Snowfarming: Im Wald bei Davos wird eine Loipe aus Kunstschnee gebaut © Hans Peter Jost

Snowfarming: Im Wald bei Davos wird eine Loipe aus Kunstschnee gebaut

Der Winter, den man kaufen kann

Helmut Scheben / 07. Mai 2017 - Die Schneemacher können Winter machen, die Schneesportler Winter kaufen. Doch der ökologische Preis ist hoch.

Wer an einem Sommertag der Strasse von Davos zum Flüelapass folgt, der sieht nach etwa zwei Kilometern rechter Hand einen grossen braunen Haufen im Wald. Dort liegen zwanzigtausend Kubikmeter Schnee, bedeckt mit einer dicken Schicht Sägemehl. Es ist künstlich erzeugter Schnee vom letzten Winter, eine grobkörnige Masse, in ihrer Konsistenz vergleichbar mit feuchtem Zucker. Dieser Schnee wurde mit sogenannten Schneekanonen hergestellt. Die Experten sprechen nicht von Kanonenschnee, sondern von «technischem Schnee». Vielleicht wollen sie das Wort Kanone vermeiden, weil man denken könnte, da führe jemand Krieg gegen die Natur.

Der Schnee liegt also dort als Konserve, sozusagen in einer Konservendose aus Sägemehl. Im nächsten Winter kann man die Dose aufmachen und, falls zu wenig Schnee vom Himmel fällt, den Konservenschnee mit Lastwagen in den Wald transportieren. Dort verteilen ihn die Raupenfahrzeuge und bauen so eine Langlaufloipe. Das Ganze wird als Snowfarming bezeichnet. Wer es genauer wissen will, der muss bei den Davoser Bergbahnen nachfragen. «Ohne Kunstschnee könnten wir dicht machen», heisst es dort. «Anders kann ein Skigebiet nicht mehr überleben.» Das Beschneiungssystem ist Hightech vom Feinsten. Hunderte von Schneekanonen können am Bürotisch vom Computer aus gesteuert werden.

Der Machbarkeitswahn

Technischer Schnee ist nichts anderes als das Produkt einer Technikeuphorie, die mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ihren Anfang nahm. Sie entstand aus dem Glauben, alles sei machbar, die Natur sei nicht mehr und nicht weniger als ein unbegrenzt vorhandenes, formbares und verwertbares Material. Von der ersten Dampfmaschine bis zur ersten Beschneiungsanlage zieht sich eine gerade ideologische Linie. Dass man künstlichen Schnee machen kann, wissen wir, seit es Kühlschränke und Vanilleglace gibt. Was war erwartbarer als dies: dass die Touristen eines Tages Ski fahren würden auf solcher Vanilleglace? Die Schneemacher können Winter machen, die Konsumenten Winter kaufen.

Doch der ökologische Preis ist hoch. Die Skigebiete verwandeln sich im Sommer in riesige Baustellen. Immer neue Auffangbecken müssen ausgehoben werden, um Wasserspeicher für die Schneekanonen anzulegen. Dreissigtausend Liter Wasser versprüht eine Schneedüse pro Stunde: Das entspricht dem Tagesverbrauch von rund zweihundert Personen. Wo das Reservoir nicht ausreicht, werden Bäche und Quellen angezapft – eine Gefahr für den Wasserhaushalt ganzer Talschaften. Auch der Energieaufwand ist hoch. Im Winter 2013/2014 entsprach allein die Grundbeschneiung von dreissig Zentimetern Höhe dem jährlichen Stromverbrauch von 188'000 Zwei-Personen-Haushalten.

«Erschliessung» und andere Synonyme für falschen Fortschritt

Wenn man früher in Flumserberg den Lift auf den Maschgenkamm nahm, konnte man über Tiefschneehänge traversieren zur Alp Fursch, wo Hüttenwartin Nadja Piacenza einen Cafe crème und selbst gebackenen Kuchen anbot. Dann zog man die Felle auf die Ski und stieg auf den Erdisgulmen oder den Rainissalts, gemütliche Osthänge in der Morgensonne. Im März waren sie am Morgen noch hart gefroren, und wenn man ein paar Stunden später vom Gipfel abfuhr, waren sie aufgefirnt, und das Gleiten über die schier endlosen glatten Sulzschneehänge war eine verrückt schöne Sache.

Doch diese Osthänge werden seit ein paar Jahren «erschlossen». Erschliessung ist ein Wort, in dem vielleicht noch ein wenig der Geist der Kolonialepoche weht, als kühne Pioniere ins Herz der Finsternis vorstiessen, um den Heiden den wahren Glauben zu bringen und fremde Territorien für die kapitalistische Verwertung nutzbar zu machen. Da wurden neue Lifte gebaut und Freeride-Pisten eingerichtet; die Hänge sind im Winter kreuz und quer bis in die Kammlagen von Pistenraupen zerfressen.

Sicher gibt es noch ein paar unverbaute Schneelandschaften in den Schweizer Alpen. Und dennoch: Ich frage mich heute bei jeder Skitour, wie lange sie noch möglich sein wird. Trauer ist ein pathetisch grosses Wort, vielleicht sollte ich eher von einem Gefühl der Resignation reden, das wie ein Kontrapunkt zur Freude an der Natur zu spüren ist.

Denn es gibt ja keine einfache Lösung. Vielmehr hat das Stück die Fatalität der griechischen Tragödie. Die Bergregionen wehren sich dagegen, dass eine urbane Elite eine Alpenidylle festschreiben will, die nur noch in den Köpfen existiert. Selbstverständlich kann man nicht ganze Täler unter Denkmalschutz stellen. Und selbstverständlich wollen Berggemeinden, die hauptsächlich vom Tourismus leben, sich nichts sagen lassen von Unterländern, die sie als grüne Romantiker wahrnehmen. In einem Heimatmuseum könne man kein Auskommen haben, so das Argument, ganze Talschaften drohten in Armut zu versinken, und jetzt gelte es, gopferdammi, mitzutanzen auf der Bühne der Globalisierung.

Die Schneefallgrenze steigt, der Schweizer Franken ist zu stark, und die Touristen bleiben aus. Jede Gemeinde probiert, mit Gigantismus den andern das Wasser abzugraben. Die einen bauen Hängebrücken, wo es keine braucht, die andern einen Grand Canyon Skywalk am kleinen Hausberg. Wieder andere werben mit Skitouren per Helikopter oder Autoschleuderkursen auf gefrorenen Bergseen. Oder sie planen Hoteltürme von der Grösse des Empire State Buildings im hintersten Bergdorf.

Schöner Wohnen im Gebirge

Einer dieser Abende, an denen der Nebel plötzlich aufreisst und den Blick freigibt auf die Hochgebirgslandschaft: Tief unten leuchtete der zerschrundene Bifertenfirn aus der Dunkelheit, und darüber sah man wie einen Scherenschnitt den Ostgrat des Grünhorns. Auf dem Grat die historische Grünhornhütte, die erste Hütte des Schweizer Alpen-Clubs.

Auf der gegenüberliegenden Talseite, auf der Terrasse der Fridolinshütte, nahm die Festgesellschaft ihr Glas Weisswein: Man feierte das 150-jährige Bestehen des Schweizer Alpen-Clubs. Ringsum war alles in ein rosafarbenes Licht getaucht, es war der magische Moment der Dämmerung.

Als Reporter des Schweizer Fernsehens sollten wir dort einen Beitrag für die «Tagesschau» drehen. Der Kameramann versuchte, diesen wunderbaren Übergang vom Tag zur Nacht mit einer sensiblen Kamera einzufangen. Aber man bedeutete ihm, er solle sich etwas beeilen oder lieber zuwarten, denn in wenigen Minuten werde Licht gemacht. Dann ging das Spektakel los: Wie ein Blitzschlag aus der Dunkelheit strahlten mächtige Scheinwerfer plötzlich die Grünhornhütte an. Das Glarner Wappen und andere Bilder wurden auf deren Mauern projiziert. Wir waren mit einem Mal mitten in einer Art Open-Air-Videoshow. Aus der Abendstimmung im stillen Hochgebirge hatte man uns zurückgeholt in die Welt der Leuchtreklamen, der Flachbildschirme, der Lasershows und der Skybeamer. Ein Lichtkünstler hatte mit seinem Team das tonnenschwere Material heraufbefördert.

Die nächtlichen Lichtglocken über den schnell wachsenden industriellen Ballungsräumen sind innert weniger Jahrzehnte rasant gewachsen. In einer globalisierten Welt wird die Nacht zum Tag, umso mehr wir in Symbiose mit Laptop, Tablet und Smartphone leben. In den grossen Städten ist kein Sternenhimmel mehr erkennbar; die Lichter der Büroräume gehen oft nachts nicht mehr aus. Können wir noch abschalten? Können wir den Rhythmus von Tag und Nacht, der für Menschen, Tiere und Pflanzen lebenswichtig ist, respektieren? Oder werden wir gezwungen, die Schleusen der Informations- und Reizüberflutung ständig offen zu halten?

Beunruhigend ist, dass die Grenzen zwischen der Lebenswelt des Individuums und der Medienwelt verschwimmen. Es ist die Auflösung unserer Wirklichkeit in der virtuellen Realität. Mit dem Verlust dieser Grenzen geht eine mentale Zersplitterung einher. Wir sind niemals mehr nur hier, sondern immer auch gleichzeitig an vielen anderen virtuellen Orten. Diese innere Ortlosigkeit kann zu einem andauernden tiefen Verlustgefühl gesicherter innerer Objekte führen, das heisst, zu einem Verlust des Erfahrungsschatzes, der im Leben als Orientierung dient.

Lampen auf dem Matterhorn

Man muss sich fragen, ob der Erlebnismarkt noch Grenzen kennt, oder ob der Umbau der Alpen zum Disneyland beschlossene Sache ist. Sind Tennisplätze oder Minigolfanlagen auf dem Jungfraujoch schon Normalität? Ist das Matterhorn eine Fussgängerzone oder ein living room, wo Lampen montiert werden müssen, wie es zum Jubiläum der Erstbesteigung 2015 gemacht wurde?

Die faszinierende Leistung der Freizeitindustrie ist bekanntlich nicht die wunderbare Masse der Warenproduktion, sondern ihre Fähigkeit, die Leute davon zu überzeugen, dass sie Jahr für Jahr von Neuem all diese Dinge brauchen und kaufen müssen. In den Jack-Wolfskin-Welten versprechen Kleidung, Rucksack, Pickel, Seil und das gesamte Outfit das eigentliche Erlebnis. Den Berg an sich kann man dann vernachlässigen, er ist nur noch Kulisse für die Outdoor-Mode.

Indem wir die Landschaft zum Feld unserer technischen Spiele machen, banalisieren wir sie, das heisst, wir versagen ihr den Respekt und beschädigen ihre Würde. Denn die Alpenlandschaften haben eine Würde. Sie sind Zeugen unserer Kulturgeschichte.

Die Schweiz hat im Rahmen des Heimatschutzgesetzes 162 Landschaften und Naturdenkmäler für schützenswert erklärt. Doch es zeigt sich, dass sie kaum in der Lage ist, diese Landschaften wirkungsvoll vor dem Zugriff der Erlebnisindustrie zu bewahren. Maurice Chappaz warnte schon 1976 in seinem legendären Essay prophetisch vor den «Zuhältern des ewigen Schnees».

Der verschneite Lukmanierpass mit seinen lichten Arvenwäldern ist so wenig ein Vergnügungspark für die rasenden Motorschlittenclubs, wie das Zürcher Grossmünster ein Ort ist für Spielautomaten. Und die grandiose Gletscherlandschaft Monte-Rosa-Dent-Blanche darf kein Platz sein, wo sich betuchte Konsumenten beim Heliskiing ein schnelles Tiefschneeabenteuer kaufen.

Alles auf eine Karte gesetzt

«Alles fährt Ski», sang Vico Torriani, «Ski fährt die ganze Nation». Das war in den Sechzigerjahren, als ein Wintersportboom sondergleichen die Schweizer Tourismusbranche zum Florieren brachte. Das Lauberhornrennen wurde fortan zelebriert wie eine TV-Liturgie für die Volksmassen, der alpine Skisport war sozusagen staatstragend geworden. Die Schweizerische Kreditanstalt, heute Credit Suisse, machte sich beim Volk beliebt mit einer legendären Werbeaktion, bei der achthunderttausend Skimützen verschenkt wurden. Damals wurde eine Weiche falsch gestellt. Die Bergregionen setzten alles auf eine Karte: auf die Karte Wintersport.

Heute verhält es sich mit Bergbahnen ähnlich wie mit grossen Schweizer Banken: Sie sind too big to fail. Wenn eine Bergbahn scheitert, scheitern die Hotels und der Ferienort, und das will niemand verantworten. Zwei Drittel der Bahnen haben seit 2007 mehr als den verdienten Cashflow in die Infrastruktur investieren müssen. Insgesamt eine Summe von zweieinhalb Milliarden Franken. Ein Rückzug kommt nicht infrage. Man investiert weiter, in der Hoffnung, dass die Konkurrenten in der Nachbarschaft irgendwann aufgeben und dass ein grosser Batzen für die Investitionen auch künftig von der öffentlichen Hand kommt.

Da werden Beschneiungsanlagen und neue Lifte gebaut auf Teufel komm raus. Und er wird rauskommen, der Teufel, denn dieser Wettlauf ist keine ökonomische Rationalität mehr, sondern – wie man selbst in der wirtschaftsfreundlichen «Neuen Zürcher Zeitung» lesen kann – nur noch «der Mut der Verzweiflung». Nur ein paar kleine Berggemeinden, die wenig Geld hatten – wie etwa St. Antönien im Prättigau oder Juf im Avers – konnten sich dem Wettrüsten entziehen und profitieren heute von ihrem Image als Orte der Ruhe und des sanften Tourismus.

Pistenkilometer

In meinen jüngeren Erinnerungen haftet ein albtraumartiges Bild: eine düstere Tiefgarage. Im Scheinwerferlicht der Autos würgen die einen leise fluchend ihre Füsse in die Skischuhe, andere reissen das Gerät aus dem Dachkasten, brüllen Befehle an Kinder. Alles ist nur Gedränge und Hast, um den Motorabgasen der Unterwelt zu entkommen und einen Platz in der Warteschlange vor der Gondel zu erkämpfen. Es war aber kein Albtraum, sondern die Wirklichkeit in einem Parkhaus eines Wintersportortes: Skiferien im Zeitalter von Freeride, Freiheit und Abenteuer. Jeder Gast ist schon bekannt, bevor er kommt. Er hat Anspruch auf Pistenkilometer.

Die industrielle Herstellung von Freizeitvergnügen hebt selbiges am Ende auf und verwandelt es in Frustration. Die gleichen verstopften Strassen und Parkplätze, die gleichen Fast-Food-Restaurants, der gleiche Disco-Pop, die gleichen Pistenautobahnen: Es wird alles zum Ärgernis. Wenn alle Pisten gleich sind, dann können sie sich nur noch in einem unterscheiden: in der Zahl der Pistenkilometer.

Die Tourismusdestination Flumserberg projektiert gerade ein weiteres Heidiland, eine Art Ableger vom Heidi-Dorf bei Maienfeld. Geplant sind zwei Hotels, eine Parkgarage und eine neue Gondelbahn – ein Bauvorhaben von hundert Millionen Franken. Man hofft auf zweihunderttausend zusätzliche Besucher, die dem Versprechen einer heilen Heidi-Welt folgen.

Der Film «Heidi» lag bereits Anfang 2016 – wenige Wochen nach der Lancierung – auf Rang fünf der erfolgreichsten Schweizer Streifen aller Zeiten. Heimatikonen und Hirtenmythen erblühen in der gleichen Intensität, wie Abriss und Entsorgung des Bodenständigen um sich greifen. Eine kompensatorische Gleichung. In diesem Land, in dem pro Sekunde ein Quadratmeter Grünfläche zubetoniert wird mit neuen Eigentumswohnungen, Parkplätzen oder Strassen, gehört die nostalgische Überhöhung der unverbauten bäuerlichen Kulturlandschaften zur Hitparade der Sehnsucht. Und Fahnenschwingen, Alphornblasen und Jodeln feiern Renaissance. Schellen-Ursli ist ein riesiges Aspirin gegen den Schmerz, den der Krebs der Zersiedelung verursacht. Und die oben beschriebenen Risiken und Gefahren sind nur eine Kurzfassung des Beipackzettels.

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Dieser Text stammt aus dem Fotoband «Alpen-Blicke.ch», der vor Kurzem erschienen ist:

Alpen-Blicke.ch – Heimat, Energie, Freizeit, Transit. Hans Peter Jost (Fotografie), Mario E. Broggi, Erwin Koch, Helmut Scheben und Emil Zopfi (Textbeiträge). Scheidegger & Spiess, ISBN 978-3-85881-545-3, April 2017, 304 Seiten, CHF 59.–

Bezugsquelle: Alpen-Blicke.ch

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Helmut Scheben ist Vorstandsmitglied der Alpenschutzorganisation Mountain Wilderness Schweiz.

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2 Meinungen

Leider ist es so. Und es geht weiter! In den Naturpärken ziehen Events Massen an. Bergrestaurants veranstalten Theater oder Kino, neuerdings auch das Nationalparkzentrum in Zernez. Zuschauer fahren, wenn möglich, per Auto hin und dann leicht oder stark alkoholisiert zurück. Wer zu Fuss auf dem Heimweg ist muss aufpassen.
Ein vernünftiger Gemeindeangestellte sagte kürzlich im Hinblick auf die Schaffung eines neuen Naturparks: «Der Natur geht es am besten, wenn möglichst wenig Menschen sich im Gebiet aufhalten."
Auch die heute noch einigermassen ruhigen Gebiete werden zunehmend verlärmt. Reiche Unterländer ziehen in alte Bauernhäuser, denn in der Landwirtschaftszone kann man Lärm machen; die Bauern machen ja auch Lärm. Klar, die Bergbauern heuen mit Laubbläser, Siloballenmaschinerie usw. Schon im Frühling wird geblasen, dann ist's das Laub, das in den Wald oder die Hecke gepustet werden muss. Auch der Wald muss halt mit Motorsäge genutzt werden. So ziehen die treuen Touristen weg, werden durch «Eintagesfliegen» ersetzt.
Kaum ein Wanderung ohne Auto- oder Fluglärm oder Veloverkehr, auch auf den kleinsten abschüssigen «Rehwegen».
Früher glaubte ich, die Leute hätten ein Brett vor dem Kopf, aber heute? Gier nach Geld und Event, 10'000 Höhenmeter Downhill am Tag ...
Marianne Bodenmann, am 07. Mai 2017 um 13:30 Uhr
Zum Glück kann man auf https://snow.myswitzerland.com/schneebericht/ nachschauen, ob und wieviel «technisch beschneit» wird (nur Pistenbericht) und Gebiete mit solcher Beschneiung meiden, mittlerweilen fast alle grossen. Jedoch gibt es kleine Skigebiete, die nur öffnen, wenn es Naturschnee hat.

Auf der (zur Zeit nicht aktuellen, aber als Beispiel einsehbaren) Wintersportseite der Grünen Steffisburg wird versucht, nur solche Angebote aufzulisten: http://gruene-steffisburg.ch/wintersport.html

Wer in einem schneearmen Winter nicht auf seine Kosten kommt, kann das im Sommer nachholen, dort wo auf Gletschern gefahren wird. Zwar muss man per Bahn hoch hinauf- und wieder hinunterfahren, aber Kunstschnee ist nicht nötig und die Bahnen fahren meistens ohnehin, so dass das Sommerskifahren möglicherweisen nicht so absurd ist, wie ich früher dachte, sondern vielleicht umweltfreundlicher ist als der übliche Winterski-Grössenwahn.
Theo Schmidt, am 07. Mai 2017 um 17:55 Uhr

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