Deutsche Hausärzte protestierten nackt, weil sie während der Coronakrise zu wenig Gehör fanden. © BlankeBedenken

Corona: Mit fragwürdigen Tricks gegen Hydroxychloroquin

Werner Vontobel / 17. Jun 2020 - Kann man Covid-19 mit einem billigen Virenhemmer heilen? Fakt ist, dass unsere Gesundheitsbehörden genau das nicht wissen wollen.

Etwa die Hälfte aller Covid-19-Opfer starben in Alters- und Pflegeheimen und die andere Hälfte in Spitälern, meistens in Intensivstationen. Wahrscheinlich wären in den Spitälern deutlich weniger der an Covid-19 Erkrankten gestorben, wenn Hausärztinnen und Hausärzte sie bereits nach dem Auftreten erster Symptome hätten behandeln können. Das jedenfalls glaubt Monique Lehky Hagen, Präsidentin der Walliser Ärztegesellschaft.

Auch in Deutschland kritisieren Hausärzte, dass sie in der Corona-Krise zu wenig Mitsprache hatten und haben. Um Gehör zu finden, lassen die Ärzte die Hüllen fallen.

Hausarztpraxen wurden von Behandlungen der an Covid-19 Erkrankten weitgehend ausgeschaltet. Nicht ganz ohne Grund: Erstens wollte man Ansteckungen im Wartezimmer vermeiden. Zweitens gibt es kein Medikament, das gegen Covid-19 zugelassen ist. Wie also sollte ein Hausarzt einen Corona-Patienten behandeln?

Diese Frage stellte sich Mitte Februar auch Monique Lehky Hagen. Sie studierte die einschlägige Literatur und wertete gemeinsam mit Kollegen, Tropenmedizinerinnen und Spitalärzten die ersten Erfahrungen aus: Etwa 80 Prozent der Fälle verliefen harmlos. Bei Patienten mit einem schwereren Verlauf verschlechterte sich die Lage etwa 5 bis 9 Tage nach Beginn der Erkältungssymptome. Das äusserte sich in einer Zunahme der Atemfrequenz und einem Absinken der Sauerstoffsättigung, wobei allerdings kaum Atemnot auftrat.

Viele Hausärzte haben zuerst an Hydroxychloroquin gedacht

Diese Beobachtungen legten den Schluss nahe, Angesteckte schon beim ersten Anzeichen einer Verschlechterung mit einem Virenhemmer zu behandeln. Als Mittel der Wahl bot sich das altbekannte, millionenfach erprobte Malariamittel Hydroxychloroquin (HCQ) an, dessen Wirksamkeit gegen das neue Coronavirus zwar schon mal im Reagenzglas, aber noch nicht in einer klinischen Studie nachgewiesen worden ist.

Lehky Hagen wandte sich deshalb an Blaise Genton, Professor am Universitätsspital Lausanne, und erfuhr, dass dieser schon ähnliche Anfragen von Hausärzten aus den Kantonen Bern, Aargau, Basel, Freiburg und Neuenburg erhalten hatte. Bereits Ende März stand ein Konzept für eine Doppelblindstudie für ein ambulant einsetzbares Behandlungsprotokoll bereit, das – mit Auflagen versehen – von der zuständigen Ethikkommission rasch genehmigt wurde.

Fatale Folgen einer falschen Studie

Doch von nun an haperte es. Dazu Genton: „Swissmedic hat zwar sehr schnell auf unser Gesuch geantwortet, dann aber immer neue Bedenken in Bezug auf die Sicherheit angemeldet und damit den Start der Studie verzögert.“ Doch es kam noch dicker. Die medizinische Fachzeitschrift „Lancet“ veröffentlichte eine Studie, wonach HCQ unwirksam sei. Darauf liess Swissmedic die Studie von Genton Mitte Mai abrupt stoppen. Auch in Frankreich wurden – auf Empfehlung der WHO – alle klinischen Versuche mit HCQ verboten.

Genton wundert sich noch heute: „Man musste wirklich kein grosser Wissenschafter sein, um auf Anhieb zu sehen, dass diese von nur vier Autoren gezeichnete Studie mit angeblich 90'000 Patienten aus angeblich 671 Spitälern in 6 Kontinenten nicht auf verlässlichen Daten beruhen konnte.“ In der Tat hat „Lancet“ dieses Machwerk inzwischen zurückgezogen. Doch weil es in der Schweiz inzwischen kaum noch Ansteckungen gibt, kann die Studie von Genton bestenfalls noch bei einer 2. Welle neu aufgenommen werden.

Die Schweiz ist kein Einzelfall: Auch in vielen anderen Ländern sind Ärzte auf die Idee gekommen, Corona-Patienten bereits in einem frühen Stadium mit einem kostengünstigen Virenhemmer mit überschaubaren Nebenwirkungen – sprich mit HCQ – zu behandeln. Auch sie wurden wie in der Schweiz von den Gesundheitsbehörden daran gehindert. In Frankreich etwa wollte eine Gruppe von Ärzten unter der Leitung von Thierry Lardenois schon im März ein solches Behandlungsprotokoll klinisch testen. „Innerhalb von 10 Tagen“, so Lardenois gegenüber dem „Quotidien du Médecin“, „hätte man gewusst, ob HCQ wirkt". Doch die Gesundheitsbehörden gingen gar nicht erst auf den Antrag ein. Kurz danach am 23. April hat der „Ordre du Conseil“ Frankreichs Hausärzten verboten, ihren Patienten HCQ zu verschreiben. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit hatte die verschreibenden Ärzte schon zwei Wochen früher „gebeten“ HCQ nur „im Rahmen der zugelassenen Indikationen (also nicht gegen Covid-19 Red.) zu verordnen oder abzugeben“.

«Das richtige Medikament zum richtigen Zeitpunkt»

Der französische Virologe Professor Didier Raoult hat sich von solchen Verboten nie aufhalten lassen. Im Universitätsspital Marseille, IHU méditerrané, behandelte er bisher insgesamt 3320 Corona-Patienten mit einer Kombination von HCQ und, falls indiziert, dem Antibiotika Azithromycin. Nach seinen Aufzeichnungen sind nur 18 oder rund 0,5 Prozent dieser Patienten verstorben. Heisst das, dass HCQ und Azithromycin besser wirken als andere Mittel?

Rasche Behandlung hilft

„Nein“, sagt Raoults Kollege Philippe Parola vom IHU. Den Unterschied bestehe in allererster Linie darin, dass man Covid-19 in der richtigen Phase mit dem richtigen Mittel bekämpft habe. Inzwischen wisse man, dass Covid-19 in drei Phasen verlaufe: In Phase 1 gehe es darum, das Virus zu bekämpfen, in Phase 2 müsse man eine überschiessende Reaktion des Immunsystem verhindern. Phase 3 ist die Intensivstation. Entscheidend sei, dass man schon in der ersten Phase eingreife. „Das ist für mich die grosse Lehre aus der Corona-Krise: Wir müssen die Hausärzte in die Behandlung einbeziehen, und diese müssen eingreifen, sobald sich ein schlechter Verlauf abzeichnet.“ Die Wahl des Mittels sei dann nicht mehr ganz so wichtig. Auch mit Azithromycin allein habe man die Sterblichkeit der Behandelten auf etwa 1 Prozent reduzieren und die Patienten unter 65 weitestgehend verschonen können.

Warum haben sich die Gesundheitsbehörden so vehement gegen ein wichtiges Medikament gewehrt, das den Hausärzten zur Verfügung gestanden hätte? Ein naheliegender Verdacht: Sie gaben dem Druck der Pharma-Industrie nach. Diese hat kein Interesse daran, dass ihr ein billiges, patentfreies Malaria-Medikament einen potentiellen Milliardenmarkt versaut. Eine Covid-19 Behandlung mit HCQ kostet weniger als 10 Franken. Für Pharmafirmen ist der ambulante Bereich wenig attraktiv.

Formell wird der Widerstand gegen HCQ damit gerechtfertigt, dass bisher noch keine grössere Doppelblindstudie die Wirksamkeit bewiesen habe. Zudem gebe es viele beobachtende Studien, die keine Wirksamkeit zeigten. Als neuester Beleg für diese These gilt die in England mit rund 5'000 Patienten durchgeführte Recovery-Studie. Nur einen Tag nach dem Rückzug der Lancet-Studie wurden deren Zwischenergebnisse am 5. Juni veröffentlicht. Danach seien 25,7 Prozent der mit HCQ behandelten Patienten gestorben, gegenüber 23,5 Prozent in der Kontrollgruppe. Deshalb habe man die Behandlung mit HCQ ab sofort einstellen müssen.

Wichtige Chance für sinnvolle Therapie verpasst

Doch die extrem hohen Mortalitätsraten dieser Studien zeigen vor allem, dass hier überwiegend Patienten, die alle bereits in ein Spital eingeliefert wurden, in der 2. und 3. Phase der Erkrankung behandelt wurden. HCQ nützt jedoch in der ersten Phase der Erkrankung. Kommt dazu, dass eine Start-Dosis von 2,4 Gramm HCQ verwendet wurde, drei- bis vier mal mehr als Genton und Raoult empfehlen.

Obwohl diese Studie mit den Ansätzen und Studienprotokollen von Genton, Raoult, Lardenois und vielen anderen nichts gemein hat, wird sie dazu benutzt, diese zu diskreditieren. Details der Studie sind bisher nicht veröffentlicht worden, aber die Schlagzeilen sind gemacht: „Aus für Hydroxychloroquin.“

Für Lehky Hagen zeigt sich hier einmal mehr das grundlegende Problem, dass man nicht zur Kenntnis nehmen will, wie wichtig der ambulante Bereich des Medizinbetriebs ist. Man wolle nicht nachhaltig in Innovationen und Forschung in diesem Bereich investieren. „Dadurch wurde eine wichtige Chance verpasst, eine möglicherweise sinnvolle und kostengünstige Therapie wissenschaftlich und ethisch korrekt abzuklären.“ Professor Blaise Genton hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „In England, den USA und in Brasilien laufen noch Studien über den Einsatz von HCQ im ambulanten Bereich, das heisst währen der Phase 1 der Erkrankung. Ich hoffe, dass diese Frage bald geklärt wird.“

Falls die an der Front kämpfenden Professoren Didier Raoult in Marseille und Blaise Genton in Lausanne recht behalten, müssen sich die Gesundheitsbehörden den Vorwurf gefallen lassen, dass sie dem Druck der Pharma-Industrie nachgegeben und auf das falsche Pferd gesetzt haben. Das wäre peinlich für sie. Allerdings zeigen die aktuellen Vorgänge am Universitätsspital Zürich, dass unser Gesundheitssystem den unguten Hang hat, Fehler und Peinlichkeiten zu vertuschen. Vielleicht werden wir die Wahrheit nie erfahren.

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Siehe dazu auch:

Werner Vontobel: Corona-Patienten werden vor Spitaleinlieferung kaum behandelt

Infosperber Dossier: Corona-Virus: Information statt Panik

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Keine

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12 Meinungen

Die Medizin unter der Fuchtel einer superkapitalistisch deformierten Pharmaindustrie – was ihr keinen Profit bringt, wird mit allen Mitteln behindert, auch mit Fake-Resultaten gekaufter Wissenschafter. Die Medizin gehört endlich einer andern Politik unterstellt, in welcher die Pharma nichts, die Ärzte und Patienten viel zu sagen haben. Es reicht!
Billo Heinzpeter Studer, am 17. Juni 2020 um 12:35 Uhr
Zu meinen, mit einem einzigen Medikament sei COVID-19 mit dessen multiplen pathophysiologischen Vorgängen Herr zu werden, wäre blauäugig. Neben der Frühbehandlung nach Protokoll Raoult mit HCQ und Azithromycin gehen Fachspezialisten davon aus, dass Kombinationstherapien (KTs) benötigt werden, wie z.B. bei HIV, da ist eine Monotherapie ebenfalls nicht zielführend.

Bei ersten Symptomen braucht es somit KTs. Jeweils möglichst frühzeitig, bei entsprechenden Verläufen entsprechend additiv, wie aktuell medizinisch-wissenschaftlich durch verschiedene Gruppen untersucht. Theoretisch ideal wäre somit, wenn ein Medikament den Virus-Load senkt, eines oder mehrere den Eintritt des Virus in die Zelle erschweren, eines, das die Zellmembranen stabilisiert, eines, welches die Entzündungsreaktionen, eines welches die Blutgerinnung hemmt etc. etc.

Problem, wie von Infosperber angesprochen, die Störfeuer der gewinn- und profitorientierten Pharmaindustrie!

Wie will man z.B. für Remdesivir noch 4'500 Fr. verlangen können, wenn mit herkömmlichen Arzneien wie z.B. Plaquenil (HCQ) nur 8 Fr. anfallen?! Dexamethason ist ebenfalls spottbillig. So wurde z.B. nach der Übernahme Organons Oradexon eingestellt, da wirtschaftlich uninteressant.

Ferner, Milliarden wurden bereits für die Entwicklung eines Impfstoffes eingesetzt. Investitionen die sich dank einer ambulanten Therapie durch unsere Hausärzte in Luft auflösen könnten! Notabene: zu HIV gibt es nach Jahrzehnten immer noch keinen Impfstoff!
Andreas Keusch, am 17. Juni 2020 um 12:36 Uhr
Das ist meines Erachtens ein problematischer Beitrag. Erstens ist die Person Raoult nicht unumstritten und zweitens gefällt mir persönlich die Frage nach dem cui bono nicht, weil man es sich so viel zu einfach macht, vor allem, wenn das als einzige Begründung angeführt wird. Und drittens gibt es eben auch keine Studien, die die Wirksamkeit HCQ belegen. Denn merke: Es gibt keine Wirkung ohne Nebenwirkung eines Medikaments

Ich empfehle zur Person Raoult den Artikel aus der NYT vom 12. Mai 2020 (Update 21. Mai 2020)

https://www.nytimes.com/2020/05/12/magazine/didier-raoult-hydroxychloroquine.html
Jan Holler, am 17. Juni 2020 um 12:53 Uhr
Kontextinfo :

Hydroxychloroquin hat viele üble Nebenwirkungen.
Deshalb wurde HCQ von fast allen staatlichen Stellen weltweit als Lösung ausortiert.

Das Verhältnis von zu viel Neutrophilen Zellen zu zu wenig T-Killer-Zellen im Blut zu testen, hätte grösstenteils diejenigen identifiziert, die zu ihrer eigenen Sicherheit geschützt werden mussten, weil deren Immunsystem vorgeschädigt ist.
Dazu hätte es aber lateralem Denken bedurft, ein Problem indirekt anzugehen und weniger auf Milliardengewinne und/oder Corona für eigene Interessen zu instrumentalisieren und zu bewirtschaften.
Einige dt. Klinikärzte verfahren in der Praxis so.
Die meisten Hausärzte und Ärzte verfahren aber formal so, wie sie es im Studium gelernt haben. Die sogenannten Fortbildungskurse haben einen ganz anderen Zweck.
Ludwig Pirkl, am 17. Juni 2020 um 14:31 Uhr
Das Verhalten unserer Behörden in dieser Pandemie ist unentschuldbar und zeigt einmal mehr, dass auch die Schweiz von nicht gewählten Instanzen regiert wird. Wer das nicht glaubt, sollte sich mal ins Drehbuch für die Pandemie und den Umbau der Welt des WEF einlesen. Die Unverfrorenheit, mit der diese globale Agenda der Zerstörung und des Genozids, von den Eliten dort publiziert und ihnen hörigen Politiker*innen weltweit durchgezogen wird, ist verstörend.
Aber zum Glück gibt es Ärzte/Ärztinnen sowie Forscher*innen und unabhängige Journalisten und Journalistinnen auf der ganzen Welt, die diese Machenschaften aufdecken.
Elisabeth Heer, am 17. Juni 2020 um 14:58 Uhr
Danke für den Beitrag. Wirtschaftliche Interessen gehen in gewissen Bereichen also doch vor Menschenleben. Die Schattenseiten der freien Marktwirtschaft. Ich kenne Personen die schliessen bereits Wetten ab, in wie weit die 3 viel versprechenden Impfstoffe aus Russland, von welchen derzeit einer im grossen Stil getestet wird und offenbar bisher erfolgreich ist, ohne wie die umstrittenen mRna Impfstoffe das menschliche Genom zu verändern, bei uns keine Zulassung erhalten werden. Obwohl seit 30 Jahren vergeblich an den mRna Impfstoffen herum geforscht wird, zum Teil mit fatalen Konsequenzen, wo Menschenversuche abgebrochen werden mussten. Das Interesse, alle Ansteckungswege ab zu klären, ist wohl auch nicht sehr gross, sonst hätte man schon lange abgeklärt, ob wie bei Hepatitis C roher Fisch das Virus übertragen könnte. Da die meisten Viren bis minus 170 Grad nach dem auftauen funktional bleiben, hätte man auch schon lange prüfen müssen, ob es über Tiefkühlkost, in oder auf der Verpackung um die halbe Welt reisen kann. Das die Gebiete in Küstennähe in den Usa eine höhere Erkrankungsdichte haben, hat noch keinen dazu gebracht Fische zu untersuchen. Obwohl 44% aller Lebensmittelvergiftungen von Viren in Fischen... doch sehen Sie selber, Sie würden es mir nicht glauben: https://praxiswelt.info/medizin-wissenschaft/3q0myj7h2x0h/meeresfruechte-roher-fisch-und-lebensmittelinfektionen Es ist schlichtweg ein ethisches Systemversagen, unsere Bundesräte wurden reingelegt.
Beatus Gubler, am 17. Juni 2020 um 18:29 Uhr
@Pirkl:

Die Problematik bei Hydroxychloroquin liegt v.a. im plötzlichen Herztod. Deswegen muss man vor einer Therapie mit HCQ obligat ein EKG zum Auschluss eines „Long-QT-Syndroms“ durchführen, welches bei Gabe von HCQ eben dazu führen könnte! Es ist dann also doch nicht so eine einfache Therapie, wie es die deutschen Hausärzte gerne sehen wollen, sondern muss sauber kardiologisch abgeklärt werden!

Ferner ist es eine Frage der Dosierung. Das Raoult-Protokoll sieht eine Tagesdosis von 600 mg vor. Ist also niedrigstdosiert, auch, weil man hier ja bereits bei den ersten Symptomen zu behandeln beginnt (Phase 1).

WHO und Konsorten setzten in deren Studien HCQ ja erst bei Hospitalisierung, somit Phase 2, ein. Hier werden mittlere Dosierungen von 900 bis hohe Dosierungen von 1200 mg eingesetzt! Das ist ein zusätzlich wesentlicher Unterschied für das Nutzen/Risikoprofil von HCQ bei Frühtherapie von Covid-19.

Gruppen, die also das Raoult-Protokoll niedrigstdosiert möglichst früh einsetzen und das „Long-QT-Syndrom“ ausschliessen, haben diese gefürchteten plötzlichen Herztode im Griff!

Warum man nun dieses Protokoll nicht in einer randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudie medizinisch-wissenschaftlich durch die WHO untersucht, lässt mit grösster Wahrscheinlichkeit auf entsprechendes erfolgreiches Lobbying der Pharma vermuten, da für die Pharma zuwenig lukrativ (siehe mein Kommentar weiter oben).
Andreas Keusch, am 18. Juni 2020 um 02:16 Uhr
Sehr bedenklicher Beitrag. Ich lege hier mal einen Link bei zu einer Übersicht der norwegischen Medikamentzulassungsbehörde über alle in der Welt laufenden Studien mit Medikamenten gegen Covid-19 (Overview of planned or ongoing studies of drugs for the treatment of COVID-19). Da kann man sehen (Seite 124), das es eine ganze Menge laufender Studien mit HCQ gibt; und vielen anderen. Ich kann also die im Artikel verengte, verkürzte und unwissenschaftliche Darstellung der Situation nicht gutheissen.
Torsten Jütte, am 18. Juni 2020 um 15:16 Uhr
"Korruption - die laufende Bewässerung bereits bestehender Sümpfe» (Fritz Herdi)

Es stimmt mich inmitten dieser Sümpfe zuversichtlich, dass ich aufgrund der meist differenzierten Kommentare den Eindruck erhalte, dass mehr und mehr Menschen den Durchblick haben, vernetzt denken können und bereit sind, sich kritisch zu äussern. Wo, wenn nicht bei uns, sollten wir von diesem Recht in naher Zukunft starken Gebrauch machen. Es braucht umsichtige Beobachter, Sperber, laute Stimmen, evtl. materieller Verzicht und Zivilcourage, um die Sümpfe trocken zu legen. Das wird dauern, scheint mir aber nicht unmöglich. Corona bietet sich als ideales Exempel, Zusammenhänge zu erkennen, Missstände aufzudecken und einzustehen für unsere (wirkliche!) Gesundheit!
Bettina Bigler, am 18. Juni 2020 um 15:57 Uhr
@Andreas Keuch
Danke für die weiteren Hinweise.
So schlecht wie die WHO von «The Mouth», seinem Lager und den Medien der Kapitalgewaltigen gemacht wird, ist die WHO nicht.
Aber die wurde eben auch kaputt gespart und geriet politische unter die Räder, wurde im aggressiven Machtkampf der USA gegen China instrumentalisiert.
Dieser Bericht kommt der Wirklichkeit wohl nahe, aber jeder kann sich auch damit selbst ein Bild machen :
www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-china-trump-und-corona-100.html
Ludwig Pirkl, am 18. Juni 2020 um 19:09 Uhr
https://laegemiddelstyrelsen.dk/da/nyheder/temaer/ny-coronavirus-covid-19/~/media/5B83D25935DF43A38FF823E24604AC36.ashx

Sehr bedenklicher Beitrag. Ich lege hier mal einen Link bei zu einer Übersicht der dänischen Medikamentzulassungsbehörde über alle in der Welt laufenden Studien mit Medikamenten gegen Covid-19 (Overview of planned or ongoing studies of drugs for the treatment of COVID-19). Da kann man sehen (Seite 124), das es eine ganze Menge laufender Studien mit HCQ gibt; und vielen anderen. Ich kann also die im Artikel verengte, verkürzte und unwissenschaftliche Darstellung der Situation nicht gutheissen.
Torsten Jütte, am 19. Juni 2020 um 01:35 Uhr
Danke Herr Keusch und Frau Bigler für die guten und wichtig Beiträge.
Es geht eben nicht nur um irgendeine Studie mit einem Medikament, sondern um eine Studie mit einem wirkungsvolle und möglichst Nebenwirkungsarmen Aufbau/Design inkl Dosierung und Versbreichungszeitpunkt.
Nebenbei ginge es auch darum das Immunsystem mit praktisch nebenwirkungsfreien Stoffen wie zB Vitamin D, Artemesin etc zu stärken, insbesondere wenn sie noch eine antivirale und/oder bakterielle Wirkung haben. Aber das rentiert eben auch nicht.
Beat Schärer, am 21. Juni 2020 um 09:43 Uhr

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