Das Spiel: Der Meister spielt mit

Der Meister in diesem Stichspiel könnte auch Reiner Knizia heissen. Der Autor erschien unter den Neuheiten der grössten Spielmesse der Welt in Essen 2025 ganze 31 Mal. Damit war er der Spitzenreiter. Kein anderer Autor konnte so viele Spiele veröffentlichen. «Meister Makatsu» ragt dabei mit überraschenden Kniffen aus der Masse heraus. Das Kartenspiel eignet sich vor allem für grössere Spielgruppen und funktioniert nach einem einfachen Mechanismus.
Zu Beginn erhalten alle ein gleiches Kartendeck mit Zahlenkarten von 1 bis 8 in den Farben blau, gelb und lila. Dieses Kartendeck mischt man gut durch und zieht in jeder Runde vier neue Karten auf die Hand. Von diesen vier Karten spielt man zwei aus, zwei legt man für den nächsten Durchgang zur Seite. Das Kartenmanagement spielt also eine zentrale Rolle bei diesem Stichspiel.
Bloss keine Minuspunkte
Eine Partie geht über drei Durchgänge, in denen man seinen Kartenstapel jedes Mal leer spielt. Die Spielzeit verkürzt sich mit dem zweiten und dem dritten Durchgang, da ja immer weniger Karten im Spiel sind. Wer einen Stich kassiert, muss Minuspunkte in Form von Chips einsammeln. Das sollte man allerdings vermeiden. Denn erstens erhöht sich der Wert der Chips im Laufe einer Partie und zweitens verliert man mit den meisten Minuspunkten am Ende der Partie.

Der Spielablauf ist sehr einfach. Der Reihe nach spielen alle eine ihrer Handkarten aus, danach noch eine zweite, die man leicht versetzt über die erste Karte legt. In der Kartenwahl ist man absolut frei. Was man in der Hand hält darf man auch spielen. Nachdem alle zwei Karten ausgespielt haben, folgt eine Zwischenwertung. Wer den höchsten Wert bei den blauen Karten gespielt hat, muss einen Minus-Chip nehmen. Für den höchsten Wert bei den orangen Karten gibt es sogar zwei Minus-Chips. Für die höchste lila Karte erhält man einen Chip und muss mit dem Ausspielen in der nächsten Runde starten. Die Spielfigur von Meister Makatsu erinnert daran.
Im ständigen Dilemma
Irgendwie muss man seine Karten wegspielen. Dazu gibt es unterschiedliche, strategische Möglichkeiten. Tiefe Werte kann man in einem Stich gut verstecken, wenn jemand schon eine hohe Karte ausgespielt hat. Vielleicht spielt man aber lieber früh in der Partie eine hohe Karte, um weniger Minuspunkte zu kassieren? Jeder Stich ist eine Überraschung, da man nie weiss, was die Mitspielenden gerade in den Händen halten. So freut man sich in einer Runde, während man in der folgenden mit einer mageren orangen 2er-Karte trotzdem Minuspunkte kassiert. Ein Gleichstand wird immer mit dem zuletzt gespielten, höchsten Wert aufgelöst. Mit dem versetzten Spielen der Karten lässt sich das schnell feststellen.
Mit jedem Durchgang spitzt sich die Lage zu. Schliesslich ist man selber zuständig für sein Kartendeck am Ende der Partie. Doch auch hier hat «Meister Makatsu» noch einen letzten Kniff bereit. Zwei Karten kommen bis am Ende nicht in die Partie. Ob man sich für die richtigen Karten entscheidet? Der grosse Meister hat ganze Arbeit geleistet mit diesem aussergewöhnlichen Stichspiel. Und damit ist für einmal der Autor gemeint.
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Meister Makatsu
Ein Kartenspiel von Reiner Knizia
Illustrationen: Sonja Müller
Für 2 bis 6 Personen
Ab 8 Jahren | ca. 15-30 Minuten
Verlag: AMIGO | ca. 12 Fr. / 11 Euro
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Patrick Jerg betreibt seit 15 Jahren die Webseite brettspielblog.ch und veröffentlicht regelmässig Spielkritiken über Brett- und Kartenspiele.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.









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