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Céline Amaudruz. © RTS

Die Hinterwäldler in den Redaktionen

Marco Diener /  Journalisten machen sich Sorgen um das Familienleben von Céline Amaudruz. Sie sehen sie nicht als Bundesrätin – wegen ihrer Kinder.

Kaum hat Guy Parmelin (SVP) seinen Rücktritt auf Ende Jahr bekannt gegeben, machen sich Journalisten schon Sorgen um die Familien allfälliger Nachfolgerinnen. In den Nachrichten von Radio SRF 1 wusste Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt zu berichten: «Es gibt in der SVP kaum valable Kandidatinnen und Kandidaten aus der Romandie.»

Anschliessend unterstrich er diese Feststellung mit dem Satz: «Die öfters genannte 47-jährige Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz ist Mutter von zwei Töchtern im Alter von einem und drei Jahren, womit sehr fraglich ist, ob sie sich für eine Kandidatur zur Verfügung stellen will.» Offen blieb, was die Töchter damit zu tun haben, dass Amaudruz keine valable Kandidatin sein soll. Aber die unterschwellige Botschaft war klar: Eine Frau mit kleinen Kindern wird nicht Bundesrätin.

Zwei kleine Hinweise an Philipp Burkhardt: 1. Wir schreiben das Jahr 2026. 2. Die Kinder haben auch einen Vater.

Ähnlich tönte es in den Tamedia-Zeitungen: «Kandidiert Amaudruz, dürfte in Bern einmal mehr die Diskussion über die Vereinbarkeit einer Familie mit jungen Kindern mit dem Bundesratsamt losgehen.» Westschweiz-Korrespondent Benno Tuchschmid sagte es nicht selber. Vielmehr unterstellte er den Mitgliedern des Bundesparlaments, sie würden dann diese Diskussion führen. Aber die unterschwellige Botschaft war auch da klar: Eine Frau mit kleinen Kindern wird nicht Bundesrätin.

Zwei kleine Hinweise an Benno Tuchschmid: 1. Wir schreiben das Jahr 2026. 2. Die Kinder haben auch einen Vater.

Und dann war da noch Markus Somm, Verleger und Chefredaktor des «Nebelspalters». In einen Video auf Facebook grübelt er: «Also, man muss schon sagen: Wenn Céline Amaudruz nein sagt – und das Kind – ich meine, das ist schon noch verrückt – ich meine, das ist wahnsinnig, ein kleines Kind. Also, da glaube ich jetzt, eine Frau, eine Mutter, nimmt das Amt nicht an unter diesen Bedingungen.» Die Botschaft war auch hier klar.

Zwei kleine Hinweise an Markus Somm: 1. Wir schreiben das Jahr 2026. 2. Die Kinder haben auch einen Vater.

Und allen dreien sei gesagt: Céline Amaudruz kann ganz gut selber entscheiden, ob sie für die Nachfolge von Guy Parmelin kandidieren soll. Sie weiss am besten, was für ihre Familie gut ist.


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