Das neue G5-Netz erhöht den Elektrosmog in Städten und auf dem Land © cc
© Bluewin

5G-Netze werden die Belastung mit HF-Strahlen vervielfachen

Red. / 26. Jul 2019 - Eine Gruppe von Fachleuten und NGOs sieht Gesellschaft, Umwelt und Menschen in Gefahr. Offene Fragen öffnen Raum für Mutmassungen.

upg. Die internationale Gruppe «5gspaceappeal.org» appelliert an die UNO, die Weltgesundheitsorganisation WHO, die EU, den Europarat und die Regierungen der Welt, die Entwicklung und Verbreitung des 5G-Funknetzwerks umgehend zu stoppen, nicht nur auf der Erde, sondern auch satellitengestützt im Weltraum. Sie begründet das mit einer drohenden Vervielfachung der Hochfrequenz (HF)-Strahlung durch das 5G-Netz, wo doch die bereits bestehenden 2G-, 3G- und 4G-Netze für sehr hohe Belastungen verantwortlich seien. Sie spricht von einem unverantwortlichen Experiment mit der Menschheit und der Umwelt. –
Weniger radikal ist die Haltung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz AefU. Sie lehnen die von der Mobilfunkbranche verlangte Erhöhung der Grenzwerte für 5G-Netze ab und fordern ein Moratorium, wie es der Kanton Genf bereits beschloss. Die aktuelle Datenlage erfordere eine vorsorgliche Haltung. –
Infosperber veröffentlicht Argumente des internationalen Appells zusammen mit einigen Einwänden.

Vor einem einmaligen gesellschaftlichen Wandel

Weltweit sind Telekommunikationsfirmen mit Unterstützung der Regierungen dabei, in den nächsten zwei Jahren das Funknetzwerk der fünften Generation (5G) zu errichten. Die Auswirkungen dürften zu einem noch nie da gewesenen gesellschaftlichen Wandel führen: Es wird «intelligente» Häuser, «intelligente» Autobahnen, «intelligente» Städte und selbstfahrende Autos geben. Alles, was wir besitzen und kaufen, vom Kühlschrank über die Waschmaschine bis zum Milchkarton und der Babywindel, wird Antennen und Mikrochips enthalten, sodass es sich über Funk mit dem Internet verbinden kann.

Weniger thematisiert wird, dass dies zu noch nie da gewesenen Veränderungen in der Umwelt führen wird. Zusätzlich zu mehreren Millionen neuen 5G-Basisstationen auf der Erde und 20’000 neuen Satelliten im Weltraum werden – immer nach Angaben der Appellanten – bereits bis zum Jahr 2020 schätzungsweise 200 Milliarden sendende und empfangende Objekte Bestandteil des «Internets der Dinge» sein.

Auch wenn diese Zahlen nach wie vor angezweifelt werden, halten die Mitglieder der Gruppe «5gspaceappeal.org» die Belege für die Schädlichkeit von HF-Strahlung schon heute für überzeugend:

  • Klinische Belege von Krankheit und Schädigung bei Menschen
  • Experimentelle Belege von DNA-Schäden, Zellschäden und Organdefekten bei vielen Pflanzen und Tieren
  • Epidemiologische Evidenz, dass die wesentlichen Zivilisationskrankheiten – Krebs, Herzkrankheiten und Diabetes – zum grössten Teil durch elektromagnetische Strahlung verursacht werden.

Dabei verweist die Gruppe auf mittlerweile über 10'000 begutachtete wissenschaftliche Publikationen, die das belegen.

Kommentar

upg. Klinische und experimentelle Belege sind keine wissenschaftlichen Beweise. Klinisch belegt ist, dass HF-Strahlung eine sehr kleine Zahl besonders empfindlicher Menschen krank macht. Dass die elektromagnetische Umweltbelastung «in large part» für Krebs, Herzkrankheiten und Diabetes verantwortlich sei, ist Unsinn. Dafür gibt es keine 10'000 «peer-reviewed» Studien.
Hauptzeuge für (Krebs-)Gefahren für das Hirn ist David O. Carpenter, Direktor des «Institute for Health and Environment» in Albany. Gleich wie der US-Physiker Bill B. Curry vor ihm vernachlässigte Carpenter bei seinen Studien, dass die menschliche Haut HF-Strahlen blockiert. Falls dies tatsächlich der Fall sei, «handelt es sich [beim Einfluss auf das Gehirn] nicht um eine grosse Sache», räumte Carpenter in einem kürzlichen Interview ein. Das berichtet die New York Times.

Belastung mit unerforschten Folgen

Wenn die Pläne der Telekommunikationsbranche mit dem 5G-Netz wirklich umgesetzt würden, könnte sich kein Säugetier, kein Vogel, kein Insekt und keine Pflanze auf Erden der Bestrahlung entziehen. Alle und alles wäre jahrein jahraus rund um die Uhr einer HF-Strahlung ausgesetzt, die verglichen mit heute zehn- oder gar hundertfach grösser wäre. Dadurch drohen der Menschheit und allen Ökosystemen der Erde [noch unbekannte] ernsthafte und irreversible Schäden.

Die Argumente der Appellierenden im Einzelnen

  • 5G führt zu massiver Zunahme an unausweichlicher, ungewollter Belastung mit elektromagnetischer Strahlung. Die neuen Basisstationen haben zehn- bis hundertmal mehr Leistung als bisherige. Die von Satelliten ausgehende Strahlung wird auch Gebiete der Erde erreichen, die bisher von Strahlung verschont waren. Dadurch kann die Veränderung der elektromagnetischen Umgebung sogar noch grösser sein als jene, die von den erdgestützten Antennen ausgeht.
  • Die schädliche Wirkung von HF-Strahlung ist längst erwiesen. Schon viele Wissenschaftler haben ein Moratorium gefordert.

Kommentar

upg. Dass HF-Strahlung in Einzelfällen gesundheitliche Schäden anrichten kann, ist klinisch belegt. Hier wird jedoch der falsche Eindruck erweckt, dass HF-Strahlung wissenschaftlich bewiesen einem grösseren Teil der Exponierten schadet.

  • Die Stationierung von 5G-Satelliten muss verboten werden. Die Bio-Rhythmen vieler Lebewesen sind auf eine ungestörte elektromagnetische Umgebung angewiesen. Schon die Netzfrequenzen unserer Stromversorgung stören diese Umgebung. Heute gibt es bereits etwa 100 Satelliten in niedrigen Umlaufbahnen, die das 2G- und 3G-Netz unterstützen. Weitere zehntausende Satelliten für das 5G-Netz würden zu Veränderungen führen, mit denen die Organismen [möglicherweise] nicht mehr fertig würden.
  • Den Ausbau der 5G-Netze haben die Telekom-Branche und die Regierungen bis jetzt unter sich ausgemacht und kritische internationale Wissenschaftler bewusst ausgeschlossen. Deshalb sind die Sicherheitsrichtlinien völlig ungenügend. Die Festlegung der Immissions-Grenzwerte für nichtionisierende Strahlung erfolgte nicht unabhängig, sondern interessengebunden.
  • Die aktuellen Sicherheitsnormen gehen von der irrigen Annahme aus, der einzige schädliche Effekt der elektromagnetischen Strahlung sei deren Wärmewirkung. Dabei gibt es genügend Beweise für nicht-thermische Schädigungen der nichtionisierenden Strahlung.
  • HF-Strahlung hat sowohl akute (unmittelbare) als auch chronische (Langzeit-)Schädigungen zur Folge. Bei Letzteren geht es insbesondere um Elektrosensibilität [einer kleinen Minderheit von Menschen].
  • Die Regierungen aller Staaten versagen, wenn es um den vorsorglichen Schutz ihrer Bevölkerung geht. Im Gegenteil, sie räumen «unnötige gesetzliche Hindernisse» aus dem Weg, um einen «raschen und kosten-effektiven Netzausbau» zu ermöglichen.

Die Leistungsfähigkeiten der Hochfrequenz-Netze (Quelle: Bluewin). Grössere Auflösung hier.

Forderungen der Appellanten

Die internationale Gruppe «www.5gspaceappeal.org» fordert die UNO, die WHO, die EU, den Europarat und die Regierungen aller Länder auf,

  • sofort Massnahmen zu ergreifen, um den Ausbau des 5G-Netzes auf der Erde und im Weltraum zu stoppen;
  • die Bürger, insbesondere aber Lehrpersonen und Ärztinnen und Ärzte, über die Gesundheitsrisiken von HF-Strahlung zu informieren;
  • anstelle von drahtloser Telekommunikation die drahtgestützte Technologie auszubauen;
  • der Telekommunikationsbranche zu verbieten, über Lobbying Amtsträger zu beeinflussen, dass diese den Weiterausbau des 5G-Netzes unterstützen;
  • unbeeinflusst von der Telekommunikationsbranche internationale Gruppen von unabhängigen Fachleuten zu bilden, welche die Aufgabe haben, neue internationale Sicherheitsnormen für HF-Strahlung festzulegen, die nicht nur thermische Effekte und nicht nur Effekte auf Menschen berücksichtigen und die auch kumulative Effekte beachten;
  • unbeeinflusst von der Telekommunikationsbranche internationale Gruppen von unabhängigen Fachleuten zu bilden, welche die Aufgabe haben, ein umfassendes Regelwerk aufzustellen, das dafür sorgt, dass die Nutzung des Weltraums für HF-Sende- und -Empfangsanlagen ohne schädliche Effekte für Mensch und Umwelt bleibt. Ausser HF-Strahlung sind auch Abgase von Trägerraketen, Russ, Weltraumabfälle, Einflüsse auf die Ozonschicht, die globale Erwärmung, die Atmosphäre und den Schutz des Lebens auf der Erde zu berücksichtigen.

------------------------------------------------------------------

Möglichkeit, den Appell zu unterzeichnen HIER.

------------------------------------------------------------------

«Ich kenne keine Beweise für Probleme»

Ben Moore, Professor für theoretische Physik und Astrophysik an der Universität Zürich, sieht keine grösseren Risiken, dafür aber viele Fortschritte. Im Folgenden ein Auszug seiner Stellungnahme im «Magazin» vom 15. Juni 2019.

«Nach gründlicher Recherche konnte ich keine Beweise für Probleme im Zusammenhang mit Mobilfunkstrahlung finden. Ich sehe auch nicht ein, wie diese Krebs verursachen könnte. Unsere Smartphones kommunizieren über Photonen mit Wellenlängen im Millimeter- bis Meterbereich. Mikrowellenöfen verwenden dieselbe Wellenlänge, da der primäre Effekt solcher Photonen darin besteht, Moleküle zum Schwingen zu bringen, was zu Wärme führt. Aber in einem Mikrowellenherd ist die Leistung enorm und erreicht eine tödliche Hitze von 1000 Watt. Zum Vergleich: Der Stoffwechsel eines Menschen liegt bei etwa 100 Watt – eine Wärmemenge, die wir sicher abführen können; und die Hintergrundstrahlung von Handys und Antennen liegt weit darunter.
Erst bei ultraviolettem Licht und Röntgenstrahlen werden die Auswirkungen der Strahlung gefährlich, da diese Photonen Elektronen aus Atomen herausschlagen, Molekülbindungen aufbrechen und DNA mutieren können, was Krebs verursachen kann. 5G macht mir als Wissenschaftler daher zurzeit keine Sorgen.
Aber brauchen wir es auch wirklich?»

Einschätzung des Bundesamts für Umwelt aus dem Jahr 2003

Was für die damalige Bewertung der HF-Strahlungsbelastung galt, stimmt auch heute für die deutlich grössere mit 5G:

«Schlussfolgerungen: Die wissenschaftliche Datenlage für die Beurteilung der Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch hochfrequente nichtionisierende Strahlung im Niedrigdosisbereich ist unbefriedigend. Langzeitstudien an Menschen in ihrer natürlichen Umgebung gibt es nur wenige. Bisher wurde erst eine wissenschaftliche Studie zu Gesundheitseffekten bei Menschen publiziert, die in der Nähe von Mobilfunkbasisstationen wohnen; diese Studie genügt allerdings minimalsten wissenschaftlichen Anforderungen nicht. Experimentelle Studien belegen unmittelbare Wirkungen der Hochfrequenzstrahlung, die nicht mit dem Erwärmungsansatz erklärt werden können.»

Aktuelle Einschätzung der Behörden

Siehe Biologische Effekte schwacher Hochfrequenzstrahlung: Wissenschaftlicher Bericht im Auftrag des Bundesamts für Umwelt, Juni 2014

Siehe Einschätzung des Bundesamts für Umwelt BAFU, Stand 2017

Keine Haftung

Bei der zu erwartenden Vervielfachung der HF-Strahlenbelastung verhält es sich ähnlich wie bei andern langfristigen Umweltrisiken, früher etwa der grossen Nutzung der Asbestfasern: Sollten eines Tages grössere Schäden auftreten, muss die Mobilfunkindustrie dafür keine Haftung übernehmen. Sie kann geltend machen, dass keine Beweise für grössere Schäden vorlagen und dass die Behörden die Anlagen bewilligt hatten. Umso leichter fällt es der Mobilfunklobby heute, mögliche Risiken zu verharmlosen. Ihr Haftungsrisiko ist praktisch null.

«Die Industrie ist schneller als die Gesetzgebung»

Der pensionierte Physiklehrer Dieter Kuhn (Diplomphysiker UZH; Nachdiplomstudium Umweltlehre UZH; Stiftungsrat SES) teilt die Bedenken der Appell-Unterzeichner nicht. Die folgenden im Appell angesprochenen Probleme jedoch findet auch er bedenklich:

Grenzwertproblematik: Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass Grenzwerte unbedingt «übervorsichtig» festgelegt werden müssen.

Abhängigkeit von Experten: Bei allen komplexen Technologien müssen sich Juristen, Parlamente und Behörden auf Experten verlassen, weil sie selber das Fachwissen nicht haben. Solche Experten stammen tendenziell aus der Industrie, also dem «Dunstkreis», den es einzuschränken/zu kontrollieren gilt. Es ist schwierig, aber nicht unmöglich, unabhängige Fachleute zu finden.

Eigeninitiative der Industrie vs. «Technikfolgenabschätzung» und Gesetzgebung: Es zeigt sich überall, dass die Industrie schneller ist als die Ethik bzw. die Gesetzgebung. Das ist ein grundsätzliches Problem; ein «Moratorium» ist eine eher unschöne, aber leider gelegentlich notwendige «Notbremse». Nach meiner Erfahrung wird die Zeit, die man durch Moratorien gewinnt, oft schlecht oder gar nicht genutzt, was der Sache insgesamt natürlich schadet.

******************************************************************

Lesen Sie von Kurt Marti auf Infosperber:

Und von Daniela Gscheng ebenfalls auf Infosperber:

******************************************************************

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

AefU Moratorium G5
Bericht Auftrag BAFU
G3 Buwal Einschätzung 2003

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

16 Meinungen

Interessant an den Meinungen, der hier zitierten Experten, ist, dass keine Aussagen darunter sind, über die Langzeitwirkung dieser «harmlosen» Strahlungen. Röntenstrahlen sind auch «harmlos» (in Grenzen) und schadlich wenn eine gewisse Dauer der Betrahlung überschritten wird. Aber Langzeitstudien über G 5-Bestrahlung gibt es noch nicht - also nur los, riskieren wir es !
bernhard sartorius, am 26. Juli 2019 um 12:00 Uhr
Ich finde die Probleme von 5G sind gar nicht die Technik (es ist eigentlich nur ein etwas effizienteres Protokoll als 4G und würde für sich betrachtet zu *weniger* Strahlung führen) und auch nicht die gesundheitlichen Risiken (sie sind viel kleiner als wohlbekannte Risiken wie Gifte, Luftverschmutzung und Autos), sondern der gegenwärtige Hype und der daraus resultierende übermässige Gebrauch. Dabei entsteht die zunehmende Strahlung nicht wegen der Waschmaschinen oder Milchkartons (das sind winzige Datenmengen), sondern durch Leute, welche, getrieben durch Politik, Konzerne und Medienverbreiter, alles mögliche online und mobil «streamen», statt wie bis anhin via Rundfunk oder Kabel zu empfangen. Und das tun sie *innen*, wo die Strahlung schlecht hinkommt (gerade die neu zugelassenen hochfrequenten Bereiche), und deshalb die Sender *aussen* besonders stark strahlen (müssen). Eigentlich absurd.
Das Problem sind also die vielen neuen produzierten Geräte und der übermässige Konsum, resultierend in einem immensen Energieverbrauch, nicht 5G selbst. Und die Behörden und Politiker, welche solches in einem Art Digitalisierungswahn fördern. Z.B. soll das analoge UKW bald abgeschaltet werden. Obwohl der Wegfall dieses ineffizienten Protokolls die Strahlung zunächst verringert, wird sie durch den Rebound-Effekt der Zunahme des Radiohörens via Mobilfunk (Internet-Smartphone), zunehmen.
Theo Schmidt, am 26. Juli 2019 um 13:00 Uhr
1. Zum Kommentar von upg in der blauen Box: Woher nehmen Sie Ihre Informationen, was klinisch belegt ist? »..... dass eine sehr kleine Zahl besonders empfindlicher Menschen..."
Ich meine, Ähnliches in einer Aussendung der Mobilfunkbetreiber gelesen zu haben.
2. Bei den Experten bin ich immer sehr vorsichtig, solange ich nicht weiss, von wem sie welche Vergütungen aufs Konto erhalten. Das gilt auch für Universitätsinstitute. Ich erinnere daran, dass Philipp Morris Experten fand, die das Rauchen für unschädlich erklärten, die Atomlobby hat immer noch Experten, die die AKW's für todsicher halten, usw..
Mal angenommen, wir und die Experten wissen noch nicht so recht Bescheid, ob und wie gefährlich die 5G-Antennen sind - sollte man dann nicht warten, bis man's weiss? Oder soll man es, falls es sich als schädlich erweist, erst im Nachhinein stoppen wie z. B. das Asbest?
Wer verliert wenn wir es jetzt noch nicht installieren? Die Mobilfunkbetreiber, sonst vermutlich niemand.
Ich bin kein Technikfeind, aber ich brauch's eigentlich nicht.
Gerhard Gstrein, am 26. Juli 2019 um 13:47 Uhr
Die angestrebte totale Überwachung erfordert es, dass immer mehr Funkwellen im Mikrowellenbereich benötigt werden. Auch Satelliten werden dafür eingesetzt. Dazu kommen die schon lange vorhandenen Strahlungen durch Radar, Funk, Mobilfunk. Diese wirken sich auch auf die Wassermoleküle in der Luft aus. Dadurch entsteht Wärme. Die Atomkraftwerke produzieren zusätzlich Wasserdampf oder aufgewärmtes Flusswasser. Seriöse Wissenschaftler, wie sie im IPCC angeblich zu tausenden vorhanden sind, müssten alle möglichen Ursachen für eine Klimaerwärmung thematisieren und abbilden. Mit der stark fokussierten Thematisierung auf CO2 wird unter Umständen nicht eine Ursache, sondern eine erste Folge der Ursache beschrieben. Ich kann mich durchaus irren, aber das Thema „Strahlung“ scheint umschifft worden zu sein. Wenigstens hat es das Thema nicht in die Freitagsbewegungen geschafft. Wenn nun die aktuelle Klimaerwärmung nicht auf Milanković- oder andere Zyklen zurückzuführen ist – was hat den Prozess der aktuellen raschen Erwärmung angestossen? Wir wissen, dass die CO2-Kurve meist der Erwärmung folgt. Wir wissen auch, dass die Wärmewirksamkeit von CO2 nur logarithmisch erfolgt, nicht quantitativ-linear. Elektromagnetische Strahlung, die auf den Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre wirkt, lässt sich – wie beruhigend – nicht in Eisbohrkernen nachweisen. Wird eine CO2-Sau durchs Dorf getrieben, damit man den wirklich lukrativen und totalitären Wirtschaftszweigen nicht ans Bein zu pinkeln braucht?
Leonhard Fritze, am 26. Juli 2019 um 14:09 Uhr
Die gültigen Grenzwerte wurden auf Basis thermischer Effekte ( Erhöhung der Hauttemperatur um 1 Grad) festgelegt. Entscheidend sind aber die bisher negierten nichtthermischen Effekte. M.Pall ( J.Cell.Mol.Med. 17, 2013) hat 26 Originalpublikationen aufgeführt die klar einen Calcium-Einstrom in Zellen beweisen. Dies bedeutet eine Zellaktivierung bei gleichbleibender Temperatur und damit eine neue Qualität der Mikrowellenwirkung.
Dies erklärt eine Tumorpromotionswirkung, die bereits klinisch belegt ist.
Also wie beim Rauchen!
Fazit: Sofort stoppen.
Volker Georg Ullrich, am 26. Juli 2019 um 14:26 Uhr
Professor Ben Moore stellt die einzig relevante Frage, die für die Gesetzgebung zu berücksichtigen ist:
"5G macht mir als Wissenschaftler daher zurzeit keine Sorgen. Aber brauchen wir es auch wirklich?"
All die aufgeführten Anwendungen brauchen wir definitiv nicht. Der vorgebrachte «einmalige gesellschaftliche Wandel» ist eine Geschäftsabsicht von Konzernen, mehr nicht. Die Lösung der dringenden Probleme der Menschheit benötigt kein G5!
Walter Schenk, am 26. Juli 2019 um 15:19 Uhr
Hallo, eine wichtige «Nebenwirkung» von 5G haben Sie nicht genannt: Durch 5G ist eine lückenlose Überwachung der Bürger*innen möglich. Anhand der gesendeten Daten weiss man in Echtzeit, wo sich jeder aufhält, mit wem man sich trifft und anhand der Einkäufe weiss man z. B. auch, ob man jemanden versteckt. Man weiss ob jemand fragwürdige Orte aufsucht oder Mitglied einer Sekte ist und, und, und.... Wir bekommen chinesische Verhältnisse, wo die Bürger bereits nach diesem System benotet und je nach Verhalten belohnt oder bestraft werden. Bei uns erstellen Profiler je nach Nutzung der sozialen Medien bereits ein Profil von jedem Bürger, das z. B. bei einer Bewerbung den Ausschlag geben kann, ob man den Job bekommt oder nicht. 5G liefert da noch eine Menge Daten dazu....
Heidi Matt, am 26. Juli 2019 um 15:46 Uhr
Besten Dank für diese vielseitige Auslegeordnung.
Ganz futuristisch betrachtet scheint es, dass die Menschheit alles vorbereitet, damit die Künstliche Intelligenz mal alles übernehmen kann.
Unsere Enkel habe ich sensibilisiert, ich werde es wohl nicht erleben.
(Wir haben trotzdem schon 1 Rasenmäher, 1 Sprinkleranlage, 2 chinesische Staubsauger und 1 Auto mit Internet-Anschluss regelmässig und zuverlässig in Betrieb.)
Heiner Graafhuis, am 26. Juli 2019 um 16:22 Uhr
Danke für den Artikel, inklusive Kommentare.

Die Befürchtungen sind teilweise überzogen und sachlich nicht belegt.

Allerdings machen es sich Schulwissenschafter, welche die Technik verteidigen, viel zu einfach.
Sätze wie «Ich sehe auch nicht ein, wie diese Krebs verursachen könnte.» sollte man sich sparen. Mangelnde Einsichtsfähigkeit schützt nicht vor Schäden.
Auch sollte nicht länger diese Geschichte mit dem thermischen Effekt aufgewärmt werden. Wir wissen unterdessen, dass es nicht um diesen geht.

Wie wäre es, wenn Firmen wie die Swisscom, anstatt Millionen in PR-Kampagnen zu buttern, selber ernsthafte Forschung betreiben würden? Auf welchem Weg werden sensible Personen (dass es solche gibt, bestreitet ja offenbar kaum jemand) beeinträchtigt? Wenn die Sichtweise, die z.B. Ben Moore vertritt, zutreffen würde, dann wäre es ja eigentlich gar nicht möglich, dass einzelne Personen viel stärker reagieren.

Ebenso sollten die Heilsversprechungen der Industrie hinterfragt werden. Ein selbstfahrendes Auto braucht per Definition kein Highspeed-Internet, sonst wäre es ein ferngesteurertes Auto. Ein «intelligentes» Haus lässt sich per Glasfaser erschliessen, die Geräte darin per Kabel oder W-LAN.

Und bevor wir vollgas alles digitalisieren, könnten wir uns auch überlegen, welches Problem wir überhaupt mit dem Mikrochip in der Windel lösen wollen, und welchen Energie- und Rohstoffverschleiss ein solcher Ansatz nach sich ziehen würde.
Daniel Heierli, am 26. Juli 2019 um 18:51 Uhr
In einem Antrag der Swisscom beim Weltpatentamt aus dem Jahr 2004 für eine Erfindung, welche die Strahlung von drahtlosen Netzwerken reduzieren sollte, wurde auf verschiedene Studien hingewiesen und resümiert: «Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass die genotoxische Wirkung elektromagnetischer Strahlung auf nicht-thermischem Weg hervorgerufen wird. […] So war es möglich, zu zeigen, dass Mobilfunkstrahlung dem Erbgut Schaden zufügen kann, speziell in menschlichen weissen Blutzellen, wobei sowohl die DNA selber beschädigt wird als auch die Anzahl der Chromosomen verändert werden. Diese Mutation kann folglich zu einem erhöhten Krebsrisiko führen.» Dies ist im Internet nachlesbar: (https://docs.wixstatic.com/ugd/12550c_2616cbe101744e9397678d81bac1bd31.pdf). Am 31. Mai 2011 stufte die IARC, eine Unterorganisation der WHO, Mobilfunkstrahlung als «möglicherweise Krebs erregend» ein, wobei einzelne Experten für «wahrscheinlich Krebs erregend» votierten (https://www.iarc.fr/wp-content/uploads/2018/07/pr208_E.pdf und https://www.buergerwelle-schweiz.org/themen/?page=3). Mensch und Tiere sind elektrobiologische Wesen; in allen Nerven fliessen schwache elektrische Ströme. Die Nerven wiederum beeinflussen das Immunsystem – dieser Zusammenhang ist erforscht –, so dass Mobilfunkstrahlung via Nerven auf das Immunsystem wirkt und beiträgt zu steigenden Krebsraten, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Infektanfälligkeit, Bienen- und Insektensterben, usw... .
Urs Georg Allemann, am 26. Juli 2019 um 21:52 Uhr
Verschiedentlich wird in obigen Kommentaren vor Überwachung gewarnt. Tatsächlich erlaubt oder bedingt sogar jede Mobilfunk-Technologie das Erstellen von Bewegungs und Kommunikations-Profilen. Dies im Gegensatz zu WLAN, wo viel weniger solche Daten anfallen können. Trotzt meines Kommentars weiter oben zu starken Aussensendern, ermöglicht die 5G-Technologie auch kleine, gerichtete Sender, z.B. in Innenräumen im Milliwatt-Bereich, ähnlich wie heutige WLAN-Router. Aber eben mit grösserem Überwachungspotential.

Und die Konsumenten, geködert von billigen «Flat-rates» und der Bequemlichkeit, sich nicht zuerst in einem (möglicherweise sicherheitskritischen) WLAN-Netz anmelden zu müssen, werden es schlucken und ihre Daten preisgeben. Freiwillig.
Theo Schmidt, am 27. Juli 2019 um 08:21 Uhr
Vor lauter Panik vor der Strahlung vergessen die Gegner, sich gründlich Gedanken zu den Anwendungen zu machen und was diese für die Gesellschaft bedeuten könnten. Wie wir damit umgehen dürfte viel entscheidender für die gesellschaftliche «Gesundheit» sein, als die eher geringfügig zusätzliche Strahlung.
Josef Brusa, am 27. Juli 2019 um 22:28 Uhr
Reparaturen sind an den neuen Geräten immer weniger möglich. Materialverbrauch und Elektronik-Schrott werden zunehmen.
Ekkehard Blomeyer, am 28. Juli 2019 um 08:33 Uhr
Danke an die IS-Redaktion für die tolle Übersicht über den aktuellen Kenntnisstand in der Schweiz.
Konrad Staudacher, am 28. Juli 2019 um 12:43 Uhr
Danke auch der Redaktion! Zwei weiterere Nachteile von 5G seien hier nachgetragen. Sehr viele Smartphones verwenden heute noch 3G, viele Datenübertragungsgeräte noch 2G. Wenn 5G verbreitet sein wird, werden die 2G Netze (sehr bald) und 3G Netze (bald) abgeschaltet und sehr viele Geräte unbrauchbarer Elektroschrott, so die drei Smartphones in meiner Familie. Das freut die Hersteller, manche Kunden und die «Umwelt» hingegen nicht.

Zudem werden die schon heute zunehmend schlecht programmierten Websites noch mehr Überhand nehmen (Infosperber ist eine sehr löbliche Ausnahme, wenigstens so lange das Scripting für externe Server ausgeschaltet ist!); es wird wohl fast keine effizienten Websites oder Streamingdienste mehr geben. (Gerade hat sogar 3sat seine früher tolle Mediathek schlimm verwurstet und deren Player sendet *bei jedem Aufruf* als Standard mit der allerhöchsten Auflösung.) 5G und teilweise 4G Nutzer werden solche energiefressende und strahlungsintensive Neuerungen nicht bemerken und reklamierende 3G Nutzer wird es nicht mehr geben.
Theo Schmidt, am 31. Juli 2019 um 12:53 Uhr
nebst der schaedlichen Strahleneinwirkung auf Lebewesen, niemand reded von der Verschandelung der Natur durch tausende Antennen die ueberall installiert werden muessen um die welt flaechendeckend zu verstrahlen, dazu kommt noch die unsichtbare Verschrottung des Weltalls durch tausende von Satelitten die 5G benoetig. Die Verantwortlichen fuer den Schaden die an Mensch und Tier durch diesen 5G anrichten, werden nie zur Rechenschaft gezogen, da sie nicht lange genung leben um die Auswirkungen dieser wahnwitzigen technologie zu erleben
Rudolph Stucki, am 27. August 2019 um 19:02 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.