Wissenschaftler sollen zu den Grenzen ihres Wissens stehen

Wolf Linder © zvg
Wolf Linder / 26. Jun 2020 - Die bisherige Corona-Krisenbewältigung in der Schweiz aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive.

Red. Wolf Linder ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft.

Selbstverständlich könnte man dem schweizerischen Bundesrat vieles vorwerfen zu seinem Corona-Management: Hat er nicht zu spät auf Warnungen der Epidemiologen reagiert? Warum gab es keine Zahlen zu den Eintritten und Austritten aus den Intensivstationen und deren Belegung, wenn es doch so wichtig war, die Überlastung der Spitäler zu vermeiden? War es richtig, wegen der gesundheitlichen Risiken einen «lock down» auszurufen, der unserem Land wirtschaftliche Schäden von einigen hundert Milliarden beschert hat? Und was ist mit den gesundheitlichen Beeinträchtigungen für jene, die nicht an Corona litten? Die Betagten in den Heimen, die ihre Angehörigen nicht sehen und berühren durften? Die vielen, welche auf ihre Operation warten mussten oder trotz halb-leerer Spitälern abgewiesen wurden, weil «Corona» einen amtlich verfügten Vorrang hatte?

Immerhin folgte die schweizerische Regierung dem, was die meisten europäischen Länder in der Krise anordneten, jedoch tat sie es auf dem typisch-schweizerischen Mittelweg: nicht zu früh, nicht zu spät, begrenzt interventionistisch, aber konsequent, und relativ erfolgreich. Einen riskanteren Weg einzuschlagen wie Schwedens Regierung, konnte von ihr nicht erwartet werden: Zu nah lag die Schweiz am Corona-Hot-Spot Oberitalien, und der Schweizer Regierung ist nicht jenes politische Selbstbewusstsein zuzutrauen, mit dem sich die Schweden internationalen Trends zu widersetzen.

Ein Gutteil solcher Kritik, die bestimmt noch kommen wird, kann man als Nörgelei abtun, denn «im Nachhinein weiss man immer alles besser». Zudem hatte die Regierung wichtigste Entscheide in einer völlig ungewissen Situation zu treffen. Epidemiologen und Virologen schienen die einzigen zu sein, die über jene Portion Corona-Wissen verfügten, dem man vertrauen konnte. Fast wie damals, als die wenigen Royal Airforce-Piloten mit ihren «Spitfires» 1940 die «Luftschlacht über England» gewannen und damit ihr ganzes Volk vor der deutschen Invasion bewahrten, hing der «Kampf gegen Covid» von den Erkenntnissen, Analysen und Empfehlungen einer kleinen Zahl wissenschaftlicher Spezialisten ab. Und das nicht nur in der Schweiz. Aber verdienen sie das gleiche Lob wie seinerzeit die britischen Piloten von Churchill?

Immerhin erfüllten Epidemiologen und Epidemiologinnen eine wichtige Pilotfunktion. Rechtzeitig benannten sie die beiden Hauptrisiken von Covid-19: die mögliche Ausbreitung als Pandemie und das erhöhte Sterblichkeits-Risiko im Vergleich zu bisher bekannten Grippe-Viren. Sie warnten die Behörden und wurden gehört. Diese liessen täglich die Zahl der positiv Covid-19 Getesteten erheben sowie der im medizinischen Corona-Umfeld Verstorbenen. Tag für Tag wurden die beiden Zahlen von Amtsstellen und Medien publiziert. Was nun konnte als Alarm wirksamer und furchterregender sein als die weltweit ansteigenden Kurvenverläufe zu Corona-Krankheit und Tod in allen Ländern weltweit, wie sie von der John’s Hopkins University jeden Tag vielfarbig im Internet verbreitet wurden?

Zwei irreführende Indikatoren

Gelassen, weil in vorgerücktem Alter, begann ich über das «Sterblichkeitsrisiko» zu philosophieren: Eigentlich ein falscher Begriff, dachte ich, denn nichts ist so gewiss wie die Tatsache, dass ich den grössten Teil des Glases bereits getrunken habe. Ungewiss ist nur die Frage, wie viele Jahre mir noch bleiben. Als Sozialwissenschaftler jedoch war ich von Anfang an entsetzt: Wie konnte man mit der Verbreitung von zwei völlig irreführenden Indikatoren die halbe Welt in Schrecken versetzen? Denn als «Corona-Tote» bezeichnete man sowohl «wegen» oder «mit» Corona Verstorbene. Und wenn schon «Tote»: Wäre da nicht der Vergleich mit den Todesfällen der Gesamtbevölkerung während einer besonders schweren Grippeperiode wie im Winter 2014/2015 der einzige einigermassen verlässliche Indikator: die sogenannte «Übersterblichkeit»?

Noch irreführender war die Zahl der «Positiv-Getesteten» als Indikator für den Fortschritt der Pandemie. Damit wird eher die Zahl der durchgeführten Tests gemessen als diejenige der Infizierten - wenigstens solange als die Zahl der Getesteten steigt und die Auswahl der Probanden nicht zufällig ist, sondern von Corona-Verdachtsmomenten oder Risikoexposition bestimmt ist.

Wie also konnten zwei irreführende Indikatoren auch die Schweiz in ihre «ausserordentliche Lage» versetzen? Meine erste Erklärung ist politisch: Der Bundesrat trug – nachdem das Parlament Mitte März abgeschlichen war – die alleinige Verantwortung für sämtliche Massnahmen. In einer Situation voller Ungewissheit beeindruckten wachsende Zahlen über «Infizierte» und «Tote» wohl mehr als alle Worte; sie durch die Krisenleitung anzuzweifeln wäre gegen die politische Vernunft gewesen, hätte die Öffentlichkeit verunsichert und dem Vollzug der angeordneten Massnahmen womöglich geschadet. Dass die Zahlen das «wirkliche» Ausmass der Pandemie über- oder unterschätzten, durfte keine Rolle spielen. Und so kamen Wissenschaftler mit anderen Fachbeurteilungen – vor allem auch kritische Volkswirtschafterinnen oder Juristen – gegenüber den meinungsführenden Virologen und Epidemiologen nicht zum Zug: Diese dominierten die Problemdefinition der Pandemie nicht nur zu Beginn des Prozesses, sondern auch während des gesamten Krisenmanagements. Das gab einer ebenso alten wie falschen Idee neuen Auftrieb: Dass «die» Wissenschaft die eine, richtige, gar einzig richtige Antwort auf neue Fragen finde. Das musste die Krisenpolitik freilich nicht beschäftigen.

Wenn die irreführenden Indikatoren auch von vielen Fachleuten kaum infrage gestellt wurden, so gibt es einen kaum beachteten inner-wissenschaftliche Grund dafür. Von klinischen Forscherinnen ist bekannt, dass sie mit einem anderen Begriff von «Repräsentativität» arbeiten als Sozialwissenschaftlerinnen. Für Kliniker, welche die therapeutische Wirkung eines neuen Medikaments für eine seltene Krebsart aufklären, ist eine Untersuchung der Gesamtbevölkerung nicht zielführend. Aussagekräftiger ist ein Sample, das nur die Träger von Merkmalen dieser bestimmten Krankheit umfasst.

Anders in der Sozialwissenschaft. Um etwa in Wahlstudien zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen, ist auch das Verhalten der Nichtwählerinnen und -wähler zu untersuchen. Soweit ich das beurteilen kann, haben die tonangebenden Epidemiologen in ihren Modellen mit der Repräsentativität der Kliniker gearbeitet – also mit der kleinen Gruppe derjenigen, die – nach stets wechselnden Kriterien – Zugang zu Corona-Tests hatten. Die Devise «testen, testen, noch mehr testen» hätte am beschränkten Prognoseerfolg der Modelle nichts geändert. Denn wie vor allem Volkswirtschafterinnen monierten: Epidemien sind gesamtgesellschaftliche Phänomene, und an ihrer Untersuchung durch repräsentative Untersuchungen der Gesamtbevölkerung führt kein Weg vorbei.

Kritische Stimmen ausgefiltert

Kommt ein weiteres Problem dazu: Von «den» Epidemiologen zu sprechen ist ungenau. Denn zu den Fragen der Todesursachen von Corona, der Übersterblichkeit und der Verbreitung der Pandemie gab es eine heftige und kontroverse Diskussion unter Fachleuten, die täglich im Internet zu verfolgen war. Sie schätzten Corona und die Gegenmassnahmen unterschiedlich ein. Warum dissidente Stimmen auch in den meisten Ländern kaum Gehör fanden, mag ähnliche politische Gründe gehabt haben wie in der Schweiz.

Dass aber auch die Mainstream-Medien prominente kritische Stimmen – in der Schweiz etwa diejenige der Virologin Karin Mölling (links) oder von Beda Stadler – über den Höhepunkt der Krise hinaus unbeachtet liessen oder ausfilterten, halte ich für problematisch. Die einseitige Medien-Berichterstattung samt den Versuchen, Kritiker insgesamt als «Verschwörungstheoretiker» zu denunzieren, ist unverzeihlich. Sie verletzt die Medien-Grundsätze der Unabhängigkeit wie des «audiatur et altera pars».

Für beide Probleme wären künftig Lösungen bereitzustellen: Vielleicht transdisziplinäre Beratungstäbe und Gefässe, in denen kontrovers nachgedacht werden darf?

Wissenschaftler sollen zu Unsicherheiten und den Grenzen des Wissens stehen

«Wann wird Wissenschaft politisch relevant»? Frühe Fallstudien dazu haben den Politologen Dieter Freiburghaus zu nach wie vor interessanten Thesen geführt. Danach wird Forschung nur in zwei von vier Phasen des politischen Prozesses stark beachtet: ganz am Anfang, wenn ein neues Problem zu definieren ist, und am Schluss, wenn in der erfolglosen Umsetzung niemand weiterweiss. In der zweiten Phase, der Entwicklung von Politikprogrammen, ist die Stimme der Wissenschaft gegenüber den Interessengruppen sekundär. Und in der dritten Phase der politischen Entscheidung, wenn die Auseinandersetzungen und Konflikte ihren Höhepunkt erreichen, sollten Wissenschaftler in Deckung gehen; ihre Stimme wird dann nur als Munition auf beiden Seiten verwendet.

Auch für die Wissenschaft war die Corona-Krise eine ungewohnte Situation, weil sie unvermittelt für alle vier Phasen des Freiburghaus-Modells beansprucht wurde, die zudem gleichzeitig stattfanden. Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik in «ausserordentlicher Lage» ist darum Neuland und gehört künftig als Fragestellung in jedes Forschungsprogramm zur Corona-Pandemie. Das Risiko, dass wissenschaftliche Erkenntnisse politisch und medial für sachfremde Zwecke gebraucht – und auch missbraucht – werden, ist erheblich. Gerade darum sollten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch in «ausserordentlichen Lagen» die Grenzen ihres Wissens und das Prinzip des «systematischen Zweifels» nicht vergessen und in die Öffentlichkeit tragen. Wie sie sich gegenüber einseitiger Medienberichterstattung einstellen, ist jedoch keine Forschungsfrage, sondern eine der Zivilcourage.

Joh. Chr. Frölichs, Commentarius, in: Kaiser Carl V und des Hl. Röm. Reichs Peinliche Hals-Gerichtsordnung, Frankfurt und Leipzig, 1714. «Peinlich» = Strafe. Die Constitutio Criminalis Carolina (CCC) oder Carolina von 1532 gilt heute als erstes allgemeines deutsches Strafgesetzbuch.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Der Autor ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bern. Von 2012 bis 2019 war er Mitglied des Schweizerischen Wissenschaftsrats.

Weiterführende Informationen

Karin Mölling
Frölichs Commentarius

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10 Meinungen

Der merkwürdige Umgang mit Zahlen von Infizierten und Toten hat auch mich von Anfang an schockiert; offenbar muss man eine sozialwissenschaftliche Bildung absolviert haben, um zu merken, was für irrelevante, ja irreführenden statistische Erkenntnisse die Kollegen aus der Naturwissenschaft täglich produzierten.
Aber noch etwas anderes schockiert mich, gerade weil ich Covid-19 als eine heimtückische Krankheit mit diversen Langzeitschäden betrachte, die man sich besser nicht an den Hals holt: Wo waren die Naturwissenschafter, als Koch und Regierung – im Widerspruch zu Erkenntnissen – immer wieder behaupteten, das Tragen von Masken bringe nichts? Anstatt sofort ein paar Millionen aufzuwerfen und alles daran zu setzen, sehr rasch die nötige Anzahl Masken herstellen zu lassen und deren Tragen für obligatorisch zu erklären, überliess die einseitg beratene Regierung diese einfache, aber wirksame Massnahme dem Zufall, setzte dann aber mit links viele Milliarden in den Sand, als der Lockdown unumgänglich wurde.
Zur Aufarbeitung der Corona-Krise gehört zwingend auch die Frage, ob sofortiges und konsequentes Maskentragen die Verbreitung des Virus so eingedämmt hätte, dass einLockdown vermeidbar gewesen wäre. Die Antwort hierauf ist vor allem von grosser Bedeutung für nächste Ereignisse dieser Art. Denn einen zweiten Lockdown wird sich nicht einmal ein reiches Land leisten können.
Billo Heinzpeter Studer, am 26. Juni 2020 um 15:33 Uhr
Ein Punkt scheint mir in der Diskussion über die Rolle der Wissenschaft in der Corona-Diskussion entscheidend und wenig diskutiert:
Wissenschaftler sind darauf getrimmt, sich zu profilieren. Publikationen und Aufmerksamkeit in der Fachwelt sind ihr Kapital, denn vorzeigbare und praktisch relevante Ergebnisse erzielen nur wenige.
Die Folgen sind jene, die wir alle beobachten konnten und die viele Laien enorm irritiert:
- In den Medien tritt ein bevorzugter Kreis von Wissenschaftlern auf.
- Aussenstehende Wissenschaftler versuchen, mit noch öffentlichkeitswirksameren Meinungen diese Phalanx zu durchbrechen.
- Echte und fundiert kontroverse Meinungen werden üblicherweise von in der Praxis stehenden Spezialisten geäussert, die ausserhalb dieser «Science-Community» stehen und von dieser nicht abhängig sind.
- Statements in den Medien sind häufig generalisierend. Klare Antworten werden vermieden. Man hört nicht: «Mein Standpunkt ist ….». Vielmehr tönt es: «Ich befürchte, dass..» oder «vieles deutet darauf hin, dass...», gefolgt von möglichst publicitywirksamen Nachträgen: Sich nicht festlegen und doch wichtig erscheinen, das ist die Kunst, die es in diesen Kreisen zu beherrschen gilt.
Dieses Muster ist dermassen automatisiert, dass man leicht voraussagen kann, was der jeweilige Wissenschaftler im Fernsehinterview sagen wird.
Markus Stadler, am 26. Juni 2020 um 18:53 Uhr
Zitat: «Das gab einer ebenso alten wie falschen Idee neuen Auftrieb: Dass «die» Wissenschaft die eine, richtige, gar einzig richtige Antwort auf neue Fragen finde."

Gerade in den Politikwissenschaften wird gerne «Politik» als Synomym für «Demokratie» verwendet. So wird z.B. der Begriff «Direkte Demokratie» als Synonym für «Volksabstimmungen» verwendet. So steht doch in den höherstehenden Lehrbüchern, dass die Schweiz auf Bundesebene eine «halbdirekte Demokratie» sei. Sicher?

Hier hat «die» Wissenschaft eben genau nicht die richtige, gar einzig richtige Antwort auf (doch eher weniger) neue Fragen gefunden.

Die Schweiz ist nicht wegen Volksabstimmungen eine Direkte Demokratie (das ist nur das Goody), sondern weil die Bürger mit den Gesetzgebern die höchste institutionelle Gewalt des Staates direkt wählen oder direkt abwählen können. Im Gegensatz zu allen anderen Ländern des Kontinents, wo es ein Gericht ist. Die Gesetzgeber haben die Oberaufsicht über die Justiz und nicht umgekehrt. Art. 148 BV, Art. 169 BV

Ich unterstütze Ihr Zitat mit jedem Wort, wenn Sie bereit sind Ihre gleiche Aussage auch für die Rechtswissenschaften mit der Königsdisziplin «Rechtsprechung» anzuerkennen. Und wenn Sie bereit sind die sozialwissenschaftlichen Möglichkeiten die sich daraus ergeben zu Ende zu denken.

Ein Erfahrungsbericht von meiner Seite als Opfer, weil doch nicht immer konsequent gedacht wird.
Beat Leutwyler, am 27. Juni 2020 um 00:52 Uhr
Die politisch motivierte Irreführung zugunsten eines einmal eingeschlagenen Weges mit dem Pandemie-Konzept, sollte mit einer PUK überprüft werden. Da aber nicht mal ein Mini-Anteil des Parlamentes die Irreführung erkennen konnte, wird es kaum eine Untersuchung geben. Was mir bleibt, ist meine eigene Entscheidung, allem was von politische Seite kommt zu misstrauen und in mein privates Leben keinen Eintritt zu gewähren. Bisher ist mir dies gelungen. Ich meditiere täglich - und so kann die Angst der mich Umgebenden an mir vorbeiziehen. Ich erfreue mich einer sehr guten Gesundheit und freue mich auch, dass auch weitere Personen es mir gleich tun.
Carlos Werner Schenkel, am 27. Juni 2020 um 07:46 Uhr
Eigentlich sollte man den Bundesrat verklagen wegen falscher Erhebung rsp manipulierter Auswertung der Covid-19 Infiszierten, Erkrankten und den mit - aber nicht an Covid 19 Gestorbenen mit dem Artikel STGB 258 abs.1 Art. 2581Schreckung der Bevölkerung: Wer die Bevölkerung durch Androhen oder Vorspiegeln einer Gefahr für Leib, Leben oder Eigentum in Schrecken versetzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.
Ich hoffe, es gfindet sich eine initiative Gruppe, die dies am Verwaltungsgericht eingibt und bis vor Bundesgericht durchzieht. Die schleichende Einführung einer Folge-Verordnung hängt nämlich auch damit zusammen, womit unsere Rechte bis mindestens 2022 beschnitten werden sollen.
Carlos Werner Schenkel, am 27. Juni 2020 um 14:19 Uhr
Die Selbstregulation in wissenschaftlichen Institutionen fehlt zunehmend.
Verstand haben institutionelle Wissenschaftler, die sich innerhalb ihrer Disziplin und über die Grenzen der Fachwissenschaften hinweg verständigen können u. wollen.
Wie muss es einem hochrangigen Entscheider gehen, wenn ihm aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen ganz verschiedene Massnahmen empfohlen werden ?

Die Bilder über das Weltgeschehen sind voller Widersprüche.
Eine 'Antinomie' ist eine spezielle Art des logischen Widerspruchs, bei der die zueinander in Widerspruch stehenden Aussagen gleichermaßen gut begründet oder im Fall formaler Systeme bewiesen sind.
Dazu kommen noch Bedeutungs- u. Bezeichnungs-Differenzen zwischen Fach- u. Allgemein-Sprachen.

Dass deshalb der bei weitem grösste Teil der Menschen den Schritt zur eigenen Mündigkeit für sehr beschwerlich und gefährlich hält, dafür sorgen schon jene autoritären Vormünder, die die Oberaufsicht gütigst auf sich nehmen.
Ludwig Pirkl, am 28. Juni 2020 um 01:30 Uhr
Die Forderung, Wissenschaftler sollten «zu den Grenzen ihres Wissens stehen», tönt prima vista absolut logisch und richtig. Aber Wolf Linder zeigt in seinem Artikel ja gleich selber, dass das Problem die Kommunikation Wissenschaft - Politik bzw. Wissenschaft - Medien bzw. Wissenschaftler - Laie ist. Und da lautet MEINE Forderung halt (auch wenn sie weniger Akzeptanz finden wird als die Titelzeile von Wolf Linder): «Politiker, Medienleute und Laien brauchen VIEL MEHR Algemeinbildung!» Es war falsch, in den Redaktionen die Wissenschaftsjournalisten einzusparen. Es ist falsch, bei SRF einen «Newsroom» einzurichten. Es ist wichtig, Parlamentarier und Exekutivmitglieder «weiterzubilden» (das meine ich im Sinne von «objektiv», nicht lobby-ierend!). Politiker, Medienleute und erst recht Laien können nämlich mit Ungewissheiten, Grautönen (statt Schwarz-Weiss) und Vorläufigkeiten NICHT umgehen! Sie alle verlangen von Fachleuten klare, markige und prägnante Aussagen - und dies ohne Schachtelsätze und Relativierungen! Um aber Ungewissheiten «aushalten» zu können, braucht es ein Mindestmass an Verständnis für die Art, wie Wissenschaft, Erkenntnisgewinn, Theoriebildung, Überprüfung einer Hypothese, usw. funktioniert. Und dieses Verständnis bekommt man durch Allgemeinbildung. All jene, die in letzter Zeit mitgeunkt haben beim dümmlichen Satz über die immer «kleiner werdende Halbwertszeit von Wissen» müssen sich jetzt an der eigenen Nase nehmen!
Dieter Kuhn, am 29. Juni 2020 um 14:08 Uhr
Und leider schon wieder: mit Fakten haben die Beiträge leider immer wieder nichts am Hut. Behauptungen, die durch nichts belegt werden, die aber durch zahlen leicht widerlegt sind. Ich bin es leid, über Monate Nichtgelerntes aber Dahergeplappertes zu widerlegen.
Reinard Schmitz , am 30. Juni 2020 um 13:24 Uhr
@Dieter Kuhn
Ich stimme mit ihrem Kommentar in den meisten Punkten überein.
Sie schreiben aber: «Politiker, Medienleute und erst recht Laien können nämlich mit Ungewissheiten, Grautönen (statt Schwarz-Weiss) und Vorläufigkeiten NICHT umgehen!"
Sie meinen also, dass sich der wissenschaftliche Diskurs in der Öffentlichkeit «austoben» darf, dass sich Wissenschaftler in fundamentalen Prognosen
widersprechen sollen, und das in den Zeitungen und Fernsehnachrichten, und Sie meinen, wer sich dadurch irritieren lässt, könne nicht mit Ungewissheiten umgehen.
Ich meine: Die Wissenschaft soll dann ihre Freiheit geniessen, wenn sie sich derer würdig erweist.
Ein einflussreicher Virologe hat kürzlich verlauten lassen: «Vielleicht lässt sich eine tödliche zweite Coronawelle verhindern."
Können Sie mir sagen, was diese Aussage in der Öffentlichkeit soll? Ist dies der «wissenschaftliche Diskurs», den wir einfach so akzeptieren sollen?
Oder ist es nicht vielmehr ein Hinweis darauf, dass wir darüber nachdenken sollten, wem wir unsere Steuergelder anvertrauen?
Markus Stadler, am 30. Juni 2020 um 19:55 Uhr
Reinard Schmitz bleibt ebenfalls Fakten schuldig. Er liebt es trollige Kommentare zu verbreiten - nicht nur hier.
Carlos Werner Schenkel, am 01. Juli 2020 um 09:31 Uhr

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