No-Billag: Sprachenvielfalt à la SGV

Christian Müller © aw
Christian Müller / 09. Jan 2018 - Der Schweizerische Gewerbeverband kennt auf seiner eigenen Website nur zwei Sprachen: Das Vorbild für die SRG?

Der Schweizerische Gewerbeverband SGV, der seine landesweite Anti-SRG-Politik weiterführt und mit grossem Aufwand seine Unterstützung der No-Billag-Initiative angekündigt hat, zeigt auf seiner eigenen Informationsplattform, wes Geistes Kind er ist: Der Bürger, die Bürgerin, die dort Informationen suchen, können zwischen Deutsch und Französisch wählen. Und Italienisch? Nix da! Wäre wohl zu teuer, alle Texte auch in die dritte Landessprache zu übersetzen, obwohl der Tessiner Gewerbeverband Camera di Commercio Cantone Ticino selbstverständlich Mitglied des Schweizerischen Gewerbeverbandes ist. Aber was sind denn schon die Tessiner – ein Kanton, mit nur 350'000 Einwohnern?

Das ist genau das Modell, das mit einem Ja zur No-Billag-Initiative und damit zur definitiven Zerstörung der SRG durch den Gewerbeverband unter Hans-Ulrich Bigler angepeilt wird: Sprachliche und kulturelle Minderheiten sind bedeutungslos und dürfen vernachlässigt und übergangen werden.

Es ist sehr zu hoffen, dass sich der Tessiner Gewerbeverband von der Abstimmungsempfehlung des Schweizer Gewerbeverbandes klar und deutlich distanziert!

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine Interessenkollisionen. Informationen zum Autor siehe unter Wikipedia.

Weiterführende Informationen

Es ist Zeit, für die SRG auf die Strasse zu gehen (auf Infosperber)
Nach No-Billag kann die SRG nicht «langsam» neu gestaltet werden (auf Infosperber)
Filippo Lombardi sagt NEIN zu No-Billag (Video auf AZ online)

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6 Meinungen

Nicht nur in der Frage der Landessprachen ist der Gewerbeverband schwach. Er scheint auch sonst nichts vom Nutzen einer gesamtschweizerisch in vier Sprachen aktiven SRG zu halten. Stattdess
eingeschalteter Kampfmodus, aber der Plan B von Hans-Ulrich Bigler funktioniert nicht. Er ist ein verzweifelter Versuch, nachträglich den Kampf des Gewerbeverbandes gegen die SRG zu legitimieren und die Folgen zu verharmlosen. Gut möglich, dass sich zeigt, dass die Mehrzahl der Mitglieder, die ja keine Gebühren zahlen müssten, weiterhin ein funktionierendes gesamtschweizerisches Fernsehen samt aufgestelltem Radio wollen. Jedenfalls, sind die Vorstösse von Hans-Ulrich Bigler unrealistisch und beispielsweise in der Subventionsfrage mit dem Initiativtext nicht vereinbar: „Er (der Bund) subventioniert keine Radio- und Fernsehstationen.“ Es ist schlicht unmöglich mit diesem Initiativtext die SRG nur ein Bisschen zu zerstören.
Martin A. Liechti
Martin A. Liechti, am 10. Januar 2018 um 17:37 Uhr
Nimmt mich ja wunder welche Gebühren die Gewerbler dem Gewerbeverband entrichten müssen damit der Herr Bigler ihre Interessen so überzeugend vertreten kann.
Wer mehr Werbung und weniger Inhalt auf den Bildschirmen will muss diese unsägliche Initiative unbedingt annehmen!
René Werner, am 11. Januar 2018 um 00:28 Uhr
Dass in nationalen Angelegenheiten Italienisch vergessen wird ist eher die Regel als die Ausnahme. Italienisch ist auf dem Papier aber nicht in der Tat eine Landessprache.

Noch eine Bemerkung: Italienisch wird in der Schweiz nicht nur im Kanton Tessin sondern auch in Teilen des Kantons Graubünden gesprochen. Das scheint nördlich der Alpen noch nicht bekannt zu sein.
PIerluigi Ballabeni, am 11. Januar 2018 um 10:48 Uhr
Aber Danke für diesen Beitrag. Ich habe ihn geschätzt.
PIerluigi Ballabeni, am 11. Januar 2018 um 10:51 Uhr
Echte Sprachenvielfalt im Service Public: Mit Ladina Heimgartner, Vizedirektorin der SRG meldet sich jetzt endlich eine sympathische Insiderin mit profundem Kenntnissen und kompetentem Leistungsausweis, natürlich fliessend viersprachig. Wenn wir No-Billag bachab schicken haben wir mit solchen Persönlichkeiten die Chance, die SRG zu reformieren und trotzdem gesamtschweizerisch bis ins Val Sinistra, Obergoms, Val d'Anniviers und Centovalli einen guten Service Public zu behalten. Nutzen wir die Chance mit einem kräftigen Nein zu No-Billag und vergessen wir den untaugliche Plan B Ideen des Herrn Bigler.
Martin A. Liechti, Maur
Martin A. Liechti, am 11. Januar 2018 um 14:24 Uhr
Keine Geld mehr für den Gewerbeverband
Seit 40 Jahren bin ich als Apotheker ein kleiner Gewerbetreibender, der jährlich unfreiwillig dem Gewerbeverband einen Beitrag zahlen muss, nur weil mein Berufsverband bei diesem Mitglied ist. Das heisst ich bezahle jährlich einen Mitgliederbeitrag an eine unnütze Organisation, die noch nie etwas für mich gemacht hat und die in Abstimmungen immer meine Meinung bekämpft. Ich bezahle also etwas, was ich nicht brauche, ein Hauptargument der No-Billag Initiative.
Dass die Verantwortlichen des Gewerbeverbandes nun mit unserem Geld die SRG begraben wollen, ist ein Skandal!!! Ich werde mich deshalb in Zukunft überall dafür einsetzen, dass die einzelnen Unternehmen von dieser abgabelastigen Mitgliedspflicht entbunden werden. Mit ein bisschen unternehmerischen Innovationsgeist werden sich die Herren des GV sicher eine andere Finanzierungsquelle für ihren Verband einfallen lassen oder dann müssen sie eben wie alle andern eingehen, weil die unsichtbare Hand des Marktes keinen Platz mehr für einen Gewerbeverband sieht.

Silvio Ballinari, Apotheker
Silvio Ballinari, am 11. Januar 2018 um 15:23 Uhr

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