Plakat zugunsten der Zweitwohnungsinitiative im Jahr 2012

Für ein Klagerecht im Interesse der Natur

Red. / 03. Jun 2016 - Verbände und Behörden sollten Verstösse gegen die gesetzliche Raumplanung leichter vor Gericht bringen können.

Ex-Bundesanwalr Edmond Ottinger: Ein leises Raunen

Vollzugsdefizit

Ein leises Raunen und Murren geht durch die Reihen. In dieser Ermittlung wusste offensichtlich der eine Bundesanwalt nicht, was der andere tat. Wie konnte Ottingers Nachfolger Reinmann übersehen, dass Polizist Hochstaettler im Auftrag der Bundesanwaltschaft gehandelt hatte!

Vorwurf der Freiheitsberaubung ist unhaltbar

Schutz der Individuen und nicht der Natur im Vordergrund

Unter keinen Umständen durfte etwas in die Öffentlichkeit durchsickern. Ottinger und sein Chef befürchteten ein Aufsehen, hausintern vielleicht sogar einem Aufstand. Alles war topgeheim. Selbst bei der Bundesanwaltschaft wussten nur drei oder vier Leute Bescheid. Ottingers Ermittler wurden speziell abgeschottete Büros zugewiesen; Mitarbeiter bekamen Alias-Namen oder Codeziffern; Zeugen, die nicht erkannt werden sollten, hiessen Phantom, fortlaufend nummeriert. Und die ganze Operation lief unter dem Tarnnamen «Bidon», was auf Deutsch so viel heisst wie Witz, Unsinn oder Schwindel.

[[«Ermittlung Unsinn» mutiert zur «Operation Spinnennetz»]]

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Siehe

Die Nachricht verbreitete sich wie eine Explosion. Wogen der Gefühle und tiefe Betroffenheit in den Medien, und gemäss denen, auch weltweit bei den Menschen. Der Tages-Anzeiger publizierte sofort und mit Stolz, das letzte Interview mit ihm geführt zu haben. Er stellte dieses sogleich wieder prominent ins Netz und füllte mit zentnerschwerem Pathos Seite zwei und drei der Printausgabe. Über den «Tod eines Unsterblichen», über einen «Forscher im Grenzbereich zwischen Leben und Tod», der «für uns Daheimgebliebene von dort berichtete, wo kein Wissenschaftler mit Messmethoden oder Intellekt hinkommen konnte», schrieb ein Alpin-Spezialist. Seine «körperlichen und geistigen Höhenflüge führen zu Erlebnissen von fast spiritueller Dimension» und mache sie «für die zu Hause gebliebenen zur Inspiration», stand an gleicher Stelle in einem anderen Text.

Den einzig interessanten Text - immerhin – publizierte wiederum der Tagi. Der Autor, wohl Nicht-Alpinist und leicht genervt über den undifferenzierten Medienhype, diagnostizierte bei Steck eine «asketische Biederkeit» und vermochte «keinerlei Hinweise auf eine spirituelle Dimension erkennen. (...) diese Hast am Berg, das hat doch etwas Unsympathisches». Er traf den Kern der Sache. Man darf sich vielleicht einzig fragen, ob er im Nachhinein berufen war, den Toten so zu kritisieren, wenn er Zeit seines Lebens in der Thematik geschwiegen hat.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Zum Buch «Ist der Föderalismus an der Zersiedelung schuld?»

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Eine Meinung

Der praktischen Vernunft folgend habe ich bei solchen Initiativen, vom Moorschutz bis zur Zweitwohnungsinitiative, gern «für die Natur» gestimmt. Metaphysisch und erkenntnistheoretisch wird aber die Entscheidung schwierig, was das Interesse der Natur sei. Auch setzt Übergehen des Föderalismus eine Ideologie der Mitbestimmung von Besserwissern voraus, was nicht unfehlbare Kompetenz zu bedeuten hat.

Überhaupt, was heisst schon «Interesse der Natur"? Tschernobyl zum Beispiel war für die Zivilisation und die Menschen dort eine Katastrophe, aber nicht unbedingt für die Natur, für welche allfällige Strahlenschäden durch die Vorteile des Rückzuges des Menschen in vielem kompensiert werden. Für die Vogelwelt und die Pflanzenwelt bringen die neuen Verhältnisse Entlastung. Für die Natur in der Schweiz wäre es wohl auch nicht schlecht, wenn nur zwei Millionen Menschen, wie vor 200 Jahren, hier leben würden. Es ist relativ gewagt, eine Metaphysik des «Interesses der Natur» zu erstellen, allenfalls mit prinzipieller Gleichberechtigung aller Lebewesen, und es stellt sich überdies die Frage, wer unter den Menschen das «Interesse der Natur» zu definieren hätte.

Dies ändert nichts daran, dass wir im Einzelfall als verantwortliche Individuen und Bürger uns möglichst vernünftig und allenfalls naturschonend zu verhalten hätten. Dafür müsste aber nicht schon aus Prinzip der Föderalismus eingeschränkt werden.

PS. Paracelsus nannte den Menschen als Techniker, Homo faber, «der Natur Arbeiter».
Pirmin Meier, am 03. Juni 2016 um 12:45 Uhr

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