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Indiens Aussenminister S.M. Krishna © PD

Verwechselte Manuskripte vor der Uno

upg /  Drei Minuten lang merkte Indiens Aussenminister nicht, dass er im Sicherheitsrat die Rede seines portugiesischen Amtskollegen las.

Über die Weltpolitik entscheidet kaum mehr der Uno-Sicherheitsrat, sondern die ohne Vertrag zusammen kommenden G-20, G-8 oder G-2 Länder.
Symptomatisch dafür ist eine kleine Panne Mitte Februar. Indiens Aussenminister S.M. Krishna erwischte vor dem Uno-Sicherheitsrat das falsche englische Manuskript, ohne es zu merken. So erklärte er: «Ganz persönlich erlaube ich mir, meine tiefe Befriedigung darüber auszudrücken, dass ein glücklicher Zufall es will, dass heute gleich zwei Mitglieder des Sicherheitsrats aus zwei Ländern stammen, nämlich Brasilien und Portugal, in denen portugiesisch gesprochen wird.» Selbst nach diesem Satz merkte Indiens Aussenminister immer noch nicht, dass er die Rede seines portugiesischen Amtskollegen vorlas. Nach drei Minuten schliesslich machte ihn ein indischer Uno-Beamter darauf aufmerksam, zog das richtige Manuskript hervor und sagte «Fangen Sie nochmals an».
Nach der Sitzung des Sicherheitsrats meint Krishna, dass eben viele Reden ähnlich anfangen und er deshalb nicht hellhörig geworden sein.
Wer soll da diesen Reden noch zuhören? Offensichtlich hatte Krishna selber auch nicht zugehört, als der portugiesische Aussenminister genau diese Rede schon vor ihm gehalten hatte.


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