Muss das sein?

Christian Müller © aw
Christian Müller / 31. Okt 2017 - In Jaffa in Israel gibt die Bar Anna Loulou Frauen, die gerade ihre «Tage» haben, 25 Prozent Rabatt: BLOODY HOUR

Die Welt lebt von neuen Ideen. Nicht zuletzt in der Werbung, im Marketing. Ob alle neuen Ideen auch gute Ideen sind?

Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet in ihrer englischsprachigen Ausgabe vom 28. Oktober 2017 über eine bekannte Bar in Jaffa, die von Frauen betrieben wird. Die Headline:

'Bloody Hour': Menstruating Will Get You 25% Off Your Bill at an Israeli Bar (Blutige Stunde: Frauen, die gerade ihre Menstruation haben, erhalten 25 Prozent Preisermässigung.)

Einfach nur ein blöder Gag?

Nein! Eine der beiden Frauen, die diese Idee lanciert und zu verantworten haben, wörtlich: «Since we come from that world, happy hour is an appropriate means for raising awareness,» she says. «We want women to say, ‘Hey, I’m on my period,’ and for it to have a deeper and broader resonance, for it to be legitimate for women to talk about it. When it comes to men, I think these evenings will begin to normalize the situation­ – yes, women menstruate, and [men] should also ask questions and gather information about the subject. It’s not only girl talk.»

(Oder zu deutsch in Kürze: Es soll über dieses Thema – die Menstruation – geredet werden, auch mit Männern, es darf nicht nur ein Geschwätz unter den Girls bleiben.)

Eine gute Idee?

Die Männer mögen dazu schweigen. Es ist an den Frauen, die neue Idee zu begrüssen oder abzulehnen.

(Zu weiteren Aktionen der Bar Anna Loulou in Jaffa, hier anklicken.)

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Bloody Hour in Jaffa
Werbung für die Bar Anna Loulou: Bloody Hour

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2 Meinungen

Na und? Ich muss mich ja nicht 'outen', wenn ich die Bar betrete, wenn mir das peinlich ist. Meine Güte - dieser Artikel hätte jetzt auch nicht sein müssen.
Cornelia Benz, am 31. Oktober 2017 um 13:31 Uhr
Wart mal. Frauen werden also belohnt, nicht für eine Leistung, sondern nur für einen natürlichen, körperlichen Vorgang. Es werden nicht gleichzeitig etwa die Begleitungen dieser Dame auch belohnt. Man hätte die Regel (pun intended) ja auch so machen können: Männliche Begleitung bekommt 25% Rabatt von Damen, die sich outen. Das würde in der Bar direkt für das sorgen, was die Damen vorgeben tun zu wollen. Und mal ehrlich: in den meisten Fällen würde ein Mann die 25% Rabatt ja nicht einheimsen und die Begleiterin an seiner Seite leer ausgehen lassen, oder? Um die ethische Seite solch narzisstischer Ideen klar heraus zu schälen, versuche ich solche Ansätze manchmal so sachlich als möglich umzudrehen und von der anderen Richtung zu betrachten. Was würde das Volk zu einer Bar sagen, die Männern 25% geben würde, die sich outen und sagen: ja, ich habe beim pissen nicht gestanden, sondern mich auf die Brille gesetzt. Selbstverständlich ohne das beweisen zu müssen. Mit dem einen kleinen Unterschied: dieses Vorgehen könnte man schon knapp als Leistung bezeichnen (auch wenn man es als Selbstverständlichkeit annehmen dürfte) während man einen Rabatt für Blue Balls (über das dürfte man auch mal öfter reden) nicht als Leistung bezeichnen könnte. (Und Damen: wer von euch jetzt «blue balls» nachschauen gehen muss: schämt euch!!)
Caio Gutzwiller, am 02. November 2017 um 11:56 Uhr

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