzusetzen. Insbesondere, da es möglich ist, dass die ganze Strategie Schiffbruch erleidet.

Allenfalls wäre ein noch intensiverer Schutz von Risikopersonen die bessere Investition.

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Ab morgen auf Infosperber:

Das irreführende Starren auf die Corona-Fallzahlen. Statt sachlich einzuordnen, wird dramatisiert.

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27 Meinungen

Vollständig einverstanden.

Testintensität ist eine frei manipulierbare Grösse. Nicht die Anzahl negativer Tests ist von Interesse, sondern die effektive Identifikation echter Positiv-Fälle.

Eine hohe Anzahl Todesfälle pro positive Tests sagt weniger über die Behandlungsqualität als über die Qualität der Selektion der zu testenden Personen aus. Ganz sicher ist das natürlich nicht, aber das Gegenteil kann auch nicht belegt werden. Die Anzahl Tests kann nach Belieben vergrössert werden. Das kann ja wohl kaum ein Qualitätskriterium sein.

Leider sind die Testdaten nicht im Detail bekannt und es ist auch noch nicht ganz klar, ob der massive Anstieg der positiven Tests der letzten zwei Tage mehr als nur verzögerte Meldungen abbilden. Hat sich da irgendwer in den Linien auf dem Meldeformular getäuscht ? Klar ist aber, dass diese Meldungen überproportional junge und sehr junge Leute betrifft. Inklusive die auch von Radio SRF-4-News erwähnte «Dälle» des letzten Wochenendes.

Was die Kosten betrifft, kann man wenigstens festhalten, dass das Geld nicht für alle verloren ist. Jetzt wo Roche auch einen neuen Test für die Grippe anbieten will...

Das Testpotential in der Schweiz ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Dr. Knock lässt grüssen.
Josef Hunkeler, am 09. Oktober 2020 um 10:47 Uhr
Das ist eine interessante Analyse. Was mir fehlt ist eine Alternative. Welche andere Strategie hätte ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis? Das würde mich interessieren. Nur am Schluss steht ein Satz, welcher mit «allenfalls» beginnt, zum Thema da.
Benedikt Schmidt, am 09. Oktober 2020 um 13:05 Uhr
Eine sehr logische und gut recherchierte Analyse von Professor Vernazza, lässt aber die Fragen offen, was er denn als Infektiologe empfiehlt? Nicht testen? Nur bis zu einer Höchstsumme testen? Und was kostet ein Menschenleben, wenn wir den Konsumverlust über die verbleibenden Lebensjahre berechnen? Selbstverständlich bringt Herdentesten nichts, was die Luxemburger hätten wissen müssen, denn wenn man am Ende angelangt ist, könnten die ersten, negativ getesteten, in der Zwischenzeit infiziert worden sein. Nein, bis zur Impfung sind das Testen und die Sicherheitsmassnahmen die einzigen Waffen gegen das Virus. Die Effektivität hängt aber weder vom BAG, den Kantonen oder der Spezialisten ab, sondern von der Rücksicht und Vernunft der Bürgerinen und Bürger. Und wenn ich sehe, wie wenige eine Gesichtsmaske in Innenräumen tragen, sehe ich leider schwarz. Na ja, dann werden die Intelligenten überleben und Darwin hätte für einmal recht – Survival of the fittest!
Michel Mortier, am 09. Oktober 2020 um 13:20 Uhr
Besten Dank für diesen Beitrag. Ja, es mehren sich die Stimmen, die die Teststrategie in Frage stellen. So war auch einem Beitrag des ORF zu entnehmen, dass Dr. Günter Weiss, Leiter der Inneren Medizin der Klinik Innsbruck, die CoV-Teststrategie in Frage stellt. Dr. Günter Weiss macht darauf aufmerksam, dass die Testergebnisse keine klinische Relevanz haben. Er fordert deshalb, dass Politik und Behörden die Behandlung und Bekämpfung des Coronaviruses den Ärzten überlassen. Er spricht von der symptomorientierte Diagnostik, die in der Medizin üblich sei. Das würde heissen, dass der Arzt entscheidet, ob es sinnvoll ist, eine Person auf COVID-19 zu testen oder nicht.
Reto Derungs, am 09. Oktober 2020 um 13:52 Uhr
Wichtiger Beitrag, wichtige Gedanken. Kommt übrigens noch die Unsicherheit mit Stichwörter «Vortestwahrscheinlichkeit, Sensitiviät, Spezifitität» dazu - doch ich wiederhole schon oft Erwähntes. Und es fehlen weiterhin die Daten über die Schwere und den Verlauf von Sars-CoV-2- Infizierten. Nachweis heisst ja nicht Erkrankung. Schade, es wäre so einfach, klarer zu sein.
Markus Scheuring, am 09. Oktober 2020 um 14:38 Uhr
Der Bundesrat soll das Geld endlich einmal einsetzen für die wirtschaftlichen Fiaskos, die er mit den Massnahmen angestellt hat und zwar an die Klein- und Einzelunternehmer anstatt an die Firmen mit vielen Angestellten. Was er jetzt grad macht mit Testen ist nichts wert. Man sieht an Schweden, dass es gut funktionierte - mit geringsten Massnahmen. Das würde für die Schweiz immer noch gut sein. Aber unsere BR und Verwaltungen haben angefangen die Macht zu lieben.
Carlos Werner Schenkel, am 09. Oktober 2020 um 14:50 Uhr
Man gebe in eine Suchmaschine «Hunde riechen Corona» ein. Die Hunde müssen natürlich auf «Corona» trainiert werden. Die gut trainierten Hunde haben eine ähnliche Fehlerquote, wie die besten künstlichen Tests.
Es ist auch erwiesen, dass Hunde Zuckerkranke riechen können.
Salzhaltige Aerosole(Dämpfe) ca. 10-15 Minuten tief in die Lunge einatmen, schützen vor Viren u. Bakterien in den Atemwegen. Ausserdem ist es gleich noch ein Art von einfachem Saunagang. Das dissozierte Chlor in wässriger Lösung zerstört gerade die fettumhüllten Viren. Seit 36 Jahren habe ich keine Erkältung od. gar Grippe/Influenza mehr, auch ohne Grippeschutzimpfung. Mit diem Tipp können keine kommerziellen Interessen verfolgt werden, eher bekämpft werden.
Ludwig Pirkl, am 09. Oktober 2020 um 15:27 Uhr
»...um irgendwann in der Zukunft durch eine Impfung der Mehrheit der Bevölkerung die weitere Ausbreitung auf besonders gefährdete Personen zu verhindern."

War das so die Aussage der zwei BAG-Mitarbeiter? Oder worauf beruht diese?
Stöckli Marc, am 09. Oktober 2020 um 16:40 Uhr
Ein wertvoller Beitrag, den man gerne auch in den Tagesmedien lesen würde. Was allerdings fehlt, ist der explizite Hinweis, dass das Coronavirus bei den allermeisten Infizierten keine bis nur schwache Symptome hervorruft. Ebenso ist längst bekannt, dass eine durch natürliche Infektion entstandene Immunität weit nachhaltiger ist als eine durch Impfung hervorgerufene. Es ist höchste Zeit, dass die Behörden mit ihren sinnlosen Planspielen endlich aufhören.
Urs Georg Allemann, am 09. Oktober 2020 um 16:48 Uhr
äh ... Nicht alle wollen testen und getestet werden.
Aus meiner Sicht kann man mit diesem Unsinn sogleich aufhören.
Es dient m.E. nur der medialen Inszenierung einer kollektiven Hysterie, welche zwangsläufig zu Impfschäden führen wird. Vorher hört diese Hysterie nicht auf.
Peter Herzog, am 09. Oktober 2020 um 18:45 Uhr
Exzellente Überlegung, vielen Dank!
Werner Furrer, am 09. Oktober 2020 um 21:50 Uhr
Neben Bill Gates, welcher bekanntlich Corona mit Impfungen bekämpfen will sind noch andere, grosskapitalistische Schwergewichte bei Corona aktiv:

Der Rockefellerfoundation NATIONAL COVID-19 TESTING ACTION PLAN beabsichtigt Tests massiv auszuweiten. «Unser Nationaler Covid-19-Testaktionsplan enthält die genauen Schritte, die erforderlich sind, um robuste Tests, Rückverfolgungen und Koordinierungen durchzuführen, um unsere Wirtschaft sicherer wieder zu öffnen - beginnend mit einer dramatischen Ausweitung der Tests von 1 Million Tests pro Woche auf anfänglich 3 Millionen pro Woche und dann 30 Millionen pro Woche"

https://www.rockefellerfoundation.org/national-covid-19-testing-action-plan/
Paolo Ermotti, am 09. Oktober 2020 um 23:05 Uhr
Einmal mehr scheinen wir Menschen Opfer unserer eigenen (Medizin-) Technik, genannt PCR-Test, zu werden:
Dieser Test weist kein ansteckendes Virus nach, sondern nur eine RNA-Sequenz.
Wird eine einzige RNA-Sequenz 30, 40 oder 60x amplifiziert bzw. exponentiell vermehrt bis zu einem Ausmass, wo der Test als «positiv» deklariert wird, dann können wir für jedes menschliche Molekül früher oder später «Positivität» deklarieren.

Will heissen: Das ist Unfug. Wir sollten nicht RNA-Sequenzen behandeln, sondern Kranke.
Solange es keinen Test gibt, der die vermutete Krankheit bzw. das krankmachende Agens sicher diagnostizieren kann, gehören diese Tests verboten und stellen nur eine Verschleuderung von Steuergeldern dar, weil sie uns nicht weiterhelfen.
Die Beweislast aller getroffenen Massnahmen liegt beim Staat und seinen Organen und dieser Beweis ist ausstehend.

Vorschlag:
Absolutes PCR-Test-Moratorium für sechs Monate und Meldung aller klinischen Corona-Erkrankungs-Verdachtsfälle über ein erweitertes BAG-Sentinella-System durch Arztpraxen/Spitäler. Massnahmen sind bei starker Zunahme der Krankheitsfälle zu ergreifen.
Ob ein PCR-Test bei diesen Verdachtsfällen gemacht werden sollte, ist eine sehr berechtigte Frage, denn ich bin mir nicht sicher, ob dies therapeutische Konsequenzen hätte.
Die bekannten Risikogruppen sind zu schützen und alle anderen Massnahmen sind vorläufig zu suspendieren.
Diese Strategie scheint mir zielführend, zweckmässig und verhältnismässig.
Dr. med. Paul Steinmann, am 10. Oktober 2020 um 00:18 Uhr
1.) containment vs lockdown – “no-brainer”

Ich gehe davon aus, dass BAG/SNC-TF in ihren Güterabwägungen diese Massnahmen-Analysen berücksichtigt haben:

1.1) Studie US National Bureau of Economic Research, 26.8.2020 'FOUR STYLIZED FACTS ABOUT COVID-19'
Vergleich Auswirkungen auf Pandemie-Verlauf verschiedener Massnahmen. 48 Länder Länder inkl. Schweiz, europäische Länder + einige US Staaten wurden untersucht. Resumé: Unabhängig von Massnahmen war der Verlauf immer ähnlich. In allen Ländern war bei Start des Lockdowns der grosse Peak schon vorbei.

1.2) Studie Unispital Bern, erhöhte Mortalität durch medizinische Kollateralschäden wegen Lockdown selbst, 11.8., ‘Barriers to seeking emergency care during the pandemic lead to higher mortality' .

2.) Qualität PCR-Tests / keine Standardisierung grosse Variation zwischen Labors in der Schweiz

Referenzlabor in Genf, eigener CH Test {SF1, Tagesschau 23.1.}. Unterschiedliche Test-Lots in den CH Labors, teils selbst entwickelt, teils eingekauft. Zweit Validierung im Referenzlabor in Genf seit 21.3. aufgehoben, wodurch die Fallzahlen von einem Tag, auf den anderen in die Höhe schossen {SF1 Tagesschau 23.3.}. Kantonsrätin B. Müller überprüfte Labors {Interview 7.10., Stricker TV, Min 12:30}: Grosse Variationen bei Verstärkungszyklen, zwischen 20 bis zu 45 Zyklen (CT).

Unabhängig von der Frage nach der vieldiskutierten Aussagekraft der Tests bei symptomlosen Menschen, was sind die Tests aus einer rein technischen Sicht wert?
THOMAS OETTLI, am 10. Oktober 2020 um 07:57 Uhr
Vielen Dank für den Beitrag, Hr. Professor Vernazza! Es ist gut, dass es Gegensteuer gegen die Masslosigkeit von einigen Leuten geht.
Es ist interessant, dass man die Massnahmen nicht evaluieren will, wo es doch um Milliarden geht. Wir in der Pflege mussten alles evaluieren und jede Gazebinde aufschreiben und den Bewohnern verrechnen. Beim Bund spielt es angeblich keine Rolle. Zufall? Es geht nur um Geld und nicht um Gesundheit. Alle wissen das. Wie können wir uns wehren? Es ist jetzt klar, warum alle anders Denkenden unterdrückt werden.
Rainer Strässle, am 10. Oktober 2020 um 09:16 Uhr
Vielen Dank für diesen wertvollen Artikel! Einige Kommentatoren fragen nach den Alternativen zu den (zu) vielen Tests. Herr Vernazza hat in seiner Bescheidenheit nicht auf seine unzähligen Artikel auf https://infekt.ch/blog/ hingewiesen, 30 allein zu Corona-Themen, und fast immer mit Gesichtspunkten, welche die meisten Medien nicht bringen. Es sind zwar oft Thesen, die noch nicht erhärtet, aber dennoch plausibler sind, als die «offiziellen» Kommunikationen und Artikel der Tagespresse, welche viel statistischen Unsinn und falsche Schlussfolgerungen enthalten, wie ja auch Infosperber immer wieder aufgreift.

Eine der Thesen ist die zunehmende Immunität der Bevölkerung auch ohne Antikörper oder Impfungen. D.h. SARS CoV-2 dürfte irgendwann «von selbst» stark zurückgehen, wie jedes Virus. Die Frage ist nur wann.

Ich bin auch mit dem Schluss «Allenfalls wäre ein noch intensiverer Schutz von Risikopersonen die bessere Investition» völlig einverstanden - auf freiwilliger Basis (für handlungsfähige Personen). Ich halte die Appelle an «Solidarität» an den überaus egoistische «Homo Sapiens» für unwirksam. Statt eine kontraproduktive absolute Maskenpflicht für alle in öffentlichen Räumen und ÖV, sollten alle, welche das wollen, insbesondere Risikopersonen, Unterstützung erhalten beim korrekten Tragen von FFP-Masken oder sogar solchen mit Ventilen oder richtige Profimasken mit Gummidichtungen, welche bei Selbstschutz viel effektiver und gleichzeitig angenehmer zu tragen sind.
Theo Schmidt, am 10. Oktober 2020 um 09:20 Uhr
Die Meinung von Herr Vernazza diskutiert zumindest einmal verschiedene Lösungsansätze. Dennoch habe ich größte Zweifel, die für mich unverständliche Logik nachzuvollziehen, wie mit einem Containment Strategie ein Virus ausgerottet werden soll. International sehen sich bekannte Virologen einig dass Viren zum größten Teil nicht ausgerottet werden können und wir mit diesem leben müssen. Wie also kommt das BAG zum Schluss,dass man mit einer Containment Strategie das Coronavirus definitiv ausrotten könne? Denn es gibt auch jetzt nach 6 Monaten noch keine Statistik, welche die Gefährlichkeit des Coronavirus auf nur ansatzweise bestätigen würde. Die Tatsache, dass wir im Moment stark ansteigende Fallzahlen haben aber seit der ersten Welle Mitte April praktisch niemand mehr hospitalisiert wird geschweige denn stirbt,sollte auch den besten Virologen zu denken geben. Mir fällt weiterhin die klare Begründung seitens Regierung und BAG, welche die getroffenen einschneiden Maßnahmen in irgendeiner Art und Weise auch nur ansatzweise begründen würden. Regierungen stellen sich weiterhin auf den Standpunkt, dass es ohne Maßnahmen noch schlimmer gewesen wäre. Und das ist eine reine Behauptung. Die Statistiken und Zahlen sprechen eine andere Sprache. Weiter ist mir schleierhaft, warum bei Corona eine riesige Histerie gemacht wird, und die Grippe wird seit Jahrzehnten belanglos hingenommen, ohne dass man darüber irgendwelche großen Worte verliert. Um das Virus geht es sicher nicht. Aber um was?
Michael Bacher, am 10. Oktober 2020 um 09:30 Uhr
Aktuell würde mich die Einschätzung von Experten zum Fall Shakiri interessieren. Er wurde aufgrund einer längst vergangenen und ihm nicht bewussten Covid-Erkrankung ohne Symptome positiv getestet. Könnte dies aufgrund der hohen Dunkelziffer aus der ersten Welle und des erhöhten Testens auch sonst der Fall sein? Danke für allfällige Erläuterungen.
Michael Fuhrer, am 10. Oktober 2020 um 09:54 Uhr
Der grösste Fehler dieser Tests ist, dass sie wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen sind. Absolut ineffizient und mit der Anzahl Tests können die Fallzahlen manipuliert werden.
Der Esel wird von hinten aufgezäumt. Einzingeln ist das Einzige, was man tun kann. Als erstes Beschränkungsgebiet, die Kantone abriegeln. Dann zeigt sich nach 14 Tagen, wo es Viren hat. Massnahmen erst nach 14 Tagen ergreifen.Dann kann man Regionen abschotten. Also als erstes Sicherheitsmassnahmen beim Verlassen oder Betreten von Kantonen müssen Massnahmen ergriffen werden. Lieferpersonal darf keinen Kontakt zu Personen haben im besuchten Kanton ohne Schutzmassnahmen. Desinfektion der Produkte bei Kantonswechsel. Dann werden Ortschilder mit der Zahl der positiven Tests versehen. Orte die Null positive angeben, gelten als «Coronafrei» und können sich selber ohne Massnahmen begegnen. willst du von einem Infizierten Ort in einen Unfizierten ziehst du eine Maske an, vermeidest Kontakte. Das BAG kann sich nun um die Einkesselung des Virus bemühen. Aber nicht mit neuen Gesetzen, wir haben bereits zu viele Gesetze, Verordnungen, REGELN, die einen Streit um die Menschenrechte entfachen, statt das Virus zu suchen.Es ist alles bereits per Gesetz geregelt, neue Gesetze schaffen nur Schlupflöcher bestehenderGesetze. Gesetze haben keinen Einfluss auf Viren
juerg wyss, am 10. Oktober 2020 um 13:10 Uhr
@ Dr.med.Paul Steinemann
Ich gebe Ihnen 100% Recht in Ihrem Kommentar, ergänzend möchte ich noch anfügen dass man Risikogruppen nicht beschützen muss, es reicht vollständig aus sie zu beachten. Man sollte nicht auf Einzelpersonen sprich Risikogruppen hinweisen, sondern auf Risikogebiete, damit schützt man mehrere Risikogruppen gleichzeitig.
und an den Rest der Leser: HÖRT AUF VON CORONA ZU REDEN, redet vom Virus=SARS-Cov2 oder von der Krankheit= Covid-19. Corona nennt sich eine Gruppe diverser Viren, welcher unter Anderem SARS, MERS, Hepatitis-C und diverser anderer Virae/Viren angehören.
juerg wyss, am 10. Oktober 2020 um 13:35 Uhr
Hervorragende Analyse! Der Vergleich von Kosten mit anderen möglichen Krankheiten, die reduziert, bzw vermieden werden könnten und der Verhältnismässigkeit des jetzigen Aufwandes und die Einschränkung der Bürger*innen, wäre längst angebracht und anzupassen!
Willy Brauen, am 10. Oktober 2020 um 16:09 Uhr
Unterschreiben Sie die «Great Barrington Declaration» der drei Top-Epidemiologen aus Harvard, Oxford und Standford
und unterstützen Sie damit die globale Rückkehr zur Verhältnismässigkeit:
https://gbdeclaration.org/die-great-barrington-declaration/
Dr. med. Paul Steinmann, am 11. Oktober 2020 um 00:15 Uhr
Einen Test auf eine hochansteckende Krankheit kann man nicht mit einem auf eine nicht ansteckende (Darmkrebs) vergleichen.
Christoph Wydler, am 11. Oktober 2020 um 14:40 Uhr
Wenn selbst in Deutschland ARD nun in der Sendung [Corona-Lage vom 5.10.]( https://www.daserste.de/information/nachrichten-wetter/ard-extra/videosextern/ard-extra-die-corona-lage-344.html) zu den gleichen Schlüssen kommt und diesen Strategiewechsel fordert, muss etwas dran sein.
ARD wie SRF hatten bis vor Kurzem die Containment Strategie ja mit allen Mittel unterstützt und keinerlei Kritik zugelassen.

Umso erfreulicher ist, dass nun auch SRF inzwischen eine differenziertere Sicht zulässt. Wer die Club-Szene bei SF1 kennt, weiss, dass die Moderatorin Barbara Lüthi mit grossem Engagement jegliches Ansetzen von Kritik an den aktuellen Massnahmen unverzüglich unterband. Umso überraschender nun ihr Turnaround in der Sendung vom 22.9. wo sie die Hoffnung des Vorsitzenden der schweizerischen Gesundheitsdirektorenkonferenz, Lukas Engelberger, auf die Verfügbarkeit einer Impfung bei SARS-CoV-2 im Frühjahr 2021 in einem fulminanten [Schlusswort]( https://srf.ch/play/tv/redirect/detail/f65200af-fd7a-49e5-9721-afa7a74cc38b?startTime=4559) zerschmetterte (Containment-Strategie gründet auf Annahme der raschen Verfügbarkeit einer Impfung):

»Ich möchte dazu auch noch abschiessend sagen, wir haben viele Sendungen gemacht zum Corona-Virus. Wir haben viele Experten in den Sendungen gehabt und alle haben gesagt, es werde sehr, sehr viel länger gehen bis eine Impfung zur Verfügung stehen wird. Experten, die auch in der Impfstoffentwicklung arbeiten, um das abschliessend festzuhalten.»
THOMAS OETTLI, am 12. Oktober 2020 um 09:20 Uhr
@ Christoph Wydler. Haben Sie mal Ihren letzten Text gelesen: Einen Test auf eine hochansteckende Krankheit... Als erstes: Der Teist weist nicht eine hochansteckende Krankheit aus, er weist nicht einmal das Virus aus, dass diese Krankheit hervorrufen kann. Es weist lediglich eine RNA-Sequenz aus, welche das Virus ausweisen soll. Diese Definition entspricht so in etwa der Meinung: Wir haben im Brot Wasser gefunden, das ist der Beweis, dass alles was Wasser enthält ab sofort Brot ist. Abstrakt aber zutreffend. Tests sind nur bei Verdächtigen angebracht, sprich Symptomen. Oder bei Menschen, die zwangläufig mit Kranken arbeiten.
juerg wyss, am 12. Oktober 2020 um 09:25 Uhr
@Dr. med. Paul Steinmann
Zu Vorschlag - “Absolutes PCR-Test-Moratorium für sechs Monate und Meldung aller klinischen Corona-Erkrankungs-Verdachtsfälle über ein erweitertes BAG-Sentinella-System durch Arztpraxen/Spitäler.”

Gleichzeitig sollte endlich auch die Grippe-Rapportierung wieder aufgenommen werden:

Vom 17.3.2020 bis zum 28.8.2020 war beim BAG offiziell die Einstellung der Grippe-Rapportierung in folgendem Wortlaut aufgeschaltet (mit Snapshot vom 18.8. auf dem archive org noch verfügbar):

“Aus diesem Grund wird die Grippeberichterstattung ab sofort eingestellt. Zahlen zu COVID-19, welche aus der Sentinella Überwachung hervorgehen, werden im Situationsbericht zur epidemiologischen Lage auf der BAG-Webseite erscheinen.”

Am 28.8.2020 wurde die Seite geändert und der Passus entfernt. Im verlinkten PDF findet man dann aber folgenden Passus, der de facto weiterhin aussagt, dass die Rapportierung der Grippe immer noch nicht wie in den Vorjahren wieder aufgenommen wurde:

“In der Woche 40 entnahmen die Sentinella-Ärztinnen und Ärzte 66 Nasenrachen-Abstriche bei Patienten mit grippeähnlicher Erkrankung. Die meisten dieser Abstriche wurde aber nur auf SARS-CoV 2 untersucht und nicht auf Influenza.”
THOMAS OETTLI, am 12. Oktober 2020 um 20:46 Uhr
Gäbe es einen PCR Test für Grippeviren (!), würden sich sehr viele Leute wundern, dass über 85% der Bevölkerung „Grippe-Positiv“, d.h. irgendeinmal mit einer Grippeviren - RNA - Sequenz Kontakt hatte. Denn fast alle von uns sind oder waren einmal Träger von irgendwelchen Grippeviren, zwar von verschieden vielen Viren, von verschieden stark aktiven Virenstämmen, von solchen Viren oder auch nur Virenbestandteilen, die noch aus einer früheren, überwundenen Grippe-Erkrankung herrühren - oder sogar bereits schon von Grippe-Viren einer neuen Wintergrippe-Welle, die im Moment noch gar nicht so richtig angekommen ist und erst am Anrollen ist. Überhaupt niemand käme heute aber auf die Idee, solche Grippeviren generell ausrotten oder solche Grippewellen auch nur annähernd verhindern zu wollen. Das hat man zwar immer wieder versucht, gelungen ist es jedoch nie. Der Bundesrat möchte dieses Kunststück erneut versuchen, diesmal mit dem Coronavirus. Bisher wurden in der Schweiz rund 1,5 Millionen Corona-PCR Tests gemacht, BR Alain Berset möchte aber noch wesentlich mehr, mindestens 50‘000 pro Tag. Natürlich werden dadurch auch die Zahlen der „Corona-Positiven“ entsprechend steigen und garantiert wird die ominöse Zahl von 50 pro 100‘000 Einwohner übertroffen werden, was das BAG dann ermächtigt oder sogar zwingt, neue Corona-Risikogebiete auszurufen.
Paul Engel, am 25. Oktober 2020 um 10:29 Uhr

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