So feuern Verleger ihre Journalisten

Christian Müller © aw
Christian Müller / 09. Feb 2018 - Gabor Steingart, einer der Herausgeber des deutschen Handelsblatts, wurde dem Mehrheitsaktionär zu unabhängig.

Auch auf Infosperber war Gabor Steingart, einer der Herausgeber bzw. Chefredaktoren des deutschen Handelsblatts, schon ein Thema. Steingart hatte 2014 im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in der Ukraine einen Artikel geschrieben mit der Headline: Der Irrweg des Westens. Und er hatte sich zu kritisieren erlaubt, dass die deutschen Medien und die deutsche Politik «eins» seien. Für Medienbeobachter war das bemerkenswert, auch wenn in der deutschsprachigen Schweiz dann nur gerade Infosperber darüber berichtete.

Jetzt hat es auch Gabor Steingart erwischt. Nach einem bitterbösen Text, in dem Steingart den «Mord» an Aussenminister Sigmar Gabriel durch Martin Schulz beschrieb, entschuldigte sich Dieter von Holtzbrink, der Mehrheitsaktionär der Holtzbrink-Gruppe, zu der das Handelsblatt gehört, persönlich bei Schulz. Und heute, drei Tage später, ist Gabor Steingart weg vom Fenster.

Gehört in den Hinterkopf: Die Journalisten dürfen schreiben, was sie wollen, vorausgesetzt, der Verleger ist gleicher Meinung...

Nachzulesen ist die Geschichte zum Rauswurf Gabor Steingarts zum Beispiel auf Spiegel online oder auch auf Die Welt.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

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4 Meinungen

Nur naive Menschen erwarten eine freie Presse, die in privater Hand ist.
Paul Jud, am 10. Februar 2018 um 13:11 Uhr
Interessant dazu die Info von nachdenkseiten
http://www.nachdenkseiten.de/?p=42343

"Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“ – dieser Satz stammt von Paul Sethe, einem der Gründungsmitherausgeber der FAZ aus dem Jahr 1965. Wie Recht Sethe doch hat, zeigt ein sehr aktueller Fall. Nach Informationen des SPIEGEL, die heute vom Branchendienst Turi2 unter Berufung auf „hausinterne Quellen“ bestätigt wurden, muss Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart seinen Posten verlassen. Als Grund dafür wird ein Text von Steingart über Martin Schulz genannt, der bei näherer Betrachtung jedoch eher harmlos ist. Wahrscheinlicher ist da schon, dass Steingarts immer kritischer werdende Linie in Bezug auf die Rolle der USA und die deutsch-russischen Beziehungen der transatlantisch orientierten Holtzbrinck Gruppe (u.a. Tagesspiegel, ZEIT, Handelsblatt) ein Dorn im Auge war. Kritische Geister sind in den Chefetagen der deutschen „Qualitätszeitungen“ nicht mehr gefragt. Von Jens Berger."


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http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/schulz-plant-perfekten-mord-an-gabriel-handelsblatt-herausgeber-nach-kritischem-text-gefeuert-a2344209.html

"Verleger Dieter von Holtzbrinck erklärt: „Das Multitalent Gabor Steingart hat in wenigen Jahren zunächst das Handelsblatt, danach die gesamte Handelsblatt Gruppe auf großartige Weise weiterentwickelt und erneuert, was höchsten Respekt und größten Dank verdient. «
Dieter Gabriel, am 11. Februar 2018 um 20:48 Uhr
Zu der Passage über deutsche Politik und deutsche Medien erinnere ich eine Bemerkung von Willy Wimmer (CDU)
( Zitat ) : » Goebbels hatte mehr Probleme mit der deutschen Presse «
(Ende des Zitates ).
Gustav - Adolf Siebrasse, am 12. Februar 2018 um 23:46 Uhr
Ich lese gerade die 'gekauften Journalisten' von Udo Ulfkotte, insofern muß man nichts hinzufügen. Schade, daß er nicht mehr Band 2 und 3 und die online links liefern konnte.

Aber: Info Sperber verdanke ich nun die Bekanntschaft mit 'morning briefing', allein schon die Titel lassen mir das Waser im Munde zusammenlaufen. Und die Bekanntschaft mit Info- Sperber verdanke ich der LinkeZeitung, die den Beitrag über die Aufforstung Chinas gebracht hat.

So läuft's halt, viele gute Leute werden FREIgesetzt.
Stefan Boehnke, am 01. September 2019 um 10:53 Uhr

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