Der tiefe Ölpreis trifft die Mitarbeiter: Ölfeld im Irak © manager magazin

Der tiefe Ölpreis trifft die Mitarbeiter: Ölfeld im Irak

25’000 Leute gefeuert –18 Millionen $ für den Chef

Christian Müller / 26. Feb 2016 - Westliche «Werte»: Der weltweit grösste Ölfeldausrüster Schlumberger spart in der Krise ausschliesslich bei den Mitarbeitern.

Schlumberger N.V. ist das weltweit grösste Unternehmen für Erdölexplorations- und Ölfeldservice mit Sitz in Willemstad auf der niederländischen Insel Curaçao und operativen Hauptzentralen in Paris, Houston, Den Haag und London (Wikipedia). Selbst die deutsche Zeitschrift manager magazin, die nicht in Verdacht steht, eine gewerkschaftsnahe Publikation zu sein, gab ihrer Verwunderung Ausdruck:

«Ein hartes Jahr für die Firma, ein exzellentes Jahr für den Chef: Der weltgrößte Öl- und Gasfeld-Ausrüster Schlumberger erlitt in Folge des abstürzenden Ölpreises im Geschäftsjahr 2015 einen Gewinneinbruch von 41 Prozent. Der Umsatz ging um fast ein Drittel zurück, die Aktie verlor im Jahr 2015 fast 20 Prozent an Wert. 25'000 Mitarbeiter mussten gehen, damit verlor jeder fünfte Mitarbeiter des weltweit tätigen Konzerns seinen Job.

Schlumberger-Chef Paal Kibsgaard kann sich diese unerfreuliche Bilanz gelassen anschauen. Denn für ihn persönlich war 2015 ein exzellentes Jahr: Er strich für das Horrorjahr Gesamtbezüge in Höhe von 18,3 Millionen Dollar ein, nur unwesentlich weniger als im Jahr 2014 (18,5 Millionen Dollar), wie CNN Money berichtet.»

Überrascht ob solcher Ungerechtigkeit Oder gar geschockt?

Nicht doch. Was sich da abspielt, nicht zuletzt bei den ganz grossen Konzernen, den Global Players, ist nichts anderes als unser kapitalistisches, neoliberales System: Wer da hat, dem wird gegeben, und wer da nicht hat, dem wird noch genommen. So steht es schon in der Bibel (Matth. 25.29).

Und da wundern wir uns noch, wenn andersgläubige Warlords unsere «westlichen Werte» nicht besonders mögen und – unter Missbrauch der eigenen Religion – Leute um sich scharen und eigene «Systeme» zu etablieren versuchen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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Eine Meinung

"unser kapitalistisches, neoliberales System"
Ja aber mit neuen Details. In den USA kennt man die Löhne der Top 5 in grossen Unternehmen aus einer separaten Statistik. Da kann man regelmässig verfolgen, wie diese Löhne (oder eher Beuteanteile) steigen.
Am meisten legt jeweils die Nummer 1 (CEO) zu. Dann folgen genau der Reihe nach die nummern 2, 3, 4 und 5.
Diese Leute sind meisten anfangs gar nicht mit Kapital an der Firma beteiligt (das bekommen sie erst mit der Zeit erst als Boni geschenkt). Das ganze sieht also immer mehr wie eine Mafia aus, die sich selbst bedient.
MfG
Werner T. Meyer
Werner Meyer, am 26. Februar 2016 um 09:57 Uhr

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