Der Wolf war «wohl» ein Hund

Kurt Marti © Christian Schnur

Kurt Marti /  Im Wallis wurden acht Rinder in den Abgrund getrieben. Vielleicht war der Täter gar ein Wolf im Hunde-Pelz.

Am 23. Oktober 2019 titelte der Walliser Boten (WB): «Grossraubtiere: Bauer Andreas Schwery verliert beim Wolf langsam die Geduld: ‘Dann muss ich zur Waffe greifen…’»

Nach dem Lesen des Artikels war der WB-Leserschaft eines klar: Es war der Wolf, der eine Woche zuvor acht Rinder von Bauer Schwery zu Tode gehetzt hatte. Auch wenn es im Artikel sicherheitshalber auch noch hiess: «Ob ein Wolf die Tiere in den Abgrund gejagt hat, bleibt vorerst unklar.»

Zwei Wochen später schaffte die DNA-Analyse der Universität Lausanne Klarheit: Es war ein Hund. Darauf titelte der Schweizer Bauer: «Hund treibt Rinder in den Tod.» Und das Bieler Tagblatt: «Hund hetzt Kühe in den Tod.»

Etwas anders tönte der Walliser Boten mit dem Titel: «Täter war wohl ein Hund»

Zudem hiess es im WB-Text: Die Resultate der vor Ort entnommenen Proben «scheinen die Vermutung, dass ein Wolf die Rinder in den Abgrund gejagt hat, nicht zu bestätigen».

Trotz der wissenschaftlichen Analysen bleibt also – dank den beiden Wörtchen «wohl» und «scheinbar» – die Tür noch einen Spaltbreit für die Täterschaft des Wolfs offen. Möglicherweise war es gar ein Wolf im Hunde-Pelz.

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