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Trumps Zölle auf Goldimporte machen Gold für Private in den USA bald unerreichbar. © SRF

US-Zölle auf Goldhandel: Arme Amerikaner

Beat Kappeler /  Man kann die Einfuhr-Strafe auf physisches Edelmetall als weitere Abwertung des Dollars gegenüber Gold ansehen.

Beat Kappeler
Beat Kappeler

Seit der Bankrotterklärung Präsident Nixons 1971 (Ende des Gold-Devisen-Standards) ist der Dollar noch auf ein Prozent seines damaligen Goldwerts gesunken. Mit einem Zollzuschlag wird das Gold in Dollar für US-Bürger und -banken noch teurer, der Dollar kauft noch weniger Gold.

Falls die Administration Trump eine Linie hat, dann die Absicht, das Verbot privaten Goldbesitzes einmal mehr in die Praxis umzusetzen, ohne eigentliches Verbot. Vorderhand noch weicher als das Verbot Roosevelts 1934, damals mit Androhung harter Gefängnisstrafen und gültig bis in die 1970er Jahre.

Die Amerikaner würden dann der Möglichkeit beraubt, sich gegen die laufende Entwertung des Dollar zu wehren. Sie müssten Goldguthaben im Ausland erwerben, beispielsweise auch die Banken, etwa in der Schweiz.

NACHRAG: Doch keine Zölle auf Gold

upg. «Gold wird nicht mit Zöllen belegt» schrieb Präsident Donald Trump am 11. August auf seiner Plattform «Truth Social».

Vor vier Tagen hatte die «Financial Times» berichtet, die US-Zollbehörde «Customs Border Protection Agency» habe Zölle auch auf Goldbarren von einem Kilo und von 100 Unzen (3,11 Kilo) eingeführt. Die Schweizer Exporte von Ein-Kilo-Goldbarren in die USA tragen zum Handelsbilanzüberschuss der Schweiz mit den USA merklich bei.

Ähnlich wirken die wohl bald einsetzenden Gebühren vieler Notenbanken oder Banken für den Bezug von Noten am Schalter – auch da werten sie die Buchgeld-Guthaben (als Pseudo-Geld) ab gegenüber «hartem Geld» in Form von Noten und Sichtguthaben. Der bereits geltende «Offenbarungseid» beim Bezug grösserer Summen in Noten wirkt in die gleiche Richtung. Innerhalb der einzelnen Währungen haben wir dann zwei Kurse für «Geld».

Das sieht kein Fiskalist, aber auf die Dauer, zusammen mit dem Vertrauensverlust bei den Bürgern aus Geldschwemme und Fiskaldefiziten, wirkt das systemzerstörend. «Systemische Risiken» profunder Art, die nicht als solche erkannt werden.

Ende 1979 hat Bundesrat und Finanzminister Georges-André Chevallaz, ein Historiker, an seinem letzten Tag im Amt, dem 31. Dezember, die WUST (Warenumsatzsteuer) von 8 Prozent auf Gold eingeführt. Sein Nachfolger hat dies kurz darauf rückgängig gemacht – der Goldhandel war innert Stunden nach London geflohen.

Ainsi va le monde – inkompetente Politiker verursachen «unintended consequences».

Red. Dieser Artikel ist zuerst auf Inside Pararadeplatz erschienen.


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5 Meinungen

  • am 9.08.2025 um 12:25 Uhr
    Permalink

    Einen Aspekt muss in Bezug auf den ganzen Goldhandel imer wieder betont werden: Die Schweiz ist kein Förderland, was hier eingeschmolzen wird, ist ausländisches Gold und dieses kann man auch woanders Verarbeiten oder eben Verkaufen (Dubai dankt). Die Fördermengen 2023 (42%) waren so aufgeteilt: Volksrepublik China (375 Tonnen), Russland (313 Tonnen), Australien (296 Tonnen), Kanada (198 Tonnen) und USA (170 Tonnen). Trump handelt also auch in diesem Fall, einfach willkürlich und nutzt unsere politische Schwäche aus.

  • am 9.08.2025 um 19:12 Uhr
    Permalink

    SRF Evelyne Schlauri, Marcel Sigrist 06.08.2025, 05:40: «US-Präsident Donald Trump verspricht sich viel vom Zollhammer: Einnahmen von mehr als zwei Billionen US-Dollar in den nächsten zehn Jahren, den Ausbau der amerikanischen Produktion und damit neue Arbeitsplätze.»

    Zur Hauptzeile des Artikels: «US-Zölle auf Goldhandel: Arme Amerikaner» Könnte eine Antwort sein: US-Trump-Zölle sind eine eine indirekte Steuer. Die US-Amerikaner müssen wohl in nächsten zehn Jahren zwei Billionen Dollar aufbringen, das heisst zollverteuerte Importware kaufen, damit der Ausbau der amerikanischen Produktion finanziert werden kann und neue Arbeitsplätze entstehen können. Könnte wohl theoretisch die Möglichkeit bestehen, dass die US-Amerikaner das noch nicht gescheckt haben und aufgeklärt werden könnten von Präsident Trump.
    Gunther Kropp, Basel

  • am 10.08.2025 um 12:56 Uhr
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    Geehrter Beat Kappeler,
    statt Gold,habe ich die Weltmarktpreise für Getreide und Lebensmittel seit 1970 in Dollar betrachtet.
    In Dollar gemessen, war die Teuerung höchstens 100 bis 150 Prozent.
    In Gold gemessen, werden die Bauern also fürchterlich ausgebeutet !
    Warum zahlen wir den Schweizer Bauern nicht Erzeuger Preise, indexiert am Goldwert seit 1970.
    Zur Durchsetzung braucht es natürlich entsprechende Zollschranken !
    Aber das können wir ja bei Donald Duck lernen.
    Niemals vergessen, Herr Kappeler, die Schweizer Bauern sind Ihre treusten Verbündeten, im Kampf gegen Brüssel !

  • am 10.08.2025 um 16:14 Uhr
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    70% aller hochwertigen Präzisionsteile werden in USA auf dt. Präsisionsmaschinen gefertigt.
    Die USA haben kaum noch Fertigungskapazitaten und kompetentes Personal dafür.

    Die Produktion der APPLE-Gräte nennenswert in den nächsten Jahren in die USA zurückzuholen ist illosorisch. Inzwischen ist nicht mehr China der Hauptlieferant sondern Indien.
    UND aus welchem Land wurden gerade die Zölle drastisch erhöht ? Genau Indien.

    Letzendlich sollen die USA (US-Bürger, US-Institutionen kein Gold mehr gegen USD erwerben.
    Übrigens war der grösste Teil der jetzigen Goldbearbeitung ein Umschmelzen von Goldbarren in Kg in Goldbarren mit UNZEN-Gewicht. Das ist eigentlich in der Schweiz nur ein sogenannter «Verdelungsprozess» und nur der Aufwand für die Veredelung aus der Schweiz dürfte mit US-Zoll belegt werden.
    Insgesamt sind Waren in Lieferketten über Nationen mit verschiedenen Zollsätzen nicht korrekt zu ermitteln, höchstens mit AI.

  • am 11.08.2025 um 16:06 Uhr
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    Den ganzen Zirkus mit Goldumschmelzen, Gold exportieren, importieren, Zölle darauf erheben, MWSt. evtl darauf erheben etc. …….Kauft man Bitcoin und man ist den ganzen Goldrummel los. 😉

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