Corona-Leugner: Etymologie eines Schimpfwortes

Helmut Scheben © hs
Helmut Scheben / 08. Sep 2020 - Erstaunlich: Warum werden Demonstranten nicht als Zeichen einer funktionierenden Demokratie, sondern als Verrückte betrachtet?

Am Abend des 29. August berichtete die Tagesschau des Schweizer Fernsehens über die grosse Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Massnahmen in Deutschland. Die Berliner SRF-Korrespondentin gab in einer Live-Schaltung an, sie habe viele Reichsflaggen, Esoteriker, Impfgegner und Verschwörungstheoretiker wahrgenommen. Ihren Angaben zufolge sah sie oft den Buchstaben «Q». Die Moderatorin befand, dies könne sich zwar auf die Stuttgarter Organisation «Querdenken711» beziehen, die zu der Demonstration aufgerufen hatte, sei aber wohl auch «eine Referenz an die in den USA verbreitete Bewegung «QAnon».

Fragen und Antworten von Live-Interviews werden in der Regel vor der Sendung zwischen Moderation und Korrespondentin oder Korrespondent abgesprochen. Die «Referenz an QAnon» war nun offenbar das vereinbarte Stichwort, um die Berliner Demonstration in das Framing zu stellen, wo sich die notorischen Verschwörungsphantasierer tummeln. Die Korrespondentin holte dann auch aus zu schauerlichen Schilderungen:

«Die Anhänger dieser Bewegung glauben an eine weltumspannende Verschwörung der sogenannten Elite. Die würde Kinder gefangen halten, sie quälen, deren Blut trinken, Antisemitismus spielt auch eine Rolle und natürlich Bill Gates. Der wolle jedem einen Chip einpflanzen und den Grossteil der Bevölkerung auslöschen.»

Die Veranstalter der Kundgebung in Berlin, so erklärte sie weiter, «lehnten sich ganz offensichtlich an solche Bewegungen an.» Dieses Fazit war im Übrigen schon vorweggenommen worden, als die Moderatorin mit der Feststellung einleitete: «Rechte Gruppierungen haben also zu der Demonstration aufgerufen.»

Vom Beginn der Pandemie an wurden Leute, die gegen die Corona-Massahmen protestierten oder sie in Zweifel zogen, von Regierungsvertretern als Rechtsextreme, Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker mit Wahnvorstellungen oder gar «Covid-19-Idioten» bezeichnet.

Sah man Verschwörungsphantasierer in der Menschenmenge?

Ich habe mir am 29. August eine Stunde lang verschiedene Videos angesehen, die von Teilnehmern der Demonstration in Berlin ins Netz gestellt wurden. Dabei fiel zweierlei auf. Zum einen handelte es sich zweifellos um bedeutend mehr Leute als die «wenigen Zehntausend», die von den grossen deutschsprachigen TV-Sendern angegeben wurden.

Zum andern habe ich in meiner Visionierung in den Menschenmassen nur an sehr wenigen Stellen eine Flagge des Kaiserreichs, die sogenannte Reichsflagge, gesehen. Die grosse Masse der Teilnehmenden – viele Familien mit Kindern – ähnelte in Typus und Gebaren viel mehr den Leuten, wie man sie von Friedensmärschen, Klimakundgebungen und anderen Protestaktionen der Bürgergesellschaft kennt. Die SRF-Korrespondentin hatte also anscheinend eine völlig andere Wahrnehmung der Dinge. Oder hatte sie sich nicht die Mühe gemacht, genau hinzuschauen, und sich mit der offiziell von Behörden, Regierungsparteien und Presseagenturen verkündeten Darstellung begnügt?

Der «Sturm auf den Reichstag»

In dem umfangreichen Videomaterial vom 29. August habe ich eine Stelle gefunden, wo mehrere Reichsflaggen gleichzeitig auftauchen. Das ist der Zwischenfall am Reichstagsgebäude. Die kleine Gruppe, die offenbar gewaltsam die Absperrung durchbrach und von einzelnen Polizisten zurückgedrängt wurde, passt nicht zum Rest der Demonstration.

Das ist befremdend. Man muss als Journalist und Beobachter schon sehr unkritisch, um nicht zu sagen naiv sein, wenn man sich nicht unverzüglich die Frage stellt, ob es sich um eine geplante Provokation handelte, die darauf abzielte, die Medienaufmerksamkeit zu absorbieren und von den Anliegen der vielen anderen Demonstranten abzulenken. Das war jedenfalls der unmittelbare Effekt der Aktion. Sofort hallte ein Schrei der Empörung über alle TV-Kanäle.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sprach von einem «unerträglichen Bild von Reichsbürgern und Neonazis vor dem Reichstag», SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz fühle sich erinnert an «Nazi-Symbole und den Schrecken der NS-Zeit», und Innenminister Seehofer forderte null Toleranz und hartes Durchgreifen. Der Anlass der Kundgebung, die Zweifel vieler Menschen an der Corona-Politik, waren mit einem Schlag weggewischt. Auf allen Sendern war plötzlich «der Sturm auf den Reichstag» einer winzigen Gruppe das Thema des Tages, und die Behauptung, Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker machten einen grossen Teil der Grosskundgebung aus, konnte mit dieser PR-Mechanik quasi bewiesen werden.

Michael Ballweg vom Organisationskomitee «Querdenken» sagte dazu: «Die haben mit unserer Bewegung nichts zu tun. «Querdenken» ist eine friedliche und demokratische Bewegung, Gewalt hat da keinen Platz.»

Die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) Ende der neunziger Jahre hatte einmal mehr ans Licht gebracht, was seit langem bekannt war. In der rechtsextremen Szene in Deutschland agieren Spitzel der Ämter für Verfassungsschutz, sogenannte V-Leute, auf allen Ebenen, bisweilen sogar in leitenden Funktionen. Dass viele Dokumente der NSU-Strafuntersuchung der Öffentlichkeit vorenthalten werden – sie wurden zum Teil von Ermittlern vernichtet, zum Teil für 120 Jahre (!) unter Verschluss gestellt – zeigt, dass Deutschlands Verfassungsschutz einiges zu verbergen hat.

Waren V-Leute als Agents Provocateurs im Einsatz?

Das Reichstagsgebäude liegt innerhalb einer Sicherheitszone, der Bannmeile, und wird bei heiklen Sicherheitslagen wie einer Grosskundgebung normalerweise von Spezialeinheiten geschützt. Wie war es möglich, dass am 29. August nur drei normale Polizisten recht unbekümmert davorstanden? Unmittelbar nach den Vorfällen am Reichstag tauchte in den sozialen Medien massenhaft die Frage auf, ob V-Leute bei der Aktion beteiligt waren. Bei der Medienkonferenz der Bundesregierung am folgenden Tag hatte aber nur ein Journalist den Mut, diese Frage laut zu stellen. Die orakelhafte Antwort von Steve Alter vom Bundesinnenministerium lautete, man habe keine genauen Informationen, aber:

«Sie können davon ausgehen, insbesondere bei der Prognose der Berliner Behörden in der vergangenen Woche, dass alle Behörden, die eine rechtliche Zuständigkeit haben, auch im Einsatz gewesen sind.» Also alle Behörden, auch der Verfassungsschutz, darf man folgern.

«Verschwörungstheoretiker» ist das dümmlichste und am meisten abgenutzte Wort, das in einer politischen Diskussion auftauchen kann. Darauf haben viele vernünftige Leute seit Jahren hingewiesen. Das Wort wurde aber im Corona-Frühjahr 2020 von vielen Journalistinnen und Journalisten erneut aus dem linguistischen Werkzeugkasten geholt und ist heute ein obligatorischer Textbaustein im Zusammenhang mit Corona.

Die Journalistin Eva C. Schweitzer bringt die Sache auf den Punkt, wenn sie schreibt: «Der Verschwörungstheoretiker leidet unter dem Wahn, dass es Menschen gibt, die sich heimlich zusammentun, um etwas Böses auszuhecken. In Wirklichkeit gibt es natürlich nur gute Menschen, und auch keine Heimlichkeiten. Ausser in Russland. Oder in arabischen Ländern. Oder in China.»

Die in New York lebenden Autorin (Die Zeit, Spiegel online, Cicero) hat 2015 eine Studie über die Spionage- und Propaganda-Aktivitäten der USA in Deutschland vom Ersten Weltkrieg bis heute vorgelegt. Darin enthüllt sie eine Fülle von Fakten, die bisher kaum bekannt waren. Im Zusammenhang mit dem Gebrauch des Wortes «Verschwörungstheoretiker» zitiert sie Glenn Greenwald, den Mitarbeiter von Edward Snowden: «Nun, wo ich beobachten kann, wie gegen Snowden gehetzt wird oder gegen Julian Assange von Wikileaks, ist mir klar geworden: Das ist ein klassischer Trick der Propaganda. Dissidenten werden als Verrückte hingestellt, als Verschwörungstheoretiker (…). Und wer verrückt ist, der wird radioaktiv. Dann weichen alle zurück, die eine Karriere zu verlieren haben. Niemand befasst sich mehr mit dem, was der Betreffende zu sagen hat.»

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert sagte über die Kundgebung: «Die Wahnvorstellungen, die da verbreitet wurden, das entlarvt sich selbst.» Auf gut Deutsch: Ein Haufen von Psychopathen.

Was im Fall dieser Demonstration deutlich wurde, sind die doppelten Standards, mit der die öffentliche Meinung je nach politischer Opportunität fabriziert wird. Ein Beispiel: Am 11. Januar 2015 protestierten in Paris mehr als eine Million Menschen gegen die Anschläge auf die Zeitung «Charlie Hebdo». Keinem einzigen der Medien kam es in den Sinn zu fragen, wie viele der Demonstrierenden islamfeindlichen oder rechtsextremen Gruppen angehörten. Die Frage wäre als ungehörig empfunden worden, eine politische Unkorrektheit sondergleichen.

In Frankreich sympathisieren aber in ländlichen Gegenden mehr als 30 Prozent der Bevölkerung mit dem «Front National», und an der Basis dieser Partei gibt es nach wie vor Leute mit rechtsextremen Anschauungen. Also ist davon auszugehen, dass ein Teil der Demonstranten in Paris rechtsextreme Positionen einnahm. Das wollte man lieber nicht so genau wissen. Anders am 29. August in Berlin. Dort war für die grossen Medien die wichtigste Frage, ob auch Rechtsextreme in der Kundgebung zu finden seien. Daraus ersieht man: Journalismus wird mal so und mal so betrieben. Je nach politischer Windrichtung und Wetterlage.

Corona-Leugner sind keine Corona-Leugner.

Politische Konflikte generieren regelmässig Textbausteine, die der Verzerrung der Fakten und Diskreditierung des Gegners dienen. Das Wort «Corona-Leugner» bezeichnet keinen wirklichen Sachverhalt, sondern ist ein Schimpfwort. Denn die sogenannten Corona-Leugner leugnen in ihrer grossen Mehrheit nicht, dass es den Virus gibt, sie kritisieren aber die Politik der Regierung. Wenn sie etwas leugnen, dann ist es die Notwendigkeit, auf Covid-19 mit den bekannten einschneidenden Massnahmen zu reagieren.

Sie halten den Virus für harmloser als von den Regierungen und ihren Experten dargestellt und vergleichen die Situation mit ähnlichen Epidemien wie Vogelgrippe (2005), Schweinegrippe (2009), MERS (2012), ZIKA (2016), die jeweils als verheerende Seuchen beschrieben wurden und sich am Ende als weitaus weniger gefährlich erwiesen als vorhergesagt.

Kritische Stimmen verweisen auch auf Interessenbindungen, die kaum öffentlich wahrgenommen werden. Zum Beispiel die Tatsache, dass einige Task-Force-Experten an Instituten und in Firmen arbeiten, die bei jeder der angeblich katastrophalen Pandemien in der Vergangenheit gutes Geld mit Tests, Medikamenten oder Impfstoffen verdient haben. So z.B. der meistbeachtete Corona-Experte Deutschlands, Christian Drosten, der mit der Berliner Biotech-Firma TIB Molbiol geschäftet.

2009 erklärte die Weltgesundheitsorganisation eine Virus-Pandemie und setzte das Medikament Tamiflu auf die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel. Daraufhin kauften 96 Staaten weltweit das Medikament und bunkerten Millionen Packungen. Der Basler Pharmakonzern Roche, der Tamiflu in Lizenz produzierte, kassierte insgesamt elf Milliarden Euro mit dem Verkauf. Das Mittel erwies sich als unnütz. Händewaschen dürfte wirkungsvoller sein als Tamiflu, konstatierten später Mediziner der Berliner Charité. Die WHO nahm Tamiflu anschliessend von der Liste.

Ist es nun erstaunlich, wenn es eine Menge Leute gibt, die angesichts der WHO und ihrer Kassandra-Rufe eine gewisse Skepsis entwickelt haben? Im April 2020, mitten im Corona-Lockdown, erklärte Microsoft-Gründer Bill Gates in den ARD-Tagesthemen:

«Wir werden den dazu entwickelten Impfstoff letztendlich sieben Milliarden Menschen verabreichen (…). Langfristig wird die Produktion so hochgefahren, dass alle Menschen auf unserem Planeten damit geimpft werden können.»

Paul Schreyer merkt in seinem Buch «Chronik einer angekündigten Krise» zu den zitierten Sätzen von Bill Gates an: «Die erste Frage, die man zu dieser unglaublichen Aussage stellen könnte: Wer ist WIR? Gates agiert legitimatorisch im luftleeren Raum. Niemand hat ihn gewählt oder anderweitig demokratisch ermächtigt. Alles, was er vorzuweisen hat, sind die Milliarden, mit denen er die Weltgesundheitsorganisation und diverse andere Gesundheitsinstitutionen unterstützt.»

Die zweite Frage sei die nach der Angemessenheit der Vorschläge: «Einer der erstaunlichsten Aspekte der Corona-Krise ist die Geschwindigkeit, mit der sich Regierungen in aller Welt darauf verständigten, dass eine globale Impfkampagne die einzig vernünftige Antwort auf den neu entdeckten Virus sei. Diese Schlussfolgerung ist alles andere als zwingend. Warum wurde stattdessen nicht eine globale Kampagne zur Stärkung des Immunsystems gestartet?»

Denn schliesslich sei der Virus, wie andere Krankheitserreger auch, vor allem für Menschen mit schwachem Immunsystem tödlich, also Alte, schwer Kranke, schlecht und falsch Ernährte. Warum eine Impfung propagieren, die nichts ändert an den schwachen Abwehrkräften der Risikogruppen?

Biosecurity und das Geschäft mit der Angst

Bill Gates mag ein Philanthrop sein, der sich zum Wohl der Menschheit für einen Impfstoff einsetzt, aber er hat auch immer wieder darauf hingewiesen, dass jetzt Milliarden Dollar bereitgestellt werden müssten für die gute Sache. Es gibt einen Defekt in unserem Gesundheitswesen, der in sogenannten Corona-Zeiten nicht laut erwähnt werden darf, will man nicht zum Verschwörungsphantasierer degradiert werden: Krankheiten schaffen Absatzmärkte für Medikamente – je mehr Patienten, desto mehr Gewinn. Eine gesunde Gesellschaft kann per Definition nicht im Interesse einer Pharmaindustrie liegen, der es um Marktanteile und Aktienkurse geht.

Paul Schreyer beschreibt in seinem soeben erschienen Buch über die Corona-Politik, wie das Forschungsfeld «Biosecurity» sich seit den neunziger Jahren rasant entwickelt hat und in wie hohem Mass dort militärische Strategien, Biowaffenforschung und Politik der Seuchen-Prävention verschmolzen sind. Dazu wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine Reihe von Planspielen durchgeführt, an denen jeweils Vertreter von Politik, Pharmaindustrie und Militär beteiligt waren: Dark Winter (1998-2001), Atlantic Storm (2001-2018), Clade X (2018), Event 201 (2019).

Verstörend wirkt es, wenn man bei der Untersuchung dieser Planspiele feststellt, wie stark die gegenwärtige Situation bis in die kleinsten Details vorweggenommen wird. Schwerpunkte der Übungen in Echtzeit sind jeweils Grenzkontrollen und Durchsetzung der Quarantäne, Unterdrückung von «Falschinformationen», Kontrolle der Medien zur Ausschaltung des erwartbaren Widerstandes in der Bevölkerung, Produktion von Tests und Impfstoffen sowie wirtschaftliche Folgeschäden.

Dass die Johns Hopkins Universität, eine amerikanische Privateinrichtung, die Deutungshoheit über die Pandemie hat und seit dem 22. Januar mit ihrem statistischen «Dashboard» die mediale Corona-Maschinerie weltweit auf dem Laufenden halten kann, gehört zu den vielen Merkwürdigkeiten, die der famose Investigativ-Journalismus offensichtlich nicht für beachtenswert hält.

Die Virokratie hat die Demokratie ersetzt. Das schrieb der Ökonom Bruno S. Frey schon im Mai.

Die Bevölkerung habe sich in Angst versetzen und entmündigen lassen. Dissidente Epidemiologen auf der ganzen Welt machen mittlerweile geltend, die Gefahr des Virus sei masslos überschätzt worden. Und manchmal verheddern sich sogar die hochoffiziellen Task-Force-Experten in Widersprüche. So gab der Star-Virologe und Lockdown-Verfechter Christian Drosten auf einer Pressekonferenz am 2. März auf eine Reporterfrage die unglaubliche Antwort:

«Menschen sterben sowieso in Deutschland, und zwar jedes Jahr ungefähr 850’000. Diese Menschen haben ein sehr ähnliches Altersprofil wie auch die Patienten, die an dieser Viruserkrankung sterben. Und auch da ist es so, dass natürlich vor allem Patienten mit Grunderkrankungen sterben, ältere Patienten – und das ist auch bei diesem Virus so. Ab einem gewissen Wert geht so eine Erkrankung auch ganz schnell im normalen Geschehen unter.»

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

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15 Meinungen

Hospitalisierungen werden in den Dashboards immer noch nicht erfasst. Das ist aber wohl der einzig wirklich relevante Tatbestand in dieser Diskussion.
Josef Hunkeler, am 08. September 2020 um 19:13 Uhr
""Der Anlass der Kundgebung, die Zweifel vieler Menschen an der Corona-Politik, waren mit einem Schlag weggewischt. Auf allen Sendern war plötzlich «der Sturm auf den Reichstag» einer winzigen Gruppe das Thema des Tages, und die Behauptung, Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker machten einen grossen Teil der Grosskundgebung aus, konnte mit dieser PR-Mechanik quasi bewiesen werden."
Das ist immer so. Damals bei Antiatomkraft, Firedensbewegung, Natodoppelbeschluss.....waren die «Kommunisten», vice versa auch die «Chaoten», schnell als «Drahtzieher » derDemos dargestellt.

Außerdem müssen die Coronakritiker nehmen, was man ihnen zuteilt. Dann ist nan halt Verschwörungstheoretiker/Rechtsextremer/Covididiot...Ist der Ruf erst ruiniert....
Erwarten brauchen wir nix. Und. «Hell is scheduling ». Wir könnten es verhindern...Aber. Kassandra wurde damals in Troja schon nicht gehört.
Bernd Mensing, am 08. September 2020 um 22:28 Uhr
Ein guter Artikel, der das was im Moment schief läuft treffend aufzeigt.
Eine solche Haltung gegenüber dem Coronavirus wird von den Entscheidungsträgern nicht geteilt.
Der Aktionismus wird munter von Politik, den (Ver ) leitmedien, der Wirtschaft weitergesponnen.
Führungskräfte kuschen weil dies einfacher ist.
Wer will sich schon gegen den Strom stellen, auch wenn dieser in eine Richtung führt die; um es sehr milde ausdrücken in eine Zukunft führt wo das Individuum sich dem Kollektiv unterzuordnen hat.
Ein grosser Teil der Gesellschaft gibt sich der Illusion hin, das die Demokratie nicht unterwandert ist.
Obwohl an jedem Ecken die Zeichen deutlich zu sehen sind.
Wo ist das Parlament, mit seinen kritischen Fragen?
Die Abgeordneten die gewählt wurden, um die Interessen der Bürger zu wahren, ziehen die Satzungen ihrer Partei vor, um ein Stück des Kuchens der Macht für sich zu wahren. So verkaufen sie sich und verraten die Anliegen ihrer Wähler.
Es soll mir niemand sagen, das alle nur von Bürgern gewählt wurden die mit der amtlichen Linie übereinstimmen!
Vielleicht kann ein Umdenken stattfinden, die Zeichen dafür sind zaghaft.
So lang die Mehrheit abnickt und Verantwortung abschiebt, wird der nun eingeschlagene Weg weitergehen mit all seinen bitteren Konsequenzen.
Nur soll dann niemand sagen, es hätte keine Warnung gegeben!
Gilbert Nedi, am 08. September 2020 um 22:39 Uhr
Diesem Bericht ist nichts mehr hinzuzufügen!
Danke!
Peter Gander, am 09. September 2020 um 00:55 Uhr
Ich bin heute das erste Mal auf Ihrer Seite und habe diesen Artikel überflogen.

Ich schliesse mich nicht Protesten gegen die Coronamassnahmen an.

Ich stimme jedoch ihrer Kritik bezüglich der einseitigen, irreführenden Berichterstattung zu.

Leider sehe ich auch in Ihrem Bericht die gleichen Mechanismen:

- Sie glauben aus Teilnehmervideos die Anzahl der Teilnehmer bewerten zu können - meiner Meinung nach in mehrfacher Hinsicht eine Fehleinschätzung.

- Sie versuchen auf subtile Weise die Gewissheit zu vermitteln, dass der Übergriff auf den Reichstag eine gezielte Provokation von staatlicher Seite handelt. Auf diese Weise wird und kann man jedem alles unterstellen.

- Die Verantwortung der Veranstalter dafür, wem sie absichtlich oder unabsichtlich eine Bühnen geben wird nicht thematisiert. Warum nehmen sie in Kauf, dass viele aufrechte Demokraten diskreditiert werden und damit die Polarisierung der Gesellschaft fördern. Keine Gedanken dazu warum die Veranstalter das machen.

- Es wird gar nicht erst versucht zu erläutern oder zu verstehen warum über teile der Bewegung von «Coronaleugnern» gesprochen wird.

Nicht überzeugend, hängt die Latte sehr hoch und läuft dann bequem darunter durch.

Da bleibe ich lieber bei www.correctiv.org
Andreas Wolff, am 09. September 2020 um 10:37 Uhr
Die Taktik ist offensichtlich:
Die staatliche Coronapolitik sei über jeglichen Zweifel erhaben, weswegen andere Meinungen mittels Rufmordkampagne, als: Lügner, Nazis, Verschwörungstheoretiker, Holocaustleugner etc, verleumdet werden - dies Rufmordkampagne ist jedoch eine staatliche Verschwörungstheorie! (Analog zu den Protokollen der Weisen von Zion).

Da sollen laut medialer Verschwörungstheorie die Neonazis eine Demonstration zur Aufhebung der Coronamassnahmen angemeldet haben und am Schluss den Reichtstag gestürmt haben und einen Friedensvertrag vom deutschen Kaiserreich mit Russland und USA verlangt haben? Auch diese mediale Verschwörungstheorie ist absolut weltfremd.

Die Corona-Leugner verleugnen kathegorisch, dass an jenem Tag verschiedenste Demos angemeldet und bewilligt waren, u.a. auch die der Reichsbürger, der Antifa usw. Die Demo der Reichsbürger vor dem Reichstag war bewilligt (!) und hat nichts mit den Querdenkern zu tun, was auch den Corona-Leugnern bestens bekannt ist. Unbekümmert davon wird - wider besserens Wissens - einfach hemmungslos gelogen.
vgl. https://www.broeckers.com/2020/08/31/reichtagssturm-abgewehrt-demokratie-gerettet/
Peter Herzog, am 09. September 2020 um 16:42 Uhr
Wann fällt bei den Medien der Groschen und sie bringen Lösungen, nicht nur Kritik? Man kann Vieles an den Corona-Massnahmen kritisieren, aber ist es nicht zu früh? Und was wären und sind die Alternativen? Bringen Statistiken nicht nur Muster, sondern auch Antworten? Wer weiss mit Bestimmtheit, dass sich das Virus nicht in eine gefährlichere und tödlichere Variante mutieren wird? Wer ist sich sicher, dass er oder sie nicht eine versteckte Krankheit (z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Krebs usw.) in sich hat, die dank dem Virus richtig ausbricht? Wie viele Tote wird es benötigen, bis wir die Herdenimmunität erreicht haben? Und zu den demokratischen Rechten: wie viele Leute erinnern sich daran, dass Demokratie nicht nur Freiheit und Gleichheit, sondern auch Solidarität bedeutet, und das nicht nur unter Bekannten, sondern besonders mit allen Verängstigten, Kranken, Alten und Armen?
Michel Mortier, am 09. September 2020 um 19:10 Uhr
Danke für dieses zusammenfassende Essay.
Ich habe mir selber in einem Video den hysterischen Aufruf dieser «starken Frau» zum Stürmen der Reichstagstreppe angesehen. Er fand von einer Bühne aus, welche wenige Meter von der Treppe aufgestellt war. Offenbar handelte es sich dabei um die Bühne einer unabhängig von der Querdenken-Organisation bewilligten Demonstration wie es offenbar noch viele andere auch gab.
Es ist erstaunlich, dass direkt vor diesem «Heiligtum» ein solcher Aufruf und zwar ohne Widerspruch möglich war und keine entsprechenden Schutzvorkehrungen oder -vereinbarungen getroffen wurden. Und noch erstaunlicher ist, dass man die drei Polizisten zu Helden machte, obwohl wenige Minuten, nachdem die Treppe von den rund vielleicht 150 Menschen, die dem Aufruf gefolgt waren, noch nicht mal gefüllt war, eine Hundertschaft «Kampfroboter» (sorry für den Ausdruck, Ihr armen) aus dem Reichstag trat und die Treppe wieder räumte. Das sah eigentlich alles nach einer glücklich verlaufenen, aber in den Grundzügen von den Behörden geplanten Inszenierung aus.
Robert Ro Merz, am 09. September 2020 um 19:51 Uhr
Ohne mich auf Details bezüglich der Corona - Debatte konkret einzulassen (dazu weiss ich zu wenig darüber): die Kritik des Autors am Umgang gewisser «Qualitätsmedien» mit oppositionellen Positionen teile ich vollauf. Anstatt die verschiedenen Positionen und ihre Hintergründe aufzuarbeiten und kontrovers darzustellen, wird zunehmend mit Schmähbegriffen operiert ("die Populisten», «Verschwörungstheoretiker»...), womit unbequeme Kritiker und mitunter beträchtliche Gruppierungen pauschal aus der Debatte ausgegrenzt und für blöd erklärt werden. Dadurch verschwinden zwar weder die entsprechenden Gruppierungen noch ihre Positionen, doch die Folgen sind verhärtete Fronten, und anstelle der offenen Debatte tritt der schwelende Konflikt. Und nicht zuletzt verlieren die Medien letztendlich ihre Rolle als Informationsquelle und werden zunehmend als Propagandainstrumente wahrgenommen - in Zeiten des erklärten «Informationskrieges» ja mehr oder weniger auch offiziell die Realität, auf die wir uns einstellen müssen. Schade eigentlich - oder war es nie anders?
Markus Morf, am 09. September 2020 um 20:39 Uhr
Das Ende naht ... die Immunitätsleugner finden keine Grippeopfer mehr für die Statistik. Die WHO und die Verantwortlichen kommen in Erklährungsnot.
Jacques Marchand, am 10. September 2020 um 23:31 Uhr
Ich finde die Mischung von Rechtsextremen und anderen an den deutschen Demos schon problematisch, ebenso diverse Corona-Info-Sites, die sowohl gute Infos liefern (vollständigere als von offiziellen Quellen), als auch Unsinn, und schlimmer nach etwa 2 Klicks auch rechtsextremes oder klimaleugnerisches Gedankengut. Infosperber.ch und Infekt.ch schaffen es allerdings, ein Gesamtbild zu vermitteln ohne den gefährlichen Ballast!
Theo Schmidt, am 11. September 2020 um 16:34 Uhr
Wer nach 6 Monaten Coronavirus immer noch behauptet, Corona sei wie eine normale Grippe und staatliche Schutzmassnahmen und entsprechende Vorschriften ablehnt, hat absolut nichts begriffen und kann deshalb mit Fug und Recht als Corona-Leugner bezeichnet werden. Sie befinden sich in übler Gesellschaft mit Trump (USA) und Bolsonaro (Brasilien), die Corona-Situation in diesen beiden Ländern zeigt deutlich, wohin es führt, wenn man auf die Corona-Leugner hört. Es ist Tatsache, dass die allermeisten Corona-Leugner und -Verweigerer im rechten bis ultrarechten Lager zu finden sind. Dummheit kannte noch nie Grenzen.
Alois Amrein, am 13. September 2020 um 22:40 Uhr
Wer glaubt, dass es sich bei den Massnahmenkritikern vorwiegend um Rechte handelt, hat sich kein eigenes Bild gemacht, sondern liess sich von den grossen Konzernmedien indoktrinieren. Man findet Kritiker aus allen Lagern, es ist eine äusserst heterogene «Truppe» die wohl einfach unsere Gesellschaft abbildet. Die Konzernmedien und die Politik richten schlicht ihren Fokus auf ein paar wenige Rechtsextrme welche die Debatte dann dominieren, ohne überhaupt einen wirklich wichtigen Teil der Massnahmenkritiker zu sein.

Demokraten unterstützen die Demokratie. Ich nehme an sie auch, Herr Amrein.

https://notrecht-referendum.ch/
Stöckli Marc, am 14. September 2020 um 09:22 Uhr
Moin, moin ~
@ Alois Amrein: ich weiß, meine Replik auf Ihren Beitrag kommt sehr spät - ich bin leider im Verzug im Infosperber-Lesen ... Ob ich ein 'Corona-Leugner' bin dürfen Sie gerne anhand meiner bisherigen Beiträge hier - z.B. am 24. Juni 2020 zu 'kontertext: Schweizer Antirassismus – eine Innenansicht', am 29. Juli 2020 zu 'Impfskepsis in den Top Ten der globalen Gesundheitsgefahren', am 06. August 2020 zu '«Parkinson ist eine menschengemachte Pandemie»', am 26. August 2020 zu 'Pro 12'000 Zugfahrten steckt sich höchstens eine Person an', am 28. August 2020 Corona und der Hut auf der Stange' und am 29. August 2020 zu 'Trump lässt Milliardäre Profit schlagen aus der Coronapandemie' & zu 'Covid-19: Blutverdünner halbieren die Todesfälle' - selbst 'beurteilen', ich kann Ihnen jedoch mitteilen dass von den Menschen in meinem Bekanntenkreis - einige hundert - KEINE «im rechten bis ultrarechten Lager zu finden sind» (!). Sorry, da muss ich Sie leider enttäuschen ...
HerzLichT ut Ostfreesland (!)
Ulrich Warntjen, am 23. September 2020 um 12:30 Uhr
Werter Michel Mortier
Sie schreiben als letzten Satz, dass » Demokratie nicht nur Freiheit und Gleichheit, sondern auch Solidarität bedeutet, und das nicht nur unter Bekannten, sondern besonders mit allen Verängstigten, Kranken, Alten und Armen?"
Stimmt. Aber machen wir uns nix vor. Demokratie ist, wenn 2 Medienhäuser,
finanziert von der Hochfinanz uns die Welt erklären?
"Solidarität » ist nichts als ein Werbefähnchen, dass sie alle vor sich hertragen . Aber niemand, egal welcher Herrschaftsform huldigend, hat sich jemals für «Verängstigen Armen, Alten und Kranken» in irgendeiner Form interessiert. Jetzt spannt man sie vor den Propagandakarren und diskreditiert alle, die den Corona-Bullshit als genau solchen bezeichnen, als asoziale Wirrköpfe. Im besten Fall...

Wer das Solidaritätsgeschwafel glaubt, glaubt auch, dass Schweine fliegen.
Bernd Mensing, am 23. September 2020 um 22:15 Uhr

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