Keine Züge in Mainz, dafür in Dubai

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Red. / 12. Aug 2013 - Die Deutsche Bahn AG muss Züge von Mainz wegen Personalmangels fern halten. Das Geld gibt sie in der Wüste aus.

Etliche Züge können einen wichtigen regionalen Verkehrsknotenpunkt, die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz, nach 20 Uhr nicht mehr anfahren. Der Konzern der Deutschen Bahn AG (DB) erzielte letztes Jahr einen operativen Gewinn von 2,7 Milliarden Euro.

Mit einem Grossteil dieses Geldes und Krediten weitet der deutsche Bahnkonzern seine Aktivitäten in den Diktaturen der Arabischen Halbinsel aus. Nach eigenen Angaben wird die DB ab Oktober den Betrieb einer Transportstrecke in den Vereinigten Arabischen Emiraten (Dubai, Abu Dhabi) organisieren. Zugrunde liege eine «Strategische Partnerschaft», welche die DB mit «Etihad Rail» aus den Emiraten geschlossen hat.

In Qatar will die DB eine Eisenbahn-Akademie errichten, um dort das Personal für den Zugbetrieb auszubilden.

In Saudi-Arabien beteiligt sich die DB am Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von Mekka nach Medina; auch war sie beim Bau einer Hochbahn für die Frauen-Universität in Riad involviert, die aus Gründen der saudischen Geschlechtertrennung fahrerlos funktionieren muss.

Die Geschäfte mit den Golfdiktaturen dienen dem erklärten Ziel der DB, «das weltweit führende Mobilitäts- und Logistikunternehmen» zu werden. In Deutschland indessen drückt die DB auf die Sparbremse.

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Dieser Beitrag erschien auf Germen-Foreign-Policy.com.

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Eine Meinung

Leider geben die Firmen, Geschäfte, wie die Politik das Geld lieber im Ausland aus, als im eigenen Land zu investieren. Ich denke in Dubei kann die DB mehr raus holen und zusätzlich noch experimentieren in der Hochgeschwindigkeit und ohne Lokführer, wie auch ohne grossen Bürokram von jedem bisschen extra Bewilligungen einholen müssen. Für das bauen sie doch lieber in ihrem eigenen Land ab und bringen dafür die Diskriminierung der arabischen Frauen auf den neusten, modernsten Stand um später dann hier bei uns in Europa und dann weltweit Löhne zu sparen wenn es dann klappt ohne Lokführer.
Doris Dreier, am 12. August 2013 um 22:40 Uhr

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