Weltwoche-Chef Roger Köppel bei Sandra Maischberger © ard

Weltwoche-Chef Roger Köppel bei Sandra Maischberger

Roger Köppel und die «Alternative für Deutschland»

Heinz Moser / 31. Jan 2016 - Der Weltwoche-Chef profiliert sich bei der ARD-Talkshow «Maischberger» als Beistand für die Vorsitzende der rechten AfD

Die rechte «Alternative für Deutschland» (AfD) ist der aufsteigende Stern am deutschen Polithimmel, der durch die Flüchtlingskrise Auftrieb erhalten hat. Eine illustre Talkrunde bei Sandra Maischberger ging letzte Woche der Frage nach: «Führt die AfD Deutschland nach rechts?» Eingeladen waren neben der Chefin der AfD, Frauke Petry, der SPD-Vize Ralf Stegner, der Publizist Jakob Augstein, AfD-Aussteiger Hans-Olaf Henkel und unser Schweizer «AfD-Sympathisant Roger Köppel», wie ihn der «Spiegel»nannte.

Unbehaglich wirkt es für schweizerische Augen schon, wenn ein SVP-Nationalrat so eng mit einer Partei in Zusammenhang gebracht wird, welche vom ehemaligen Parteigründer Hans-Olaf-Henkel in der rechtsradikalen Ecke und als «eine NPD im Schafspelz» geortet wird.

Köppel gibt sich wortkarg

Erstaunlich war es zudem, dass der sonst meist in deutschen TV-Talkshows wortgewaltige Köppel lange schwieg und wenig sagte. Das verwunderte die deutschen Kommentatoren der Sendung. So meint die «Süddeutsche Zeitung», dass der Schweizer Roger Köppel im Vergleich zur AfD Vorsitzenden Petry fast blass gewirkt habe. Seine Hauptfunktion: «Er stand Petry über lange Strecken kopfnickend zur Seite.»

Es war ein seltsames Paar: Da eine penetrant lächelnde Frauke Petry, an der jede Kritik abprallte («es sind nur Einzelfälle», «wir haben ein breites Spektrum von Leuten») – und gleich daneben der smarte, aber wortkarge Weltwoche-Chef Roger Köppel. Der Kommentator des «Spiegels» meint dazu süffisant: «Ansonsten gefiel sich der gleichfalls lächelnde, talkshowerprobte Schweizer sichtlich in der Rolle des um der Petry Heil Besorgten, der den Deutschen endlich mal erklärt, was es mit der AfD und der SVP und überhaupt mit Rechts tatsächlich auf sich hat.»

Der Spiegel findet denn auch, dass Petry und Köppel die Frage, wie rechts die AfD sei, verharmlosen: «Nach Ansicht von Petry und Köppel ist sie das natürlich überhaupt nicht, weil ja schließlich irgendwer die Probleme beim Namen nennen müsse - notfalls auch mit rassismusverdächtigen Zeitungscovern.»

Köppels Irrtum

Köppel sieht die AfD als Opfer linker Polemik und versprüht Sympathie mit dem politischen Schmuddelkind. Mit diesem Tenor wird er schon auf der Website der ARD eingeführt: «’Als Deutscher würde ich eine Partei wie die AfD begrüssen’, sagt der Chefredakteur des Schweizer Magazins ‘Weltwoche’ und sieht in deren Erfolg ‘eine heilsame Retourkutsche der Demokratie’. Immer weniger Menschen seien bereit, ‘sich die Anmaßungen ihrer Führungsschichten gefallen zu lassen’».

Der rechtskonservative Hans-Olaf Henkel, ehemals im Vorstand der AfD, bezweifelt dagegen, ob man diese Partei «begrüssen» sollte. Für ihn hat sich die AfD in den letzten Monaten dramatisch nach rechts bewegt. Einspieler brachten Beispiele dafür: Etwa jenes des AfD-Kreisvorstands René Augusti, der sich auf Facebook für die Wiedereinführung der Todesstrafe einsetzt - damit die politische Führung in Deutschland an die Wand gestellt werden könne. Unappetitlich und krude sind auch die vom Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke vorgetragenen Thesen zu den «unterschiedlichen Reproduktionsstrategien» in Europa und Afrika. In Afrika soll eine «r-Strategie» vorherrschen, welche auf eine möglichst hohe Wachstumsrate abzielt. Dabei macht er einen direkten Bezug zur Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik: Solange Deutschland diese Menschen bereitwillig aufnimmt. werde sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern.

Gegen die vor allem vom SPD-Vize Stegner und dem Publizisten Jakob Augstein orchestrierte Gefahr von rechts war von Roger Köppel nur zu hören: «Das ist eine gefährliche Strategie, die Sie hier fahren. Leute wie Sie, die Konservative in die rechte Ecke stellen, schüren den Rechtsextremismus. In der Schweiz brennen keine Asylheime.» Dem widersprach unverzüglich die Moderatorin Maischberger, die sich offensichtlich auf eine solche Diskussion vorbereitet hatte. Auch in der Schweiz gebe es durchaus Fälle, wo Asylheime angezündet worden sind – auch wenn das Ausmass viel geringer als in Deutschland sei.

Zum Schluss wird es «schweizerisch»

So langsam war Köppel aufgewacht – vor allem als ihn Moderatorin Maischberger in einem Einspieler mit «Weltwoche»-Covern konfrontierte, welche Karikaturen von Ausländern mit verzerrten Augen, Baseballschläger und Schlagringen zeigen. Jakob Augstein kommentiert: «Das ist ein Stürmer-Cover!» Es wirkt angesichts der brennenden Flüchtlingsheime in Deutschland zynisch, wenn Köppel kontert: «Ich habe dieses Cover hervorragend gefunden. Es geht um kriminelle Ausländer, das ist ein riesiges Problem. Es ist Aufgabe der Medien, diese Missstände aufzugreifen.» Mit hetzerischen Karikaturen will Köppel Randale verhindern: «Weil wir diese Missstände ansprechen, haben wir eben in der Schweiz nicht solche rechte Randale auf der Straße.» Wer kann das noch verstehen?

Doch für das Thema des Abends – der Rolle der AfD in Deutschland – war der Ausflug ins helvetische Nachbarland kein Gewinn – auch nicht als Augstein das SVP-Inserat «Kosovaren schlitzen Schweizer auf» in die Runde zeigte. In der chaotischen Diskussion zur AfD auch noch schweizerische Probleme mit der SVP ins Spiel zu bringen, überforderte Talker und Zuschauer total. Der unwirsche und genervte Kommentar im Berliner «Tagespiegel»: Die Sendung sei zum Schluss in der Schweiz angelangt, die im Rahmen einer Europa-Rundschau zu rechtspopulistischen Parteien einen Ehrenplatz bei Maischberger bekommen habe. Der rote Faden der Talk-Veranstaltung sei dort dagegen endgültig verloren gegangen.

Die Argumente bleiben auf der Strecke

So führte die Talk-Sendung zur AfD ins Chaos pur . Die eloquente Vorsitzende Petry war nicht zu bremsen. Augstein dazu: «Sie quatschen hier alle an die Wand». Das verleitete die Kontrahenten Steger und Augstein, mit gleicher Münze zurückzuschlagen («Sie sind einfach nicht dran»), so dass die Sendung im Wortschwall der Anklagen und Gegenanklagen unterzugehen drohte, bis man kein Wort mehr verstand.

Besser machte es am nächsten Tag die Runde bei Maybritt Illner im ZDF, um der Argumentation von Bundessprecher Jörg Meuthen von der AfD die Spitze zu nehmen. Die grüne Politikerin Claudia Roth zitierte darin Markus Frohnmaier, Landesvorsitzender der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative, der öffentlich zu den Vorfällen in Köln gemeint hatte: «Eigentlich schade, dass man die Roth nicht gleich mitvergewaltigt hat.» Meuthen versuchte sich herauszuwinden: So etwas gebe es doch mit Verlaub auch bei anderen Parteien. Da ging Thomas Strobl, CDU-Vize, der Hut hoch: «Sowas gibt es bei demokratischen Parteien nicht. Belegen Sie das bitte.» Anstatt zu AfD-Positionen wild gegenzuquatschen, wurden bei Maybritt Illner immer wieder Präzisierungen und Belege eingefordert. Meuthen sah da bald alt aus; aber ob sich die Vorsitzende Petry ebenso leicht aus dem Konzept hätte bringen lassen?

Köppel im Abseits

Auch aus Schweizer Sicht war der Maischberger-Talk kein Highlight. Wenn ein SVP-Nationalrat und meinungsbildender Publizist wie Köppel «aus der Sicht eines Deutschen» eine Partei begrüsst, in die sich ein rechter Bodensatz eingenistet hat, ist dies kurzsichtig. Wo bleibt die «heilsame Retourkutsche der Demokratie» wenn sich zehn rechtspopulistische Prozente der Bevölkerung anmassen, «das Volk» zu sein. Der Demokratie dürfte es auch nicht helfen, wenn die AfD-Spitze gegenüber rassistischen und rechtsextremen Mitgliedern herumeiert, anstatt sich von diesen klar zu distanzieren.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

17 Meinungen

Ich staune, wie der Köppel, u.a. ein Göring-Bewunderer, in deutschen Medien immer wieder eine Plattform erhält, wo er seine abstrusen Ideen verbreiten kann. Dass jetzt aber auch noch seine Kollegin Frau «Dr.» (sie hat diesen Titel vorgetäuscht) Yvette Estermann von der gleichen Rechtspartei SVP in der «Welt am Sonntag» in den Himmel gelobt wird, das begreife ich nun wirklich nicht mehr. Müssen wir uns Schweizer von einer ehemaligen Slovakin sagen lassen, was echt Schweizerich ist? Und das noch ausgerechnet über deutsche Medien?
Willi Müller, am 31. Januar 2016 um 15:53 Uhr
Dass man einige Exponenten der AfD nicht mögen muss, ist nachvollziehbar. Dass die AfD aber eine wichtige Position bekommen hat und diese noch weiter ausbauen wird, ist der Sturheit und dem Unvermögen der «Mitteparteien» zu verdanken. Statt sich der Diskussion zu stellen, reagieren SPD-Vize Stegner und der linke Cüpli-Sozi, Publizist Jakob Augstein, wie ertappte Sünder. Die SPD, CDU und die Grünen müssen doch begriffen haben, dass ihre Merkel-Willkommenspolitik gescheitert ist und sie das Land in seine tiefste Krise seit der Gründung der BRD führten. Dass straffällige, illegale Einwanderer von der Polizei mit Samthandschuhen angefasst werden und gleichzeitig unbescholtene Bürger von der gleichen Polizei hinterhältig geblitzt und auf den Stundenkilometer genau bestraft werden, zeugt von der Kluft, welche sich innerhalb eines Jahres zwischen der Basis und der Führung aufgetan hat.
Wenn man in obigem Artikel über deutsche Talk-Sendungen auch noch den «Spiegel» zitieren muss, zeugt das von wenig ausgewogener Berichterstattung.
Und als Moderatorin Maischberger bewusst sagte, dass in der Schweiz letztes Jahr zwölf Flüchtlingsheime brannten, war die Richtung der Sendung nicht mehr zu ändern.
Herr Köppel hat meines Erachtens nichts Falsches gesagt; er hat Frau Petry richtigerweise unterstützt, wo Unterstützung am Platz war.
Jedenfalls werden sich Politikerinnen wie Angela Merkel und Claudia Roth warm anziehen müssen. Dem Volk gehen langsam die Augen auf. Europa wundert sich.
Renato Stiefenhofer, am 01. Februar 2016 um 01:21 Uhr
An Herrn Willi Müller, betr. Posting vom 31. Januar 2016 um 15:53 Uhr:
Sehen Sie, Herr Müller, genau Ihre Art von Diskussionsbeitrag schafft weder Licht ins Dunkel, noch führt es zu neuen Erkenntnissen. Ihre beschämende und gleichzeitig banale Suggestivfrage betreffend der «ehemaligen Slowakin» Yvette Estermann führt genau so ins Leere, wie ihre hilflose Beschreibung der SVP als «Rechtspartei». Es wird Ihnen nicht gelingen, dem Volk die SVP als AfD oder gar Pegida zu verkaufen. Das Volk mag möglicherweise etwas überfordert sein mit der Art und Weise wie heute unsere Direkte Demokratie von einigen wenigen Politikern missbraucht wird; dumm ist das Volk aber keineswegs. In Ihrem kurzen Statement glaube ich ein gerüttet Mass an Frustration zu erkennen. Warum nicht diese Energie bündeln und dadurch die Probleme sachgerecht und zielführend zu Ende diskutieren? Das ist zwar anstrengend und erfordert viel Lesen, Nachdenken und Vergleichen; aber es führt aus der Krise. Alles andere ist billige Provokation ohne Nachhaltigkeit. Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.
PS: Ich möchte Sie auch wissen lassen, dass ich nie einer Partei angehört habe und dies auch künftig so halten möchte.
Renato Stiefenhofer, am 01. Februar 2016 um 04:58 Uhr
Wer glaubt, hier eine Lanze für die AfD brechen zu müssen, stellt bestenfalls noch seine Dummheit unter den Scheffel, wofür er ja eigentlich nichts kann

http://www.tagesschau.de/inland/afd-reaktion-101.html

übrigens, was ist das Volk? Die 20%, die für die anderen 80% entscheiden? Zum Volk gehören alle, die in unserem Land eine definitive Bleibe gefunden haben.
Peter Beutler, am 01. Februar 2016 um 15:41 Uhr
Mal ganz persönlich: es tut schon sehr weh zu sehen / zu lesen, wie Roger Köppel die «Weltwoche» umdreht: einst war das ein liberales Blatt (da war ich für zehn Jahre Auslandchef, für zwei Jahre auch Mitglied der Chefredaktion), dann wurde die «Weltwoche» zum SVP-Sprachrohr. Und jetzt führt Köppel die Zeitung in die enge Nähe der deutschen AfD.
Klar, man soll die alten Zeiten nicht verherrlichen, alle Publikationen unterliegen dem Zeitgeist und den ökonomischen Zwängen. Aber muss ein klassischer Titel wie die «Weltwoche» wirklich zum Steigbügelhalter von Rechtsextremen verkommen? Als Alt-Redaktor finde ich diese Entwicklung erschreckend.
Erich Gysling
Redaktor «Weltwoche» von 1972 bis 1982.
Erich Gysling, am 01. Februar 2016 um 17:01 Uhr
@ Peter Beutler, schreibt am 01. Februar 2016 um 15:41 Uhr an mich persönlich:
"Wer glaubt, hier eine Lanze für die AfD brechen zu müssen, stellt bestenfalls noch seine Dummheit unter den Scheffel, wofür er ja eigentlich nichts kann.»

Herr Peter Beutler, ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, glaube aber nichtsdestotrotz, dass ihrem profanen Votum der in diesem Forum gelebte Respekt abhanden gekommen ist. Sehen Sie, Herr Peter Beutler, mit Ihrer herabsetzenden Art der Kommunikation reihen Sie sich nahtlos an den Stil des Herrn Willy Müller (ganz oben bei den Meinungen) ein.

Es liegt nun beileibe nicht an mir, Ihnen Empfehlungen oder Ratschläge über eine sachgerechte, faire oder gar zielführende Diskussion zu erteilen; da komme ich wohl um Jahrzehnte zu spät. Ich darf Sie aber bitten, inskünftig beleidigende oder unnötig herabsetzende Beiträge zu unterlassen und sich an die Regeln dieses Forums zu halten. Danke.
Renato Stiefenhofer, am 02. Februar 2016 um 05:30 Uhr
Die Leithammel der AfD haben neben anderen Ungeheuerlichkeiten einen Schiessbefehl gegen Flüchtlinge, ausdrücklich auch gegen Kinder, ins Auge gefasst. Wer eine solche Seilschaft unterstützt, den kann man mit dem besten Willen nicht weiter herabsetzen. Die AfD ist eine politische Sekte, die an die niedersten Instinkte appelliert. Eine Vereinigung mit wahrhaft krimineller Energie. Gäbe es in Deutschland eine Antirassisnorm, kämen ihre Drahtzieher vor den Richter. Vielleicht sollte man hierzulande diesen Verfassungsartikel ernster nehmen und einige unserer unsäglichen Hassprediger, Roger Köppel zähle ich auch dazu, zur Verantwortung ziehen. Vollends unerträglich finde ich, wenn solche Leute, die nichts unterlassen, Andersdenkende zu verunglimpfen, sich zartbesaitet geben und für die eigene Person Respekt einfordern.
Peter Beutler, am 02. Februar 2016 um 08:44 Uhr
Herr Beutler, ich gebe auf. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und ein sorgloses Leben.
Renato Stiefenhofer, am 02. Februar 2016 um 14:40 Uhr
An Herrn Stiefenhofer: das finde ich aber schade, dass Sie diese Diskussion aufgeben. Ihre Belehrungen an alle Teilnehmer waren echt unterhaltsam, ich werde sie in Zukunft missen. Sie haben in dieser Gesprächsrunde offensichtlich keinen einzigen Gesprächspartner gefunden, der Sie, Herrn Köppel und Frau Petry und deren gruselige Partei unterstützt. Sind Sie deswegen etwa frustriert? Und geben so schnell auf? Wie diese Partei und ihre Frau Petry tickt, kann man übrigens in einem aktuellen, sehr zu empfehlenden Artikel im «Cicero» nachlesen: „Es geht nicht darum, jemanden zu erschießen“, von Christoph Seils, 2. Februar 2016.
Dasselbe Gedankengut vertritt heute leider auch die «Weltwoche», ich erinnere an den Artikel von Köppel über Göring, den Henker des Dritten Reiches. (Dieses Zeitungsabo habe ich nach vielen, vielen Jahren bei der Übernahme durch Köppel gekündigt).
Willi Müller, am 02. Februar 2016 um 18:03 Uhr
Eine Diskussion würde ich gewiss nicht aufgeben, Herr Willi Müller. Nur; eine solche hat hier leider nie stattgefunden. Sehen Sie, Herren Willi Müller und Peter Beutler, die Art Ihrer Beiträge erinnert sehr stark an die damalige rechtsextreme Diskussionskultur; nur eben mit dem Deckmäntelchen des linken Gutmenschen-Fingerzeigs. Das macht Sie beide natürlich noch nicht zu Linksextremen. Die Rhetorik hingegen ist entlarvend.
Nun ist es an Ihnen, mir zu beweisen, wo ich hier in meinen Beiträgen irgendwelche «Seilschaften» unterstütze. Und wer hier einen vom Volk gewählten Nationalrat als Hassprediger bezeichnet, muss eine sehr tiefe Gürtellinie haben. Und noch was, Herr Peter Beutler; Andersdenkende werden nur von Ihnen verunglimpft. Lesen Sie Ihren Text ruhig mal laut durch. Ich hingegen unterlasse solche billigen, plakativen Stammtisch-Totschlag-Argumente und suche nach wie vor den Diskurs.
Nicht ein einziger ging bisher auf die riesige Problematik der Flüchtlingsschwemme in Europa ein. Es geht Ihnen beiden offenbar nur um Gut und Böse. Dass Millionen von mehrheitlich banalen Wirtschaftsflüchtlingen, respektive Menschen, welche aus gutem Grund das Glück bei uns im Sozialleistungs-Europa suchen, die relativ ruhige europäische Gesellschaft im Kern zerstören wird, blenden viele in ihrem naiven Gutmenschentum aus. Oder haben Sie beide etwa Flüchtlinge bei sich zuhause einquartiert? Würde mich wundern. Wahre Kriegsflüchtlinge nehmen wir logischerweise gerne auf, keine Frage.
Renato Stiefenhofer, am 02. Februar 2016 um 21:31 Uhr
Herr Stiefenhofer, sie tun mir langsam richtig leid: Sie widersprechen sich in jedem Satz! Eine Diskussion hat sehr wohl stattgefunden, aber eben nicht zu Ihren Gunsten. Wenn Sie unsere Beiträge mit einer «damaligen rechtsextremen Diskussionskultur» vergleichen, muss ich mich fragen, ob Sie sich selbst nicht mit uns verwechseln. Welche Seilschaften Sie unterstützen, dürfte nach all den vorangegangenen Voten wohl sehr klar sein. Ein vom Volk gewählter Nationalrat (als Hassprediger habe ich übrigens in keinem Beitrag jemanden bezeichnet) ist für mich noch lange nicht das Gelbe vom Ei, z.B. ein Herr Köppel, dessen Gesinnung wir nun alle gut kennen. Auch andere Nationalräte, die unsere Demokratie systematisch untergraben. Ihre Rethorik, «billige, plakative Stammtisch-Totschlag-Argumente», erinnert mich stark an die frühere Fröntler-Sprache. Ihre Gesinnung ist wohl klar: Sie sprechen von «banalen Wirtschaftsflüchtlingen», d.h. eine Flüchtlingsfamilie, die aus dem letzten Loch pfeift, am Rande des Hungers, ist für Sie «banal». Es geht mich ja nichts an, in welchem Hanfkorb Sie sitzen. Aber eine solche Gesinnung deckt sich meiner Meinung nach voll mit derjenigen von AfD, Pegida, Petry, Köppel und Konsorten. Mit Köppel's Göring-Bewunderung käme noch die NPD hinzu.
Schöne, neue Welt...
Willi Müller, am 02. Februar 2016 um 23:40 Uhr
Ein Link zum Thema, das hier zur Diskussion steht:
http://geschichtedergegenwart.ch/nach-koelnhbf-ein-wenig-ueber-goering-plaudern-und-durchsetzen-durchsetzen/
Übrigens, was habe ich eben in einem Kommentar gelesen? «Gutmensch» . Platziert von einem rechtspopulistischen Kostgänger. Wie kann man so bescheuert sein, seine Nichtargumente auch noch mit dem Unwort des Jahres zu zieren?
Und gleich hat er noch ein weiteres Wort abgesondert, ein Wort, das durchaus zum erfolgverprechenden Anwärter für das Unwort des Jahres 2016 avancieren könnte. «Flüchtlingsschwemme» Eine Unverschämtheit, die menschenverachtender nicht sein könnte.
Peter Beutler, am 03. Februar 2016 um 15:30 Uhr
Herr Beutler, Sie gehören wohl zu den Leuten, die noch Fernsehen schauen oder Zeitung lesen, anstatt sich selber zu informieren. Die vorherrschende Naivität und politische Ahnungslosigkeit der Bürger ist in hohem Maße besorgniserregend.
Fakten: Die Anzahl der Einwanderer per se wäre nicht sonderlich bedrohlich für die Gesellschaft und die innere Sicherheit. Wenn sie nicht zu 95 Prozent aus Muslimen bestehen würde. Ich habe in Saudi Arabien gelebt und kenne den Nahen Osten ganz gut.
Begriffe wie Islamismus, islamistischer Terror und Hassprediger sind völlig irreführende Nebelkerzen. Was wir auf der Weltbühne und nun auch auf unseren Strassen erleben ist exakt der Islam, wie er im Buche steht – im Koran. Ein gut integrierter Türke liest den gleichen Koran, wie ein brutaler Daesh-Mörder. Das sollte man nicht vergessen. Aber ich höre Frau Roth oder Co. schon verkünden «Der Koran hat nichts mit dem Islam zu tun“. Unsere Islam-Erklärer scheinen nicht zu wissen, dass der IS-Chef das Kalifat ausgerufen hat und somit der weltweite Islam aus seiner passiven wieder in eine aktive expansionistische Phase eingetreten ist. Die Welt hat sich verändert. Offen erklärtes Endziel des Islams ist seine vollständige weltweite Ausbreitung einschließlich der Sharia.
Unsere drögen Politiker, Journalisten, Lehrer, Künstler, Intellektuellen sowie all die rot-grünen Nichtdenker haben von all dem keine Ahnung.
Die Ideologie des Islams steht allen anderen Wertvorstellungen absolut feindselig entgegen.
Renato Stiefenhofer, am 04. Februar 2016 um 03:09 Uhr
<L2> <L1> <M> <R1> <R2> Leider geht es nicht anders, um das visuell darzustellen. L2 soll das linke noch ertragbare und R2 das rechte noch ertragbare Spektrum unserer Gesellschaft darstellen. Wer weiter links als L2 oder weiter rechts als R2 steht, gehört zum Rande unserer Gesellschaftsordnungen, er hat in 10 Jahren Unterricht nicht mehr mitbekommen. Und jetzt beginnt die Relativitätstheorie. Steht man in L2, so sieht man M als weiter rechts, das ist also ein Rechtsradikaler, steht man in R2, so sieht man M wieder als Linksradikaler. Diese Beschuldigungen solten doch aufhören, denn ALLES IST RELATIV. Ich hätte bei der Maischberger-Runde gerne gehört, was die AfD will, nur wurde der AfD-Sprecher ständig mit den Zurufen «Belege, Belege, Belege» unterbrochen. Die AfD wurde von TV-Runden ausgeladen. Haben wir da in der Mitte <M> wirklich noch Meinungsfreiheit? Und wie werden Aussagen verdreht und angepasst? Frauke Petry (ich bin kein AfD- und kein Pegida-Anhänger) sagte sinngemäß: «es könnte dazu kommen, dass gegen unerwünschte, unregistrierte Eindringlinge, Schusswaffen gebraucht werden könnten.» Das wurde ihr sofort im Munde umgedreht und mit dem Schießbefehlt an der DDR-Grenze verglichen. NUR: Das Schießen an der DDR-Grenze wurde auf die eigenen Republikflüchtlinge getan und nicht gegen unerlaubt Eindrungende, die sich der Kontrolle entziehen wollten. Was für Ziele solche Leute haben, hat man in den letzten Tagen reichlich gesehen/gehört. Meinungen sind so nicht zu verdrehen!
Franz Balzer, am 04. Februar 2016 um 16:55 Uhr
Es tut Mir leid, aber Frau Petry hat nicht nur in der TV Sendung sich dafür ausgesprochen, allenfalls auf Flüchtlinge, ausdrücklich auch auf Frauen und Kinder, zu schiessen. Und sie war nicht die einzige.
Peter Beutler, am 04. Februar 2016 um 17:20 Uhr
Ich habe leider nur einen Kommentar über diese Aussage gehört, in welcher von Frauen und Kindern nicht gesprochen wurde. Da hieß es: «es könnte dazu kommen, dass gegen unerwünschte, unregistrierte Eindringlinge, Schusswaffen gebraucht werden könnten.» Aber im nachfolgenden Kommentar wurde sofort von Schüssen auf Flüchtlingen gesprochen, was ich als Verdrehung der Tatsachen und bösartige Unterstellung fand. Durch die ganze Maskerade werden doch der AfD nur Wähler zugeschanzt. Wenn der Wähler, den Eindruck hat, dass die anderen lügen (siehe Graphik oben und ) - oder nur die halbe Wahrheit sagen, wird der Wähler zur AfD abwandern, erst recht, wenn die Teilnahme der AfD von SPD und CDU an der TV-Diskussion abgelehnt wird.
Franz Balzer, am 04. Februar 2016 um 19:18 Uhr
Zitat Spiegel: Zwei führende AfD-Frauen hatten am Wochenende nahegelegt, einen Einsatz von Schusswaffen gegen Flüchtlinge an den Grenzen zu billigen. Parteichefin Frauke Petry bezeichnete einen Waffeneinsatz an den Grenzen als Ultima Ratio. Ihre Stellvertreterin Beatrix von Storch befürwortete auf ihrer Facebookseite ausdrücklich, dass Bundespolizisten sogar auf geflüchtete Frauen und Kinder schießen dürfen müssten.
"Die AfD verlässt den Verfassungsbogen"

Als erster prominenter Politiker forderte SPD-Chef Sigmar Gabriel eine Beobachtung der rechtspopulistischen Partei durch den Verfassungsschutz. «Für mich gehört die AfD in den Verfassungsschutzbericht und nicht ins Fernsehen», sagte er.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-beatrix-von-storch-schiessbefehl-aeusserung-loest-entsetzen-aus-a-1074937.html
Die Kontroverse auf einzige Fernsehsendung zu reduzieren ist weniger als eine billige Ausrede. Es gibt ein Sprichwort: Nichts ist unnütz, es kann auch als schlechtes Beispiel heilende Wirkung haben. Und das ist zunäcjst einmal eingetroffen: SPD und CDU haben sich zusammengerauft, und sich in der Flüchtlingspolitik geeinigt. Die SPD stärkt damit Merkel den Rücken. Merkel, die ich nicht immer gut fand, ist über den eigen Schatten gesprungen. Vielleicht wäre es angezeigt, dass sich in Deutschland die Grünen auch in die Regierung einbinden lassen. Und allenfalls auch die Linke. Gabriel hat recht: Die AfD gehört nicht ins Fernsehen, sonder überwacht.
Peter Beutler, am 04. Februar 2016 um 21:09 Uhr

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