Sperberauge

Biozide raus aus Kosmetik-Podukten!

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Red. /  Ein weltweites Verbot des Biozids Triclosan fordern 206 Wissenschaftler aus 29 Ländern. Das BAG will nichts davon wissen.

Das problematische Biozid Triclosan soll weltweit nur noch in medizinischen Spezialanwendungen zugelassen werden. Dies verlangen 206 WissenschaftlerInnen, Ärztinnen und medizinische Fachpersonen aus 29 Ländern in einem Aufruf, den die Wissenschaftszeitschrift «Environmental Health Perspectives» am 20. Juni veröffentlicht hat.
Dem Beispiel der EU folgend hat die Schweiz ­Triclosan seit Anfang 2017 in Desinfektionsmitteln wie antibakteriellen Reinigungsmitteln, Seifen oder Abfallbeuteln endlich verboten. Doch in Kosmetika wie auch in Zahnpasta bleibt die heikle ­Substanz erlaubt.

Triclosan in dieser Colgate-Zahnpasta. Bild: AefU
Triclosan steht im Verdacht, Hormone zu beeinflussen und krebserregend zu sein. Zudem soll der Stoff Spermien, Leber und Muskeln schädigen, sich im Körper anreichern und Antibio­tikaresistenzen auslösen können. Fast überall auf der Erde werden Spuren von Triclosan in der Muttermilch nachgewiesen. Daher ist es gesundheitlich problematisch.
Die neun Gesundheitsorganisationen* AefU, ÄGU, ARTAC, ASEF, DAAB, ÖAB, mus, SERA und WECF aus vier europäischen Ländern unterstützen einen internationalen Aufruf und fordern ein Verbot des gefährlichen Triclosan.

«Für den Konsumenten hat Triclosan in Kosmetika keinen unmittelbaren Nutzen. In dieser Konzentration wirkt es nicht desinfizierend auf der Haut», sagt Hanns Moshammer von den ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt (ÄGU) in Österreich. «Dennoch kann es die nützliche Hautflora stören», ergänzt sein österreichischer Kollege Professor Hans-Peter Hutter von Medizin und Umweltschutz (mus).
Triclosan birgt ein Gesundheitsrisiko, für das die Hersteller nicht haften: «Die Substanz steht beispielsweise im Verdacht, Brustkrebs auszulösen, Spermien zu schädigen, die Leber und die Muskeln anzugreifen sowie Resistenzen gegen Antibiotika zu begünstigen. Zudem reizt die Substanz die Haut», erklärt Peter Kälin, Präsident der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) in der Schweiz. «Triclosan ist zudem ein bekannter Allergieauslöser», ergänzt Silvia Pleschka vom Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB).
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* Folgende Organisationen fordern ein weltweites Verbot des Biozids Triclosan:

  • Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt (ÄGU, Österreich),
  • Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU, Schweiz),
  • Medizin und Umweltschutz (mus, Österreich),
  • Green Science Policy Institute (USA),
  • Ökologischer Ärztebund Deutschland (ÖAB),
  • Association pour la Recherche Thérapeutique Anti-Cancéreuse (ARTAC, Frankreich),
  • Association Santé Environnement France (ASEF, Frankreich),
  • Association Santé Environnement Rhône-Alpes (SERA, Frankreich),
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) sowie
  • Women Engage for a Common Future Frankreich (WECF).

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