Ausbruch von Corona an einer Basler Primarschule © cc Moser
Unterrichtsmaterialien Corona © Internetzitat

Corona und die «neue» Normalität der Schulen

Heinz Moser / 09. Jun 2020 - Nach dem Lockdown der Schulen hat seit dem 11. Mai der Unterricht wieder begonnen. Kann daraus gelernt werden?

Die Öffnung der Schulen ist vorsichtig und oft mit reduziertem Pensum vorgenommen worden. Für diesen Neuanfang spricht die Aussage des Bundesamts für Gesundheit (BAG), wonach Kinder viel weniger häufig als Erwachsene erkranken: Gerade 1 Prozent der Erkrankungen betreffen danach Kinder unter 10 Jahren, respektive 2 Prozent Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Doch ein guter Teil an Verunsicherung ist geblieben. So gibt es auch skeptischere Prognosen, etwa von der australischen Epidemiologin Zoë Hyde, die auf Twitter verschiedene Studien zusammenfasst: «Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Kinder genauso wahrscheinlich infiziert sind wie Erwachsene. Einige Kinder können an einer schweren Krankheit leiden.»

Systematische Schulbildung kann nicht aufgeschoben werden

Trotzdem sind Lockerungen unabdingbar; denn in vielen Familien war in den letzten Wochen die doppelte Last der Betreuung der Kinder und das gleichzeitige Arbeiten im Homeoffice kaum noch erträglich. Auch die Abschottung von Freund/innen und Gspänli im Alltag machte vielen Kindern immer mehr zu schaffen. Bei den wenigen Ansteckungen der letzten Wochen schien das Weiterführen eines konsequenten Lockdowns immer weniger begründbar.

Das Recht aller Kinder auf Bildung darf durch die Pandemie nicht ausgehebelt werden. Denn durch eine unkontrollierte Ausdehnung des Lockdowns könnte eine «verlorene Generation» entstehen, welche bildungsmässig nur unzureichend auf das Erwachsenenleben vorbereitet wird. Es werden Zeugnisse fehlen, verpflichtender Unterrichtsstoff fällt aus und Wissenslücken werden sich nicht leicht wieder schliessen lassen. Vor allem Kinder aus Sozialschichten, welche im Fernunterricht wenig Unterstützung von ihren Eltern erhalten, werden die Benachteiligten der Corona-Schulkrise sein.

Auch Mahner der ersten Stunde wie der deutsche Virologe Christian Drosten befürworten deshalb Öffnungen – wenn dabei die Vorsicht nicht vergessen wird. Drosten rät vor allem zur Vorsicht in geschlossenen Räumen. Er verweist dabei auf einen kürzlich abgehaltenen Gottesdienst in Frankfurt am Main, der über 100 Covid-19-Infektionen in einer Baptisten-Gemeinde zur Folge hatte. «Die Aerosolübertragung spielt eine wichtige Rolle», kommentierte Drosten im Deutschlandfunk. Wenn ein Virus in der Raumluft stehe, dann müsse diese Luft bewegt werden, mit Lüften mittels offener Türen und Fenster sowie der Nutzung von Ventilatoren. Und man könne an manchen Orten – mindestens im Sommer – auch einen Teil der Schule ins Freie verlegen.

Christian Drosten sieht in der jetzigen Phase der Epidemie einen «Tanz mit dem Tiger». Man müsse Stückchen für Stückchen herausfinden, wie weit man dem Tier die Leine lösen könne, ohne dass es gleich über einen herfalle.

Das Virus ist verschwunden, aber immer noch präsent

Zum Tanz mit dem Tiger gehört, dass das Virus zwar immer mehr zu verschwinden scheint. Trotzdem kann es jederzeit zu neuen lokalen Ausbrüchen kommen. Auch wenn sich die Ansicht durchgesetzt hat, dass Kinder weniger vom Corona-Virus betroffen sind als Erwachsene und nicht als Pandemie-Treiber angesehen werden können, ist es nicht sicher, ob wir das Gröbste schon überstanden haben. Schulen als Eingangstor können schnell zum Mittelpunkt eines lokalen Hotspots werden.

So ist in den letzten Tagen bekannt geworden, dass gemäss Forschungen an der ETH in der Schweiz die 10- bis 20-Jährigen sehr stark und die 35- bis 45-Jährigen ebenfalls überdurchschnittlich zur Verbreitung des Virus beigetragen haben. Schon wenige infizierte Kinder können eine Kettenreaktion auslösen. So wurden an einer Basler Primarschule zwei Fälle bei Kindern gemeldet. Resultat: Rund 70 Personen (Kinder und Erwachsene) mussten darauf in Quarantäne. In Israel wird ein kürzlicher Anstieg der Infektionen hauptsächlich auf Schulen zurückgeführt. Nach Sigal Sadetsky, Leiter des öffentlichen Gesundheitswesens im Gesundheitsministerium, sind 31 Schulen im ganzen Land als „Zentren“ der neuen Fälle identifiziert worden. Ganz ähnlich die Situation in Göttingen: Infolge von Familienfesten haben sich nach dem 23. Mai 2020 rund 120 Personen mit Corona infiziert. Nun werden alle Kontakte verfolgt und das öffentliche Leben wieder stark eingeschränkt. Für mehrere Tage werden jetzt auch die Schulen, welche gerade geöffnet wurden, wieder geschlossen.

Obwohl bei Kindern Covid-19 selbst selten ausbricht, beunruhigen Berichte von Kindern, die Antikörper in sich tragen. Sie leiden an Fieber, haben starke Bauchschmerzen und Ausschläge. Etwa die Hälfte der jungen Patienten mussten gemäss dem Kinderarzt Sunil Sood von der Cohen-Kinderklinik in New York wegen einer Herzmuskelentzündung auf die Intensivstation verlegt werden. Die Erkrankung weist Ähnlichkeiten mit dem Kawasaki-Syndrom auf, einer schweren Gefässerkrankung bei Kindern, die zum Organversagen führen kann.

Angesichts der vielen Wissenslücken zur Verbreitung des Virus ist es für eine pauschale Entwarnung zu früh: Für Überraschungen ist das Corona-Virus nach wie vor gut.

Die «neue Normalität»

Generell wird es für die Schulen schwierig sein, zu einer neuen Normalität zurückzufinden. Lokale Ausbrüche können immer wieder zu Quarantänefällen und temporären Schliessungen führen. Und es ist kaum möglich, in Schulzimmern mit mehr als zwanzig Kindern die üblichen Abstandsregeln einzuhalten. Dazu kommen die Lehrerinnen und Lehrer, die zum Teil auch Risikogruppen angehören. Gemäss der «NZZ» vom 30.5.2020 können im Kanton Zürich 250 Lehrerinnen und Lehrer nicht unterrichten.

Fernunterricht und digitales Lernen als Teil der künftigen Schule

Viele Bildungspolitiker hoffen dagegen, vom Fernunterricht schnell wieder zum voll etablierten Präsenzunterricht zurückkehren zu können. Schule soll dann wieder so wie vor Corona funktionieren. Wie weit dies unter Corona-Bedingungen möglich ist, kann heute nicht abgesehen werden. Fernunterricht und eine Reduzierung der Gruppengrössen im Präsenzunterricht werden noch lange die neue Normalität der Schulen begleiten. Sie sind Mittel, die uns helfen werden, den «Tanz mit dem Tiger» zu gewinnen.

Doch möglicherweise ist es nicht wünschenswert, einfach zum Regime der «alten Schule» zurückzukehren. Weiterfahren mit dem Präsenzunterricht wie vor Corona vergibt die Chancen, die sich in der Öffnung der Schulen auf ausserschulisches Lernen gezeigt haben. Geht man davon aus, dass auch in der Arbeitswelt das Homeoffice und Online-Aktivitäten nach Corona eine grössere Bedeutung erhalten, so muss eine Schule, die auf das Leben vorbereiten will, in Zukunft die Vermittlung von Online-Kompetenzen viel ernster nehmen.

Man darf das digitale Lernen nicht mit dem blossen Verlust von sozialen Kompetenzen verwechseln, der möglichst schnell zu kompensieren ist. Fernunterricht ist nicht einfach «fern» von Kommunikation. Vielmehr verlangt das digitale Online-Lernen ebenfalls soziale Kompetenzen – nur eben andere als der Präsenzunterricht. Schon in der Schule muss man lernen, wie man Fake News erkennt oder wie man ohne physische Anwesenheit eine vertrauensvolle Kommunikation im Netz entwickelt. Es geht also nicht nur um Notmassnahmen in Corona-Zeiten, sondern um die Nachhaltigkeit von Lernzielen, die für das Leben in der zukünftigen digitalen Gesellschaft zentral wichtig werden.

Seit den 90er Jahren: Weiterbildungen mit zweifelhaftem Erfolg

Es ist erstaunlich, wie schwer sich die Schulen schon seit mehreren Jahrzehnten mit verstärktem Medienbildungseinsatz und digitalem Lernen getan haben. Schon seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es in den Kantonen immer wieder flächendeckende Weiterbildungen zur Nutzung des PCs und der digitalen Medien in den Schulen. Doch diese versandeten in der Praxis häufig ohne den erhofften Widerhall. Nicht einmal der Lehrplan 21, der Medien und Informatik im Lehrplan explizit vorsieht, hat die Situation nachhaltig verändert. Hier ist die Notwendigkeit, sich nach dem Lockdown auf Formen des Fernunterrichts einlassen zu müssen, ein Lichtblick und nicht ein Notnagel in Krisenzeiten.

Die zwiespältigen Seiten des Lernens im Lockdown

Insgesamt sind allerdings die Erfahrungen mit dem Fernunterricht zwiespältig: Positiv an diesem Notfall-Unterricht war die Flexibilität, mit der sich die Lehrerinnen und Lehrer auf Fernunterricht unter Pandemie-Bedingungen einstellten. Das grosse Engagement der Lehrpersonen traf dabei oft auf Schülerinnen und Schüler, denen das selbständige Lernen Spass machte. Und es war überhaupt die einzige Möglichkeit, einen regelmässigen Unterricht trotz Schulschliessungen zu gewährleisten.

Dennoch war nicht alles Gold, was glänzt. So muss man zukünftig vermeiden, dass die Eltern beim Fernunterricht als unfreiwillige Lehrpersonen eingesetzt werden. Sie sind dazu weder ausgebildet noch haben sie genügend Zeit, um neben ihrem Beruf den schulischen Anforderungen an das Lernen zu genügen. Ein Lockdown, wo die Eltern Lehrerlis spielen und die professionellen Lehrpersonen kaum mehr als Übungen an die Kinder verschicken und korrigieren, ist ein ungenügendes Schulkonzept für das unterrichtliche Fernlernen.

Zudem kann nicht genug betont werden: Digitales Lernen ist mehr als traditioneller Fernunterricht, wo Lernaufgaben bearbeitet werden, die dann von den Lehrenden korrigiert werden. Die Website LernenTrotzCorona.ch der Pädagogischen Hochschule Schwyz rät zudem zur Vorsicht bei Vergleichen mit dem Notfall-Fernunterricht des Frühlings: Es sei kein normaler Fernunterricht gewesen, der von langer Hand geplant wird und gezielt orts- und zeitunabhängiges Lernen ermöglicht.

Es war denn auch nicht daran zu denken, auf diese Weise den «normalen» Unterricht weiterzuführen – zumal niemand auf eine solche Notsituation vorbereitet war. Dies führte zu jener hilflosen Unverbindlichkeit, die in vielen Dokumenten der Erziehungsdepartemente zu finden ist –etwa bei folgenden Anweisungen im Kanton Nidwalden: «Bis zur Öffnung der Schule stellen die Lehrpersonen den Kindern und Jugendlichen Lernmaterialien zur Verfügung und erteilen stufengerechte Arbeitsaufträge.»

Auf diese Weise wurde versucht, das Beste aus einer ungewöhnlichen und prekären Situation zu machen. Auf der Homepage einer Primarschule in Heiden finden sich zum Beispiel folgende Inhalte für die Grundstufe:

Unterrichtsmaterialien einer Primarschule

Solchen Lernaufgaben merkt man es an, dass sie aus der Not geboren sind. Ein Lehrer aus dem Kanton Zürich zum Fernunterricht: «Es waren oft auch Füller, um die Heimarbeit intelligent auszufüllen und die Schülerinnen und Schüler bei der Stange zu halten.»

Der Kampf mit der vermaledeiten Technik

Einschränkend ist auch festzustellen, dass häufig die zu verwendenden Geräte, Tools und Lernplattformen im Mittelpunkt der Bemühungen um das Fernunterrichten standen. Sollte man für Videochats «Zoom», «Skype» oder «Microsoft Teams» einsetzen? Und wollte man Lernplattformen wie «Schabi», «Edulo» oder «Moodle» benutzen? Technische Fragen und Unsicherheiten, wie man solche Tools benutzt, rückten gegenüber Fragen nach der inhaltlichen Didaktik des Fernunterrichts in den Mittelpunkt. Guter Fernunterricht war mehr mit der sicheren Beherrschung bestimmter Tools verbunden als mit «spannenden» Unterrichtsideen im Rahmen der Anforderungen des Lehrplans.

Ein weiteres Problem zeigt sich bei den Lehrbüchern: Sie gehen meist von den Anforderungen des Präsenzunterrichts aus. Online-Aufgaben sind nur zusätzliches Arbeitsmaterial und nicht Anleitungen, wie man die Lernleistungen durch einen intelligenten Mix von On- und Offline-Aktivitäten verbessern kann.

Flexibles Lernen on- und offline

Wenn jetzt die Rückkehr zur Normalität wieder als Silberstreif am Horizont steht, darf man allerdings nicht vergessen, dass jederzeit wieder Epidemie-Ausbrüche mit Schliessungen von Schulen möglich sind. Die Vorbereitung auf eine «zweite Welle» bedeutet auch, die Potenziale des Fernunterrichts zur flexiblen Ausgestaltung des Unterrichts noch stärker auszunützen. Die folgenden digitalen Lernformen zeigen beispielhaft auf, wie der Fernunterricht noch besser auf unterschiedliche schulische Lernformen abgestimmt werden kann:

- Lernschwächen können individuell im Online-Medium angesprochen und bearbeitet werden. Gerade die Erfahrungen der heilpädagogischen Förderungen können auf diese Weise mit dem Mittel einer Online-Unterstützung aufgenommen werden. Und das muss nicht allein über sprachliche Aufgaben geschehen. Schwierige Abläufe können auch per Video veranschaulicht und online geübt werden. Es kann aber auch Lernstoff zur individuellen Bearbeitung abgegeben werden, der nach der Vorbereitung zuhause in der Schule diskutiert und weiter vertieft wird.

- Senioren oder Lehrpersonen aus Risikogruppen können individuell online zur Förderung von Schülerinnen und Schülern eingesetzt werden. Auch Online-Vorlesen mit Seniorinnen wird auf diese Weise möglich – und im Chat können Schülerinnen und Schüler dazu auch Feedback geben und diskutieren.

- Kleingruppen arbeiten zuhause selbstorganisiert an Online-Projekten, die von den Lehrpersonen gecoacht werden. Sie recherchieren zum Beispiel auf dem Internet Geografie-Fragen zu Paris und erstellen eine Präsentation, die dann mit jener von Kolleg/innen über London in einer Halbklasse im Präsenzunterricht diskutiert und verglichen werden.

- Anstatt im Präsenzunterricht stellen Kleingruppen die Resultate von Projektarbeiten online vor und diskutieren diese in diesem Rahmen. Oder die Lehrperson führt online mit einem Video in eine vertiefende Fragestellung ein, welche mit Aufgaben im Heimunterricht bearbeitet wird.

- Zur Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler werden Zweierteams gebildet, indem ein Schüler als Götti für Nachhilfe zur Verfügung steht.

Fazit für die «Nach-Corona-Schule»

Investitionen in solche neuen Lernformen sind auch abgesehen von Corona sinnvoll. Schule ist, wie schon die Pandemie zeigte, eng mit dem Leben ausserhalb der Schule verbunden. Social Media und Internet sind Informationsquellen, die letztlich das Lernen im Schulalltag herausfordern. Die Öffnung der Schulen auf ausserschulisches Lernen ist schon deshalb ein Gewinn, weil Online-Lernen auch an weiterführenden Schulen und im gesamten Weiterbildungssystem immer zentraler wird. Dieser Weg sollte schon in der Volksschule vorbereitet werden.

Der Lockdown wirkte wie ein grosses Experiment, das aufzeigt, wie Schule auch noch sein könnte. Unerlässlich wäre es deshalb, die Erfahrungen mit dem Lockdown differenziert flächendeckend in den Schulen auszuwerten und für die Gestaltung der zukünftigen Schulen zu nutzen.

Ähnlich wie zu Corona die Empfehlung heisst: «testen, testen, testen», so müsste es für die Schulen zur Digitalisierung heissen: «Weiterbildung, Weiterbildung, Weiterbildung». Zwei Wochen zur Auswertung der Erfahrungen dieses Frühlings mit dem Fernunterricht wären das Mindeste an Weiterbildung, das sich jede Schule dazu in diesem Sommer leisten müsste.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Der Autor war bis 2013 Dozent für Medienpädagogik an der PH Zürich und er ist Autor des Buches «Einführung in die Medienpädagogik. Aufwachsen im digitalen Zeitalter», Wiesbaden 2019.

9 Meinungen

Es ist klar, dass Sie als nicht ganz neutraler Digitalisierungsbegeisterter weiter «Voran» rufen. Als Lehrkraft sind meine Erfahrungen mit dem längerfristigen Erfolg digitaler Lernmethoden bis jetzt in den allermeisten Fällen wenig erfreulich. Das hat nicht nur mit der Corona-Verunsicherung zu tun, sondern damit, dass Lernen eben doch auch eine Beziehungsangelegenheit ist. Die vielgestaltigen Aspekte einer Lernbeziehung sind beim Lernen am Flachbildschirm aber nun mal eingeschränkt- das lässt sich auch mit aller Begeisterung für neue Lerntechnik nicht schönreden!
Gundula Balder, am 09. Juni 2020 um 15:47 Uhr
Wenn die Lehrer+Innen digital Ungenügendes leisteten während der Corona-Krise, dann kann man ihnen keinen Vorwurf machen, denn der Lohn eine(s)+r Lehrer(s)+in ist auch ungenügend im Verhältnis zu dem, was sie+er für die Gesellschaft leistet.
Ruedi Beglinger, am 09. Juni 2020 um 16:43 Uhr
Danke für den Artikel, den ich grundsätzlich sehr informativ finde. Aber im Abschnitt «Virus verschwunden, aber immer noch präsent» hätte ich mir eine etwas genauere Recherche gewünscht. Für das Kawasaki-Syndrom bei Covid-19 gibt es bislang keine signifikanten Hinweise für eine Kausalität, sondern es ist bislang nur eine Beobachtung.

Das Zweite: Sie schreiben «Obwohl bei Kindern Covid-19 selbst selten ausbricht, beunruhigen Berichte von Kindern, die Antikörper in sich tragen. Sie leiden an Fieber, haben starke Bauchschmerzen und Ausschläge.» Das klingt natürlich schrecklich, aber ich muss Ihnen als Mutter sagen, dass genau diese drei Symptome die häufigsten Befindlichkeiten bei Kindern sind. Kinder bekommen rasch einmal einen Tag Fieber (wegen irgendetwas), Ausschläge sind weit verbreitet und Bauchschmerzen ebenso, wobei letztere häufig auch Ausdruck für Stress oder Ängste sind.
Mir scheint dieses «Beunruhigende» also wirklich nicht beunruhigend, sondern alltäglich bei Kindern, und mir kommt es da schon vor, als ob man wieder etwas heranziehen wollte, um Covid-19 noch etwas schlimmer darzustellen.

Und zu den Herzmuskelentzündungen der hospitalisierten Kinder: Sehen Sie doch einmal, welche Nebenwirkungen Hydroxichloroquin hat? Das dürfte dieses «Phänomen» wohl auch entkräften, gerade in N.Y., wo viele Farbige darunter sind, die auf dieses Medikament besonders mit Herz- und Kreislaufsymptomen reagieren.
Nicole Chisholm, am 09. Juni 2020 um 18:06 Uhr
Zitat: «Fernunterricht ist nicht einfach «fern» von Kommunikation. Vielmehr verlangt das digitale Online-Lernen ebenfalls soziale Kompetenzen – nur eben andere als der Präsenzunterricht.»
Wie kann man so etwas nur schreiben?: Menschen brauchen ein echtes Gegenüber, so sind wir geschaffen worden. In der virtuellen Welt kann doch nicht von Sozialkompetenz gesprochen werden, denn es handelt sich hierbei um eine Scheinwelt ohne jegliche Gefühle oder Wärme. Ich staune immer wieder neu, was sog. gebildete (oder muss man sagen verbildete) Menschen denken und auch noch veröffentlichen. Tatsächlich findet statt Evolution eine sichtbare DEvolution statt. Der Mensch (ohne Gott) degeneriert zum Unmenschen. So wird es auch vorausgesagt...
René Lütold, am 10. Juni 2020 um 11:10 Uhr
Auch bei mir stellt sich der Verdacht ein, dass hier ein Medienpädagoge noch etwas für seine Fachrichtung herausholen will.

Über die Verbreitung von Covid-19 bei Kindern hätte ich mir etwas fundiertere Informationen gewünscht.
Die Aussage «Obwohl bei Kindern Covid-19 selbst selten ausbricht, beunruhigen Berichte von Kindern, die Antikörper in sich tragen. Sie leiden an Fieber, haben starke Bauchschmerzen und Ausschläge.» ist schlicht unsinnig.
Warum sollten Antikörper beunruhigen? Die Antikörper sind ganz bestimmt nicht die Ursache von Fieber, Bauchschmerzen und Ausschlägen. Dass in seltenen Fällen auch Kinder erkranken können, ist bekannt. Wenn eine Krankheit weltweit unter Beobachtung steht, ist es auch kein Wunder, dass ab und zu auch dramatische Fälle gefunden werden. Ohne halbwegs verlässliche Zahlen, die eine Einordnung erlauben, ist der Informationsgehalt von Einzelfallberichten nahe bei null.
Daniel Heierli, am 10. Juni 2020 um 21:09 Uhr
Längst ist deutlich, dass die behauptete Epidemie in der Schweiz nicht stattgefunden hat. Die meisten Prognosen wurden stark übertrieben, trotzdem kann Herr Moser es nicht lassen, mit ebenso reisserischen wie falschen Behauptungen weiter Angst zu schüren.
Dass er damit seine Partikularinteressen bedienen will, ist geradezu peinlich offensichtlich. Anstatt die völlig übertriebene Reaktion von Politik und Medien einer Kritik zu unterziehen, versucht er ein paar billige pädagogische Konzepte für computerisierten Unterricht aus dem Hut zu zaubern, den er offenbar für die Zukunft als unabdingbar hält. Dass Lernprozesse primär durch menschliche und soziale Interaktionen bedingt werden und diese durch technisches Gerät gerade verhindert werden, ist ihm offenbar entgangen.
Auf der einen Seite wird beklagt, dass Kinder und Jugendliche die meiste Zeit vor Bildschirmen verbringen und dadurch elementare motorische und kognitive Fähigkeiten verloren gehen. Unter dem Vorwand des Gesundheitsschutzes wird aber nun genau diese Gruppe ohne Not richtiggehend vor diese Geräte gezwungen. Das will uns der Autor als Chance und Fortschritt verkaufen.
Noch ist offen, ob die sogenannte Epidemie oder die Kur dagegen mehr Opfer fordern wird. Wenn aber ausgerechnet Kinder und Jugendliche am längsten auf die Normalisierung warten müssen, liegt das m.E. daran, dass sie keine Lobby haben, aber als Zielgruppe für den Verkauf von technischen Surrogaten für eine eingebildete Krankheit herhalten müssen.
Philippe Schaunig, am 11. Juni 2020 um 10:26 Uhr
Neue Erkenntnisse über das Verhältnis von «Neutrophilen Granulozyten» zu «T-Killerzelle» im Blut. Das erklärt viel bisher Unverständliches bei Covid-19.
Die allermeisten bei denen SARS-CoV-2 nachgewiesen ist, nicht erkranken, tragen meist auch keine Antikörper. Ist auch gar nicht nötig, weil ein intaktes Immunsystem mit SARS-CoV-2 lässig fertig wird.
Von diesem Virus infizierte Zellen werden sicher von «T-Killerzellen» vernichtet, wenn genügend davon im Blut sind. Befinden sich aber zuviele «Neutrophile"-Granulozyten im Blut, zerstören diese zu viele T-Killerzellen. Wenn zusätzlich Ernährung u/o Lebensweise die Bildung von T-Killerzellen nicht begünstigt, wird es noch gefäherlicher an Covid 19 schwer zu erkranken od. zu versterben.

Im Alter, bei Übergewicht, Herz-, Kreislauf- Problemen, zu hohem Blutdruck sind die «Neutrophilen» in der Regel in der Überzahl. Bei bestimmten med. Anwendungen, z.B. Chemotherapie, sowieso.
Ein Blutbild über das Verhältnis von T-Killerzellen zu Neutrophilen ist viel aussagekräftiger identifiziert die stark Gefährdeten sicher.
Nur die müssten vorsorglich in Quarantäne geschützt und therapiert werden.
Deshalb sind Kinder meist nur Überträger des Virus, ausser sie sind z.B. stark Übergewichtig oder die Lebensweise ist generell für T-Killerzellen ungünstig u/o begünstigt die Bildung von Neutrophilen.
Wer sich so nicht testen lässt und schwer an Corona erkrankt oder verstirbt, ..., des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Ludwig Pirkl
Ludwig Pirkl, am 11. Juni 2020 um 19:41 Uhr
„Gerade die Erfahrungen der heilpädagogischen Förderungen können auf diese Weise mit dem Mittel einer Online-Unterstützung aufgenommen werden.“
So ein Satz kann nur jemand veröffentlichen, dessen ganz konkrete Berufserfahrung als Heilpädagoge im umgekehrten Verhältnis zu seiner Digitalisierungsbegeisterung steht.
Sonst wüsste er nämlich, dass eine der verbreitetsten Herausforderungen für heutige Heilpädagogen darin besteht, Schulkinder mit besonderen Bedürfnissen überhaupt einmal wieder in die Lage zu bringen, sich auf einen einzigen Auftrag zu konzentrieren, ohne dass eine Lehrperson dauernd neben dem Kind sitzen muss.
Und bis zu einem wirkungsvollen selbstgesteuerten Lernen mit digitalen Mitteln führt der Weg zuerst noch über die Einsicht, dass Lernen nicht immer Spass machen kann und halt trotzdem getan werden muss - eine Hürde, die sich (besonders bei Kindern) aufgrund der hohen Emotionalität der Sache nur im realen, unmittelbar persönlichen Kontakt überwinden lässt.
Digitalisierung in der Schule mag also bei genügendem Abstand zur konkreten Praxis als Allheilmittel für die Folgen einer verfehlten Sparbildungspolitik (Klassengrössen, Abschaffung von guten Kleinklassen, Selbstverwaltung von IT-Schulnetzwerken durch Lehrpersonal,...) verlockend erscheinen, aber mit dem konkreten Schulalltag mit Schulkindern, die sich nicht wie in den wohlklingenden Digitalisierungskonzepten verhalten, hat sie ernüchternd wenig zu tun.
Alex Vorburger, am 13. Juni 2020 um 03:34 Uhr
Herr Moser ist ein verdienter Fachmann für Medienpädagogik. Ich kenne sein Buch und habe auch entsprechende Ausbildungen genossen. ABER: Die «Digitalisierungen» der Schulen bzw. des Unterrichts verliefen (und verlaufen noch immer) so, dass (sofern Geld da war) in einen elektronischen Gerätepark und in Netzwerkinfrastruktur investiert wurde. Und dabei liess man es bewenden! Lehrpersonen wurden NICHT flächendeckend in Medienpädagogik ausgebildet. Das hat sich jetzt im Vorfeld der Corona-Krise gerächt. Herr Moser macht in seinem Artikel zudem selber den Fehler, der auch von vielen Schulbehörden und Lehrpersonen gemacht wird: Man vermischt Medienpädagogik und Informatik (--> Lehrplan 21). Auch hier wieder: «Oh, für Informatik brauchen wir Computer!» Dazu sagt Prof. Hromkovic, der das Ausbildungs-​ und Beratungszentrum für den Informatikunterricht an der ETH gründete: «Informatik geht auch bloss mit Papier und Bleistift!» Gerade die Tatsache, dass hier derart unlogisch und inkonsistent argumentiert wird, zeigt, wie wichtig das Fach INFORMATIK wäre ...
Dieter Kuhn, am 16. Juni 2020 um 11:56 Uhr

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