Biddle H

"Biddle" © zvg

Das Spiel: Ein riskanter Würfelspass

Patrick Jerg /  In zwei Phasen kämpft man um Punkte. Erst platziert man sein Angebot, danach erfüllt man die Aufgabe – eventuell.

Patrick Jerg
Patrick Jerg

Bei einem Würfelspiel denkt man in erster Linie an riskante Einsätze, an Nervenkitzel und an Emotionen, wenn sich die Kombinationen auf dem Tisch zeigen. Mathematiker werden bei einem Würfelspiel zuerst die Wahrscheinlichkeit in den Fokus rücken. Wie gross ist die Chance bei «Yatzy» fünf gleiche Zahlen zu werfen mit nur drei Versuchen? Wie häufig erscheinen zwei Sechser bei «Eile mit Weile»? Das Würfelspiel «Biddle» spielt exakt mit diesen Elementen. In jeder Runde kann man aber auch eine Gegenwette eingehen. Dann punktet man, wenn die gewünschten Kombinationen nicht erreicht werden.

In einer ersten Phase deckt man eine Aufgabenkarte auf. Dort steht beispielsweise, dass man mit den sechs Würfeln eine Summe von mindestens 30 erreichen muss. Es folgt eine Runde, bei der man ein Angebot abgeben darf. Wie viele Würfe benötigt man, um dieses Ziel zu erreichen? Mutig setzt die erste Person eines ihrer Holzwürfelchen auf die 5. Der Reihe nach dürfen die Mitspielenden sich auf dieselbe Stufe stellen, das Angebot unterbieten oder aussteigen. Im letzten Fall wettet man gegen die Erfüllung der Aufgabe und man platziert sein Holzwürfelchen auf der Aussteiger-Seite der Wertungstafel. Angebote können in weiteren Runden nachgebessert werden.

Den Beweis liefern

Ist mindestens eine Person ausgestiegen und alle anderen befinden sich auf derselben Stufe der Angebotstafel, geht es sofort in die zweite Phase des Spiels: das Würfeln. Nun gibt es also zwei Teams am Tisch – auf der einen Seite die Würfelgruppe, auf der anderen die Aussteiger. Die Würfelgruppe muss nun liefern und in der angebotenen Anzahl an Würfen die Summe von 30 erreichen. Dabei kann sie Würfel zur Seite legen oder neu Würfeln. Ist die Aufgabe erfüllt, erhält die Würfelgruppe Punkte. Wer ausgestiegen ist und dagegen gewettet hat, muss seine Holzwürfelchen von der Wertungstafel entfernen. Misslingt die Aufgabe, geht die Würfelgruppe leer aus und die Aussteiger punkten.

Biddle 3
«Biddle»

Über 10 Durchgänge gibt es neue Aufgaben und alle dürfen sich an neuen Geboten beteiligen, würfeln oder aussteigen. Die Aufgabenkarten sind sehr vielseitig, die Berechnung der Wahrscheinlichkeit ist oft hilfreich. Doch wie bei jedem Würfelspiel gibt es auch Überraschungen. Das ist der Moment für die Emotionen im Spiel, wenn man in einem mutigen Schritt nach vorn mit wenigen Würfen eine Traumkombination auf den Tisch legt.

Nicht übertreiben beim Unterbieten

Bei «Biddle» kann man sich auf reines Zocken einlassen. Die Gruppen am Tisch verändern sich in jedem Durchgang. Mal würfelt man, mal setzt man dagegen. Die Aufgabenkarten sorgen für eine perfekte Grundlage, auf der man seine Möglichkeiten auslotet. Ein kleines, spielerisches Manko bleibt. Ist jemand am Tisch, der permanent unterbietet, um an die Würfel zu kommen, und durch zu viel Risiko ständig scheitert, minimiert das den Spielspass. Erkennt man aber die Möglichkeiten und bleibt spielerisch flexibel, bringt «Biddle» ein emotionales Erlebnis.

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Biddle
«Biddle»

Biddle

Ein Würfelspiel von Ralf zur Linde, Carsten Rohlfs
Illustrationen: Markus Erdt

Für 2 bis 5 Personen
Ab 8 Jahren | ca. 30 Minuten
Verlag: AMIGO | ca. 14 Fr. / 13 Euro


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Patrick Jerg betreibt seit 15 Jahren die Webseite brettspielblog.ch und veröffentlicht regelmässig Spielkritiken über Brett- und Kartenspiele.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

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Portrait Patrick Jerg 2

Das Spiel: Alle Beiträge

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