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Saudische Sicherheitskräfte bei einer Parade © Flickr

Briten bildeten saudische Scharfschützen aus

Christof Moser /  Saudische Soldaten, die den Volksaufstand in Bahrain niedergeschlagen haben, wurden von britischen Militärs ausgebildet.

Von wegen «tiefe Betroffenheit» des Westens über die Niederschlagung des Volksaufstands im Inselstaat Bahrain: Die saudische Armee, die im März den Aufstand blutig beendet hat, konnte sich nicht nur auf Schweizer Schützenpanzer verlassen, sondern auch auf ein Schiesstraining durch britische Militärs. Dies deckte letzten Sonntag die britische Zeitung «The Observer» auf.

20 Trainingsteams pro Jahr

Britische Militärangehörige haben laut der Zeitung für die saudische Nationalgarde regelmässig Scharfschützen trainiert. Überdies habe es Kurse zu «Waffen, Kampfstrategien und allgemeinen militärischen Fähigkeiten» gegeben.

»The Observer» berief sich in seinem Bericht auf Dokumente aus dem Verteidigungsministerium in London. Bis zu 20 Trainingsteams seien pro Jahr auf Kosten der Königsfamilie nach Saudi-Arabien entstandt worden. Dabei seien auch Massnahmen zur «Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung» trainiert worden.

Panzer aus der Schweiz

Bahrain-Herrscher König Hamad bin Issa al-Chalifa hatte im März die Demonstrationen gegen seine Herrschaft brutal niederschlagen lassen. Dabei waren auch 1200 Soldaten der Nationalgarde des Nachbarlandes Saudi-Arabien und anderen Staaten des Golf-Kooperationsrates im Einsatz gewesen. Dass die Saudis dabei auch Schweizer Piranha-Panzer der Firma Mowag einsetzten, musste das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) Ende März nach einem Bericht der Zeitung «Der Sonntag» bestätigen.

Neben Grossbritannien und der Schweiz muss sich auch Deutschland Fragen gefallen lassen. Laut einem Bericht des ARD-Magazins «Fakt» haben 25 deutsche Bundespolizisten in Saudi-Arabien Schulungen gegeben. Die Beamten hätten dabei die Saudis nicht nur in der Grenzsicherung unterwiesen, sondern auch für den Einsatz gegen Demonstranten. Der Einsatz steht nach Angaben des Magazins im Zusammenhang mit dem Bau einer Grenzanlage in Saudi-Arabien durch den Rüstungskonzern EADS, der die Polizisten auch honoriere.

»Schutz der Infrastruktur»

In Sachen Scharfschützentraining durch die Briten musste am Wochenende der britische Verteidigungsminister Liam Fox Stellung beziehen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die saudische Nationalgarde bei den Aufständen in Bahrain «für irgendetwas anderes eingesetzt wurde als zum Schutz der Infrastruktur». Saudi-Arabien sei zudem ein «bedeutender Partner im Kampf gegen den Terrorismus».


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

keine

Zum Infosperber-Dossier:

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Saudiarabien: Mächtiger Terrorstaat

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