Junge Flüchtlinge in Kehl, die ausgebildet und damit integriert werden. © Migazin

Junge Flüchtlinge in Kehl, die ausgebildet und damit integriert werden.

Auch so kann man mit Flüchtlingen umgehen

Christian Müller / 08. Apr 2017 - Migazin, eine auf Migrationsthemen fokussierte deutsche Website, bringt täglich mehrere Berichte. Nicht selten auch positive!

(cm) Es gibt nicht nur negative Schlagzeilen von der «Flüchtlingsfront». In Kehl, einer 35'000-Seelen-Stadt auf der deutschen Rheinseite auf der Höhe von Strassburg, haben sich Bürgerinnen und Bürger zusammengeschlossen, um jungen Flüchtlingen eine gute berufliche Ausbildung zu ermöglichen: eine sogenannte Win-Win-Situation, denn die Industrie braucht gut ausgebildete junge Leute und die jungen Flüchtlinge brauchen eine gute Ausbildung, um einen Job zu finden. Das Projekt wird zur Nachahmung empfohlen.

Und hier zum Bericht:

Im badischen Kehl gibt es eine Rundum-Förderung für junge Flüchtlinge. Für die exzellente Unterstützung erhält die Bürgerstiftung Kehl den Förderpreis Aktive Bürgerschaft. Eine wichtige Würdigung, denn nicht überall wird Flüchtlingen so gut geholfen.

Der Tag von Ali Hazara beginnt früh: Der Weg von der Flüchtlingsunterkunft bis zum Industriegebiet in der Vorstadt ist weit, für den Bus hat er kein Geld. Also nimmt er ein Fahrrad, das er geschenkt bekommen hat. Bis zum Nachmittag lernt er den Umgang mit Metall, Fräse und Schutzbrille – oder aber Deutsch, je nach Schulstunde. Ist er fertig, fährt er noch ein bisschen Pizza aus, um etwas Geld zu verdienen. Am Abend versucht er zu lernen. Im Sechsbettzimmer ist das aber schwierig. «Nur am Sonntag spiele ich zwei Stunden Fußball», sagt der 19-Jährige. Für ihn ist klar: «Aus mir soll etwas werden.»

Ali Hazara hat Glück: Er ist einer von sechs Jugendlichen, die an einer preisgekrönten Qualifizierung teilnehmen. Der zehnmonatige Intensivkurs, den er und die anderen Azubis (Lehrlinge, Red.) in Deutsch und Metallbearbeitung absolvieren, ist ein Beispiel für das, was möglich ist, wenn Geld investiert wird: 125'000 Euro kostet die Ausbildungsvorbereitung der Geflüchteten, also mehr als 20'000 Euro je Teilnehmer.

Qualifikation auf fremdsprachige Jugendliche zugeschnitten

Gesammelt hat das Geld die Bürgerstiftung Kehl bei verschiedenen Sponsoren. Für diese Arbeit wird die Stiftung im Mai mit dem begehrten Förderpreis Aktive Bürgerschaft ausgezeichnet. Eine solche «Rundumbetreuung» ist eben nicht der Regelfall.

Schon länger ist die Qualifikation im badischen Kehl auf fremdsprachige Jugendliche zugeschnitten. «In Deutschland gibt es nicht genug junge Menschen, die sich für eine Ausbildung hier interessieren. Im unmittelbar benachbarten Frankreich, wo eine hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht, hingegen schon», sagt Karl Haase von der Bürgerstiftung Kehl. Also sei es von Franzosen zu Flüchtlingen kein großer Schritt gewesen. 70 Bewohner der Unterkunft lud man ein und ließ sie drei Tage probearbeiten. Am Ende wurden die besten sechs ausgewählt.

Garantierter Ausbildungsplatz

«Wir können jedem, der die Qualifikation erfolgreich abschließt, einen Ausbildungsplatz garantieren», sagt Ausbildungsleiter Michael Enderle. Damit sei nicht nur den Flüchtlingen geholfen, sondern auch der Wirtschaft. «Dass der Ausbildungsjahrgang nur aus jungen Männern besteht, ist Zufall», sagt Haase. Junge Frauen hätten sich für die Metallarbeit nicht interessiert. Allerdings seien einige von ihnen in einem vergleichbaren Pflege-Projekt aktiv.

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Den vollständigen Artikel kann man auf Migazin lesen.

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Und die Schweiz?

Kleine erfreuliche Geschichten gibt es zum Glück auch in der Schweiz. Eine davon zum Beispiel aus der Schreinerei Fluri Holz AG in Bellach SO. Dort macht der 19-jährige iranische Flüchtling Mohammadreza Jafari eine Ausbildung als Schreiner. Dem Beispiel darf Folge geleistet werden.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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