Am 21. November klaut ein Greenpeace-Aktivist am Berliner CDU-Sitz das «C» und läuft seelenruhig weg © C/Twitter 21.11.2019

Am 21. November klaut ein Greenpeace-Aktivist am Berliner CDU-Sitz das «C» und läuft seelenruhig weg

Die CDU hat das „C“ nicht verdient

Franz Alt / 24. Nov 2019 - Der CDU fehlt das „C“, nicht weil es ihr Greenpeace geklaut hat, sondern weil sie es selbst nicht ernst nimmt.

Eine wirkliche „C“-Partei muss Klimaschutz oder auch Friedenspolitik viel ernster nehmen, wenn sie sich schon auf Jesus beruft. Annegret Kramp-Karrenbauer hat dazu jetzt auf dem CDU-Parteitag in Leipzig zwar gemeint: „Das C ist uns verdammt ernst“, wurde aber leider nicht konkret.

Beim Klimaschutz geht es um das „Überleben der Menschheit“ (Angela Merkel 2008) und um die Bewahrung der Schöpfung. Um nicht weniger. Das Klimapaket der von den C-Parteien geführten Bundesregierung ist wirklich nicht ernst zu nehmen, es ist eher ein „Witz“ wie selbst Klimaforscher, welche die Bundesregierung beraten, gesagt haben.

Nachdem Greenpeace das „C“ in Berlin geklaut hat, steht jetzt an der Parteizentrale nur noch „DU“. Greenpeace hat ergänzt: “DU sollst das Klima schützen“ – ein elftes Gebot. Ach, hätte die CDU-Vorsitzende dazu doch etwas Konkretes gesagt! Zum Beispiel, dass für effektiven Klimaschutz unbedingt ein Einstiegspreis von 40, 50 oder 60 Euro pro Tonne CO2 nötig ist statt der zehn Euro, welche die Christdemokraten und die Christsozialen beim Klimapaket vorgesehen haben.

Oder auch, dass ein Tempolimit auf Autobahnen hilfreich ist, wenn man die Zahl der Verkehrstoten („Du sollst nicht töten“) senken und das Klima wenigstens ein klein wenig besser schützen will. Oder auch, dass unser Schnitzel in Afrika Menschen die Lebensgrundlage raubt.

Oder auch darüber, dass wir zurzeit jeden Tag 150 Tier- und Pflanzenarten ausrotten und damit mitverantwortlich sind für das grösste Artensterben der Geschichte. Damit pfuschen wir als erste Generation dem Schöpfer voll ins Handwerk und verdrängen die Tatsache, dass es ohne Tiere und Pflanzen auch bald keine Menschen mehr geben kann. Wir spielen Evolution rückwärts, vielleicht die grösste Umweltsünde unserer Zeit.

Das alles sind Themen einer sich christlich nennenden und sich auf Jesus berufenden Partei.

Ausserdem will AKK als Verteidigungsministerin den Rüstungsetat nahezu verdoppeln, von heute 42 Milliarden Euro auf etwa 80 Milliarden. Ist das christlich? Wir stecken noch immer in der klassischen Kriegsfalle. Diese richtet sich nach dem altrömischen Motto „Wer Frieden will, muss den Krieg vorbereiten“ und übersieht, dass dieser Weg über Jahrtausende zu Massenmord und Elend geführt hat.

Eine christliche Friedenspolitik wird im Geiste der Bergpredigt lernen müssen: Wer Frieden will, muss den Frieden vorbereiten. Also abrüsten statt aufrüsten.

Der frühere Kommunist Michail Gorbatschow hatte das begriffen als er sich mutig und erfolgreich für die Verschrottung von Atomwaffen einsetzte und dafür sein Amt und sein Leben riskierte. Er hat mir mal gesagt: „Die Bergpredigt Jesu ist das Überlebensprogramm für die Menschheit im Atomzeitalter.“

Aber die C-Parteien begreifen bis heute nicht, was der wunderbare junge Mann aus Nazareth in seiner Bergpredigt mit der Seligpreisung der Friedenstifter gemeint hat. Sie verstehen nicht, dass sich christlich nennende Parteien lernen müssen, mit der Bergpredigt Politik zu machen. Spätestens jetzt im Atomzeitalter, wenn wir einen Atomkrieg verhindern wollen.

Solange CDU und CSU keine wirkliche Umwelt- und Klimapolitik machen, die diesen Namen verdient, und sich nicht auf effektive Friedenspolitik verständigen können, sollten sie das „C“ in ihrem Namen streichen. Dieses „C“ steht nicht für konservativ im Sinne von „Konservendose“, sondern für christlich.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Der pensionierte Autor war viele Jahre lang ARD-Journalist. Er betreibt heute den Blog sonnenseite.com.

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6 Meinungen

Das C hat rein gar nichts mit Klimaschutz am Hut, über Umweltschutz dann eher immer im Kontext zur Heiligen Schrift bleiben. Hier werden Endzeit Szenarien in der Offenbarung genau beschrieben. Sämtliche Prophezeiungen die Jesaja inkl. die Menschwerdung Jesu sind da enthalten erfüllen sich vor unseren Augen, inkl.
die Heimkehr der Juden sowie deren Staatsgründung. Wir als Menschen haben keinen bis gar keinen Einfluss auf die globale Erdveränderung, lassen sie Gott wirken, er hat die Erde geschaffen, er hält die Fäden in seiner Hand oder eher an seinem kleinen Finger.
Vielleicht haben wir seine Eigenschaften vergessen ( Allmacht, Allgegenwart,Allwissend)
Ich freue mich für jedes C, es steht für Stabilität, Aufrichtigkeit und Respekt.
Markus Siegenthaler, am 24. November 2019 um 21:52 Uhr
Ich bezweifle sehr, dass es besser würde, wenn in der CDU streng Religiöse den Ton angeben würden ...
Daniel Heierli, am 24. November 2019 um 22:02 Uhr
Ja,Herr Heierli, da haben sie Recht. Leider reichen Politik und Religion nicht aus um einem Staat Stabilität zu geben, auch nicht die Schweiz mit der direkten Demokratie. Einzig die Passage aus Psalm 33, Vers 12 sagt aus über die Bedingungen, dass es einem Staat gut geht.
Also liebe Erdenbürger : Wohl dem Volk dessen Gott der Herr ist.
Markus Siegenthaler, am 25. November 2019 um 10:16 Uhr
38 Milliarden mehr für die Hochrüstung in Deutschland !

Vergleiche dazu, den Stellenwert vn Klimaschutz !

"10. Mehr Geld für Klimaschutz?
Die EU will im kommenden Jahr 21 Prozent ihres Budgets für Klimaschutz ausgeben, 500 Millionen Euro mehr als im Vorjahr."

https://www.nachdenkseiten.de/?p=56628#h09
Dieter Gabriel, am 26. November 2019 um 15:11 Uhr
Herr Heierli, der Artikel soll die Heuchellei der CDU zeigen.
Ist es christlich 38 Milliarden in Hochrüstung zu stecken und die Konfrontation zu suchen ?
Oder wäre es eher christlich, zu sagen wie Willi Brandt, wir wollen ein Volk guter Nachbarn sein und auf friedliche Koexistenz setzen ?

Siehe CSU Politiker Edmond Stoiber

"Aber ich muss ja genau wie Willy Brandt mit Breschnew – was hat der alles auf dem Gewissen? -, Brandt musste mit Breschnew verhandeln, Entspannungspolitik. Und ich glaube, man sollte sich hin und wieder mal daran erinnern, dass die reine Konfrontation uns auch nicht weiter führt."

https://www.stoiber.de/russland-ist-teil-des-problems-und-teil-der-loesung-1223/


Aber ich gebe Ihnen Recht, eine streng religöse Ausrichtung, wurde in der Vergangenheit oft mißbraucht.
z.B.
"Der Irakkrieg ist von Gott gegeben !» Sarah Palin, Kandidatin für das Vizepräsidentenamt
Dieter Gabriel, am 26. November 2019 um 15:19 Uhr
Meiner Meinung nach haben Klimaziele und Bibel sehr wohl etwas miteinander zu tun. Nach der Bibel gab Gott den Menschen die Erde nicht zur Ausbeutung und Zerstörung, sondern zur Bewahrung. Zwar steht noch in der ZH-Übersetzung von 2007, dass sich der Mensch die Erde untertan machen solle. Doch nicht einmal mit dieser gefährlichen Wortwahl kann allen Ernstes gemeint sein, die Fische des Meeres um 95% zu reduzieren, die Artenvielfalt jedes Jahr um ein Tausendfaches zu verkleinern, sprich, die Schöpfung Tag für Tag umzudrehen in eine apokalyptische Vernichtung. Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie gerade Menschen, die sich als bibeltreu wähnen, so blind sein können. Oder ist es am Ende gar nicht der Mensch, sondern Gott selber, der «mit seinem kleinen Finger» die Meere mit Plastik füllt, die Inseln mit Abfall ins Gigantische wachsen lässt? Einfach absurd und ... gottlos.
Hansueli Minder, am 26. November 2019 um 15:55 Uhr

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