Kommentar

«Westeuropa sollte sich wieder mit Russland vereinigen»

Klaus J. Stöhlker © zvg

Klaus J. Stöhlker /  Schon de Gaulle und Churchill waren dieser Auffassung, meint PR-Spezialist, Unternehmensberater und Autor Klaus Stöhlker.

upg. Die Vorstellung, dass sich Europa mit Russland wieder versöhnt, scheint auf absehbare Zeit unvorstellbar. Deshalb ist dieser geopolitische Ansatz aus Politik und Medien verschwunden. Wir geben Klaus Stöhlker Gelegenheit, diese fast utopische Zukunftsperspektive zur Diskussion zu stellen.

Europa vom Atlantik bis zum Ural
Präsident Charles de Gaulles Vorstellung von einem Europa, das sich vom Atlantik bis zum Ural ausdehnt. 1966 trat de Gaulle aus der militärischen (integrierten) Struktur der Nato aus und blieb nur bei der politischen Allianz. Der Abzug der französischen Streitkräfte aus dem Nato-Kommando erfolgte zum 1. Juli 1966, gefolgt bis April 1967 vom Räumen der Nato-Stützpunkte in Frankreich mit ihren rund 30’000 Nato-Soldaten. Erst Präsident Nicolas Sarkozy trat der militärischen Nato wieder bei. Doch dauerhafte Stützpunkte für Nato-Truppen oder Nato-Kommandozentralen gibt es in Frankreich bis heute keine.

Wenn es um viel, sogar um alles und um die Zukunft geht, dürfen unsere militärischen Strategen in Bern und Berlin die Welt auch einmal auf den Kopf stellen. Umso mehr, als die Schweiz schon lange als Trittbrettfahrer in Europa und ebenso lange als Trittbrettfahrer in den USA gilt.

Jede Aufrüstung wird teuer, der Krieg noch vielfach teurer, wenn wir die Folgen der beiden Waffengänge in der Ukraine und in Gaza beurteilen wollen. Mit einem Prozent des Bruttoinlandprodukts, also 8 bis 9 Milliarden Franken im Jahr, werden wir für die Aufrüstung der Schweizer Armee kaum davonkommen.

Die Nato ist nicht nur hirntot, wie es der französische Präsident Emmanuel Macron unlängst formulierte. Sie ist sogar ganz tot, denn die bisher zahlungsbereiten US-Amerikaner wollen nicht mehr mitmachen, und die EU sucht erst den Weg zu einer europäischen Ersatz-Nato, die keine Nato mehr sein soll.

Weil die Amerikaner wissen, dass wir kaum moderne Waffen haben, bieten sie ihre Arsenale an, gegen Cash natürlich und mit elektronischer Sperre aus dem deutschen US-Hauptquartier Ramstein in der Pfalz oder direkt aus Washington D.C.

Was tun, fragt sich der Mensch.

Wenn es möglich war, dass West- und Ostdeutschland sich 1990 wieder vereinigten, was Michail Gorbatschow wie Helmut Kohl zu verdanken ist, dann sollte es doch möglich sein, dass sich Westeuropa wieder mit Russland vereinigt.

Wenn nicht heute, dann morgen.

Russland mit seiner Hauptstadt Moskau bis hin zum Ural galt immer als europäisch. Die beiden grössten europäischen Heerführer des 20. Jahrhunderts, Charles de Gaulle und Sir Winston Churchill, waren beide dieser Auffassung.

Nur der deutsche CDU-Bundeskanzler Konrad Adenauer setzte die Westbindung durch, womit Westeuropa vom kulturell und an Rohstoffen reichen Russland abgeschnitten wurde.

Die russischen Zaren mögen nicht die nettesten Herrscher gewesen sein, aber die preussischen, französischen und Habsburger Kaiser und Könige waren auch keine Wohltäter für ihre Völker. Katharina die Grosse, russische Imperatorin, die ihren jungen Ehemann umbringen liess, war eine Deutsche, aber sie machte aus dem „alten Rus“ ein Weltreich, ganz wie die aus Hannover stammenden Battenbergs, die als englische Mountbatten das Weltreich Grossbritannien regierten.

In über drei Jahrhunderten war Europa ein Weltreich, die USA eine entfernte Kolonie, mit dem Töten von 20 Millionen Indianern, den Indigenen, beschäftigt.

Die wirtschaftlich aufblühenden USA und das sich in Kriegen zerstörende Europa der jungen Demokratien, die meist keine waren, haben zum heutigen Zustand geführt, wo Europa um sein Überleben kämpft und die USA seit 100 Jahren alles tun, um ein einiges Gross-Europa mit 600 Millionen Einwohnern zu verhindern.

Die Schweiz hat sich in krisenhaften Zeiten stets an ihre Nachbarvölker angelehnt, ohne aber auf ihre Neutralität zu verzichten. Das hiesige Volk eroberte sich früh demokratische Rechte, die mit Sicherheit der Grund dafür sind, dass es die Schweiz in Europa heute noch als unabhängigen Staat gibt.

Wenn wir, Europäer und Schweizer, Wladimir Putin verteufeln, tun wir nur den Amerikanern einen Gefallen. Diese werden, wie Donald Trump es versucht, uns portionenweise auseinandernehmen und sich dabei bereichern.

Wollen wir das?

Wenn die Schweiz jetzt aufrüstet, wird es ein langer, schwieriger Prozess. Was dies für die Bürger bedeutet, hat soeben Kanzler Merz, der sich in einer ähnlichen Lage befindet, seinen Landsleuten erklärt.

Danach wird der deutsche Sozialstaat skelettiert. Steuersenkungen für die Wohlhabenden und reichen Deutschen. Kahlschlag bei den Sozialleistungen für den Mittelstand und die Armen. Jeder zahlt seinen Zahnarzt aus der eigenen Tasche, wie bei uns in der Schweiz, weshalb viele nach Ungarn und Portugal fliehen, um dort ihre Zähne richten zu lassen. Die Arbeitszeit wird verlängert, das Arbeitslosengeld gekürzt.

Dies alles aus einem Grund: Deutschland, die stärkste Wirtschaft in Westeuropa, muss aufrüsten, um nicht unterzugehen. Sagen mindestens die Amerikaner.

Was jetzt beim nördlichen Nachbarn abläuft, wird auch die Schweiz erreichen. Schon sagt VBS-Chef Martin Pfister: «Natürlich werden die 30 Milliarden Franken in zehn Jahren (ab 2028) nicht reichen»

Woher er die besten Kader und Rekruten für den Aufzug der neuen Schweizer Armee nehmen will, bleibt vorläufig ein Rätsel. Mindestens fehlen sie den Unternehmen in der freien und liberalen Schweizer Marktwirtschaft.

Oder soll KI, die Künstliche Intelligenz, die Führung übernehmen?

Europa braucht die Amerikaner, die Schweiz die Europäer – und möglicherweise auch die Amerikaner für ihre Verteidigung.

Weil dies schwierig wird, plädiere ich für den neuen «Grossen Europäischen Frieden» vom Atlantik bis an den Ural. Der US-Botschafterin in Bern, Callista Gingrich, wird diese Botschaft nicht gefallen, aber wir ersparen uns viel Ärger, wie unseren Kindern und Enkeln auch.

In Deutschland wird der Jahrgang 2008 derzeit militärisch erfasst; das ist keine gute Nachricht für unsere noch chillende und sich dem Konsum hingebende Generation Z.

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf Inside Paradeplatz.


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Der Umgang mit Putins Russland

Russland zwischen Europa, USA und China. Berechtigte Kritik und viele Vorurteile.

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26 Meinungen

  • am 5.02.2026 um 09:57 Uhr
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    Bei diesen Grossreich Phantasien von Herrn Stöhlker bleibt etwas unscharf ob er sich nun mit Russland oder mit Putin vereinigen will. Sollte es sich wirklich um einen Schulterschluss mit Putin handeln welcher ihm vorschwebt, dann frage ich mich wieso ihm Info-Sperber hier Platz einräumt.
    Es scheint mir doch auf einer sehr billigen Analyse der Zeitgeschehnisse zu basieren. Jedenfalls könnte man Wetten abschliessen wie lange Info-Sperber in der jetzigen Form wohl existieren würde unter Putins Medienregeln. Oder kämen dann die Beiträge direkt von ihm?

    • am 5.02.2026 um 21:22 Uhr
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      Das ist ja gerade das Qualitätsmerkmal von Infosperber, dass hier Denker wie Klaus J. Stöhlker vorkommen.

  • am 5.02.2026 um 12:06 Uhr
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    Wikipedia Konferenz: «Stalin forderte für die Sowjetunion zusätzliche Sicherheiten. Die besetzten Länder von Italien über die Tschechoslowakei bis zum Baltikum und praktisch der ganze Balkan sollten einen Sicherheitsring von Satellitenstaaten um die Sowjetunion bilden. »

    planet wissen Gregor Delvaux de Fenffe: «Die Konferenz von Teheran Der englische Premier und der russische Diktator legen hier, im November 1943, den Grundstein für eine der großen humanitären Katastrophen des 20. Jahrhunderts: die gewaltsame Vertreibung von Millionen Polen und Deutschen am Ende des Zweiten Weltkriegs.»

    NDR 06.02.2024 16:30: Bis 1837 regieren die Könige aus dem Haus Hannover in Großbritannien.

    Herr Stölker: Mr. Churchill hat dem Kriegsverbrecher Stalin Osteuropa überlassen, war wohl auch eine Vereinigung. Die Rolle Churchills sollte präziser beurteilt werden. Die Hannoveraner regierten Grossbritannien. Die Battenbergs waren Hessen so wie der Prinzgemahl der Queen.
    Gunther Kropp, Basel

  • am 5.02.2026 um 12:30 Uhr
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    Milliarden für den Krieg und wieviel für den Frieden?

  • am 5.02.2026 um 14:11 Uhr
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    Westen hat Russland (Heartland) Drei Mal angegriffen (umgekehrt hat Russland nie den Westen angegriffen). Nun Vierter und finaler Angriffskrieg.
    Die ideale Einladung Russlands zum «Gemeinsamen Haus von Lissabon bis Wladiwostok» liessen sich die Europäer – suizidalerweise, wie ich diagnostiziere – ausreden von den USA, von denen sie unterwandert wurden. Vergleiche: Grönland; Kanada; «Verhängnisvolle Freundschaft – Wie die USA Europa eroberten» Dr. iur. Wolfgang Bittner -, so dass wir Schlagzeilen lesen wie «Die USA ziehen der EU erneut den Teppich unter den Füßen weg» Die EU wird zunehmend abhängig von US-Energie (5.2.2026). Frankfurter Rundschau (5.2.2026) – «Die EU strebt nach digitaler Souveränität. Die Abhängigkeit von US-Technologien wird zunehmend als Risiko gesehen».
    USA (Oberbefehl) sind (!) NATO (Underdogs, Souveränität abgetreten), lassen Europa nicht aus den Klauen: Militärbasen/Schlachtfeld. Dass USA Rückzug aus Nato, glauben nur Blinde.
    Friedensengel Olof Palme, ermordet.

    • am 6.02.2026 um 15:29 Uhr
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      Russland stellt sich gerne als «Opfer» dar, hat aber auch im Westen immer wieder machpolitisch aktiv mitgemischt: vor dem Russlandfeldzug Napoleons, war Russland Teil der Allianz gegen Frankreich (Feldzug von Suworow auch in der damaligen Schweiz Ende 18. jh., dann Finnland 1939/40, Annektion von Ostpolen 1939, Niederschlagung der Unabhängigkeitsbewegungen in Ungarn 1956 und Prag 1968 und nun versuchte Auslöschung der Ukraine als selbständigen Staat und üble, hybride Kriegsführung gegen den Westen.

  • am 5.02.2026 um 15:11 Uhr
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    Ich stimme dem Verfasser grundsätzlich zu und mache folgende Anmerkung :
    1.Es gab und gibt in Deutschland sehr viele Menschen, die diese Grundgedanken teilen – auch wenn sie in den Medien verteufelt werden.Das festzustellen ist wichtig, weil sonst ALLE DEutschen als politische Analphabeten dastünden.
    2.Die verhängnisvolle Entscheidung Adenauers darf nicht in Vergessenheit geraten.
    3.Die Beurteilung de Gaulles ist -vermutlich – richtig. ABER: Churchill als Befürworter einer europäischen Union vom Atlantik bis zum Ural darf man nur behaupten, wenn man ergänzt » unter der Nebenbedingung eines Regimewechsels in der UdSSR «. Denn wohl kaum jemand war ein so radikaler (um nicht zu sagen fanatischer) Kommunismus-Hasser wie Churchill. NUR : die politische Aufgabe Europas ist aber aktuell die Konstruktion eine Allianz mit den Systemen wie sie nun mal sind , also MIT Putin. Ob Churchill DAS HEUTE befürwortet hätte muß dahingestellt bleiben.

  • am 5.02.2026 um 15:36 Uhr
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    Ihre Vorschläge kommen etwas zur unpassenden Zeit, Herr Stöhlker: Russland führt einen brutalen Krieg gegen die ukrainische Zivilbevölkerung, bombardiert Wohngebiete, Spitäler, Schulen, vor allem die Versorgungsinfrastruktur – mit Vorliebe immer dann, wenn wieder Friedensverhandlungen anstehen. Und statt sich Utopien hinzugeben, sollten Sie lieber etwas Geographie und Geschichte konsultieren: Zwischen Westeuropa und Russland liegt noch der eine und andere Staat und alle diese Länder haben in Ihrer Geschichte bis in die neuste Zeit bittere Erfahrungen gemacht mit russischem Dominanzstreben und werden sich kaum für die von Ihnen skizzierte eurasische Union begeistern können.
    Ulrich Schlaginhaufen (Kollbrunn)

    • am 6.02.2026 um 04:27 Uhr
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      zit.(«…und werden sich kaum für die von Ihnen skizzierte eurasische Union begeistern können….») – JA, und statt dessen lieber auf Schlachtfeldern krepieren. Mein Gott, Sie müssen doch nicht das herunterleiern, was wir täglich sehen. Es geht darum, wie wir aus dieser Tragödie herauskommen und deren Fortsetzung verhindern.Man kann sich auf diesem kleinen Planeten seine Nachbarn nicht aussuchen – so unsympatisch sie einem auch sein mögen. UND: Sympatie ist auch eine sehr subjektive Modalität, bei der immer die Frage besteht: wer hat was VERURSACHT. Der Begriff «eurasische Union» ist außerdem zu wenig definiert um ihn gleich zu diskreditieren. Ich würde lieber von «Allianz statt Konfrontation» sprechen – und Ihr empfohlener Blick auf die Landkarte allein zeigt doch schon, was logisch ist. Ich hätte nichts dagegen, ein Bündnis mit einem tausende Kilometer entfernten Partner zu erwägen – wenn der DER Friedensengel wäre für den er sich ausgibt. Die Realität ist aber völlig anders.

  • am 5.02.2026 um 17:44 Uhr
    Permalink

    Ich rate dem alt-PR-Spezialisten und Unternehmensberater: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Als Experte für Geostrategie hat Stöhlker keinen Namen, und nach Lektüre dieses Textes weiss man auch, warum.

    • am 6.02.2026 um 12:15 Uhr
      Permalink

      >(«…Daniel Heierli, Zürich am 5.02.2026 um 17:44 Uhr
      Wahrlich, Ihr Kommentar ist ein demokratisches highlight. «Schuster bleib bei deinen Leisten» . Soll sagen: ein Unternehmensberater soll sich lieber von Geostrategie fernhalten. Ich nehme an, Herr Stöhlker ist im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte , also wahlberechtigt. Zu diesem Behuf MUSS er sich politische Urteile bilden , also auch in der diskutierten Materie. Hat er getan und hier publiziert. Recht so. Nach Ihrer Definition dürfte ich mich zu (fast) gar nichts äußern, Aber ich will fair sein: das Problem der Sachkunde bei politischen Urteilen besteht. Letztlich der Hintergrund des Dreiklassen-Wahlrechts in Preußen – und Bismarck hat das immer umgetrieben.ABER : selbst Bismarck hat nicht verkannt, daß das andere System – Demokratie – nicht aufzuhalten war. ERGO : Bürger Stöhlker, bilde dir deine Meinung und tu sie uns kund! Heierlie aber auch.

  • am 5.02.2026 um 19:34 Uhr
    Permalink

    Für uns, die wir mit Hans-Dietrich Genscher und Egon Bahr, und deren unvergleichlichen außenpolitischen Erfolgen groß geworden sind, erscheint diese Versöhnung absolut vorstellbar.

  • am 6.02.2026 um 01:53 Uhr
    Permalink

    Ich bin mit dem Autor einverstanden. Der Ukrainekrieg ist bekannterweise ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland. Europa, als Vassale der USA, hat sich hineinziehen lassen und mehrmals ins eigene Bein geschossen: viel teurere Energiekosten, die die europäische Wirtschaft massiv schwächen, durch das Abstellen aller diplomatischen Beziehungen mit Russland ist Europa zum Zuschauen verdammt und weltweit wird es belächelt, mit dem bösen Erwachen, dass «Daddy» Europa nicht liebt, gerät die EU in Kriegspanik. Das gefällt «Daddy», denn er kann Europa wie eine grosse Milchkuh für seine Waffenverkäufe melken. Die EU könnte Schwierigkeiten haben, sich Russland wieder anzunähern, denn die Ostländer, für die Kaja Kallas spricht, leiden unter einer enormen Russophobie. Ich glaube auch nicht, dass die dt. Frau Von der Leyen dazu zu bewegen ist!
    Und die Schweiz? Sie rennt den USA und der EU nach, unfähig, selbständig anders zu entscheiden!

    • am 6.02.2026 um 12:17 Uhr
      Permalink

      Und die gestörten Zollerhöhungen von Trump tragen noch mehr dazu bei. Ist das eine Verschwörungstehorie oder nicht ? : Putin greift die Ukraine an, Trump erhöht die Zölle. Damit wird die EU von 2 Seiten massiv gestört. Absicht ? Planung ?

    • am 6.02.2026 um 13:21 Uhr
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      Versöhnung und schliesslich Friede ist nur möglich, wenn man unvoreingenommen auf das Gegenüber zugeht – auch auf Klaus Stöhlker.

      Habe das Buch von Wolfgang Bittner gelesen und teile seine Ansicht über die Absichten der USA. Dann habe ich mitverfolgt, wie Klaus von Dohnanyi mit seinen Friedens-Vorschlägen von den Machthaberinnen in Europa nicht verstanden worden ist. Diesem weisen und fürsichtigen Mann kann man vorbehaltlos vertrauen und er darf ihn nicht mundtot machen.
      Der Deutschen Wirtschaft geht es nicht sonderlich gut. Ausser dem Rüstungskonzern Rheinmetall.
      Diese Beobachtung sagt sehr viel aus. Es gibt nur noch wenige Stimmen, welche vor dem Rüstungswahnsinn warnen. Selbst die neutrale Schweiz springt auf diesen Zug ins Verderben auf.

      Jeder Tote, jede Verletzte und jedes zerstörte Haus ist den Preis nicht wert, den die betroffenen meist unschuldigen Leute zahlen.
      Es ist höchste Zeit, dass die Landes-Väter und -Mütter auf einander zu gehen und für Frieden sorgen.

  • am 6.02.2026 um 06:16 Uhr
    Permalink

    Ist und wäre schon lange notwendig. Zumal Russland dafür in der Geschichte einige Male Hand geboten hat. Weiss man noch, dass es spätestens seit dem WK II erklärtes und primäres Ziel der US Aussenpolitik ist, ebendies zu verhindern weil es deren Hegemonie gefährden würde, umso mehr.

    Auch wenn sich dies einige kommentierende immer noch nicht eingestehen wollen: die USA haben in der Welt sehr viele Kriege angezettelt. Immer aus reinem Eigennutz. Der selbsternannten Weltpolizei und dem erstarkten China mit seinen Ambitionen einen dritten Pol gegenüberzustellen wäre das einzig logische und für unsere Welt und unsere Nachfahren die Beste Entscheidung. Dualität endet nur in einem neuen Wettrüsten welches wir alle nicht überleben werden weil die USA ein Interesse daran haben, dass sich Europa und Russland aneinander zerreiben.

    Nicht ganz klar sind mir Stöhlkers Aussagen zu Churchill. Er war ein erklärter Feind Russlands. Im Artikel selbst wird dazu dann auch keine Aussage gemacht.

  • am 6.02.2026 um 08:20 Uhr
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    Herr Stölkers Artikel ist zwar geschichtlich etwas unscharf, geht aber in die richtige Richtung. Vor der Verschlechterung der Beziehungen ab 2014 gab es sehr viele Wirtschaftsprojekte die für Ost und West gedeihlich waren, besonders in der Landwirtschaft, Maschinen- und Fahrzeugbau hatte Russland enormen Aufholbedarf, der dank westlicher Kooperation gestillt wurde. Putin sorgte im Inland für Rechtssicherheit und investitionsfreundliche Politik. Das jetzige Vakuum füllen China und Indien aus; oft zum Nachteil Russlands, da deren Produkte nicht immer die gleiche Qualität haben. Fragen wir die Geschäftsleute auf beiden Seiten, so will niemand Sanktionen oder Isolation; sie sind für beide Seiten verderblich. Könnten wir Bismarck, Brandt oder Kohl fragen, so würden sie die gleiche Antwort geben. Früher hätte anhand einer Krim oder einer Intervention zugunsten einer mehrheitlich russischsprachigen Bevölkerung niemals so ein Konflikt entzündet.

  • am 6.02.2026 um 11:24 Uhr
    Permalink

    Eines ist seit Jahrzehnten absolut klar : Die USA torpedierten und torpedieren jegliches Zusammengehen Russland / Resteuropa.

  • am 6.02.2026 um 14:25 Uhr
    Permalink

    Klaus J. Stöhlker ist bekannt, dass er unbequeme Fragen stellen kann oder Ansichten hat. Bei einem Apérovortrag am Finanzsymposium in Interlaken habe ich ihm vor Jahrzehnten geantwortet: «Ein Panzer kann zur Beruhigung beitragen! Seine Präsenz kann ausreichen, um bei einem Tumult vom Pöbel Zurückhaltung zu üben»! Die Leute lachten und der Leiter meinte, dass dies ein guter Schlusssatz ist und eröffnete das Apéro.Später, im Zusammenhang mit seinem ersten Blog bevor er in Insideparadeplatz mitwirkte, diskutierten wir noch einmal darüber. Eigentlich waren wir gleicher Meinung, was Krieg und unsere Zukunft anbelangt. Mit dem Beitrag von Klaus bin ich ganz einverstanden und hoffe, dass er Recht bekommen möge.

  • am 6.02.2026 um 15:17 Uhr
    Permalink

    Fragen Sie die Menschen in der Ukraine, auch die russischsprachigen Ukrainer zB in Charkiv, ob sie all die unsäglichen Kriegsopfer nur erbringen um für Donald Trump einen Stellvertreterkrieg zu führen, dem Trump, der die Ukraine am liebsten in einem Deal seinem Bro Putin opfern möchte? Oder ist es nicht vielmehr deshalb weil sie aus historischer Erfahrung alles unternnehmen, um sich nicht mehr demPutin’schem Imperialismus zu unterwerfen?
    Es wäre sicher wünschenswert zusammen mit Russland ein friedliches Europa zu gestalten, aber auf welcher Basis soll das funktionieren, wenn Russland seine Nachbarn nicht als selbständige Staaten respektiert? Und da gibt es einige Beispiele: Finnlandkrieg 1939/40, Ungarn 1956, Prag 1968, Tschetschenienkrieg, Krieg gegen Georgien, der aktuelle Krieg gegen die Ukraine, der hybride Krieg gegen den Westen (Sabotage Unterseekabel, Energieanlagen in Polen), etc…. Russland war und ist nicht immer nur das Opfer, sondern auch Aggressor!

    • am 7.02.2026 um 05:48 Uhr
      Permalink

      @Thomas Oberhänsli – In Ihren zwei Beiträgen hier listen Sie quasi eine Kollektion von Westen-PRopaganda gegen Russland. Ich könnte das nun eines nach dem anderen widerlegen (vieles bereits in früheren Kommentaren aufgeklärt).
      Selbstverständlich sehe ich Heartland (Russland und China) als Opfer, heute mehr denn je. Denn ich finde, darauf arbeiten die USA seit jeher bzw. «seit dem Genozid gegen die Ureinwohner Nordamerikas» hin, zwecks «Absolutierung» ihres Anti-Koexistenz-Anspruchs auf unserer Welt.

    • am 7.02.2026 um 10:18 Uhr
      Permalink

      zit.(«….auf welcher Basis…») Zunächst muß eine Formel gefunden werden, die es den Beteiligten erlaubt, einen Rückzug von den bisherigen Konfrontationslinien durchzuführen. Mit gegenseitiger Schuldaufrechnung wird es keinen Fortschritt geben.
      D.h. die Beteiligten bescheinigen sich gegenseitig «ein berechtigtes (nationales bzw europäisches) Interesse verfolgt zu haben». Sodann muß eine für alle verträgliche Formel gefunden werden, mit der der jeweilige Rückzug plausibel gemacht werden kann ohne daß das Argumentationsgebäude der Vergangenheit zusammenstürzt – aber dennoch relativiert werden kann : » Neu hinzugekommene äußere Faktoren würde die Verwirklichung nur mit zu großen und weiteren Opfern versucht werden können.» Wenn auf diese Weise ein kriegsferner status quo erreicht werden würde, könnten Fragen des gegenseitigen Interessensausgleichs in Angriff genommen werden. Das werden vor allem Fragen der wirtschaftlichen Vernunft in dem neuen riesigen Wirtschftsraum sein.

  • am 6.02.2026 um 17:10 Uhr
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    Ach herrjeh, wie langweilig das alles. Warum soll Amerika-Kritik Russland oder besser Putin Freunschaft legitimieren? Der Feind meines Feindes ist mein Freund?? Ehrlich jetzt?
    Das ist doch Schulhoflogik der Primarstufe und auf seine Art genauso Kriegsrhetorik.
    Aber ja, Pazifismus ist keine einfache Sache und hat ganz sicher nichts mit Sympathie für Putins Politik zu tun!

  • am 6.02.2026 um 21:24 Uhr
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    Eckpunkte zur Beendigung des Ukrainekriegs sind die Gebietsabtretungen (Donbas und Krim) und die Sicherheitsgarantien. Die Ukraine braucht diese Sicherheitsgarantien – aber nicht von den USA oder den EU-Staaten, sondern von Russland. Sie hätte diese noch 2010 haben können in Gestalt der von Putin vorgeschlagenen «Wirtschaftszone von Lissabon bis Wladiwostok» – gewiss nicht unter Ausschluss der Ukraine. 2017 hielt Trump I die Nato für obsolet, 2019 erklärte Macron sie für hirntot. Damals hat die europäische Politik entscheidend versagt. Denn mit der Rohstoff- und Atommacht Russland an Bord wäre Europa auf Augenhöhe mit den USA und China gekommen. Es gab keinen Adenauer (der 1955 nach Moskau fuhr und 10.000 Kriegsgefangene heimholte) und keinen Kohl (der 1990 aus dem Kaukasus gleich die ganze DDR mitbrachte, übrigens gegen den erbitterten Widerstand von Frankreich und UK, die der «Wiedervereinigung» erst zustimmten, als die USA ihr «Go» gaben).

    • am 7.02.2026 um 10:01 Uhr
      Permalink

      Sorry, Sicherheitsgarantien von Russland? Die hat die Ukraine ja schon. Man sieht seit vier Jahren, wieviel so etwas wert ist!

  • am 7.02.2026 um 05:20 Uhr
    Permalink

    Schweizer Jurist, dessen Format, Wissen, mich begeistert:
    «Peter Hänseler: Deutschland ist eine Kolonie der Amerikaner»
    interviewt von Patrik Baab (auf Youtube).

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