Der Tod in Paris und unsere Schuld

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Heiner Flassbeck / 17. Nov 2015 - Scharfmacher predigen noch mehr Gewalt, «bis der letzte Terrorist eliminiert ist». Es gibt ihn aber nicht, den letzten Terroristen.

Red. Der 1950 geborene Heiner Flassbeck war deutscher Staatssekretär und von 2003-2012 «Chief of Macroeconomics and Development» bei der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung Unctad in Genf.

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Als am 11. September 2001 in New York Flugzeuge in das World Trade Center flogen und viele hunderte Menschen töteten, waren einige der jungen Männer, die vergangenen Freitag Tod und Schrecken in Paris verbreiteten, vermutlich noch Kinder. Sie sind, so viel kann man heute schon absehen, aufgewachsen unter sozialen und menschlichen Bedingungen, die sich die wenigsten von uns vorstellen können. Ihre ganze Jugend war einerseits begleitet von der Gefahr, als potentieller Terrorist aufzufallen, wenn man sich ein wenig zu viel in religiösen oder arabischen Zirkeln aufhält, und von der Erfahrung, dass der Westen ohne Rücksicht auf Verluste ganze Länder zusammenbombt und hunderttausende von Toten in Kauf nimmt, wenn es darum geht, «Sicherheit» für seine Bürger zu garantieren.

Es gibt aber keine Sicherheit. Flugzeuge kann man sichern, auch öffentliche Gebäude oder Politiker. Für den Bürger aber gibt es keine Sicherheit. Wer das System treffen will, das in den Augen dieser jungen Leute so absolut zerstörerisch und lebensbedrohend wirkt, kann überall zuschlagen. Für sie ist gleich, wen es trifft, wenn es nur dieses System trifft. Sicherheit kann es daher nur geben, wenn wir zu begreifen beginnen, dass die zornigen jungen Männer ein Produkt unserer Welt sind. Sie sind nicht Fremde, die das Böse in sich tragen, sondern sind das Ergebnis unserer Fehleinschätzungen und unserer Kaltschnäuzigkeit, wenn es darum geht, zu Hause die potentiell Verdächtigen aufzuspüren und woanders mit Bomben und Drohnen für «Ordnung» zu sorgen.

Es ist ein Klischee, aber es bewahrheitet sich immer wieder: Wird ein Terrorist getötet, treten an seine Stelle zehn neue. Wurde nicht mit klammheimlichen Stolz in fast allen Medien bis Freitag Vormittag berichtet, man habe wieder einen «Führer» des IS per Drohne, also ohne Gerichtsverhandlung, ohne Verteidigungsmöglichkeit und mit der grossen Gefahr, sogar den Falschen zu treffen, «liquidiert»? Wie kann man sich darüber wundern, dass junge Menschen, die mit dem vorsätzlichen Töten anderer Menschen per Knopfdruck eines Regierungsbeamten aufgewachsen sind, ihrerseits glauben, man dürfe denjenigen, die das tagtäglich tun, auch Schaden zufügen, auch wenn es am Ende nur der berühmte Kollateralschaden in Form von vielen unschuldigen Menschen ist?

Beim islamistischen Terror wie bei fast allen anderen Problemen folgt unsere Politik einfachen, ja primitiven Mustern, die nicht nur die Probleme nicht lösen, sondern ständig neue schaffen. Man muss es sich vorstellen, die EU hat tatsächlich vorige Woche geschafft, in aller Eile einen Europa-Afrika-Gipfel auf Malta abzuhalten, wo man den Afrikanern ein wenig Geld versprochen hat, wenn sie sich anstrengen, ihre Leute zu Hause zu behalten. Auch einen Syrien-Gipfel, der nach einer friedlichen Lösung suchen sollte, gab es plötzlich, nachdem man seit Jahren mit den verschiedensten militärischen Interventionen das Chaos und das Unglück in dem Land vergrössert hat. Von einer langfristigen wirtschaftspolitischen Strategie für Afrika war so wenig die Rede wie von einer neuen Friedensstrategie für Syrien und den gesamten Mittleren Osten. Man spürt förmlich, wie eine Krise nach der anderen die Politik immer wieder aus tiefem Schlaf aufweckt, so dass sie erst einmal unkontrolliert um sich schlägt.

Auch jetzt sind die Scharfmacher schon wieder unterwegs. Noch mehr Gewalt werden sie predigen, «bis auch der letzte Terrorist eliminiert ist». Es gibt ihn aber nicht, den letzten Terroristen. Präsident Hollande hat schon am Freitag Abend die falschen Worte gefunden. Niemand hat einen Krieg erklärt und niemand will einen Krieg führen. In einem Krieg geht es um klar definierbare Gegner, deren Zahl begrenzt ist. Hier geht es um die Frage, ob unsere Gesellschaft so beschaffen ist, dass nicht immer wieder andere junge Leute glauben, Gewalt gegen den Staat und seine Bürger sei eine Lösung für ihre Probleme. Die richtige Antwort wäre gewesen, den Drohnenkrieg und die Bombardierung Syriens sofort einzustellen und all den jungen Menschen, die in Europa in Gefahr sind, in die terroristische Szene abzurutschen, ein ernsthaftes Gesprächsangebot zu machen.

Der 11. September 2001 hat in vieler Hinsicht unsere Welt geändert. Vor allem anderen hat er auf die Frage, was der Staat tun kann und darf, um Gewalttaten abzuwenden, neue Antworten gebracht. Aber keine dieser Antworten war gut. Vom grenzenlosen Abhören über die grenzenlose Beobachtung von Menschen bis hin zu Folter und Freiheitsberaubung in Guantánamo und dem gesetzlosen Töten mit Drohnen, haben diese Antworten eine Demontage des Rechtsstaates mit sich gebracht, die man dreissig Jahre vorher für unmöglich gehalten hätte und die auch die Vorstellungen der seit damals aufgewachsenen jugendlichen Bürger mehr und mehr verrohen lässt.

Doch die Politik in Deutschland, Frankreich und anderswo schaut systematisch weg, weil man befreundeten Staaten ja nicht den Vorwurf machen will, gegen rechtsstaatliche Prinzipien zu verstossen. Doch genau das hätte man dauernd tun müssen, damit wenigstens nicht der Eindruck entsteht, es werde mit voller Absicht mit zweierlei Mass gemessen. Der Zweck darf die Mittel nicht heiligen. Dieses Prinzip muss für alle gelten und es muss vor allem für den Staat gelten. Viele Jugendliche, die in einer Welt aufwachsen, in der sich der Staat anmasst, die Regeln massiv zu verletzen, deren Einhaltung er seinen Bürgern abverlangt, verlieren die Orientierung und sind anfällig dafür, auch ihren Zwecken alles unterzuordnen.

Am schlimmsten sind diejenigen, die den Terrorismus mit den Flüchtlingskrise ganz schnell in irgend einer Form zusammenrühren. Man wird sie heute Abend in Dresden wieder in erheblicher Zahl sehen können. Dass die Flüchtlinge selbst vor dem Terror geflohen sind, wird ebenso vergessen wie die Tatsache, dass die Attentäter von Paris vermutlich ihr ganzes Leben in Europa verbracht und vielleicht genau deswegen frustriert und radikalisiert waren. Aber selbst wenn es einen gäbe, der erst vor kurzem gekommen ist, was bedeutete das? Auch zu uns werden viele traumatisierte Menschen kommen. Was aus ihnen wird, entscheiden wiederum in erster Linie wir, nämlich durch den täglichen Umgang mit ihnen. Das fängt mit ganz normalen Dingen an. Ich habe es erst gestern am Flughafen wieder erlebt, hunderte Passagiere laufen durch die Zollkontrolle, angehalten werden zwei jugendliche Männer mit schwarzen Haaren und einer dunklerer Hautfarbe und eine farbige Frau. Wer auch nur den Anschein erweckt, dass die Hautfarbe oder die Religion einen Menschen ausmachen, hat den ersten Schritt hin zu einer Diskriminierung getan, die immer wieder bei einigen der Diskriminierten zu heftigen Gegenreaktionen führen wird. Nur wenn wir allen Bürgern jeden Tag sagen, dass sie es sind, deren Verhalten und deren Politik über die Zukunft einer offenen und toleranten Gesellschaft entscheidet, dann gibt es eine Chance, den Hass zu überwinden.

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Dieser Beitrag erschien auf flassbeck-economics.de.

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Der 1950 geborene Heiner Flassbeck war deutscher Staatssekretär und von 2003-2012 «Chief of Macroeconomics and Development» bei der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung Unctad in Genf.

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21 Meinungen

Also an allem Schuld sind die Europäer und Amerikaner. Ziemlich einseitig und fürwahr nicht besonders intelligent....
Peter Achten, am 17. November 2015 um 08:10 Uhr
Sehr schön Herr Flassbeck; damit oder zumindest damit weitgehend gehen viele, fast alle einig, denke ich. Das sind unfruchtbare akademische Betrachtungsweisen, altbekannte Schuldzuweisungen.

Das Problem aber zeigt sich bei der Realpolitik. Beispiel: wieviele dürfens denn sein, die wir aufnehmen sollen? Welchen soll primär geholfen werden? Jenen 75% junger Männern, die die Kraft haben sich zu uns durch zu schlagen oder nicht doch eher jenen 24000 Menschen die täglich allein an Hunger sterben?

Klar man kann nicht das eine gegen das andere ausspielen. Verslumung in Europas Städten sind die Brutstätten von Terrorismus. Verslumung generiert durch Masslosigkeit der Aufnahme ohne Integrationsmöglichkeit, falscher, kontraproduktiver Humanismus, den Politiker bevorzugen um beliebt zu sein, was solche nie sind, die den Mut haben zu äussern: das Boot hier ist voll.

Hiesse heute nicht die erste Regel: Aufnahmelimitierung. Aha, schon jetzt fehlt die Antwort, lange bevor die Frage erlaubt würde - was machen wir mit den 24000 täglich, die wir nicht zu Gesicht bekommen.
Hans Arnold, am 17. November 2015 um 11:09 Uhr
Flassbeck weist doch nur richtigerweise und eindringlich darauf hin, dass die vorwiegend militärische Reaktionsweise der Grossmächte unter USA-Führung auf den Anschlag vom 11. Sept. 2001 und die sie begleitende menschen- und bürgerrechtswidrige sog. Sicherheitspolitik nach innen offensichtlich das Problem nicht gelöst sondern sogar verstärkt haben. Hinzu kommt die global betriebene neoliberale Austeritätspolitik, die immer mehr Menschen ins Elend und damit in die Arme der Extremisten treibt. Für mich eine plausible und nüchterne Analyse, die man nicht salopp kleinreden darf.
Rolf Zimmermann, am 17. November 2015 um 12:24 Uhr
Ja, die Ursachenbekämpfung ist in einer neoliberalen Weltwirtschaftsordnung äusserst schwierig.
Stefan Hofer, am 17. November 2015 um 12:58 Uhr
Gezielt wird weiterhin mit allen Mitteln verhindert und davon abgelenkt, dass untenstehende und ähnliche Themen in der Öffentlichkeit behandelt werden. Daran erkennt man unsere Propagandisten, Demagogen und Lobbyisten (meist nennen sie sich Journalisten), seien es jene von Infosperber oder vom übrigen Mainstream:

• Die Forderungen an unsere Politiker, Regierungen die Kriege unverzüglich einzustellen und die Truppen aus fremden Ländern unverzüglich zurückzuziehen (dies gilt auch für die mitbeteiligte Schweiz)
• Die Ursachen wie auch die Verursacher von Ausbeutung, Armut, Terror, Krieg, Flüchtlingselend zu benennen und die Beseitigung der Ursachen thematisieren
• Unterdrückung und Besetzung Palästinas durch den Apartheid-Staat Israel aufzeigen. Die Exekutionen von palästinensischen Kindern und Jugendlicher durch Israelis veröffentlichen.


Stattdessen wird mit Islam-Muslim-Hetze und anderen Methoden von diesen Verbrechen abgelenkt, sie vertuscht, verharmlost, gerechtfertigt.

Zu den Propagandamethoden gehören auch Diffamierungen gegen Andersdenkende. Bedenkenlos und in grossem Ausmass wird auch Zensur betrieben. Das Mundtotmachen ist wie eh und je eine der wirksamsten und grausamsten Methoden unserer Propagandisten, Demagogen und Lobbyisten. Als Beispiel siehe das nachstehende, von unseren Medien totgeschwiegene und an seiner Verbreitung verhinderte Video:

„KenFM zeigt: Die dunkle Seite der Wikipedia“
https://www.youtube.com/watch?v=wHfiCX_YdgA
Beat Wick, am 17. November 2015 um 13:36 Uhr
Danke, Herr Flassbeck, für diese Stellungnahme! Beizufügen wäre nur noch, dass dem «Westen» kein Krieg zu schmutzig ist, um nicht damit seine Geschäfte mit Waffenlieferungen zu machen. Dori Schaer
Dori Schaer-Born, am 17. November 2015 um 14:14 Uhr
Ich kann Herrn Flassbeck nur zustimmen. Die Frage bleibt, was wäre denn zu tun? So lange jedoch ein grosser Teil der Weltwirtschaft auch auf Waffenproduktion und Waffenhandel beruht, sieht es schlecht aus. Die Waffen können ja nur durch ihren Einsatz zum Töten «konsumiert» und verbraucht werden. Ich erinnere an das Geschrei, als versucht wurde in der Schweiz die Waffenexporte stärker zu kontrollieren!

Der zweite Punkt wäre eine Kontrolle der Finanzströmen. Doch auch dies wird an der westlichen Profitgier scheitern. Und wer kauft denn die von der IS gestohlenen Antiquitäten?

Wie gesagt es gäbe ein paar einfach durchzuführende wirksame Massnahmen und jemand müsste halt damit beginnen. Warum nicht die angeblich humanistischer Tradition verpflichtete Schweiz?
Hermann K.J. Fritsche, am 17. November 2015 um 17:25 Uhr
Es ist u.a. «der Krieg gegen den Terror», der noch mehr Menschen zu Terroristen macht.
"Der 11. September 2001 hat in vieler Hinsicht unsere Welt geändert. Vor allem anderen hat er auf die Frage, was der Staat tun kann und darf, um Gewalttaten abzuwenden, neue Antworten gebracht.»
Ja genau! Und was macht der Staat USA zur Abwendung der Gewalt? Er selbst bzw die Regierung verhindert die genaue Untersuchung des Verbrechens 9/11! Mit diesem Verbrechen wurde die Rechtfertigung des Krieges gegen den Terror gelegt, und die USA reklammierten das erste Beistandsabkommen der NATO. Leider ist immer noch nicht klar, wer wirklich Urheber war.
Die offizielle Verschwörungstheorie glauben nur noch 60% der Amerikaner, obwohl alle Mainstreammedien unkritisch die offizielle Verwedelung kolportieren.
Man kombiniere: die Regierung verhindert die Untersuchung, also hat sie etwas zu verbergen!
Mir scheinen Herrn Flassbeck's Gedanken zum aktuellen Thema tiefsinnig, weshalb wagt er nicht die 9/11-Theorie ebenso tief zu hinterfragen?
Urs Lachenmeier, am 17. November 2015 um 19:06 Uhr
http://rethink911.org/
Urs Lachenmeier, am 17. November 2015 um 19:22 Uhr
G.W.F Hegels Dialektik zeigt folgendes: Sobald eine These formuliert ist folgt ihr das Bedürfnis, das Gegenteil zu behaupten, also eine Antithese.
In der Diskussion kristallisiert sich etwas Neues: eine Synthese der beiden Aussagen als Antwort auf höherem Niveau.
Etwas ging vergessen: Neben These und Antithese entsteht oft ein Drittes: die anarchistische Negation des Ganzen, «zum Teufel mit all dem Geschwafel». Das Bedürfnis nach Zerstörung, nach Terrorismus.
Es ist wie mit Verbrechen. Es scheint, dass sie statistisch gestreut entstehen und sich oft jeder individuellen Erklärung entziehen.
Ein Beispiel: Eine These wäre, dass das Böse in allen Menschen steckt.
Der Beweis: Der erste Menschensohn ermordete seinen Bruder.
Die Antithese: Das Böse wächst aus sozialen Situationen. Der Beweis: Gott erweckte den Anschein, dass er Abel mehr liebte als Kain, der aus Verzweiflung den Brudermord «erfand». Die Synthese: Die Menschen können und müssen von Christus «die Nächstenliebe» lernen.
Die Negation: «Die Leute geben mir unsäglich auf die Nerven, ich zünde
eine Bombe». Beweis: Gott selber hat mit der Sintflut so was radikal vorgemacht.
Mein Problem: Ich kann in den Attentäterfotos, zB Mohammed Atta nur verbissene Entschlossenheit, aber kaum das Böse erkennen.
Hannes Keller, am 18. November 2015 um 16:17 Uhr
Der IS verfügt über ein Territorium, hat Einnahmen aus Oelverkäufen, Steuern und Verkauf von historischen Schätzen. Er erklärt mit den Attentaten in Paris unserer Gesellschaft den Krieg. 9/11 war ein solches Verbrechen, aber Kaida hatte noch kein staatliches Gebiet. Der von G.W.Bush inszenierte Krieg gegen den Terrorismus diente anderen Zwecken. Seinerzeit versuchten die Gutmenschen den Krieg mit Hitler mit immer neuem Nachgeben zu verhindern. Das führte zu immer neuen Forderungen. Erst als ein grosser Teil der deutschen Städte durch Bomben zerstört waren und die Bodentruppen das Land besetzten war der Krieg beendet. Mit Japan das Gleiche. «Si vis pacem para bellum», «wenn du Frieden willst bereite den Krieg vor». Die europäischen Eliten haben uns den grossen Frieden vorgeschwatzt und abgerüstet. Hollande spricht nun vom Krieg gegen den IS und der weiss, dass weder FR noch die EU Soldaten und Bomber hat, noch die Kraft unsere Kultur zu verteidigen. Man lese NZZ 17.11.2015 Seite 39 von Necla Kelek. Die von den Eliten befohlene Begrüssungskultur zur Völkerwanderung wird Europa derart destabilisieren, dass wir mit Bürgerkriegen rechnen müssen.
Ulrich Hertig, am 18. November 2015 um 20:23 Uhr
» 9/11 war ein solches Verbrechen, aber Kaida hatte noch kein staatliches Gebiet."
Wir sollten endlich wissen dürfen, WER dieses Verbrechen zu verantworten hat!!! Al Kaida war wohl nie in der Lage die Sprengungen in den drei Wolkenkratzern vor zu bereiten! Und wenn doch, wer hat dies erlaubt?
"Der von G.W.Bush inszenierte Krieg gegen den Terrorismus diente anderen Zwecken.» Ja dann, bitte, WELCHEN Zwecken?
Urs Lachenmeier, am 18. November 2015 um 22:57 Uhr
Herr Lachenmeer ich wede versuchen Ihre Frage aus meiner Sicht zu beantwoten, bin aber jetzt 4 Tage abwesend.
Ulrich Hertig, am 19. November 2015 um 08:55 Uhr
@Keller: Schöne Analyse, die darauf verweist, dass die Metaphorik von Ereignissen weit über ihre Faktizität hinausweist. Die Art und Weise unseres Handelns ist stets in unserer sozio-kulturellen Basis begründet. Eine Erziehung in monotheistischer Kultur impliziert stets Gewalt und die Vernichtung des Andern, des Ungläubigen.
Hermann K.J. Fritsche, am 19. November 2015 um 10:23 Uhr
@Herrmann K.J. Fritsche
Ich selber bin ein strengläubiger Heide. Es ist mir aber klar, dass meine Art zu denken und meine Person bis in die Knochen von christlichen Vorstellungen geprägt sind. Die Geschichten in der Bibel sind die wohl tiefsten Grundlagen unseres Daseins. Sie reichen sicherlich 10.000 Jahre zurück, halt eben dem was man sich nach der Bärenjagd in der Höhle erzählte. Aus dem prä-religiösen Dunst kristallisierten sich dann Religionen mit ihren Schriften. Sie bieten nicht ewige Wahrheiten, sondern Erklärungsversuche der Menschen, die sich auch ihre Gottheiten ausdenken. Es ist sehr interessant, das unserem Gott beides zugeschrieben ist: sehr gut und sehr schlecht, zB. Sintflut. Kindermord als 10. ägyptische Plage, die frivole Wette um Hiob, Abraham versus Isaak, der Massenmord nach einer Lappalie, dem doofen Tanz ums goldene Kalb. Das kann gegenüber Quetzalcoatl durchaus mithalten.
Dem allerdings sind die Gläubigen ausgegangen, was für jeden Gott tödlich ist.
Es gibt keinen Krieg zwischen Christentum und Islam. Es gibt nur den Krieg der Fundamentalisten (auf beiden Seiten seit ewig) versus die Aufklärer. Die Aufklärer haben keine ewigen Wahrheiten - nur Zweifel und dazu die notwendige Toleranz.
Notiz: Huntingtons Buch «Krieg der Zivilisationen» (1996) behauptete den Irrsinn, dass ein Weltkrieg zwischen Islam und Christentum unvermeidlich bevorstehe. Es vergiftete den Präsidenten George Bush II, führte zu seinen Kriegen und letztlich wohl auch zur ISIS.
Hannes Keller, am 19. November 2015 um 13:41 Uhr
Eine äusserst intelligente Analyse, Herr Flassbeck. Herzlichen Dank. Und es stimmt doch: «Am schlimmsten sind diejenigen, die den Terrorismus mit den Flüchtlingskrise ganz schnell in irgend einer Form zusammenrühren. Man wird sie heute Abend in Dresden wieder in erheblicher Zahl sehen können ..» Nur eben, man sieht und hört sie auch in unserem Land. Flächendeckender sogar als in der BRD. Ja, diese Wutbürger, sie wirken ähnlich verheerend wie Terroristen. An Fanatismus denen der IS durchaus ebenbürtig. Mit wohl einem Unterschied. Sie sind noch bescheuerter. Es ist eine alte Wahrheit: Dummheit kann auch gefährlich sein, mitunter brandgefährlich. Ganz besonders, wenn sie angeheizt wird von politischen Scharfmachern, von aktuellen und verblassten, ausrangierten, Medienschaffenden. Sind diese denn intelligent?
Peter Beutler, am 22. November 2015 um 10:33 Uhr
Von den Schweizer Medien ignoriert, totgeschwiegen, nie erwähnt (Beachtet die Anzahl Abonnenten):
KenFM resp. KEN JEBSEN

KenFM: Me, Myself and Media #14 – Paris, Terror-Übungen und die Ausweispflicht für Attentäter
https://www.youtube.com/watch?v=6fss_jFknQc
Beat Wick, am 22. November 2015 um 23:25 Uhr
Ich habe mir gestern das youtube-Video angeschaut, das Beat Wick am 17. November um 13.36h erwähnt hat:
„KenFM zeigt: Die dunkle Seite der Wikipedia“
https://www.youtube.com/watch?v=wHfiCX_YdgA.
Erstaunlich diese DUNKLE Seite von Wikipedia! Ich nutze Wikipedia auch oft und gern. Bei gewissen Themen aber weiss ich, dass es tendenziös, wenn nicht falsch, oder falsch durch Verschweigen ist. Die «Redaktoren» hinter Wikipedia vertreten eine ganz bestimmte Weltsicht, Meanstream eben, so wie fast alle grossen Medien.
Im Video wird aufgezeigt, wie der Schweizer Historiker Daniele Ganser mit dem Begriff «Verschwörungstheoretiker» abgewertet wird. Und es wird aufgezeigt, wie um den Begriff der Verschwörungstheorie recht eigentlich 'gekämpft' wird, und wie er sich am Ende - in wessen Interesse wohl? - durchsetzt.
Es gibt eine Menge solcher Begriffe und Schlagwörter, die am Ende bestimmen, wem die Leute welche weltpolitisch hochbrisanten Geschichten glauben und wem nicht.
Wikipedia zu Daniele Ganser: «....Ganser wurde mit seiner 2005 veröffentlichten Dissertation über „NATO-Geheimarmeen“ bekannt und veröffentlicht unter anderem Untersuchungen zum globalen Fördermaximum von Erdöl. Er greift Verschwörungstheorien zum 11. September 2001 auf.....»
Heiner Flassbecks Artikel und die Meinungen dazu sind sehr interessant und spannend.
Ruth Obrist, am 10. Dezember 2015 um 14:23 Uhr
Die Methoden unserer Mächtigen entlarvt auch der Kieler Psychologieprofessor Dr. Rainer Mausfeld in seinem Vortrag „Warum schweigen die Lämmer?“ – Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements
https://www.youtube.com/watch?v=Rx5SZrOsb6M
Beat Wick, am 10. Dezember 2015 um 23:12 Uhr
Danke, Beat Wick
Stefan Hofer, am 11. Dezember 2015 um 11:30 Uhr
Merci!
«Sapere aude!» Aber heute spricht man nur noch englisch. Kein Wunder deshalb, dass nicht einmal die europäischen Länder über «das Schweigen der Lämmer» hinweggekommen sind.
Ruth Obrist, am 11. Dezember 2015 um 14:00 Uhr

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