Corona-Virus ist kein Laborprodukt

Daniela Gschweng © Infosperber
Daniela Gschweng / 28. Mär 2020 - Eine wissenschaftliche Analyse beweist, dass das Corona-Virus nicht durch Manipulation entstanden ist.

Immer wieder gibt es Gerüchte, das Corona-Virus sei absichtlich in einem Labor entwickelt worden, um als Biowaffe eingesetzt zu werden. Wahlweise von einer der Grossmächte, von einem Oligarchen oder einem Milliardär mit kommerziellen Interessen.

Wissenschaftler aus Grossbritannien, den USA und Australien haben sich dieser Behauptungen angenommen und bewiesen, dass der Erreger von COVID-19 nicht im Labor konstruiert wurde.

Das Forscherteam am Scripps Institute in La Jolla, Kalifornien, schaute sich dazu das Genom des Virus genau an und verglich es mit dem Erbgut anderer Viren aus der Corona-Familie. Die meisten Varianten kommen bei Menschen nicht vor oder lösen nur harmlose Krankheiten aus.

Forscher verglichen den viralen Werkzeugkasten

Am nächsten kommen der neuen Variante SARS-CoV-2, das die Krankheit COVID-19 auslöst, SARS-CoV, der Erreger der Lungenkrankheit SARS, und MERS-CoV (Erreger von MERS) sowie eine knappe Handvoll Viren, die nur erkältungsähnliche Krankheiten auslösen. Ein Schurke würde aus dieser Auswahl eine bereits möglichst tödliche Variante auswählen, um sie weiterzuentwickeln.

Der Immunologe Kristian G. Andersen und seine Kollegen Andrew Rambaut, Ian Lipkin, Edward Holmes und Robert Garry konzentrierten sich bei ihren Untersuchungen auf die Gen-Abschnitte, auf denen die für Corona-Viren charakteristischen «Spikes» codiert sind.

Diese «Viren-Stacheln» docken an der Wirtszelle an und brechen sie anschliessend auf, um das Erbgut des Virus einzubringen. Dazu nutzt das Virus zwei verschiedene Proteine. Wie gut der «Einbruch» klappt, ist ein Gradmesser dafür, wie schnell sich ein Virus vermehrt.

Sowohl das «Grabber-Protein» wie auch das Spaltprotein sind bei Sars-CoV-2 jedoch an mehreren Stellen anders aufgebaut als bei den Verwandten. Dass das neue Virus aus den bekannten Corona-Viren entstanden ist, sei es durch Evolution oder gezielte Manipulation, ist quasi ausgeschlossen. «Unsere Analyse zeigt klar auf, dass SARS-CoV-2 kein Laborkonstrukt oder ein absichtlich manipuliertes Virus ist», schliessen Andersen und Kollegen.

SARS-CoV-2 ist zu unperfekt, um künstlich zu sein

Viel wahrscheinlicher ist es, dass sich das Virus aus einem Vorgänger entwickelt hat, wie er in Fledermäusen und dem Schuppentier Pangolin nachgewiesen wurde. Diese potentiellen Vorgänger sind dem aktuellen Virus viel ähnlicher, zeigen die Forscher auf. Der Vergleich ist unter anderem auf dem Fakten-Checker-Portal «Mimikama» ausführlich erklärt.

Dazu ist die Bauart der Bindestelle bei Sars-CoV-2 nicht optimal auf den Menschen eingestellt. Der SARS-Erreger ist viel besser darin, an menschliche Zellen anzudocken. Auch das sei «ein starkes Indiz dafür, dass SARS-CoV-2 nicht das Produkt von absichtlicher Manipulation ist». Der Erreger von COVID-19 sei das Resultat natürlicher Selektion, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Medicine». Jemand, der eine biologische Waffe herstellen will, hätte die effizientere Variante bevorzugt.

Es ist wahrscheinlich, dass SARS-CoV und SARS-CoV-2 einen gemeinsamen Ahnen haben, der lediglich Tiere befällt. Ob der erste Infizierte sich direkt bei einem Tier angesteckt hat oder ob sich ein vorher ungefährliches Virus erst im menschlichen Körper angepasst hat, wissen die Forscher noch nicht. Die Klärung dieser Frage ist wichtig in Hinsicht auf zukünftige Risiken. Sollte es einen unbekannten Vorläufer geben, der nur Tiere befällt, könnten daraus weitere gefährliche Viren entstehen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

«The proximal origin of SARS-CoV-2», Nature Medicine (PDF)
«Warum das neue Coronavirus nicht aus einem Labor kommen kann», Mimikama

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6 Meinungen

Es wäre eine einfache Lösung für Überträger zu finden. Keine tierischen Produkte. Schlachthäuser mit Nutztieren - die Antibiotika sind für Epidemien ein Problem - Wildtiere sollten tabu sein! Wenn der Mensch mal logisch denken würde und die alten „ Traditionen“ überwinden würde und zB eine Geburtenregelung endlich ( als einzige Spezie nicht in der Lage) selber mal durchführen in der Lage wäre, wären solche drastischen Gegenschläge nicht nötig! Mehr Natur und Empathie für Tiere und Menschen sind der neue Weg. Hoffentlich überwiegt endlich die Vernunft!!
Marion Theus, am 28. März 2020 um 12:18 Uhr
Hm, erstaunlich, dass Infosperber nicht genauer hinschaut. Wo wurde das publiziert und wer war daran beteiligt? Die beteiligten Länder sind Mitglieder der «Five Eyes» und alle sehr daran interessiert, zu verschleiern, wo dieses Virus wirklich herkommt.
Schauen Sie sich die Interviews bei Sarah Westall mit Dr. Judy Mikovitz an, dann verstehen Sie besser, was hier gespielt wird.
Elisabeth Heer, am 28. März 2020 um 14:44 Uhr
Ich vermute, dass die Natur der Menschheit eine Warnung zukommen lässt, dass sie sich nicht unendlich missbrauchen lässt. Falls die Menschen diese grosse Chance nicht begreift, wird vielleicht eine nächste Plage auftreten, gegen die Corona ein Kindergeburtstag sein wird.
Annalisa Gehring, am 28. März 2020 um 19:53 Uhr
@ v.Burg > Ganz allgemein gesprochen ist mir bei wissenschaftsbezogenen Artikeln bei Infosperber nichts derartiges aufgefallen, was Ihre Aussage stützen würde. Ausserdem ist die Gefrahr in der eigenen Filterblase zu verbleiben mit anderen Medienprodukten grösser.

Kritisch zu sein heisst, der Macht ab und an auf die Füsse zu stehen. Darum scheint mir am Konzept des Infosperbers diesbezüglich einiges richtig zu sein.

Allerdings vermisse ich auch bei Infosperber das Abbild der unterschiedlichen (wissenschaftlichen) Meinungen zu Sars-CoV-2, diese halte ich für eine Meinungsbildung unerlässlich. Die überall ausgeübte Einheitsmeinung ist undemokratisch und für die Wissenschaft im Besonderen alles andere als ein Ruhmesblatt.
Andreas Hagenbach, am 30. März 2020 um 10:40 Uhr
Christian Burg - da widerspreche ich ihnen. Mit pauschalen Urteilen machen sie sich unglaubwürdig. Bringen sie präzise Argumente wenn ihr Weltbild verzerrt wird. Fundierte Gegenmeinungen haben hier immer Platz.
Elisabeth Lutz, am 30. März 2020 um 12:55 Uhr
Frau Gschwends Artikel erinnert mich stark an einen Witz, den wir uns vor bald 60 Jahren erzählt haben: ein Engländer, ein Franzose und ein Appenzeller kommen auf einer Bergwanderung an einem Ziegenstall mit Bock vorbei. Sie wetten, wer am längsten beim Bock verweilen kann. Beim dritten, dem Appenzeller, kommt zuerst der Bock heraus. Zwischenzeitlich wären an dieser Story wohl an Stelle des Appenzellers ein Friese oder ein Oesterreicher beteiligt gewesen.
Nun, bei Frau Gschwends Story hätte bei den genannten Wissenschaftlern wohl der Bock das grösste Problem gehabt.
Oder kurz: Fehldiagnose praktisch garantiert.
Michael Haggenmacher, am 31. März 2020 um 12:47 Uhr

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