Sperberauge

Die Sache mit den Frauen

Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autorskeine ©

Robert Ruoff /  Männer beherrschen immer noch die Chefetage bei den grösseren Deutschschweizer Zeitungen. Mit einer Ausnahme.

Manchmal, wenn man die Pendenzen durchstöbert, stösst man auf kleine Informationen, die grössere Aufmerksamkeit verdienen. Zum Beispiel die Umfrage von Edith Hollenstein und Corinne Bauer über den Anteil der Frauen in der obersten Führungsetage.

Nicht nachgefragt haben die beiden Frauen beim «Blick». Die Blick-Gruppe ist die bemerkenswerte Ausnahme, denn: «Blick» und «Sonntagsblick» sind bekanntlich mit Andrea Bleicher und Christine Mayer (bald) in Frauenhand, auch wenn darüber mit Rolf Cavalli als Vorsitzender der Chefredaktoren der Blick-Gruppe noch ein übergreifender männlicher Chef thronen wird.

Wieder geweckt wurde das Interesse an der Frauenquote von dem neu gesetzten Ziel von 30 Prozent Frauen beim «Tages-Anzeiger» – 30 Prozent in der Redaktion wohlgemerkt, nicht auf der Chefetage. Dort qualifiziert sich der Nachholbedarf irgendwo zwischen unübersehbar und peinlich.

Aber Bauer und Hollenstein haben ihren Blick auf die Führungsebene gerichtet, mit Nachfragen bei den Chefredaktoren von «Weltwoche», «Basler Zeitung», «Aargauer Zeitung», «Neue Zürcher Zeitung», «Neue Luzerner Zeitung» und «Südostschweiz».

Fasst man die Führungsebene so grosszügig wie das Befragungsteam, so bewegt sich der Anteil der Frauen mit Führungsaufgaben zwischen 8,3 Prozent («Südostschweiz» und «Tages-Anzeiger» – die Mühe der Linksliberalen mit den Führungsfrauen?!) und 25 Prozent bei der «Weltwoche» (Chapeau!). Beim Gesamtbestand der Redaktion liegt die WeWo allerdings zusammen mit der «Basler Zeitung» am Ende der Rangliste der Befragten, mit 19,4 beziehungsweise 20, 4 Prozent (Kaktus!).

Betrachtet man die oberste Führungsebene allein, gilt nach wie vor die Aussage von David Sieber, Chefredaktor der «Südostschweiz»: «Die ist ganz in Männerhand.»

Na dann.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

keine

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.



Die Redaktion schliesst den Meinungsaustausch automatisch nach zehn Tagen oder hat ihn für diesen Artikel gar nicht ermöglicht.

Die Schlagzeilen der täglich drei neusten Artikel erhalten Sie nach Wunsch täglich oder wöchentlich.

Vielen Dank, dass Sie unseren Newsletter abonnieren!

Der Bestätigungslink ist nicht mehr gültig.